tan|grotze,
die
;
–/-n
.
›kleine, verwachsene, buschige Tanne‹ (Schweiz. Id.
2, 838
); ferner das am Hut getragene Parteizeichen der altgläubigen ,Fünf Orte‘ in der Schweiz (Luzern, Schwyz, Unterwalden, Uri, Zug) während der Reformationszeit; dann auch als Schimpfwort für diese Altgläubigen gebraucht;
zu
1
.
Halem.

Belegblock:

V. Anshelm. Berner Chron.
6, 100
(
halem.
,
1531
):
In war ze schwer der tangrotzen zucht, | Si gabent sich schuͤzlich in die flucht, | Gegen Albis und Zuͤrich hinin.
Bächtold, H. Salat
89,
Anm. (
halem.
,
1532
):
G. Fry, der schmid ze Frouwenbrunnen von Durs Grafen von getragnen tangrötzlin (wegen) erstochen.
Jörg, Salat. Reformationschr.
586, 7
(
halem.
,
1534
/
5
):
So fuͦrtend die secktischen ein rot crütz / des form allso + was / worumm aber die tannestlj der v orten zeychen wurdend / kamm da har alls die secter / so gros tratz / spott und verachtung jn die v ortt bruchtend / under dem ouch sy namptend (wie alles obghoͤrt) tanngrotzen.
Ebd.
695, 19
Anm.;
844, 5
;
Schweiz. Id.
2, 838
.