tumult,
der
;
–/-e
;
aus
lat.
tumultus
›Lärm, Getöse, Aufruhr‹
(Georges
2, 3254
; Schulz/Basler
5, 1981, 523
 f.).
›Getöse, Geschrei; Durcheinander, Chaos‹; ›als Durcheinander beurteiltes Ritual eines religiösen Gegners‹; auch: ›Schlägerei, Streit, Kampf; Aufruhr, Aufstand‹.
Eigene Belege seit dem 16. Jh.
Syntagmen:
einen t. anfangen / sehen
;
der juden gebet kein t. sein
;
j. dem t. zulaufen
;
j. im t. leiden / umkommen, jn. im t. beissen / ermorden, etw. im t. zugehen, j. inwendig dem t. sein, über dem t. erzittern
.
Wortbildungen:
tumultsache
›Rechtsverfahren wegen eines Aufruhrs‹,
tumultuanz
›aufrührerisches Wesen‹ (a. 1622),
tumultuieren
›Aufruhr stiften‹ (a. 1526).

Belegblock:

Alberus, Barf.
84, 11
(
Wittenb.
,
1542
):
die Teuffel so grausam seer erschracken vnd erzitterten / vber dem Tumult der in der Helle geschach.
Österley, Kirchhof. Wendunmuth
3, 129, 8
(
Frankf.
1602
):
Die hirten [...] sahen diesen tumult.
Skála, Egerer Urgichtenb.
170, 1
(
nwböhm.
,
1575
):
hett mit den Pauern Zu fleißen ein Tumult angefangen.
Kehrein, Kath. Gesangb.
1, 91, 38
(
Nürnb.
1631
):
Der Juden Gebet [...] sind vor Gott [...] ein Tumult (oder Laͤrmengeschrey).
Chron. Augsb.
9, 136, 11
(
schwäb.
,
1544
/
5
):
dieweil die rechten römischen hölden in disem tumult und burgerlichen krieg umbkomen.
Rot
357
(
Augsb.
1571
):
Tumult, Auffruͦr / empoͤrung / ein gleuff durch einander / groß gschrey vnd getümmel.
Brunner, Rechtsqu. Krems u. Stein
237, 18
(
moobd.
,
1593
):
burgermaister, richter und rath beeder stett [...] seynd umb den in disen tumultssachen begangenen ambtsnachlässigkeiten willen [...] in die straff erkendt.
Chron. Magdeb.
2, 25, 1
;
Schöpper
22b
;
Schweiz. Id.
12, 1868
 f.