tabernakel,
der
, auch
das
;
-s/–
;
aus
lat.
tabernāculum
›Hütte, Bude, Zelt‹
(Georges
2, 3001
).
1.
›Hütte, Zelt; Behausung‹.
Bedeutungsverwandte:
, , .
Syntagmen:
den t. machen
;
im t. benachten / liegen, etw. in den t. tragen
;
der grosse / goldene t
.

Belegblock:

Thiele, Chron. Stolle
39, 18
(
thür.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
noe [...] trang den most unnd wart truncken unnd lag in sinem tabernakel.
Gerhardt, Meister v. Prag
44, 4
(Hs. ˹
nobd.
,
1477
˺):
Do sprach Petrus: herr es ist vns gut hie zcu sein; wiltu so machen wir vns drei tabernackel / dir eins vnd Moyses eins vnd Helie eins.
Chron. Nürnb.
3, 60, 16
(
nobd.
,
1488
):
Carolus [...] jaget in des reichs walt und benachtet zu zeiten in zelten und tabernakeln.
zu Dohna u. a., Staupitz/Scheurl
58
(
Nürnb.
1517
):
Im himel hat er seinen tabernackel gesetzt und ist als ein breutigam von seiner schlafkamer außgangen.
Rot
355
(
Augsb.
1571
):
Tabernacl, Huͤtten oder zelt / wonung.
Leidinger, A. v. Regensb.
33
(
oobd.
,
um 1430
):
Das ist eine treffliche, wunderliche wohnung undt Tabernackel, die ist inwendig schön herrlich gezieret, mit hubschen teppichen undt gulden stucken behengt.
Pfefferl, Weigel. Gn. S. 
66, 14
(
um 1571
, Hs.
1615
):
diser leib wirdt genandt eine Sterbliche Hitten, ein Tabernackl von der Nattur gemacht.
Gropper. Gegenw.
20v, 9
;
Anderson u. a., Flugschrr.
1, 15, 30
;
Kurrelmeyer, Dt. Bibel
3, 70, 21
;
Chron. Augsb.
3, 314, 2
;
Matthaei, Minner. I,
10, 337
;
Baumann-Zwirner, Augsb. Volksb.
1991, 407
;
Jelinek
704
.
2.
›biblische Stiftshütte mit der Bundeslade‹.

Belegblock:

Gerhard, Hist. alde e
1533
(
omd.
,
um 1340
):
Daz tabernakel reine | Gestiftet hat alleine | Got, und zwar der mensche nicht.
Kehrein, Kath. Gesangb.
2, 531, 6
(
München
1586
):
Darumb hat Gott [...] Mosi, mit fleiß angeben, | Wie er solt bawen fein, | Ein schönen Tabernackel, | Zu Gottes dienst bereit.
Gropper. Gegenw.
10v, 9
;
Fastnachtsp.
22, 28
.
3.
›Kapelle mit Altar; Tempel, Kirche‹.
Bedeutungsverwandte:
 1; vgl.  1.

Belegblock:

Buijssen, Dur. Rat.
31, 21
(
moobd.
,
1384
):
Daz ist alsvil daz er sam ain gemailigter wirt nicht mit andern lewtten gen in daz tabernakel.
Baptist-Hlawatsch, U. v. Pottenst. Vorr.
42
(
moobd.
,
A. 15. Jh.
):
daz er czu dem gepew seines tabernakel von den armen nam gaisseine vel vnd hiesz im die bringen vnd opphern.
Sachs
2, 154, 11
;
Gille u. a., M. Beheim
117b, 337
.
Vgl. ferner s. v. .
4.
›Gefäß oder Schrank zur Aufbewahrung von Hostien oder Reliquien‹.
Syntagmen:
einen t. aufrichten / mitfüren / sprengen / zieren
;
der köstliche t
.;
t. mit heiltum
.

Belegblock:

Struck, Joh. Pfannstiel
1601, 92, 52
(
mosfrk.
,
1440
):
Eyn tabernackel myt heyltum.
Engel, Rats-Chron. Würzb.
200, 4
(
nobd.
, Hs.
M. 17. Jh.
):
herr Wilhelm von Grumbach [...] ließ bey 8000 fl. Davon macht man das gestül im thum mit einem köstlichen tabernackhel ußer dem choraltar neben dem chore.
Sachs
15, 521, 39
(
Nürnb.
1562
):
Auch fürt er allmal mit zu feldt | Ein tabernackel in seim zelt, | Darinn er auch frü unde spet | Thet sein andechtiges gebet.
Morrall, Mandev. Reiseb.
51, 13
(
schwäb.
,
E. 14. Jh.
):
In der kirchen da daz hailig grab inne ist in der mitlin da ist ain tabernacul als ain claines húßlin.
Bauer u. a., Kunstk. Rud.
879
(
oobd.
,
1607
/
11
):
Ein schon gedreht kunststückhl von ebano und helffenb: gleich einem tabernacul.
Buijssen, Dur. Rat.
11, 25
(
moobd.
,
1384
):
Darnach waz ain tabernakel oder ain stat gesaczt auf das hindertail des alter, in dem tabernakel Christus unser gnadung, daz ist daz gesegent oblat, gehalten wirt.
Schade, Sat. u. Pasqu.
3, 38, 1
;
Chron. Nürnb.
3, 366, 23
;
5, 493, 3
;
Mayer, Folz. Meisterl.
12, 7
;
Buijssen, a. a. O.
31, 7
;
Öst. Wb.
4, 26
.
5.
›Schutzdach über Heiligenstatuen, Altären u. ä.‹.

Belegblock:

Sachs
20, 192, 27
(
Nürnb.
1560
):
In mitt deß schiffs war auffgricht frey | Ein schön güldener tabernackel, | Deß gstirn schienen wie liechte fackel. | Darunter die schön Köngin saß.
Wendehorst, UB Marienkap. Würzb.
12, 27
(
nobd.
,
1483-1496
):
Uf hewte haben burgermeister und rate meister Tyln [...] angedingt, Adam und Eva von stein zu hawen [...] mit dem hochsten tabernackel, wie man im ein muster geben hat, das auch die bede bylde solche tabernackeln oben und die füs unten habe, als die muster sind.
Meisen, Wierstr. Hist. Nuys
1994
;
2142
;
Chron. Nürnb.
5, 644, 2
;
Öst. Wb.
4, 26
.