Sedes. Stul sitz saͤssel.
Ziesemer, Gr. Ämterb.
566, 12
(
preuß.
,
1411
):
1 bette, item 1 lang bankpfol und 1 stulpfol.
Dis ist nu der loblich und herrlich triumph dieses fests, [...], das der Teufel zwisschen zweyen stulen niddersitzt.
das wir die Stulschreiber zu Bapst, Cardinel, Bisschoff und Prediger machten, Denn die kuͤndten solche buchstaben fein schreiben, gros, klein, schwartz, rot, gruͤn, gel und wie mans haben wolte, [...]. Gefallen uns aber die Stulschreiber nicht, So last uns Maler, Schnitzer und Druͤcker nemen, die uns schoͤne Concilia malen, schnitzen und druͤcken.
Peil, Rollenhagen. Froschm.
90, 1472
(
Magdeb.
1608
):
[die Stadtmaus]
Sahe wol vmb sich nach reiner steth / | Ob man nicht da Stuelpolster hett.
Quint, Eckharts Trakt.
(
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
Der êrste grât [...] ist, sô der mensche lebet nâch dem bilde guoter und heiliger liute und aber noch gât an den stülen und heltet sich nâhe bî den wenden.
so hatt sei [jongfrau] dargegen narung, inkomst und einen gesatzten stoil.
sagt im die meinung recht aus, stach im nitz under die stoil.
Lamprecht, Dt. Wirtschaftsl.
(
mosfrk.
,
1629
):
wer so viel guts [...] hab, dass man kennen einen dreibeinigen sthul darauf stellen, der sein den achtenschnitt schüldigh.
Schmidt, Frankf. Zunfturk.
(
hess.
,
1506
):
Jacob stuler by dem Kronberger hoffe; Jungehenne bender inn der Snoregasßen.
Spanier, Murner. Schelmenz.
15, 4
(
Frankf.
1512
):
Wo zwytracht sol gerichtet werden, | Kan ich zuͦ beider part geferdén, | Das ieder went, ich red das seyn, | So würff ich stiel vnd benck doreyn.
Eyn stiely bringen wer das best, | Wen du nit geladen bist.
Österley, Kirchhof. Wendunmuth
(
Frankf.
1563
):
wie er sich allein ersahe, schwängeret er sie also, daß sie nichts davon wußte, setzet einen dreybeinigen stuͦl.
Strauch, Par. anime int.
113, 24
(
thür.
,
14. Jh.
):
Augustinus: ‚der da lerit, der hait sinen stul in deme himmele‘.
S. Johannes der Teuffer hat dem Koͤnige Herodi vnd seinen Hoffleuten gar nichts vntern Stuel gesteckt.
Schade, Sat. u. Pasqu.
(
obd.
1521
):
die oberkeiten geistlichs stands, als bäbst, cardinal, bischof [...] haben stuͦl und benk darzwischen geworfen, daß sölch beßerung [...] zuͦ nicht ist worden.
Pyritz, Minneburg
1459
(
nobd.
, Hs.
um 1400
):
Ich han auch zwor dem hertzen din | In mir gar schon gestuͤlet.
Asmussen, Buch d. 7 Grade
2122
(
nobd.
, Hs.
A. 15. Jh.
):
di sitzen zwischen zwain stulen nider | und mangeln paidenthalben | des heiligen gaistes salben | und auch der werlt gelust.
Gille u. a., M. Beheim
247, 36
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
Es ist nun so geschaffen, | das die stul springen auff dy penk.
Lexer, Tucher. Baumeisterb.
(
nürnb.
,
1464
/
75
):
solich knecht man ine von den schwechsten, [...], zuschick, einem ieden der auf dem stull
[›Hocker des Pflasterers‹]
arbeit ein knecht.
Hampe, Ged. v. Hausrat
3, 2, 8
(o. O.
um 1480
):
Zum ersten tzirt man die stuben gern | Beyd tzu der nottorfft vnd tzu eren | Darin man nicht geraten kan | Stulbenck vnd sidel mus man han.
Stulmacher. sedarius. sedatarius, sedifer idẽ. odʼ stuler.
Lapp sagt: Gehe fluchs rein vnd thu stulirn | Vnd bring dem Junckherrn den stumpff mit Pirn!
du solt dich selben negeln in den stuͦl, voll us ze stenne.
Spanier, Murner. Narrenb.
27b
(
Straßb.
1512
):
Jetz sag ich üch von guͦtten schwencken, | Wie die stiel stond vff den bencken.
Lemmer, Brant. Narrensch.
13, 90
(
Basel
1494
):
das man wyßheit pfleg vnd buͦl | Mag gantz nit ston jn eynem stuͦl.
Rieder, St. Georg. Pred.
(Hs. ˹
önalem.
,
1387
˺):
mentsch, du solt in der mitli stan, so behabest du die mâsse; won dú mitli ist ain stuͦl der tugend.
Dú dritte ere ist daz ir
[der Mutter Gottes]
stuͦl erhoͤhet ist und erhaben úber alle mentschen und úber alle engel.
Schnyder, Qu. Zürcher Wirtsch.
191, 15
(
halem.
,
1383
):
ij nussboͧmin laden, j stuben riemen, ij stuͦlblatten und vj sinwelli hoͤltzen.
Bremer, Voc. opt.
6001
(
halem.
,
1528ff.
):
Sedes stuͦl [...] generaliter dicitur quodlibet vtensile domus, cui sedens secundum nates inmittitur et incumbit.
waß für muißhelligkeiten eine zeit hero uß disem stuͦlgrempel erwachsen; ... wie nun diß ein unanstendig ding, und dergleichen stuͤl nit uff solchen widerverkauff, sonderen auff die persohn [...] außgetheilt werdend, also söllend [...].
Stuͤl vnd benck / Butz vnd still. Ruta cæsa.
Einer der sich auff dem Stuͦl begadt / der zuͦ seinem wercken sitzt vnd sein narung gewünnt. [...]. Stuͦlwinckel / ort im hauß die stuͤl zuͦ stellen. Sellaria.
Nyberg, Birgittenkl.
2, 162, 19
(
schwäb.
,
um 1522
):
den schwestern waren steuͤl bereit, vnd het ytliche ein prinende waschskertzen vor ir
(anlässlich der Klostergründung).
Barack, Zim. Chron.
(
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
do sahen alle [...] ungern, das der kauf für sich sollt geen [...], und warf man allenthalben stüel und benk ein, damit nichs auss der sach würde.
Gilman, Agricola. Sprichw.
2, 143, 9
([
Augsb.
]
1548
):
Wann die Stuͤle auff die Bencke steigen / so wirdts nicht guͦt.
Bastian u. a., Regensb. UB
202, 33
(
oobd.
,
1361
):
seind er elliu seineu recht erlangt het mit weisung, mit stuͤl fuͤrsetzen, mit inpot und allen rechten.
Klein, Oswald
95, 15
(
oobd.
,
um 1425
):
darumb so dringt da manger stül | für alle tisch und benck, | der billich wol ain schamel wër.
Seemüller, Chron. 95 Herrsch.
(
oobd.
, Hs.
1. H. 15. Jh.
):
so müst er zwischen zwain stülen auz belaiben.
Spiller, Füetrer. Bay. Chron.
(
moobd.
,
1478
/
81
):
Er kniete vor dem hochen altar under ainer metten in ainem stuel.
JN der mitte vnnser Frauen Khirchen ward ain Pün aufgericht / darauff drey stuͤll gesetzt.
Mollay, Ofner Stadtr.
315, 5
(
ung. inseldt.
,
1. H. 15. Jh.
):
Ist sÿ eÿn geerbte frau vnnd guttes wortis, sÿ schol in yrem hauß sweren fuͤr eÿnes purgers keigen wurtikait Vnnd sÿ sol sitczen auf eÿnem stuͤl.