tau,
der
,
obd. auch
das
;
-es/-e, -en
.
›Morgentau‹, teilweise metonymisch für die feuchte Wiese am Morgen bzw. metaphorisch für den frühen Tag; in religiösem Kontext häufig als Metapher für die Gnade Gottes.
Bedeutungsverwandte:
.
Syntagmen:
der t.
(Subj.)
fallen
;
t. der barmherzigkeit / gnade, t. des maien, t. und regen
;
kül als ein t
.;
der frische / gläserne / himlische / küle / süsse / weisse t
.

Belegblock:

Lappenberg, Fleming. Ged. (
1631
):
Die Taue sinken nieder, beperlen Laub und Gras.
Österley, Kirchhof. Wendunmuth (
Frankf.
1602
):
ich [...] mich hab offtmahl in dem frischen taw von einer seiten zur andern gantz nackend umbgeweltzet.
Mone, Adt. Schausp. (Hs. ˹
omd.
,
1391
˺):
Wen sucht ir drye frawen | so frue in desem tawe.
Jahr, H. v. Mügeln
957
(
omd.
, Hs.
1463
):
des touwes sprengel durch sie [blumen] gink.
Mönch v. Heilsbronn. Fronl.
21a, 21
(
nobd.
,
E. 14. Jh.
):
daz selbe hymel prot viel von hymel ze allen zeiten mit dem tawͤ.
Mayer, Folz. Meisterl. (
nobd.
,
um 1480
):
Dein firde wirdikeit, jungfraw, | Dar mitu wert beflossen, | Ist daz du mit der gnaden taw | So reilich wurd begossen.
Bell, G. Hager
624, 6, 4
(
nobd.
,
1594
):
diser tav machet ie | clar augen, ein zarts an ge sicht.
Sachs, (
1562
):
Er aber ir warhafft bekennet, | Nie baser ihm gewesen wer, | Denn in dem fewer, da wer er | Gesessen, wie in eim külen thaw.
Sudhoff, Paracelsus (
um 1520
):
Dann on ein sunn ist der leib nit, und also on regen und tau auch nit, darumb so müssen sie beide do sein.
Rieder, St. Georg. Pred. (Hs. ˹
önalem.
,
1387
˺):
únser herre Got ist daz hymelsch tow von dem dú sel fruhtbar wirt.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat. (
oobd.
,
1349
/
50
):
Taw wirt auz gar behendem zartem wäzrigem luft, der sô lind und sô zart ist, daz er die kelten des miteln reichs des luftes niht erleiden mag.
Klein, Oswald
76, 1
(
oobd.
,
vor 1408
):
Ain graserin durch külen tau | mit weissen, blossen füsslin zart | hat mich erfreut in grüner au.
Rudolf, H. v. Langenstein. Erch.
42, 12
(
moobd.
,
1393
):
Vndankchparchait ist ein prinnunder wint, der da trukent den prunnen der güttichaitt, das taw der parmherczichait vnd den flus der gnaden.
Fichtner, Füetrer. Trojanerkr.
424, 7
(
moobd.
,
1473
/
8
):
So muest gar all seinr veinde macht | vor im zerschleiffen als taw an haisser sunnen.
Peil, Rollenhagen. Froschm.
307, 1439
;
Ettmüller, Heinr. v. Meißen Fl.
12, 30
; Kl.
8, 16
;
Neumann, Rothe. Keuschh.
1967
;
2003
;
Palm, Veter Buoch ;
Opitz. Poeterey
42, 12
;
Baptist-Hlawatsch, U. v. Pottenst.
147
;
Sudhoff, a. a. O. ;
Rieder, St. Georg. Pred. ;
Schib, H. Stockar
74, 15
;
88, 10
;
Martin, H. v. Sachsenh. Tempel,
26
;
207
;
Primisser, Suchenwirt ;
Pausch, Ital.-Dt. Sprachb.
103, 28
;
Türk, Wortsch. Dietr. v. Gotha.
1926, 124
;
Vgl. ferner s. v.  7,
1
 1, (Adj.),  1,  1,  1.