sud,
der
,
süde,
die
;
erstere Form zu
mhd.
sut
›das Sieden‹
(; );
zu letzterer Form s. .
1.
›mit Laub, Disteln, Getreideresten, Spreu u. Ä. durchsetzte und gesottene Flüssigkeit, die als Viehfutter verwendet wurde‹.
Bedeutungsverwandte:
, , , ; vgl. (
die
) 1.

Belegblock:

Alberus (
Frankf.
1540
):
Palea, ein suͤd [...] auß haxel.
Ermisch u. a., Haush. Vorw.
18, 5
(
osächs.
,
1570
/
7
):
Wann das gesinde suppen gessen, geben sie ihnen
[dem Vieh]
warme süden. [...]. Umb zwölf uhr widerumb gesüdet oder geseuffe gemacht.
Ebd.
73, 7
:
Man soll sommerzeit dem vieh die süde sowohl als im winter mit warmen wasser anrichten.
Ebd.
75, 8
:
Gib dasselbige [laub] dem vieh im der süde oder im futter zu geniessen.
Skála, Egerer Urgichtenb.
77, 11a
(
nwböhm.
,
1571
):
dj Knechte hetten [habern] mit Suedt mit ahl gersten genommen vnd den Pferden geben.
Fischer, Folz. Reimp.
17, 69
(
Nürnb.
1488
):
Do ir
[der
ku
]
die meit ir süd solt bringen, | Gunt ich mit ir so lang umringen, | Pis wir die süd verschuten gar, | Das dan der kü dagspeise war.
Gleinser, Anna v. Diesb. Arzneib.
1989, 277
.
2.
›eine fiebrige Krankheit‹; motivlich hier anschließbar durch das Inhaltsmoment ‚erhitzt, dadurch die Ader sprengend‘ (s. u. den Beleg
Paracelsus
, speziell den Vergleich mit einem siedenden Topf).
Bedeutungsverwandte:
(›heraussprudelnde Masse‹), ; vgl. (
die
) 1.

Belegblock:

Sudhoff, Paracelsus (
1525
/
6
):
des gleichen ist es in der lebern auch also ein sud und gest, der selbig befleckt den spiritum vitae in der lebern, und ehe er entpfintlich ist, so ist er im haupt.
Ebd. (
1528
):
zu merken ist, das solich wütend blut durch kein stillung underhanden sol genomen werden, fürzukomen, aber mit arznei zubrechen den sud, auswendig übergelegt, gleich als ein hafen in ein kalt wasser gesezt, welches in nit weiter leßt überlaufen.
Der (sud) plaget mich [...], Labore dolore cordis. Sud / m. Wann es einem vmb das hertz seudt.