tram,
der
;
–/-e
(+ Uml.);
hohe Schreibvarianz;
zu
mhd.
drâm
›Balken‹
().
1.
›Balken, Sparren (als zweckentsprechend zugehauenes Baumaterial)‹; speziell auch auf den Stamm des Kreuzes Christi bezogen.
Gewisse Beleghäufung für narrative Texte.
Phraseme:
einen tram in den augen haben
(in mehreren Varianten) ›blind sein für die eigenen Fehler‹;
den tram aus dem auge werfen
.
Bedeutungsverwandte:
1
 123,  1,
1
 1,  1,  1,  8, , , , .
Syntagmen:
einen t. hauen / verbergen, träme auffüren / heften / legen / zusammenklammern, einen t. aus einem haus stossen, in der erde verbergen
;
der / ein t
. (Subj.)
aufschwimmen / zerspringen, jn. beschweren, auf jn. fallen
;
jn. an einen t. nageln
(z. B.
got
) /
henken
(z. B.
einen priester
),
einen juden an einem t. erhenken, kein rok an einem t. hängen, j. auf einen t. steigen, auf dem t. sitzen, ein tuch hinter einen t. stossen, den boden mit trämen machen / überlegen, etw. mit trämen bauen
(z. B.
einen chor
) /
bedecken
(z. B.
eine stat
),
Christum mit einem t. nöten, eine mauer sich vom t. schälen, Jesum zu dem t. ziehen
;
der t. im zimmer
;
der grosse / lange / zederne t
.;
ein chor mit trämen, das flos von trämen
.
Wortbildungen:
trambaum
›Pfeiler, Stütze von Balken‹,
tramnagel
›Nagel zur Befestigung von Balken‹,
trämt
›Balkenlage‹ (a. 1585).

Belegblock:

Schmitz, Schiltb.
42, 13
(
Frankf.
1597
):
die Schiltbuͤrger [...] Hatten also in wenig tagen [...] / die Traͤme gelegt / vnd folgends auffgefuͤhrt.
Hübner, Buch Daniel (
omd.
, Hs.
14.
/
A. 15. Jh.
):
der se da man verbarc | Den tram in der erden sarc.
Sie [die Juden] trachten im [Christus] zu schanden | Martirn mit iren handen | Swerlich an deme trame.
Mayer, Folz. Meisterl. (
nobd.
,
v. 1496
):
[Got] Trug eß piß zu Calvarie, | Do man yn nagelt an den tram.
Chron. Nürnb. (
nobd.
,
15. Jh.
):
da ward ein jud [...] erhenckt außerhalb an den galgen an einen ausern langen tram.
Vetter, Pred. Taulers (
els.
,
1359
):
der mensche sol zuͦ dem ersten den tramen usser sinem oͮgen werfen
[Var.:
tramboͮm
].
Kurrelmeyer, Dt. Bibel (
Straßb.
1466
):
du selb sichst nit den tram
[
Luther
1545, Luk. 6, 42:
Balcken
]
der do ist in deim augen.
so das sy zuͦfúrten von dem libanischen walde cedrin treim
[Var.: 1477:
traͤm
; 1483:
hoͤltzer
;
Luther
1545, Esr. 3, 7:
Cedern holtz
]
so das sy schiff machten.
Bolte, Pauli. Schimpf u. Ernst (
Straßb.
1522
):
der Schultheiß [...] stieß nur ein Trom uß einem Hauß in das ander uͤber die Gassen und ließ den Priester daran hencken.
Also verbot einer seiner Frawen, sie solt nit uff den Tromen steigen.
UB Zug
705, 7
(
halem.
,
1428
):
das danne die kirchen pfleger [...] den chor mit swellen, traͤmen und raffen [...] buwen sond.
Luginbühl, Brennwalds Schweizer Chron.
2, 112, 26
(
halem.
,
1508
/
16
):
und als si [Eignossen] es lang getribend, fieng die muͦr an sinken und sich fast von dem trem zuͦ schellen.
Maaler (
Zürich
1561
):
Blockschiff (das) Floß von grossen bloͤcheren oder tremen gemacht.
Chron. Augsb. (
schwäb.
,
1523
/
7
):
geschossen, daß ain balck oder traum herab [...] auff den Frantz von Sickingen gefallen.
Österley, Steinhöwels Äsop (
Ulm
1474
/
82
):
Es ist ain großer tempel und ist in im ain große sul, daruff zwölff stet, und ietliche stat ist bedäkt mit dryßig trämen.
Turmair (
moobd.
,
1522
/
33
):
Der poden zue öbrest was überlegt mit grossen stainen, trämen oder prettern.
Zingerle, Inventare (
tir.
,
1473
):
iii hündert vnd lviii groß trammnagel.
Rechn. Hermannst.
371
(
siebenb.
,
1503
):
czwaÿ holczer grosz treb.
Luther. Hl. Schrifft.
1. Kön. 6, 6
;
Feudel, Evangelistar
108, 23
;
Hübner, a. a. O. ;
Schmitt, Ordo rerum
54, 20
;
Neubauer, Kriegsb. Seldeneck
68, 18
;
Gerhardt, Meister v. Prag
152, 3
;
Mayer, a. a. O. ;
Franck, Decl.
343, 23
;
Bolte, a. a. O. ; ;
Krebs, Prot. Konst. Domkap.
7650
;
Rieder, Gottesfr. ;
Goldammer, Paracelsus
2, 135, 4
;
Schib, H. Stockar
156, 21
;
Bremer, Voc. opt.
5108
;
Löffler, Columella/Österreicher ;
Barack, Zim. Chron. ;
Rudolf, H. v. Langenstein. Erch.
58, 25
f.;
Drescher, Hartlieb. Caes. ;
Winter, Nöst. Weist. ;
Zingerle, a. a. O. ;
Rosenqvist, Frz. Einfluß.
1943, 581
;
Baumann-Zwirner, Augsb. Volksb.
1991, 486
.
Vgl. ferner s. v. , ,  1, ,
1
 10,  16.
2.
›Windrad, Wasserrad‹; Zuordnung zu
tram
unsicher.
Bedeutungsverwandte:
vgl. , , .

Belegblock:

Schmitt, Ordo rerum
235, 33
(
omd.
,
1466
):
Leuaculum [...] winderad [...] Leuamen [...] traam [...] windelsten [...] windelrat [...] wasserratt [...] pintrad [...] windtrab.