sumpf,
der
.
1.
›Sumpf; wasserreiches, feuchtes Erdreich; Morast; Pfütze, Wasserlache; Erdvertiefung‹; auch: ›als ‚Sumpf‘ metaphorisierte Sünde, Unmoral‹.
Phraseme:
zu sumpf gehen
›untergehen‹.
Bedeutungsverwandte:
2
,  12, (
der
145,
1
,  12,  3,  2; vgl.
1
 1.
Wortbildungen:
sumpfgrube
›Sündenpfuhl‹,
sumpficht
(dazu bdv.: ),
sumpftreter
›Arbeiter, der die Ziegelmasse mit den Füßen zu weiterer Verarbeitung stampft‹.

Belegblock:

Schöpper (
Dortm.
1550
):
Fossa. Grab sumpff.
Joachim, Marienb. Tresslerb. (
preuß.
,
1402
):
1 m. Hannus Scharffen eyme zigilstricher. item 2 m. zwen sumptretirn und 40 pfenge vor 10 schufeln.
Ebd. (
1407
):
3½ m. den knechten, die ken Ragnith zogin in die zigilschune als somptreter waynknechte und trayros.
Luther, WA (
1524
/
7
):
Also halff er dem Roͤmischen Reich auff die bein, das es [...] ein gewaltig Keiserthum ward, Aber es ist wider zu sumpff gegangen.
Ebd. (
1525
):
Zu dem dritten hat mich die grosse fahr und unertregliche verfolgung, [...], tieffer ynn den sumpff des grewlichen geschreyhs gestossen.
Ebd. Anm. 1 (
1536
):
vivimus in malo tempore, etiam cum felix tempus Euangelii, quia diabolus adest, qui mundum plenum rottis, Papatus sumpffgruben.
Peil, Rollenhagen. Froschm.
147, 3194
(
Magdeb.
1608
):
Das mir vngefehr vnterwegen / | Der hungrig Petz stutzet entgegen / | Auff einem engen schmalen steg / | Zu jederseyt war sumpff vnd dreck.
Reissenberger, Väterb. (
md.
, Hs.
14. Jh.
):
Ich bin gesunken also tief | In der vertumnisse sumpf.
Alberus (
Frankf.
1540
):
ein tieffer vnd breyter sumpff. [...]. suͤmpficht. [...]. bruch / ein gebruch.
Ralegh. America (
Frankf.
1599
):
Diese Landtschafft Amapaia ligt garnider / vnd ist gar sumpficht vnd morassicht vmb den Wasserfluß.
Wutke, Schles. Bergb., Cod. Sil. (
schles.
,
1559
):
dardurch letzlich die hendel und das bergwerk zu sump gehen und die huthern endlichen verderben müsten.
Voc. Teut.-Lat.
ff vjr
(
Nürnb.
1482
):
Sumpff oder pful.
Koller, Ref. Siegmunds (
wobd.
,
um 1520
):
das unzuchtgeld soll man zu kainem ding verbauwen noch niessen denn under dem fuß, als da böß lachen, sumph, stäg und weg zu bessern, das die sünd zutretten werden.
2.
›beim Abteufen entstehende oder zum Zwecke der Wasseransammlung hergestellte Vertiefung im Grubenbau‹.

Belegblock:

Patocka, Salzwesen.
1987, 188
(
oobd.
,
1582
/
5
):
von disen Poden dises Fȧrtl ist der Sumpf in 9 werchschuech Tieff hinab außgeseczt.
Veith, Bwb. .