treffen,
V., unr. abl.;
in 1 Beleg regelmäßiges Part. Prät. – Das schwer gliederbare Bedeutungsspektrum mit hoher Belegdichte in den Ansätzen 1 und 2 unterliegt folgender Gliederung: 1 und 2 sind als Grundbedeutungen, 3 und 4 tropisch als Wirkungen bzw. Abstraktionen zu 2 auffassbar; 5-7 schließen als Spezialisierungen an 4 an; 8 ist als Abstraktion des Umfangs von 2 deutbar; 9 und 10 sind Spezialisierungen zu 8.
1.
›feindlich aufeinander stoßen; mit jm. feindlich zum Kampf zusammentreffen; jm. eine Schlacht liefern; jn. angreifen, (be)kämpfen‹, auch: ›jn. e. S. bezichtigen‹.
Vorwiegend Chroniken, Berichte, Erzählungen.
Syntagmen:
j. t
. (absolut);
jn
. (auch:
sich
)
/ etw
. (z. B.
die christenheit
)
t
.,
sich mit den feinden t
.,
j. mit jm. etw
. (z. B.
den streit
)
t
.;
gegen etw
. (z. B.
gegen einen haufen
),
mit den feinden, mit dem haufen t
.,
j
. [wie] (z. B.
harte / keklich / mänlich / zuhauf, zu fus / zu ros, auf ein neues
)
t
.

Belegblock:

Luther, WA (
1535
):
Wie wol sie [des Herrn Christi feinde] doch eigentlich die Christenheit angreiffe nund
[sic!]
treffen.
Peil, Rollenhagen. Froschm.
638, 4132
(
Magdeb.
1608
):
Jn einem ruck / ritt / vnd zulauff / | Traffen Schuͤtzn / vnd Reuter zuhauff / | Schossen / stiessen / stachn / schlugen / rungen.
Wyss, Limb. Chron. (
mfrk.
, zu
1351
):
waren di von Limpurg mit ime jagende, unde worden sich mit den figenden treffende bi Lanberg.
Chron. Köln (
Köln
1499
):
he [...] traf den strit mit in ind geschiede ein groisse bloitstortzung zo beide siden.
so dat beide parthie mit ein traifen ind quamen zo eime strit.
Tiemann, E. v. Nassau-S. Kgn. Sibille
156, 7
(
rhfrk.
,
um 1435
):
Den ersten den er [Ludewig] traffe / das was Emmerich von Nerbon / Die traffen sich also hart
[dies zu 2]
/ das sie beyde vff die erde vielen.
Chron. Nürnb. (
nobd.
,
1449
/
50
):
so solt dann her Rewß von Plawen [...] auff dy feint eylen und solt mit den feinten treffen.
Ebd. (
1450
):
also das wir, nach dem und getroffen ward, sie entrentten und sie in die flucht prachten.
Baumann, Bauernkr. Oberschw. (
schwäb.
,
v. 1542
):
Da machten sy ain ordnung zu dem schlachen, wollten mit ynen treffen.
Turmair (
moobd.
,
1522
/
33
):
Seifrid Schwepherman, [...], hielt die feint auf, bis die Beham [...] sich wider trutzlich stelten und auf ein neus wider kecklich trafen.
v. Liliencron, Dür. Chron. Rothe ;
Neubauer, Kriegsb. Seldeneck
109, 4
;
112, 23
;
116, 16
;
Roder, Hugs Vill. Chron. ; ;
Spiller, Füetrer. Bay. Chron. ;
Grossmann, Unrest. Öst. Chron. ; ;
Leidinger, V. Arnpeck ;
2.
›jn. / etw. mit etw. (z. B. mit einem Schlag, einem Schuss, einem Strahl, einem Wurf, mit der Faust, mit Gift u. Ä.) erwischen, schlagen, erreichen‹, auch: ›mit einem Los, mit Würfeln ein bestimmtes Ergebnis erzielen‹; verbunden mit der Vorstellung, dass das Schicksal, Krankheiten (z. B. der Schlagfluss), der Tod, Flüche, Glück und Unglück oder die Strafe Gottes den Menschen wie fliegende Geschosse treffen, teils mit Bezugsgrößenverschiebung (des Subjekts der Person auf das Projektil).
Vielfach narrative Texte.
Phraseme:
den zwek treffen
›sein Ziel erreichen‹;
einen schus treffen
›etw. ins Ziel bringen‹;
der hamer den ambos treffen müssen
.
Bedeutungsverwandte:
 23,  3,  7,  12, (›zielen‹), , , , (V.) 1, , , ; vgl. (V.) 6,
1
 2.
Gegensätze:
.
Syntagmen:
˹
j. / etw
. (Subj., auch:
es
)
t
.,
j
. [wozu] (z. B.
zu nutzen / schaden
)
t
.˺ (jeweils absolut);
j. jn
. (z. B.
den herren / knaben / zwergen, einen menschen, narren, die armen / frommen, man oder ros
)
t., j. etw
. (z. B.
das ziel, drei sechsen, eine ader
)
t., etw
. (Subj.)
etw
. (z. B.
den altenwachs, das angesicht
)
t., j
. (
got, der heide
)
jn. t., etw
. (Subj., z. B.
der fluch / schlag / schlagflus / schus / stral, untreue, die paralis / plage gottes, das glük / unglük, das los / ort
 ›Waffenspitze‹
/ ungewitter
)
jn. t., jm
.
etw
. (z. B.
das herze
)
t
.;
jn
. [wohin] (z. B.
an dem fus, an seinen mund, auf den arm, auf den augschädelknocken, auf den schild, auf eine achsel, in den rücken, in die brust, zu dem kopf, zwischen die oren
)
t., jn
. [womit] (z. B.
mit brand, mit einem ger, mit den bildern / lanzen / geschossen, mit zwei streichen
)
t., j. / etw
. (Subj.)
durch etw
. (z. B.
durch einen stein
)
getroffen werden, etw. nach etw
. (z. B.
nach der ordnung
)
getroffen werden, jn. / etw
. [wie] (z. B.
eben / wol, härtiglichen
)
t
.

Belegblock:

Chron. Magdeb. (
nrddt.
, Hs.
1601
):
Dornach die Bilder [...] zum theil abgeworffen, auch etzliche Pfaffen Köchinnen [...] mit den bildern getroffen.
Mieder, Lehmann. Flor. (
Lübeck
1639
):
Fehlet einer im nutzen / so trifft er zu Schaden / der im Schaden fehlet / trifft zu nutzen.
Wenn Ungluͤck vom Himmel faͤllt / so triffts gemeiniglichen die Frommen vnd Armen.
Luther, WA f. (
1527
):
triffts, so triffts.
Ders. Hl. Schrifft.
Jer. 15, 2
(
Wittenb.
1545
):
so spricht der HERR / Wen der Tod trifft / den treffe er / Wen das Schwert trifft / den treffs / Wen der Hunger trifft / den treff er / Wen das Gefengnis trifft / den treffe es.
Peil, Rollenhagen. Froschm.
571, 2076
(
Magdeb.
1608
):
Das jhm der Tod das Hertz getroffen / | Jst ohn mein wissn vnd willn geschehen.
Ebd.
649, 4492
:
Der Schluckbruder krieg auch in eil / | Jns lincker Aug ein scharffen Pfeil / | [...] | Doch blieb er vnverzagter Mann / | Warff den Pfeil mit dem Aug hinweg / | Vnd sprach / der hat troffen den Zwegk.
Große, Schwabensp. (Hs. ˹
nd.
/
md.
,
um 1410
˺):
RAmet eyn man eynes vogeles [...] mit werfene oder mit schizene vnde drip also eynen menschen [...].
Meisen, Wierstr. Hist. Nuys
1216
(
Köln
1476
):
Recht in mydden deser geschefft, | As dye vyand dayr recht getrefft | Waren myt geschussz ind brande.
Tiemann, E. v. Nassau-S. Kgn. Sibille
121, 16
(
rhfrk.
,
um 1435
):
Sij [konnigynne] hube vff ire fust / vnd traff den twerg als eben an synen mont.
Wunderlich, Fierrabr.
42, 1
(
Simmern
1533
):
also kame Brulland mit seinem scharpfen gere gerent / traff Oliuiern in die brust vnd gab jm darmit einen als harten stoß.
Froning, Alsf. Passionssp.
4475
(
ohess.
,
1501ff.
):
wan uch driffet der fluch, | ich [Pilatus] wel daran unschuldigk syn!
Ebd.
6955
:
Szo han ich dry seß droffen.
v. Keller, Amadis (
Frankf.
1571
):
hierauff stachen sie jhre Pferdt an, vnd traffen mit jren Lantzen so wol, daß [...]
(offen zu 4).
Perez, Dietzin
1, 202, 9
(
Frankf.
1626
):
das eine ist / [...] / daß du auß dem Geschlecht der Italianischen Pistoln entsprungen / welche einem nach dem Fuß ziehlen vnd doch das Angesicht treffen.
Jungbluth, J. v. Saaz. Ackermann
19, 23
(Hs. ˹
omd.
,
1465
˺):
Begert die bescheidenheit! Anders es müßte der hamer den amboß treffen, herte wider herte wesen, es kome warzu es kome.
Schönbach, Adt. Pred. (
osächs.
,
1. H. 14. Jh.
):
also tut der schuze: als er schiezzen wil, er tut ein ouge zu [...], daz er des der baz treffen mŭge des er remet. Also machtu unsern herre got aller beste treffen mit der waren minne.
Baumann, Bauernkr. Rotenb. (
nobd.
,
1525
):
was [...] schuß mit grossem veldgeschutz in die pawrn abgangen, hett aber nur ainer troffen und grossen schaden getan.
Thiele, Minner. II,
12, 118
(Hs. ˹
nalem.
/
sfrk.
,
1470
/
90
˺):
wan er zu allen orten wencken dete, | so yn die wind uß norden, suden, westen | icht hertiglichen dreffen.
Gilman, Agricola. Sprichw.
1, 309, 30
(
Hagenau
1534
):
Nahe schiessen hilfft nicht / Es gilt treffen.
Lemmer, Brant. Narrensch.
13, 28
(
Basel
1494
):
Do mit [vil hocken pfil] trifft er [Cupido] der narren vil / | [...] | Wer troffen würt / der kumbt von witz.
Chron. Augsb. (
schwäb.
, zu
1548
):
welchs namen nach der ordnung getroffen wurd, der solt [...] herfür tretten.
Henisch (
Augsb.
1616
):
Getroffen / geschlagen / geruͤrt / [...]. Getroffen werden von Gottes gewalt / apoplecticus [...]. Du mainst dieweil da jn ein wenig getroffen hast / oder gerürt / du habest jhn hefftig verwundet.
Memminger Chron. (
Ulm
1660
):
Schickte man von hier 120. Man̄ wider die Hussite’ wen dz Loß traff / muste ziehē.
Ebd. Beschr. :
Als er [...] eines guten geschwinden Tods verblichen / in dem er in dem Sessel von einem Schlagfluß getroffen worden.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat. (
oobd.
,
1349
/
50
):
der vergift weis ist, daz si über sich arbait, wan trift si den menschen an dem fuoz, sô kreucht si [...].
Spiller, Füetrer. Bay. Chron. (
moobd.
,
1478
/
81
):
die plag Gots wird sy [die veindt Gots] treffen und überfallen.
Peil, a. a. O.
148, 3222
;
Mieder, a. a. O. ;
Tiemann, a. a. O.
129, 10
;
Knape, Messerschmidt. Bris.
14, 29
;
v. Keller, a. a. O. ;
Österley, Kirchhof. Wendunmuth ; ; ;
Strauch, Par. anime int.
89, 35
;
Küther, UB Frauensee
379, 17
;
v. Tscharner, Md. Marco Polo
18, 15
;
Neubauer, Kriegsb. Seldeneck
117, 23
;
Kehrein, Kath. Gesangb. ;
v. Birken. Erzh. Österreich ;
Menge, Laufenb. Reg.
3171
;
Vetter, Pred. Taulers ;
Bachmann, Morgant ;
Lemmer, a. a. O.
18, 12
;
75, 55
;
Mell u. a., Steir. Taid. ;
Piirainen, Stadtr. Sillein
41a, 34
;
73a, 30
;
Vgl. ferner s. v. (V.) 2,  15, (Adv.) 3,
1
 20, ,  1,  2, , , (V.) 1,
1
 11,  7, .
3.
›jn. / etw. (häufig: js. Herz) berühren, bewegen; jn. / etw. erschüttern; jn. / etw. schwächen, verletzen‹; mit Betonung einer intensivierten nachhaltigen Wirkung im Zusammenhang mit emotionalen Zuständen wie Furcht, Jammer, Minne, Reue, Schmerz; tropisch anschließbar an 2.
Überwiegend literarische und erbauliche Texte.
Bedeutungsverwandte:
 5,  1,  2, (V.) 1, ,  1 (ütr.); vgl. ,  2,  2,  3,  29,  7,  1.
Syntagmen:
jn. / etw
. (z. B.
das herz gottes, der mutter
)
t., etw
. (Subj., z. B.
der jamer / schmerz / unfal
)
jn. / etw. t., jn. / etw. als etw. t
.;
j. / etw. jn. in etw
. (z. B.
in das herze
)
t., mit etw
. (z. B.
mit jamer, mit dem stral der minne, mit dem donnerstral, mit penitenz / reue
)
t., zu etw
. (z. B.
zu mittem herzen
)
t
.;
j. von gottes gewalt, von der betrachtung seiner übeltat, das herz des menschen von got getroffen werden
;
jn. / etw
. [wie] (z. B.
manierlich / vornemlich
)
t., j
. [wie] (z. B.
senlich
)
getroffen sein / werden
.

Belegblock:

Schöpper (
Dortm.
1550
):
Tangere. Tasten fuͤlen greiffen empfinden anruͤren treffen.
Peil, Rollenhagen. Froschm.
516, 288
(
Magdeb.
1608
):
Nun ist zwar mein allein der schmertz / | Trifft vornemlich der Mutter hertz / | Denn vnser Kindr sind alle todt.
Quint, Eckharts Pred. (
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
der [mensche] enlîdet niht; und sölte der lîden, gotes herze würde getroffen.
Göz. Leichabd. (
Jena
1664
):
bedenket [...] / ob [...] ein Schmerz sei / als mein Schmerz / und ein Jammer / als der Jammer / der mich troffen hat.
Henschel u. a., Heidin
809
(
nobd.
,
um 1300
):
Wan dv mit der minne strale | Mich hast indaz h’ze troffen | Die wunde stet noch offen.
Bell, G. Hager
652, 2, 2
(
nobd.
,
1616
):
kein freüd jn mir, für ware, | weil mich Hart droffen Hat | Der vnfal gancz vnd gare.
Matthaei, Minner. I, (Hs.
15. Jh.
):
dich hat betaubt ir [der minne] krefftig weder | und troffen mit ir donrstral.
Thiele, Minner. II,
11, 157
(Hs. ˹
nalem.
/
sfrk.
,
1470
/
90
˺):
droffen sentlich | sich, fraw, myn ser: | ker das unnd wend!
Schmidt, Rud. v. Biberach
113, 6
(
whalem.
,
1345
/
60
):
Dunket dich nút, daz der mensche si getroffen, wenne daz fúrin oͮge der minne dur tringet marglich vnd hertzlich daz gemuͦt.
Maaler (
Zürich
1561
):
Traͤffen. Tangere, als das zil.
Bauer, Geiler. Pred.
90, 25
(
Augsb.
1508
):
Die annder weiß / in der daßs hertz des menschen / von gott getroffen wirt die ist forcht.
Ebd.
94, 30
:
Zuͦ dem dreyzehenden württ ain mensch von betrachtung seiner übelthat / getroffen / mit penitents und reüwen.
Klein, Oswald
47, 36
(
oobd.
,
vor 1408
?):
ich lamer mit jamer | nicht treffen kan das zil
(bei der spröden Geliebten).
Munz, Füetrer. Persibein
56, 1
.
4.
›etw. (richtig) machen, schaffen, bewerkstelligen, zustandebringen‹.
Phraseme:
jm. etw. zu treffen geben
›jm. etw. zum Erraten, jm. ein Rätsel aufgeben‹.
Bedeutungsverwandte:
; vgl.  8,  3,  1,  2,  14.
Syntagmen:
es t., es
[wie] (z. B.
eben / immer / recht / wol
)
t., etw
. (Subj., z. B.
ein bericht
) [wie] (z. B.
wol
)
getroffen (sein)
.

Belegblock:

Mieder, Lehmann. Flor. (
Lübeck
1639
):
Mancher ist wie ein Maulbeerbaum / der triffts jmmer / mit der Bluͤt vnd Frucht / er schlaͤgt nicht auß / die Kaͤlt sey dann voruͤber.
Viel treffens wie jener Fuhrmann / der hat die breit weit Straß vor sich / vnnd fuhr bey des Wirths Tochter in den engen pfad.
Anderson u. a., Flugschrr.
19, 15, 22
([
Eilenb.
]
1524
):
vnd fallen daruber [...] in heidenische cerimonien / [...] vnd meinen sie haben es troffen.
Bell, G. Hager
593, 2, 12
(
nobd.
,
1608
):
vnd wenn er [der frum] ein mal jst Herumb ge loffen, | vnd meindt, er Habs wol droffen.
Maaler (
Zürich
1561
):
Du hast es recht Troffen / du hast die recht meinung gesagt.
5.
›etw. finden, auffinden; auf etw. stoßen‹; im Bergbau speziell auf Erze, ansonsten häufig auf Abstrakta bezogen; anschließbar an 4.
Phraseme:
das recht treffen
›einen Richtspruch fällen‹;
die türen treffen
›hinausgehen‹.
Bedeutungsverwandte:
; vgl.  2,  1, (V.) 13,  1, (V.) 210.
Gegensätze:
, .
Syntagmen:
etw
. (z. B.
erz, einen mittelweg, den sin, die warheit, ein löchlein / schlüpflein
›Versteck‹)
t
.;
auf etw
. (z. B.
auf die nächst kleinere
[Zahl])
t
.
Wortbildungen:
treffung
.

Belegblock:

Chron. Magdeb. (
nrddt.
,
1564
):
hat ein Rath wege und Mittel getroffen mit Henning von Bortfelde, [...] daß er sich verpflicht.
Mieder, Lehmann. Flor. (
Lübeck
1639
):
Wer die warheit nicht treffen kan / der muß luͤgen / wer kan sie treffen / so sie verschwunden.
Luther, WA (
1545
):
Wer nu das mittel kan treffen, da stehts wol.
Österley, Kirchhof. Wendunmuth (
Frankf.
1563
):
an doctor Martin Luthern seliger gedechtniß [...], seines treuwen rahts, wie hierin die mittel ban zu treffen.
Löscher, Erzgeb. Bergr.
86, 17
(
omd.
,
1548
):
Der berckmeister sol die neufenger darzu halten, das [...] so imandt aufm gang erz trefe, derhalben kein zanck erwuchße.
Wutke, Schles. Bergb., Cod. Sil. (
schles.
,
1537
):
so ir arbeiter ertzt darinnen treffen, verschweigen dieselben arbeiter die ertzttreffung.
M. Cunitia. Ur. Prop. (
Öls
1650
):
in derselben such ich fort abwerts / biß ich 47″. 29″ finde; treff also auff die nechst kleinere 47′. 4″.
Lemmer, Brant. Narrensch.
91, 30
(
Basel
1494
):
Die jnn den chor alleyn duͦnt gucken | Vnd zeygen sich mitt presentieren | Treffen doch bald wyder die tuͤren.
Maaler (
Zürich
1561
):
Du hast ein wūderbar schlüpfflin Troffen.
Klein, Oswald
112, 264
(
oobd.
,
1438
):
so man in fragt auf seinen aid | das recht zu treffen.
Ebd.
275
:
trifft ainer ains [recht], so fält er zwai.
Mannack, Rist. Pers.
193, 30
;
Löscher, a. a. O.
95, 17
;
Wutke, a. a. O. ; ;
M. Cunitia. a. a. O. ;
Gille u. a., M. Beheim
83, 134
;
Andreae. Ber. Nachtmal
40r, 17
;
Grothausmann, Stadtb. Karpfen
85, 3
;
Vgl. ferner s. v.  16,  6.
6.
›etw. (z. B. einen Waffenstillstand, ein Tauschgeschäft) verabreden, vereinbaren, (Frieden) schließen, (einen Vertrag) abschließen‹; anschließbar an 5.
Gegensätze:
vgl.
4
 24.
Syntagmen:
etw
. (z. B.
einen bund / frieden / kauf / markt / pakt / tausch / vergleich / vertrag, eine gemahelschaft / heirat / rechnung / richtung, ein teiding / verdingwerk, einen vertrag
)
t., etw
. [wo] (z. B.
ausserhalb des marktes
)
t., etw
. (z. B.
gutes
)
in den sachen t., etw. mit jm., zu etw
. (z. B.
zu der kirche
)
t
.;
e. S
. (Gen.obj., z. B.
der freundschaft / minne
)
t
.;
der getroffene tausch, die getroffene teilung
.

Belegblock:

Altmann, Wind. Denkw. (
wmd.
,
um 1440
):
etwas mit in zü treffen zu der heilgen kirchen kristlichens gloubens und des Römischen riches notturft.
Perez, Dietzin
2, 295, 25
(
Frankf.
1627
):
auff dieser Junfrawen Seyten [...] / mit welcher ich einen Tausch zutreffen gemeynt.
Küther, UB Frauensee
227, 3
(
thür.
,
1455
):
Mochten sy der gudlichkeit abir zeuschin en nicht treffin.
Bachmann, Morgant ;
Vock u. a., Urk. Nördl.
2120
;
Grothausmann, Stadtb. Karpfen
113, 13
;
Vgl. ferner s. v.  2, .
7.
›etw. gültig sein, zutreffen, sich auf etw. beziehen; jn. / etw. angehen, betreffen‹, auch: ›j. / etw. mit jm. / etw. zu tun haben‹; anschließbar an 6.
Phraseme:
treffe es, wen es wolle
›betreffe es, wen es wolle‹.
Syntagmen:
etw
. (Subj.)
jn
. (z. B.
herren / knecht
)
/ etw
. (z. B.
die religion
)
t., etw
. (Subj., z. B.
das recht, der spruch, das wesen
)
jn. / etw. t
.;
j
. (z. B.
der tod
)
an jn
. (z. B.
an Christum
)
t
.,
etw
. (Subj.)
(jm.) an etw
. (z. B.
an js. tod, leib und ere
)
t., j. mit etw
. (z. B.
mit einem spruch, mit der fabel
)
getroffen werden, etw
. (Subj.) [wie] (z. B.
um mer dann das halb
)
getroffen sein, etw
. (Subj.)
zu etw
. (z. B.
zu der welt, den todsünden
)
t
.

Belegblock:

Peil, Rollenhagen. Froschm.
227, 5624
(
Magdeb.
1608
):
Jch beruff mich auffs gmeine Recht / | Das in der Welt trifft Herrn vnd Knecht.
Reissenberger, Väterb. (
md.
, Hs.
14. Jh.
):
Swelh wort zur werlde trafen, | Die hort nieman reden in.
Kurz, Waldis. Esopus (
Frankf.
1557
):
Mit dieser Fabel werden die troffen, | Von den man groß Ding thut verhoffen.
Österley, Kirchhof. Wendunmuth (
Frankf.
1602
):
Ohn schew [ein weiser] es nicht sagt offenbar; | Treff, wen es wöll, thuts doch ein narr.
Stackmann u. a., Frauenlob
7, 10, 7
(Hs. ˹
nobd.
,
3. V. 15. Jh.
˺):
Daz wesen dich, mensche, triffet.
Franck, Decl.
332, 36
(
Nürnb.
1531
):
Vnd sehe das dich der spruch Ecclesiastici am xxvj. nitt treff / noch angehe.
Lauchert, Merswin (
els.
,
1352
/
70
):
[ich] hette doch ettewas forhte dinne, vnd sv́nderlinge, das zuͦ tot sv́nden traf.
Stackmann u. a., a. a. O.
8, 9, 13
;
Franck, a. a. O.
353, 32
;
Cirullies, Rechtsterm. Anh.
1981, 326
.
Vgl. ferner s. v.  3,
1
 8.
8.
›etw. erreichen, [wie weit, wohin, über etw. hinaus] reichen; zu etw. passen, sich fügen‹.
Bedeutungsverwandte:
; vgl.  3,  3,  28,  2,  5,  1,  11.
Syntagmen:
etw
. (z. B.
js. stand
)
t
.;
etw
. (Subj.)
für jn
. (z. B.
verre für alle gesellen
)
t., über etw
. (z. B.
über das höchste, über menschliche sinne
)
t., zu etw
. (z. B.
zu nuz
)
t
.,
j
.
zu etw
. (z. B.
zum auszug
)
t
.;
etw
. (Subj.) [wie] (z. B.
nahe / weit, nicht besser, wol zusamen
)
t
.,
etw. weiter den etw
. (z. B.
das recht weiter den das gut
)
t
.

Belegblock:

Strehlke, Nic. Jerosch. Chron. (
preuß.
,
um 1330
/
40
):
ouch darzû wol ebin trift, | daz ich herînvlichte | ein teil der geschichte | durch hovelîchiz sagin.
Quint, Eckharts Pred. (
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
Er maint: wârhait trifft v́ber dz hoͤhst vnd ist ain bloß wesen.
Lauchert, Merswin (
els.
,
1352
/
70
):
Ich wart [...] mit so maniger hande froͤmeder sachen versuͦcht, die v̇ber menscheliche sinne treffent.
Vetter, Pred. Taulers (
els.
,
E. 14. Jh.
):
dis werg
[die Verbindung mit Gott]
triffet sere nohe, hie wurt rehte die katze an die mure getrungen.
Maaler (
Zürich
1561
):
In sitten vnnd paͤrden einem geleych seyn / vnd wol zesamen Traͤffen.
Dreckmann, H. Mair. Troja
14, 23
(
oschwäb.
,
1393
):
si warnd baid über all die mauss suber stoltzer jüngling zwen, und traff ir schön verr für all ir geselln.
Chron. Augsb. (
schwäb.
, zu
1555
):
wann mein sach zuͤ red und verhör komen solt, wie weit dieselb treffen und villeicht dahin raichen wurde, daß [...].
Siegel u. a., Salzb. Taid. (
smoobd.
,
1625
):
Wurde aber ainer umb maleficz beclagt und für recht gestelt oder recht, die weiter tröffen den daß guet.
Peil, Rollenhagen. Froschm.
118, 2337
;
9.
›geographisch an etw. heranreichen, angrenzen‹; als Spezialisierung anschließbar an 8.
Bedeutungsverwandte:
vgl. ,
1
 2, ,  6, ,  1,  1,
1
 1,  11,  9.
Gegensätze:
 3.
Syntagmen:
etw
. (Subj.)
an / zu etw. t
.;
etw
. (Subj., z. B.
Frankreich
) [wo]
weiter t
.

Belegblock:

Morrall, Mandev. Reiseb.
28, 12
(
schwäb.
,
E. 14. Jh.
):
sin land trifft an Priester Johans land.
Ebd.
150, 24
:
Mesopotamia [...] hebt sich an an dem wasser das da haisset Georgya [...] und trúfft an Eufrates zuͦ ainer statt.
10.
›sich auf etw. belaufen; etw. betragen, kosten; einen Betrag, eine Summe erreichen‹; konkret auf eine bestimmte Menge oder Summe von etw., häufig auf einen bestimmten Geldbetrag bezogen; anschließbar an 8.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  8,  6,  6,  2,  6,  10,  23.
Syntagmen:
etw
. (Subj.)
etw
. (z. B.
viel, x gulden, hundert pfund, ein grosses geld, mer wan vier ducaten, x zentner
)
t
.,
etw
. (Subj.)
(sich) hoher dan x
(z. B.
dan eineinhalb hundert
)
t., etw
. (Subj.)
an etw
. (z. B.
an der summe
)
t., (sich) bei etw
. (z. B.
bei x gulden / pfunden / stücken
),
über etw
. (z. B.
über x schilling
),
unter etw
. (z. B.
unter x pfund
)
t
.

Belegblock:

Wyss, Limb. Chron. (
mfrk.
, zu
1397
):
dan di some von den greben unde herren drift sich hoher dan anderhalp hondert.
UB Zug
1147, 2
(
halem.
,
1471
):
wie das er Jacob Wißen gelichen habe ein faß mit win, trift bÿ zwein sǒmen.
Sappler, H. Kaufringer
4, 168
(
schwäb.
, Hs.
1464
):
es trifft doch all wochen eben | wohl hundert pfund oder mer.
Chron. Augsb. (
schwäb.
,
1523
/
7
):
die selb prandschatzung traff ain gros gelt.
Zingerle, Inventare (
tir.
,
1431
):
Zu behalten meiner schëden, die da treffen mer wann vic ducaten.
Tobler, Schilling. Bern. Chron. ;