totschlag,
der
 ;
-s
, auch
-Ø/-e
+ Uml.
›gewaltsame Tötung eines Menschen (als straf-, in der Regel todeswürdiges Verbrechen)‹; offen zu ›schweres Verbrechen‹; mehrfach metonymisch: ›zu Tode geschlagene Person‹; in juristischem Kontext: ›entsprechender Straftatbestand vor dem Halsgericht‹; ›Art der zu richtenden Verwundung als Straftat‹; ›für einen Todschlag zu entrichtende Buße‹; in theologischen Kontexten: ›Todschlag als Todsünde; den Menschen seit Kain und Abel kennzeichnende Sündhaftigkeit‹; auch verallgemeinert: ›Tötungsakt durch sprachliche Gewalt‹;
vgl.  1.
Gehäuft Rechtstexte sowie Texte der Sinnwelt ,Religion / Didaxe‘.
Bedeutungsverwandte:
,  2,  2 (subst.),  2, , , (
das
), , ; vgl. (
die
1, ; oft im Orientierungsfeld mit  2,  1,  12,
1
 2, , , , , .
Syntagmen:
(einen) t. ausrufen / befrieden / begehen / strafen / tun / verdingen / vermeiden / volbringen, jm. einen t. verjehen, sich einen t. anziehen, einen t. an jm. rächen, für jn. empfangen
;
der t
. (Subj.)
beschehen, eine peinliche sünde sein, jm. mit gelde verbessert / versünet werden
;
das herz vol t. stecken
;
eines todschlags berufen / beschrien werden, sich des totschlags berümen
;
j. auf t. sein
›aus sein‹,
mit t. klagen / richten, jm. von t. etw
. (z. B.
unwillen
)
geschehen, jn. um einen t. ächten / begreifen
;
etw
. (z. B.
giftige worte
)
zu t. zielen
;
der anrichter / ursächer, die erforderung / sünde des todschlags, die urkunde um einen t
.;
der begangene / redliche / schwere / unversehene / vermessene / vorsäzliche t
.

Belegblock:

Luther, WA
1, 253, 9
(
1518
):
hierinne seint alle sunde des tzorns und hasz, als todschleg, kriege, rauben, bornen, tzencken, haddern, trauren des nechsten glucks.
Ebd.
10, 3, 376, 2
(
1522
):
Also huͤtt euch allein, das ir in ewer werck nit vertraw͂et, Dan todtschlag, dieberey ader rauberey ist nit so ein grosse suͤnde, als mit den wercken das haupt in himel woͤllen stecken.
Ebd.
32, 363, 18
(
1532
):
ob gleich [...] die zunge schweiget, [...], doch steckt das hertz vol mords und todschlag.
Kehrein, Kath. Gesangb.
3, 189, 3
(
Köln
1582
):
Das sind ihr gifftigbitter wort, | Die sie zuͦ todtschlag schwerer mord | Kluͤglich zuͦzielen wissen.
Grimm, Weisth.
2, 160, 5
(
mosfrk.
/
rhfrk.
,
1486
):
ein müssellwundt ij fl.; ein lammecht oder todtwundt auch todschlag vnd steinwurff, der nit trifft, in v. gn. h. vngnad.
v. d. Lee, M. v. Weida. Spigell
47, 26
(
omd.
,
1487
):
Dÿe erste peinliche sunde widder den nehsten vorbracht ist todtslagk.
Ebd.
49, 22
:
wÿe gar mancher thodtslagsk [...] derhalben [auß ehbrechereÿ] geschÿtt.
Röhrich u. a., Cod. Dipl. Warm.
4, 628, 27
(
omd.
,
1425
/
35
):
[eyn fisscherknecht] ist geecht ume I totslag.
Ermisch, Freib. Stadtr.
142, 17
(
osächs.
,
v. 1325
):
Were iz ein totslac, so were he bestanden zu rechte mit dem halse.
Ebd.
165, 16
:
wi manigen totstich oder totslac ich in beschuteen sulle.
Kisch, Leipz. Schöffenspr.
418, 7
(
osächs.
,
1523
/
4
):
Der todschlag wart dem vater versunet und verpessert mit gelde.
Gille u. a., M. Beheim
177, 37
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
ein yeder mensche | Der hie ist wider spensche, | mit has gegen sein pruder, der | volpringet einen tot slag swer.
Ebd.
180, 131
:
Die sund des todslag ist so ser | uber gross lestig mit gever | das sy Caÿn [...] | mit nicht ertragen chunde.
Kohler u. a., Bamb. Halsger.
162, 10
(
Bamb.
1507
):
[das] ein fursetzlicher mutwilliger moͤrder mit dem rade vnd ein ander, der einen todtschlage auss jheheyt vnd zorn gethan [...] mit dem schwert vom leben zum tode gestrafft werden soͤllen.
Bihlmeyer, Seuse
80, 4
(
alem.
,
14. Jh.
):
do huͦb der morder an ze bihten und verjah im alle die totschlege.
Ebd.
206, 22
:
der den totschlag vúr dich enphienge, wie koͤnde er dir mer trúwen und liebi erzoͤigen.
Roder, Stadtr. Villingen
123, 18
(
önalem.
,
1501
/
1516
):
das die von Villingen [...] in dem ietzbestimpten und undermarck bezircke alle oberkait herlichait und grechtikait mit straf aller malefitzhendel und todtschleg haben sollen.
Lindqvist, K. v. Helmsd.
633
(
halem.
, Hs.
um 1435
):
du solt kain totschlag tuͦn, | Mitt worten, werken noch mit ruͦn!
Welti, Stadtr. Bern
217, 4
(
halem.
,
n. 1437
):
wer ouch, dz deheiner vmb todschlag oder vmb wundaten oder vmb duͥpstal [...], wurde begriffen.
Ebd.
385, 5
(Hs.
n. 1400
):
Ein usclegt urkuͥnd vmb ein todschlag.
Edlib. Chron.
12, 3
(
ohalem.
,
um 1500
):
ouch von den gnaden gotz jn den friden weder todschlag noch brand roub oder ander kriegssachen nüt beschechen sind.
Maaler
282r
(
Zürich
1561
):
Mein handel ist nit Malefitzisch / Die straaff [...] / ist nit von todschlags wegen.
Ebd.
289r
:
Ein kriegßmañ der gern Metzget / grimm / streng auff todschlag ist.
Ebd.
403r
:
Todschlag (der) Mord / Das vmbbringen. [...]. Todschlag eines tyrannen. [...]. Anrichter oder vrsaͤcher eines Todschlags.
Baumann, Bauernkr. Oberschw.
54, 33/35
(
schwäb.
,
v. 1542
):
Understunt sich Cunrat [...] und strafet den malefutzhandel und todschlag.
Wintterlin, Würt. Ländl. Rechtsqu.
2, 264, 30
(
schwäb.
,
1611
):
Welcher einen vorsätzlichen bedächtlichen todschlag begehet [...], selbiger soll [...] an leben gestraft werden.
Heydn. maister
22r, 14
(
Augsb.
1490
):
dann das geltt ist dem [...] milten ein zier / vnd ein todschlag dem verraͤtter.
Winter, Nöst. Weist.
4, 176, 36
(
moobd.
,
M. 15. Jh.
):
So ain dieb [...] und durch ihnwoner des haus zu todt erschlagen wurde, mag er den totten fur die tachtropfen aus dem hauß zihen und ainen pfening auf den tottenschlag
[hier wohl: ›Erschlagener‹, möglich auch: ›tödliche Verletzung‹]
oder wunden legen und damit gegen der welt gebüesset sein.
Bischoff, Steir. Landr.
158, 20
(
m/soobd.
, Hs. 
v. 1425
):
zewcht sich den todslag ainer an vnd enpewtet [...] dem richter, er hab den todslag getan, die poten sullen pider lewt sein.
Bretholz, Liechtenst. Herrsch.
140, 19
(
smähr. inseldt.
,
1414
):
alle de henndel, die de vischer [...] ze schaffen haben, es sey mit todslegen oder anderem chrieg auf dem Behemischen [...], die sullen recht nemen ze Lunttenburig.
Wopfner, Bauernkr. Tirol
117, 21
(
tir.
,
1525
):
gericht Anraß [...] hat verdingt etliche todsleg, das von alter nit gewesen, sŭnder dem gericht Hew̆nfels zŭegehŏrig.
Luther, WA
7, 343, 13
;
Große, Schwabensp.
110a, 38
;
160a, 36
;
226a, 34
;
Strehlke, Nic. Jerosch. Chron.
29a, 4211
;
Aubin, Weist. Hülchrath
96, 14
;
Rosenthal. Bedencken
37, 8
;
Laufs, Reichskammergo.
186, 17
;
Feudel, Evangelistar
64, 8
;
Goerlitz u. a., Rechtsd. Schweidnitz
383, 34
;
v. d. Lee, a. a. O.
23, 18
;
Kisch, a. a. O.
204, 2
;
Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck
172, 5
;
Ermisch, Sächs. Bergr.
152, 14
;
198, 23
;
Doubek u. a., Schöffenb. Krzemienica
450, 7
;
Dinklage, Frk. Bauernweist.
34, 14
;
Köbler, Ref. Nürnberg
220, 4
;
Baumann, Bauernkr. Rotenb.
283, 13
;
v. Keller, Ayrer. Dramen
160, 30
;
Kehrein, a. a. O.
2, 651, 12
;
zu Dohna u. a., Staupitz/Scheurl
2, 203
;
Sudhoff, Paracelsus
14, 107, 15
;
Rieder, Gottesfr.
3, 6
;
6, 10
;
Geier, Stadtr. Überl.
82, 22
;
Roder, a. a. O.
123, 19
;
169, 37
;
Maag u. a., Habsb. Urbar
2, 1, 423, 14
;
750, 1
;
Graf-Fuchs, Ämter Interl./Unterseen
83, 17
;
139, 24
;
166, 7
 f.;
Rennefahrt, Stadtr. Bern
363, 20
;
413, 24
;
Glitsch u. a., Hofger. Rottw.
51, 3
;
74, 30
;
Hauber, UB Heiligkr.
2, 481, 14
;
Gehring, Würt. Ländl. Rechtsqu.
3, 114, 13
;
Wintterlin, a. a. O.
2, 735, 22
;
866, 13
;
Bastian u. a., Regensb. UB
79, 18
;
147, 24
;
Steinberger u. a., Urk. Hochst. Eichst.
116, 14
;
Herzog, Landsh. UB
214, 25
;
Auer, Stadtr. München
1, 7
;
226, 2
;
Thiel u. a., Urk. Münchsm.
226, 38
;
Brunner, Rechtsqu. Krems u. Stein
181, 4
;
230, 14
;
Bischoff, a. a. O.
119
;
207
;
208
;
214
;
Bauer, Haller. Hieronymus-Br.
33, 6
;
Dasypodius
438r
;
Schöpper
112b
;
Pfälz. Wb.
2, 382
;
Schwäb. Wb.
2, 297
 f.