streicher,
der
;
–/-Ø
.
1.
›landstreichender Wanderprediger, der ohne Auftrag einer kirchlichen Instanz predigend in der Gegend herumstreicht und als Strolch, Schwindler beleumundet ist‹;
vgl.  1.
Bedeutungsverwandte:
,  1, ; vgl. .

Belegblock:

Luther, WA (
1532
):
Solchen schleichern und streichern zu weren, solt man schlecht nicht zulassen jemand zu predigen dem es nicht befolen.
Ebd. (
1537
/
40
):
Zuvor kondte man so viel Munche und Streicher erneren aus dieser Stad, die doch nicht gross ist noch reich.
Schade, Sat. u. Pasqu. (
obd.
1524
):
der pauren kolben, knüttel und flegel hinder der hausthür werdens
[
-s
=
lutherisch pfaffen
]
den streichern fein weren, kommen si ain mal, daß hinfür nit mer kommen werden.
2.
›Person, die Produkte (z. B. des Tucherhandwerkes, des Bergbaues) handelsgerecht zuschneidet (so Tuche) oder (wie Erz) verarbeitungstauglich von taubem Gestein befreit‹;
vgl.  6.

Belegblock:

Schmidt, Frankf. Zunfturk. (
hess.
,
1490
):
das sie eyn gantze duche, eyn halbes oder ein firtel eins duchs samenthafft verkeuffen mogen und das mit der snore und nit anders von den wobern, die rechte stricher sint, streichen lassen sullen.
Ebd. (
1494
):
welcher stricher den benanten juden hinfur mynder dann ein virteil mit der snore strichet.
Löscher, Erzgeb. Bergr.
196, 15
(
omd.
,
1554
/
1633
):
Schichtmeister lohnen [...] in beysein der steiger, allen arbeitern und handtbergen, waschmeistern, weschmeisterin, durchlaßerin, plahnjungen, streichern, pochern.
Chron. Nürnb. (
nobd.
,
1516
):
Streicher des gewants und groloden 1.
3.
s.  6.