streu
(meist),
strau,
die
, auch das
.1.
›aus ausgedroschenen Getreidehalmen (Stroh), vereinzelt auch aus Moos, Strauch- und Astwerk bestehendes Streumaterial für unterschiedliche Zwecke‹ (darunter als Viehstreu, wohl auch als Viehfutter, ferner als Bettunterlage, auch als Sattelfutter; dazu metonymisch: ›Sattel‹); mehrfach fungiert streu
als Abgabe an jeweils Berechtigte; Phraseme:
heu und streu
wohl im Sinne einer polaren Paarformel zu verstehen, was auf einen Gegensatz von heu
und streu
deuten würde; möglich ist aber auch partielle Synonymie beider Ausdrücke; nicht aus der streu kommen / mögen
›nicht aus den Federn kommen / wollen‹; über die streu kommen
›die mit Stroh bedeckte Turnierbahn betreten‹ (von Pferden).Syntagmen:
das s. zünden, s. auf jn. werfen, den pferden s. geben, dem ochsen s. bringen
; die s
. (Subj.) jm
. (z. B. dem herren / pfleger
) zugehören
; fichten zur s. abschlagen
; die neue s
.Belegblock:
Bring du dem Oechßlein sHew, vnd strew | Vnd er dem Eselein sFuͦtter.
und soll den pferden strauw ahn den bauch und rhau foder bitz an die orhen geben.
Der ander lag noch hinder dem Ofen in der hell (wie sie es nennen im Nest / mocht fuͤr faulkeit nicht auß der Straw).
Der knab auß senen swach | Sich nach der strew um sach, | Kort mit der schon zu pett.
Als denn man auch außmisten sol, | Und gib in
[den
rossen]
denn ein newe strew! Die streúge
[Hs. W, 15. Jh.:
auflegung; Var. 1483–1518:
sattel oder reytzeug;
bastsatelEck
1537: ;
SattelLuther
1545, 3. Mose 15, 9: ]
des esels auff die er [der
unreine]
sitzt die wirt vnrein. 3 herrn, so auf die roß sehen, welches das erst, ander und dritt sei über die strei, und wie sie nachainander über die strei komen.
die obgenanten herren [...] zugen all vor tag von dann und liessen do grosser gueter puͦchsen VII und ein guͦt antwerch und vil zellt und wägen [...], chrankch knecht und ros und zundtten in das strab.
wan die armen lewt muesten geben gellt, traid, schweinen, pachen, smalltz, spicerey, pfeffer, spenat, hew und strew.
Daß sich niemands understehe [...] die jungen feüchten zur strey oder fridtholz abzuschlagen.
2.
›kleine Bleistücke oder Kugeln, die gleichzeitig aus einer Büchse geschossen werden können und damit eine Streuwirkung haben‹; Wortbildungen:
˹streubüchse
streuhake
Belegblock:
Auch sind viel streyhacken abgangen.
pro 70 magnis et 72 parvis vasculis ad pulveres bombardicos capiendum et 3 vasculis ad straÿ-pixen flor. 13 asp. 12.
die nativitatis Mariae Lucae [...] in castra circa Medges misso, ac decem barbatas pixides, volge hocken, pulveresque bombardicos, ac straÿ, [...], expensae flor. 1, asp. 25.
feria sexta ante Egidii solvi Simoni seratori, vulgo von wegen der straÿ czw machen flor. 2 asp. 12.
Merscher pixen ... 2 Prager pixen ... 14 Schlecht Hacken ... 6 Auf einem Bock schtraÿ pixen ... 2 Eiserin Hake pixen ... 22.
3.
›Balkenlage auf einer oft begangenen Fläche um ein Denkmal herum‹; auch als Kopfform von auffassbar.Belegblock:
pro vectura asserum et tegularum streÿ circa portam corporis Christi.