streu
(meist),
strau,
die
, auch
das
.
1.
›aus ausgedroschenen Getreidehalmen (Stroh), vereinzelt auch aus Moos, Strauch- und Astwerk bestehendes Streumaterial für unterschiedliche Zwecke‹ (darunter als Viehstreu, wohl auch als Viehfutter, ferner als Bettunterlage, auch als Sattelfutter; dazu metonymisch: ›Sattel‹); mehrfach fungiert
streu
als Abgabe an jeweils Berechtigte;
vgl.  1.
Phraseme:
heu und streu
wohl im Sinne einer polaren Paarformel zu verstehen, was auf einen Gegensatz von
heu
und
streu
deuten würde; möglich ist aber auch partielle Synonymie beider Ausdrücke;
nicht aus der streu kommen / mögen
›nicht aus den Federn kommen / wollen‹;
über die streu kommen
›die mit Stroh bedeckte Turnierbahn betreten‹ (von Pferden).
Bedeutungsverwandte:
 1, , ,  1.
Syntagmen:
das s. zünden, s. auf jn. werfen, den pferden s. geben, dem ochsen s. bringen
;
die s
. (Subj.)
jm
. (z. B.
dem herren / pfleger
)
zugehören
;
fichten zur s. abschlagen
;
die neue s
.

Belegblock:

Kehrein, Kath. Gesangb. (
Köln
1619
):
Bring du dem Oechßlein sHew, vnd strew | Vnd er dem Eselein sFuͦtter.
Koeniger, Sendgerichte (
mosfrk.
,
1585
):
und soll den pferden strauw ahn den bauch und rhau foder bitz an die orhen geben.
Schmitz, Schiltb.
169, 19
(
Frankf.
1597
):
Der ander lag noch hinder dem Ofen in der hell (wie sie es nennen im Nest / mocht fuͤr faulkeit nicht auß der Straw).
Mayer, Folz. Meisterl. (
nobd.
,
um 1480
):
Der knab auß senen swach | Sich nach der strew um sach, | Kort mit der schon zu pett.
Sachs (
Nürnb.
1559
):
Als denn man auch außmisten sol, | Und gib in
[den
rossen
]
denn ein newe strew!
Kurrelmeyer, Dt. Bibel (
Straßb.
1466
):
Die streúge
[Hs. W, 15. Jh.:
auflegung
; Var. 1483–1518:
sattel oder reytzeug
;
Eck
1537:
bastsatel
;
Luther
1545, 3. Mose 15, 9:
Sattel
]
des esels auff die er
[der
unreine
]
sitzt die wirt vnrein.
Chron. Augsb. (
schwäb.
, zu
1560
):
3 herrn, so auf die roß sehen, welches das erst, ander und dritt sei über die strei, und wie sie nachainander über die strei komen.
Seemüller, Chron. 95 Herrsch. (
oobd.
, Hs.
1. H. 15. Jh.
):
die obgenanten herren [...] zugen all vor tag von dann und liessen do grosser gueter puͦchsen VII und ein guͦt antwerch und vil zellt und wägen [...], chrankch knecht und ros und zundtten in das strab.
Grossmann, Unrest. Öst. Chron. (
oobd.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
wan die armen lewt muesten geben gellt, traid, schweinen, pachen, smalltz, spicerey, pfeffer, spenat, hew und strew.
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid. (
m/soobd.
,
1663
):
Daß sich niemands understehe [...] die jungen feüchten zur strey oder fridtholz abzuschlagen.
Zingerle, Inventare (
tir.
,
1487
):
Hew vnd strew sol ansteen vntz man bericht wurdt, ob das meinem gued, hern oder dem phleger zugehort.
Dinklage, Frk. Bauernweist.
92, 39
;
Bolte, Pauli. Schimpf u. Ernst ;
2.
›kleine Bleistücke oder Kugeln, die gleichzeitig aus einer Büchse geschossen werden können und damit eine Streuwirkung haben‹;
vgl.  1.
Wortbildungen:
˹
streubüchse
2 (Gw zu  3),
streuhake
(Gw zu  4)˺ ›weit streuendes Gewehr‹ (dazu bdv.: vgl.  3,  4).

Belegblock:

Sachs (
Nürnb.
1541
):
Auch sind viel streyhacken abgangen.
Rechn. Kronstadt
2, 149, 23
(
siebenb.
,
1529
):
pro 70 magnis et 72 parvis vasculis ad pulveres bombardicos capiendum et 3 vasculis ad straÿ-pixen flor. 13 asp. 12.
Ebd.
367, 33
(
1534
):
die nativitatis Mariae Lucae [...] in castra circa Medges misso, ac decem barbatas pixides, volge hocken, pulveresque bombardicos, ac straÿ, [...], expensae flor. 1, asp. 25.
Ebd.
540, 46
(
1538
):
feria sexta ante Egidii solvi Simoni seratori, vulgo von wegen der straÿ czw machen flor. 2 asp. 12.
Ebd.
3, 476, 27
(
1549
):
Merscher pixen ... 2 Prager pixen ... 14 Schlecht Hacken ... 6 Auf einem Bock schtraÿ pixen ... 2 Eiserin Hake pixen ... 22.
Ebd.
581, 20
;
Zingerle, Inventare .
3.
›Balkenlage auf einer oft begangenen Fläche um ein Denkmal herum‹; auch als Kopfform von auffassbar.

Belegblock:

Rechn. Kronstadt
1, 305, 33
(
siebenb.
,
1521
):
pro vectura asserum et tegularum streÿ circa portam corporis Christi.