teil,
der / das
;
-(e)s/-e
.
1.
›Stück, Teil eines (zumeist benannten) Ganzen‹; im Einzelnen kann beispielsweise ein Erdteil, Heeresteil, Körperteil, Zeitabschnitt usw. gemeint sein; bei Kepler auch: ›Maßeinheit der Geometrie‹, (dazu bdv.: ;
A. Götze, Anfänge einer math. Fachspr. in Keplers Deutsch.
1919, 183
).
Bedeutungsverwandte:
.
Gegensätze:
(
das
).
Syntagmen:
die teile zueinander fügen, einen t. nemen
;
etw. in t. teilen
(häufig) /
spalten / zerteilen
,
aus teilen eins machen
;
der absonderliche / beste / dritte / grosse / gröste / gute / halbe / kleine / lichte / meiste / mittägliche / ungleiche / unterste / zehente t
.;
der höchste / niederste / oberste t. der sele
,
der t. der blase / grammatik / mauer / rede / tafel / welt / wunde, des erdbodens / erdreiches / jars / menschen / tages / tempels / radii / reiches / volkes / wortes / zirkels, der t. der ketzer / Ungarn, ein t. wassers
.

Belegblock:

Luther Hl. Schrifft
Hes. 5, 2
(
Wittenb.
1545
):
Es sol das dritte Teil von dir an der Pestilentz sterben.
Scholz, Lanfrank. Chir. Parva
228r, 19
(
md.
/
oobd.
,
1446
/
8
):
Jst aber dy / bunden also groß das sy dy pindenn nicht / mag czusamen gehalden, so nehe sy czu / samen [...] vnd mach / also wil stiche also es not tu, vnd / las dy bunden am nÿdert deil ein wenig / offenn.
Ebd.
229r, 2
:
nym ein teÿl weigeraug vnd alue / j tel vnd ℔ vnd puluerisa vnd mische / es mit eyn weißen j eyß.
v. d. Broek, Suevus. Spieg.
67v, 39
(
Leipzig
1588
):
Gedachter Meyhans [...] ist [...] Anno 1572 [...] gerichtet / [...] die rechte Handt jm abgehawen / der Leib auff einem sonderlichen Tische in vier Stuͤcke zerhawen und zertheilet [...]. Vnd sind die vier Theil oder Stuͤck beim Galgen an vier Seulen auffgehencket.
Thür. Chron.
7r, 10
(
Mühlh.
1599
):
Das siebende Wunder der Welt / ist der Tempel der Göttin Dianæ / das Fundament ist gesetzt von scheinbaren Steinen / Das erste oder vnterste Theil deß Tempels ist gesetzt vff vier Seulen.
v. Ingen, Zesen. Ged.
387, 7
(
Breslau
1641
):
Wer wuͤste daß er
[Alexander der Große]
in zwoͤlff Jahren den meisten theil des Erdbodens unter seine Gewalt gebracht haͤtte?
Williams u. a., Els. Leg. Aurea
296, 23
(
els.
,
1362
):
Do brediget er cristen gloͮben vnd bekerte ein gros teil des folkes zuͦ cristeme gloͮben.
Cirurgia H. Brunschwig
27ra, 3
(
Straßb.
[
1497
]):
Ob nun [...] doch etwas fremdes were zwischen den teilen der wunden als ein stück beins.
Bachmann, Morgant
17, 16
(
halem.
,
1530
):
Morgant truog daz roß inn ein wüeste, die ein guotten teyll von der kluß was.
Plant u. a., Main. Naturl. 296r, a,
19
(
ohalem.
, Hs.
E. 14. Jh.
):
Dc iar teilent die luͥte in zwei. in den winter vn̄ in den sumer abir die meister teilent ez in vier teil.
Dreckmann, H. Mair. Troja
11, 34
(
oschwäb.
,
1393
):
do waz ein mechttiger herr in dem lannd frigia das do ist in dem teyll des ertreichs in asia der hiesch Troyus.
Rauwolf. Raiß
11, 3
([
Lauingen
]
1582
):
Jnn der Abfart / ehe wir hinauß auff die hoͤhin kommen / kam vnser Schiff einem andern so nahe / das es daß ander mit dem vorderen thail gleich erraichet.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat.
34, 22
(
oobd.
,
1349
/
50
):
Dâ durchgênt si
[Urin]
dann den andern rok und koment in daz hol tail der plâsen.
Klein, Oswald
10, 3
(
oobd.
,
um 1423
):
Wenn ich [...] vast bedenck der tummen welde wunder, | der ich ain tail ervaren han.
Grossmann, Unrest. Öst. Chron.
106, 15
(
oobd.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
Nach solichem von stund an macht des kunigs volckh veld fur des kaysers statt Furstenveldt, von erst mit zwain velden. Inn der statt warn guet lewdt und tetten denn im veldt grossen schaden, das sy aus payden tayllen muesten ains machen.
Brévart, K. v. Megenberg. Sphaera
47, 2
(
noobd.
,
1347
/
50
):
So nu di poeten sprechen, daz Cyen sein schaten niht pige, daz verste von ainem mittemtage ains tages in dem jare; wanne in dem andern tail des gantzzen jares wirft sich ir schat gegen dem himelwagen.
Baptist-Hlawatsch, U. v. Pottenst.
889
(
moobd.
,
A. 15. Jh.
):
Nu die gütichait aines ganczen wiget mer wenn dew gütichait aines tayles.
Ebd.
992
:
in menschleichen leichnam wirdet gegossen ain sel, darumb daz er wol geschikchet werd vnd alle seine tail wol czueinander gefüget werden.
Bauer, Haller. Hieronymus-Br.
45, 10
(
tir.
,
1464
):
Güetiger Jesu Christe, ich pin der tail des grossen lones, du hast durch meinen willen vergossen dein chostleich pluet.
Qu. Brassó
4, 50
(
siebenb.
,
1628
):
8. Mart. ist Zeiden das meiste und beste Theil abgebrennt, ein grausam Feur in 3 Stunden umb Mittag.
Piirainen, Stadtr. Kremnitz
56
(
mslow. inseldt.
,
1537
):
darzw soll ein Ied[er] sein tail d[er] Mauer mit stainen die thurn mit Kugel vnnd Pulwer woll versorgenn.
Mieder, Lehmann. Flor.
549, 16
;
Quint, Eckharts Pred.
1, 54, 4
;
383, 7
;
Jostes, Eckhart
30, 14
;
7, 431, 3
;
Pfefferl, Weigel. Gn. S. 
57, 21
;
Scholz, a. a. O.
232r, 11
;
234r, 8
;
Rosenthal. Bedencken
41, 22
;
Wyss, Limb. Chron. U
128, 6
;
Karnein, Salm. u. Morolf
104, 5
;
Ralegh. America
17, 12
;
Steer, W. v. Herrenb. Büchl.
477
;
Köbler, Ref. Wormbs
309, 30
;
Jahr, H. v. Mügeln
175
;
v. Liliencron, Dür. Chron. Rothe
391, 2
;
Ries, Rechenb.
A5v, 11
;
C3v, 16
;
M. Cunitia. Ur. Prop.
156, 5
;
167, 15
;
229, 4
;
Rupprich, Dürer
3, 290, 5
;
294, 287
;
196, 505
;
296, 509
;
Dienes, E. Gros. Witwenb.
2, 18
;
Vetter, Pred. Taulers
9, 14
;
348, 25
;
Kurrelmeyer, Dt. Bibel
1, 254, 15
;
Ott-Voigtländer, Rezeptar
203v, 7
;
Plant u. a., Main. Naturl.
295rb, 14
;
Haas u. a., Erasmus/Jud. Klag
22v, 4
;
Memminger Chron. Beschr.
34, 8
;
Kohler, Ickelsamer. Gram.
2, 16
;
2, 26
;
4, 32
;
16, 25
;
Eschenloher. Medicus
5, 2
;
Klein, Oswald
112, 6
;
Grossmann, a. a. O.
195, 1
;
Brévart, a. a. O.
20, 1
;
22, 3
;
33, 1
;
Buijssen, Dur. Rat.
24, 6
;
Moscouia
D 4v, 41
;
Bauer, Imitatio Haller
81, 27
;
Piirainen, Stadtr. Sillein
54r, 33
;
Henisch
64
(s. v.
americk
);
Pfälz. Wb.
2, 197
.
Vgl. ferner s. v. ,  1, (Präp.) 7, , ,  1, ,  2,  2,  2.
2.
›Abschnitt oder Kapitel eines Buchs‹; auch: ›Teil einer Komödie, Predigt usw.‹; Spezialisierung zu 1.
Bedeutungsverwandte:
1
 1,  1;  2.
Syntagmen:
einen t. setzen
;
in einem t. schreiben
;
der t. des buchs / der streitschrift
.

Belegblock:

Schade, Sat. u. Pasqu.
3, 57, 15
(
wmd.
Druck
1521
):
Dann David weißagt uns diß wort | Im acht und achtzigisten psalm dort, | So schreibts Johannes im sechsten teil.
M. Cunitia. Ur. Prop.
173, 8
(
Öls
1650
):
In dieser Tabell ist dem anfangenden fleißige uͤbung von noͤthen: weil sie viel gebraucht wird / im Ersten / und Dritten Theil dieses Buches.
Sermon Thauleri
4rb, 19
(
Leipzig
1498
):
Das annder teyl dyßer predigt ist wie sich der mensch zu dyßem wercke halden sal.
Chron. Augsb.
9, 41, 15
(
schwäb.
,
1544
/
45
):
das dritt taill dises puchs ist gerichtett auff die herren Burgermaister.
Henisch
19
(
Augsb.
1616
):
Act / ein theil der comœdi [...]. Ein Fabel hat auffs wenigest 3. act / Horatius meldet 5.
Baptist-Hlawatsch, U. v. Pottenst. Vorr.
125
(
moobd.
,
A. 15. Jh.
):
so merkche daz ich ein gemaine tauel czu den vir taylen gancz geamcht hab, die da czaigt auf die czal der capitel des ganczen puches und nicht auf die czal der capitel aines yeden tayles.
Schade, a. a. O.
2, 166, 1
;
Rosenthal. Bedencken
42, 36
;
Österley, Kirchhof. Wendunmuth
1, 4, 38
;
Gille u. a., M. Beheim
71, 30
;
Chron. Augsb.
9, 40, 29
;
36
;
Fischer, Eunuchus d. Terenz
8, 2
;
Jerouschek, Nürnb. Hexenh.
12r, 16
;
Anderson u. a., Flugschrr.
16, 4, 15
;
Eschenloher. Medicus
62, 1
;
Baptist-Hlawatsch, a. a. O. Vorr.
104
;
Turmair
4, 441, 13
;
Wiessner, Wortsch. Wittenw. Ring.
1970, 185
.
Vgl. ferner s. v.  10, .
3.
phras. in den adverbiellen Fügungen
ein teil, eines teils, zum teil
›teilweise, zum Teil; ein wenig, etwas‹;
ein(es) teil(s)
vor allem bis zum 15. Jh.,
zum teil
ab dem 16. Jh. belegt; anschließbar an 1. – Vgl. .

Belegblock:

Fischer, Brun v. Schoneb.
3718
(
md.
, Hs.
um 1400
):
daz die hant vunf vingere habe, | da wil ich ein teil sprechen abe.
Dat nuwe Boych
429, 22
(
rib.
,
1396
):
Ind machden darup vnder yn brieue, die ouch eyn deil besegelt wairen.
Sievers, Oxf. Benedictinerr.
30, 15
(
hess.
,
14. Jh.
):
Einer ieclicher suster genuge mit zwein rokken und zwo cogelen zu habene [...]. Die man aber uz sendet, den sal man cogelen und rokke und eines deiles bezzere geben dan ir gewonheide sy.
Stambaugh, Milichius. Zaubert.
15, 25
(
Frankf./M.
1563
):
Also seind die gewechß der erden geschaffen und verordnet / zum theyl daß sie menschen und thieren zur speiß seien / zum theyl daß sie zur Artzney unnd erhaltung des Lebens uns dienen sollen.
Schönbach, Adt. Pred.
19, 37
(
osächs.
,
1. H. 14. Jh.
):
Das wolk daz gote begeinite, als ich uch e sagte, der breitete ein teil ir cleidere vor in
[Jesus].
Franck, Klagbr.
219, 5
(˹wohl
Nürnb.
˺
1529
):
SIhe durch Gott / mein Leser / wer zum theyl die hewschrecken sind / die alles abfressen vnd verhoͤren / dauon in Apocalipsi am .ix. stet.
Ott-Voigtländer, Rezeptar
206r, 6
(Hs. ˹
nalem.
,
um 1400
˺):
salcz es [brot] wol, leg es an die gluͦt vnd la / sin ain tail brinnen.
Bachmann, Morgant
94, 29
(
halem.
,
1530
):
Und diewil yederman fröud treib, redt Clarion mit sinen frŭnden und zum teyl mit den mechtigesten des landes.
Schib, Urk. Laufenb.
290, 10
(
halem.
,
1586
):
dargegen [...] die von Keisten gleichwol nit gar abredt, sondern zum theil gestendig gewesen, das vf dem kleinen oder vndern Kheisten veldt [...] ir bann sich enden.
Eschenloher. Medicus
60, 3
(
Augsb.
1678
):
ALlda hat der guͤnstige Leser [...] verzeichnet allein etlich [...] Werck Gottes / welche er [...] zum theil gleich anfangs vor fuͤnffthalbhundert- vnd theils in hernachfolgenden Jahren [...] gewuͤrckt [...] hat.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat.
407, 21
(
oobd.
,
1349
/
50
):
wenn man des krautes wurzel ain tail in wein legt, sô macht er dester mê trunken.
Grossmann, Unrest. Öst. Chron.
35, 31
(
oobd.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
An dem 28. tag, da nun die stattmaur ein tayl vast was zerprochen, lyeß er dy graben mit der erschossen mawr fullen.
Chron. Köln
1, 388
;
Gropper. Gegenw.
11v, 20
;
Wyss, Limb. Chron.
34, 29
;
103, 32
;
Bömer, Pilgerf. träum. Mönch
4017
;
Anderson u. a., Flugschrr.
15, 15, 2
;
Hübner, Buch Daniel
2310
;
2324
;
Opitz. Poeterey
12, 25
;
82, 9
;
Menge, Laufenb. Reg.
3486
;
Koppitz, Trojanerkr.
2836
;
10008
;
Lindqvist, K. v. Helmsd.
1447
;
Martin, H. v. Sachsenh. Tempel,
1296
;
Chron. Augsb.
7, 59, 8
;
Meisen u. a., J. Eck
27, 15
;
Spiller, Füetrer. Bay. Chron.
21, 24
;
50, 9
;
Fichtner, Füetrer. Trojanerkr.
53, 3
;
147, 1
.
Vgl. ferner s. v.  16,  1,  7,
1
 11, (Adj.) 4,  2,  5.
4.
›die eine von zwei Parteien, Interessengemeinschaften (in Politik, Krieg, bei Verträgen, vor Gericht)‹; vor allem in Präpositionalphrasen auch ütr.: ›Seite‹.
Insbesondere Rechtstexte und Chroniken.
Bedeutungsverwandte:
 3,  3, .
Gegensätze:
.
Syntagmen:
die teile
(Subj.)
überein kommen
;
der andere / eine / ziehende
›klagende‹
t., jeglicher t., beide teile
(sehr häufig);
an / auf / zu einem t
. ›einerseits‹,
an / auf / zu anderm t
. ›andererseits‹,
auf / von / zu beiden teilen
›beiderseits‹.

Belegblock:

Peil, Rollenhagen. Froschm.
123, 2492
(
Magdeb.
1608
):
Murner
[die Katze]
ist aber beyden
[den Mäusen und den Hühnern]
feind / | Mit keinem theil ers trewlich meint.
Köbler, Ref. Franckenfort
97, 8
(
Mainz
1509
):
Jtem so sich Clager vñ Antwurter von beiden teiln eins vff schlags mit eyn vertragen [...] / sol jglich parthy geben .iiij. heller jnzuschrybe͂.
Allg. Schau-Buͤhne
59, 17
(
Frankf.
1699
):
Jm Octobri des folgenden 1599. Jahrs ist durch Vermittelung der Herren Staaten abermal ein Vergleich gestifftet / auch publiciret, dem Grafen die Huldigung geleistet / und darauff beyder Theile Kriegs-Volck abgedanckt worden.
Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck
143, 6
(
thür.
,
1474
):
nach yr gelaßin Kunnen, yre tochter, unde yrer tochter kint [...] an eynem unde darczu erbe unde gud am andern teyle.
Ebd.
175, 23
:
so solle iglich teyl, daz das irfare, deme andern part eynen tag benennen.
Goldammer, Paracelsus
7, 169, 18
(
1530
):
und solches bösen und guten wissend ist bei frauen und mannen und der lust zu beiden teilen da.
Chron. Augsb.
4, 421, 9
(
Augsb.
1494
):
und schluͦgen sich mit ainander, und kamen auff der Venediger dail umb bei sieben daussent mann.
Grossmann, Unrest. Öst. Chron.
87, 31
(
oobd.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
Item versprechen ain taill dem andern, war, trew, gerecht, freundt und veint dem veint ze sein.
Spiller, Füetrer. Bay. Chron.
161, 6
(
moobd.
,
1478
/
81
):
Da [in Wiertzpurger bistumb] ward aber vast gestriten; auf paiden tailen ward vil guoter lewt erslagen.
Meisen u. a., J. Eck
43, 13
(
Ingolst.
1526
):
Zeicht die gelerten, sy woͤllen nit diputiren on richter und die woͤllen sy nit annemen, dann die irs tails sind.
Moscouia
B 4r, 27
(
Wien
1557
):
Solche thaͤding was von beiden taylen angenummen / Darumben vermant der BLVD seinen Hern / sich paldt zu seinem Brueder zuuerfuegen.
Kurz, Waldis. Esopus
3, 74, 16
;
Knape, Messerschmidt. Bris.
27, 21
;
75
;
Göz. Leichabd.
249, 9
;
269, 19
;
Neubauer, Kriegsb. Seldeneck
110v
;
Kohler u. a., Bamb. Halsger.
140, 6
;
Köbler, Ref. Nürnberg
393, 11
;
394, 2
;
Thiele, Minner. II,
13, 296
;
Kläui, Schweiz. Urbare
3, 117, 11
;
Welti, Stadtr. Bern
85, 15
;
124, 28
;
409, 9
;
UB Zug
701, 103
;
Müller, Alte Landsch. St. Gallen
16, 29
;
Müller, Nördl. Stadtr.
88, 27
;
93, 26
;
Chron. Augsb.
7, 64, 15
;
Fuchs, Kart. Aggsbach
348, 14
;
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid.
55, 23
;
Grothausmann, Stadtb. Karpfen
63, 7
;
95, 3
;
Piirainen, Stadtr. Kremnitz
11
;
12
;
18
;
Buchda, Schöffenspr. Pössneck
4, 296
;
Wiessner, Wortsch. Wittenw. Ring.
1970, 185
.
Vgl. ferner s. v.  1, ,  3,  4,  3, ,
1
 4,  17.
5.
›Teilung, Aufteilung; Erbteilung‹.
Ausschließlich wobd.
Syntagmen:
einen t. machen
;
eines teils gestatten / übereinkommen
;
jn. zum t. drängen, zu t. gehen
.

Belegblock:

Geier, Stadtr. Überl.
112, 22
(
nalem.
,
1486
):
Item wa zwai egemaͤchit sind, und ir eins vor dem andern mit tod abgăt und elich liberben von in geporen verlassend, das dann dieselben ir kind und liberben, jung oder alt, weder vatter noch muͤter zum tail nit drengen soͤllen noch moͤgend.
Boos, UB Aarau
349, 12
(
halem.
,
1357
):
Ze urkúnde dis teiles und ze sicherheit das er veste belibe und stete gehebt werde, han ich [...] min eigen ingesigel [...] gehenket an disen brief.
Merz, Urk. Wildegg
29, 3
(
halem.
,
1421
):
Vor Henman Moser, schultheis ze Brugg [...] erscheint die erber frow Adelheit Cristinerin und erklärt, wie dz sy einen teil gemachet hett zwuͥschend Henman Tuͥgin vnd Adelheitten Knonowerinen, iren elichen kinden.
Sappler, H. Kaufringer
5, 723
;
Päpke, Marienl. Wernher
1205
;
Leisi, Thurg. UB
8, 414, 32
;
Welti, Stadtr. Bern
110, 2
;
Wiessner, Wortsch. Wittenw. Ring.
1970, 185
;
Schwäb. Wb.
2, 133
.
6.
›Anteil (an etw.)‹; auch: ›Anrecht (auf etw.)‹.
Bedeutungsverwandte:
 3
, .
Syntagmen:
den t. abziehen / gönnen / nemen / tragen / vorbehaben / zalen, t. haben (an / in / zu etw.), t. und gemein(d) haben
›gemeinsamen Besitz bzw. gemeinsame Nutzung haben‹,
gleichen / rechten t. haben
;
der t. jm. zugehörig sein
;
jm. etw. zu t. fallen / werden
;
der bescheidene
›angemessene‹
t
.;
t. und gerechtigkeit
.
Wortbildungen:
teilschaft
›Teilhaberschaft‹.

Belegblock:

Chron. Köln
1, 762, 63
(
rib.
, Hs.
1. H. 15. Jh.
):
dusent schiff hangent an eyme seile | ind ein eynich en wirt vns neit zo deile.
Schützeichel, Mrhein. Passionssp.
654
(
mrhein.
,
um 1335
):
Lezest du dir die vuͦze nit | waschen hie zuͦ dirre zit, | so inhast du sicherlich | kein deil an mime rich.
Sievers, Oxf. Benedictinerr.
24, 15
(
hess.
,
14. Jh.
):
irs
[der Ordensschwester]
wines sal man ir ir deil abe zien, biz sie commet zu ruen und zu buzen.
Froning, Alsf. Passionssp.
6289
(
ohess.
,
1501 ff.
):
Fluch balde, Sathanas, du boßewicht! | an disses mentschen sele hostu keyn deil nicht.
Dedekind/Scheidt. Grob.
106, 24
(
Worms
1551
):
Nun lern wann du solt speiß aufftragen / | Wie du dein theil auch solt verschlagen.
Weise. Jugend-Lust
92, 15
(
Leipzig
1684
):
Jhr. Maj. leben in continuirlichen Sorgen / und eine gehorsame Tochter gedencket / ihr Theil muͤsse auch dabey getragen werden.
Gille u. a., M. Beheim
194, 19
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
ir solt das wissen und verstan, | das ein iglich unkeüsch person | aintweder ist unsauber | Oder auf geitikait peger. | das ist ein dinst der abgotter | und ein solcher hat nymer mer | chain tail zu himel+reiche.
Lindqvist, K. v. Helmsd.
4128
(
halem.
, Hs.
um 1435
):
Din gaist ward Gott ze tail.
Schnyder, Qu. Zürcher Wirtsch.
559, 40
(
halem.
,
1438
):
Welicher in der gesellschafft der egen(an)ten schifflúten ist und sinen teil nemen wil [...], so sol er uff den sunnentag, so die wuch anfaͧcht, sin schiff und geschierr darstellen.
Welti, Stadtr. Bern
536, 34
(
halem.
,
1466
):
Soͤllen die vischer [...] sweren, deheinen visch, dann den sie selbs vachen vnd lebend sint [...] veil zuͦ haben, noch mit jemand annders dar inn teilschafft noch gemeind zuͦ triben.
Rennefahrt, Wirtsch. Bern
545, 30
(
halem.
,
1484
):
Ob ein werckgezuͥg in ein statt kaͤm, welicher meister inn dann kouft, der sol die andern meister daͧran laͧssen, ob si wellen teil und gemein haben.
v. d. Broek, Spiegel d. Sünders
257, 18
(
Augsb.
1476
):
Hast du dann teyl in raub diebstal oder ander vnrechter nam.
Klein, Oswald
105, 24
(
oobd.
,
1432
):
Der wiert ward an dem ersten strauss | geworfen zu dem venster auss, | also das im derselben zech | ward sein geleicher tail.
Peil, Rollenhagen. Froschm.
123, 2489
;
665, 5002
;
Froning, a. a. O.
6278
;
Österley, Kirchhof. Wendunmuth
2, 243, 35
;
Weingart u. a., Seelb. Rhodt
3, 11
;
Hübner, Buch Daniel
486
;
3897
;
Ries, Rechenb.
D2v, 8
;
Kehrein, Kath. Gesangb.
1, 315, 21
;
Bindewald, Texte schles. Kanzl.
19, 30
;
Dinklage, Frk. Bauernweist.
15, 16
;
86, 22
;
86, 26
;
Kurrelmeyer, Dt. Bibel
7, 436, 6
;
Franck, Klagbr.
225, 4
;
Sachs
17, 182, 13
;
Rennefahrt, Stadtr. Bern
387, 2
;
ders., Gebiet Bern
452, 15
;
Rieder, St. Georg. Pred.
8, 11
;
Uhlirz, Qu. Wien
2, 3, 4314, 4
;
Kohler, Ickelsamer. Gram.
3, 20
;
Rauwolf. Raiß
45, 1
;
Bastian, Runtingerb.
2, 146, 27
;
206, 19
;
Rechn. Kronstadt
2, 105, 36
;
Maaler
399v
;
Türk, Wortsch. Dietr. v. Gotha.
1926, 122
;
Dwb
4, 1, 2, 3225
(s. v.
Gemeinde
3a).
Vgl. ferner s. v.  5,  1,  3,
1
 3.
7.
›Erbteil‹; resultativ zu 5, Spezialisierung zu 6.
Gehäuft Rechts- und Wirtschaftstexte.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  1.
Syntagmen:
den t. begeren / mindern / schmälern, jm. seinen t. geben
;
t. und gebür
 ;
der bescheidene / gebürliche / mütterliche / rechte t
.

Belegblock:

Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck
138, 11
(
thür.
,
1474
):
so danne Heinrich Keyser zcu sollicher schult neyn saget unde spricht [...], daz er in der teylunge syner tochter zcu vorkortczunge yres geborlichin teyls nicht getan nach vorgenomen hat, daz yr an yrem teyle schaden mochte.
Anderson u. a., Flugschrr.
8, 8, 10
([
Nürnb.
]
1524
):
Er hette auch kinder mit den kebßweybern / denen gab er jr bescheyden teyl.
Köbler, Stattr. Fryburg
192, 1
(
Basel
1520
):
Jtem wer es sach / das sich vnder den kinden / eins oder me / vnerlich [...] hielte / so mag der vatter denselben kinden irn teil schmelern vnd mindern biß vff ir legittima irs gepürlichen erbfals.
UB ob der Enns
9, 413, 23
(
moobd.
,
1378
):
Rorbach genant der voder Hof vnd ain seld da bei der lehen [...] die mein vaͤterleich erib gewesen sind vnd mich mit rechtem tail angeuallen sint, da ich mit meinen geswistreten getailt han.
Turmair
5, 197, 25
(
moobd.
,
1522
/
33
):
Die zwên brüeder, künig Ludwig und künig Karl [...] begerten iren gebürlichen gleichen tail.
Grosch u. a., a. a. O.
70, 19
;
121, 4
;
137, 3
;
Kisch, Leipz. Schöffenspr.
81, 25
;
Welti, Stadtr. Bern
56, 10
;
202, 1
;
Rennefahrt, Stadtr. Bern
175, 15
;
Köbler, a. a. O.
92, 19
;
Turmair
5, 199, 20
;
217, 1
;
Buchda, Schöffenspr. Pössneck
4, 296
.
Vgl. ferner s. v.  1;  6; .
8.
Anteil an dem Gesamtwert oder Gewinn eines Bergwerks: ›Grubenanteil, Kux‹; Spezialisierung zu 6.
Zur Sache:
Lex. d. Mal.
5, 1595
, s. v.
Kux
.
Bergbaubezügliche Texte; vorw. omd.
Syntagmen:
einen t. angewinnen / ansprechen / ausbeuten / begeren / machen / zusagen, jm. teile lassen
;
über teile klagen
;
t. an einem berg / lehen / stollen, t. an einer zeche
;
der erstandene / gewinnhafte / halbe t., 32 teile
.

Belegblock:

Peil, Rollenhagen. Froschm.
171, 3908
(
Magdeb.
1608
):
Die Zechbruͤder sahen alle scheel / | Die schicht
[›Gesteinsschicht‹]
gab nicht / die theil warn fehl
[›ohne Ertrag‹].
Löscher, Erzgeb. Bergr.
208, 19
(
omd.
,
1554
/
1633
):
Theil. Do die gewercken einem schichtmeister oder sunst einem theil schencken oder verkaufen, viel oder wenig, so soll es nicht geschehen durch ihrer drey, vier oder fünfe, sondern daß mehr dan der halbe theil der gewercken darein willigen, die theil seint gewinhaftigk oder ungewinhaftigk.
Ermisch, Freib. Stadtr.
74, 21
(
osächs.
, Hs. 
v. 1325
):
Wer da hat gewinnehafte teil inme lande, der sal bi namen sine berckost von denselben teilen nemen.
Ders., Sächs. Bergr.
148, 25
(
osächs.
,
1500
, Hs.
17. Jh.
):
Es soll kein schichtmeister oder geordenter, auch sunst nymand in eyner zeche mer teyl machen, dann ein grube von recht haben solle.
Wutke, Schles. Bergb., Cod. Sil.
20, 98, 13
(
schles.
,
1477
):
Item so hat seine gnade gelossen noch acht xxxii teyl, nemlich Hans Haunold mit seinen fruͤnden lassen czu stehen acht xxxii teyl, die haben auch ir teyl vorlegit mit viij gulden.
Piirainen, Igl. Bergr.
31b, 5
(
slow. inseldt.
,
16. Jh.
):
Das sindt die Recht von dem Schmit ambt, d(a)z Schmidt ambt haissent da beheldet d(er) vrbarerr ain Schicht, an die Gwerckhen, die drei tail.
Helbig, Qu. Wirtsch.
4, 120, 17
;
Löscher, a. a. O.
75, 1
;
134, 27
;
149, 16
;
Ermisch, Freib. Stadtr.
22, 24
;
110, 6
;
203, 12
;
ders., Sächs. Bergr.
11, 7
;
59, 21
;
60, 23
;
97, 2
;
Weizsäcker, Graupn. Bergb.
192, 38
;
Wutke, Schles. Bergb., Cod. Sil.
20, 148, 23
;
259, 12
;
Piirainen, Igl. Bergr.
28b, 16
;
33b, 12
;
36b, 4
;
Veith, Bwb.
490
.
Vgl. ferner s. v.  2.
9.
phras. in den adverbiellen Fügungen
meines teils, auf meinem teil, für meinen teil
›meinerseits, meinetwegen; was mich betrifft‹; analog dazu
ires / seines teils
; anschließbar an 4.

Belegblock:

Hoffmeister, Kuffstein. Gef.
Aviiiv, 26
(
Leipzig
1625
):
Weiln dann / sagt die Gedaͤdechtnuͤß / diese beyde
[Vernunft und Erkenntnis]
darinn bewilligen / schwere ich fuͤr meinen theil / in Ewigkeit daran zu gedencken / biß so lang der Todt von diesem Coͤrper mich entscheidet.
Mönch v. Heilsbronn. Fronl.
11a, 18
(
nobd.
,
E. 14. Jh.
):
dv pist mein herregot vñ wil ich dich fuͤr mein taile haben ewiclichen.
Bachmann, Morgant
292, 32
(
halem.
,
1530
):
Nach dem und Gannellon sin red geendet hat, do sprach Marsillia überlut, er were vast fro, das er mit Karly fryd haben sött, und sins teyls müeßte er niemmer mer gebrochen werden.
Memminger Chron. Beschr.
2, 20
(
Ulm
1660
):
Jch meines theils / kan vnd will nichts behaupten.
Sachs
17, 157, 32
;
Bachmann, a. a. O.
149, 20
;
289, 15
.
Vgl. ferner s. v.  5
, anfechtung
3.