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tragen,
V.
›träge sein / werden‹; in religiösem Kontext: ›im Glauben nachlassen, den Glauben vernachlässigen‹;
zu (Adj.) 1.
Älteres Frnhd.
Phraseme:
sich jm. tragen
›sich jm. entziehen‹.
Bedeutungsverwandte:
 3; vgl.  1 (in letzter Nuance), (V.) 2b,
2
 1.
Syntagmen:
an etw
. (z. B.
an gottesdienst
),
mit saum t
.;
jn. sonder tragen
(subst.)
anreden
.

Belegblock:

Strehlke, Nic. Jerosch. Chron.
22966
(
preuß.
,
um 1330
/
40
):
doch konde sî daz nicht instoͤrn, | daz sî mit sûme trâgeten.
Chron. Köln
1, 3460
(
rib.
, Hs.
1. H. 15. Jh.
):
Also scheir sy die ane sagen, | reden sy sy an sonder tragen.
Rieder, St. Georg. Pred.
269, 12
(Hs. ˹
önalem.
,
1387
˺):
zehant so er beginnet alten und trâgen an Gottes dienst, so sol ez allum gan in dem closter.
Ebd.
118, 16
;
Schweiz. Id.
14, 408
;
Schwäb. Wb.
2, 307
.