stram,
strom,
der
;-es/-e
, auch -Ø
+ Uml., vereinzelt schwache Formen;das hier angesetzte Stichwort entspricht
mhd.
strâm, strâme
›Strom, Strömung‹
() und stroum, strûm
›fluxus, gurges, Lichtströmung, Lichtstreif‹
(ebd. 1248); zur lautlichen, morphologischen, etymologischen Differenzierung vgl. sowie 10, 4, 1ff.1.
›stärkere, teils mit der Assoziation ‚erhaben‘ sowie ‚dem Menschen schwer kontrollierbar‘ verbundene Strömung von Fließgewässern oder des Meeres‹; vereinzelt ütr. auf eine mit ‚Strömung‘ in Vergleich gesetzte Größe (z. B. mit warheit
) bezogen; mehrfach mit Genitiv, speziell s. des meres, wassers
; dann kaum unterscheidbar, ob dieser explicativ oder determinativ zu lesen ist; im Beleg Bergmann
(s. u.) wohl ütr.: ›Masse (von Menschen)‹.Oft literarische Texte, meist gebundener Form.
Phraseme:
˹gegen den stram streben; wieder den stram fechten, wieder den stram der welt blitzen˺
›gegen den Strom‹ bzw. ›gegen den Lauf der Welt schwimmen‹.Syntagmen:
den s. stauen
; der s. die farschiffe treiben, der s
. ›Einfluss‹ der warheit schwach werden
; dem s. (des meres) weren / bieten
›befehlen‹; durch des wassers s. überkommen, mäuse im s. ersäufen, in einem s. wasser sein, der fisch mit dem s. unterwärts witterung haben
; der s. des blutes / fliesses / ˹meres / wassers˺
(mehrfach), der s. von giesse
; der schnelle / ungewisse s
.Wortbildungen:
strames
stramlingsfang
Belegblock:
Bald solt ihr kommen auch auf meinen Strömlingsfang.
Wîzil ist eins wazzirs nam | und hât vil snellin stram.
was ists dann, das man wider den stram fechten wil und halten, das nit wil und kan gehalten seyn.
Der pfiff die Meuß zusamen all / Erseufft sie im Strom auff einmahl.
ich streven leyder tegen stroem.
Das wer als ob man huren nit kendt, | so sie im straum doch huren.
Groz was sin stram von gieze, | Tygris hiez ez.
sie [welt] temmet miner flüte bach: | des ist min stram nu worden swach.
der erden kloßes bauer; des meres streum trenner; [...] erhöre mich!
Man mag auch solches
[Köder]
wohl in garnsecken und reusen binden, sonderlich in den fliessenden wassern, da der fisch mit dem stram unterwarts die witterung haben kann. er
[Jesus]
| stund auf und pot dem wind, | Des meres stran, | und es pegan zu stillen schon. Do sich menschlich nit mer versan | Dein sun, und do des plutes stran | Durch Longinum den ritters man | Hie trang pis auff der erden plan.
Das irer
[der
Türcken]
gar wenig für war | sint vber kumen Durch Des wassers strame. Strom / m. Das geschwind fliessen eines Wassers.
Lieber brich herfür / predige des lauter hailig euãgeliũ / des do widʼ den strom dyser weltt blitzget.
man weret dem stram des wasser und pringt das verporgen darinen ist, an dz liecht.
Welch wazzer stramms vluͤzzet daz ist gemeyne czu varen vnd czu vischen.
Wunderlich, Fierrabr.
50, 11
; Jungbluth, a. a. O.
8, 4
.‒
Vgl. ferner s. v. .2.
›Fluss, fließendes Gewässer unterschiedlicher Größe und Macht (bis zum Meeresstrom hin)‹; speziell: ›Wasserstraße (als Verkehrsweg)‹; ›Urinstrahl‹; ütr.: ›einem Fließgewässer verglichener Flüssigkeitsstrom; Strahl‹; dazu speziell: ›Geldstrom‹; im Unterschied zu 1 eher von umgrenzten Erscheinungen als von Strömungsvorgängen gesagt; im Einzelnen aber fließende Übergänge.Syntagmen:
einen s. worchten, von sich lassen, einen s
. (Akk. der räumlichen Erstreckung) mit kaufmanschaz kommen, der flus sträme haben, j. einen s. in sich schlucken
; ein s
. (Subj.) wässern
, [wo] ausgehen, mit ünden kommen, zwei sträme aus dem brunnen rinnen, sträme zwischen Amazonas und Orinoko sein, ein s. jm. durch die kele fliessen
; auf js. strämen räuber liegen, gold in einem s. finden
; den s. Amazonas, des Reines, die sträme des heiligen reiches
.Wortbildungen:
stram|
1
kanBelegblock:
zo bleiben bey dem hawse 2 spiczce floͤsen und 1 stromkane.
wintergarn, 1 stromgarn, 2 storgarn, 2 windereiffen.
Es were gnug, das man das weniger teyl [geldstrom] gebe zu kirchen, [...], und den rechten strom gehn ließe zu dem gepott gottis, auff das die wolthat unter den Christen gegen den armen großer und mher leuchtet.
es gieng aus von Eden ein Strom
[
flußMentel
1466 / Froschauer
1530 / Eck
1537: ; nd. Bibel um 1478:
water]
zu wessern den Garten. Ebd.
Hiob 40, 18
: [der Behemoth] schluckt in sich den Strom
[
flosseMentel
1466: ; nd. Bibel um 1478:
reueyre;
wasserFroschauer
1530: ;
flußEck
1537: ]
/ vnd achts nicht gros / lest sich düncken / er wölle den Jordan mit seinem munde ausschepffen. ich [...] wuste wol / daß man das Goldt in kleinen Koͤrnlein finde [...] vnd man allezeit in dem Strom in Guiana findt.
er sagte mir / daß er allda einen hette vmb das Gestad vermercket / der sich auff hette gelehnet / vnd den gantzen Strom Amazones absegelte.
ein stram uß sines herzen schart | mit überswenken ünden quam.
Ir hor: daz ist gestellet sus | Gel sam ein thopasius | Und glichet sich auch strangolde.
Ebd.
3445
: wie ires hores krullen | Nach strangolde sin gevar.
won ich kam vor vil jaren den selben stramen mit koufmanschacz und bin hie als ein gefangen man.
da wurdent si von dem von Hoͤwdorf und sinen helfern verraten uf des heiligen richs stramen, [...], angriffen.
Maniger lieff hindern zaun | Vnd liesz von Im ain straun, | Als hetts ain alter Esel taͮn.
welicher aber seiner potschaft nicht achten wolt und die andern dem stram wurichten ab dem eis und auch ubrig diener, so [...].
An stund schoss ain stram wassers im in sein schoss.
Es ist ain paum | darauss Rinen zwen straum | der ain khombt von orient.
3.
›Strahl, Glanz, Lichterscheinung‹, die z. B. von der Sonne, einem Stern, ütr. von Gott, ausgeht oder einer religiös anders bedingten Ursache zugeschrieben wird, dann z. B.: ›streifenartige Lufterscheinung‹ (als Symbol für unschuldig vergossenes Blut).Gegensätze:
.Syntagmen:
der stern einen s. haben, Asterion einen s. geben
; der s. als die sonne leuchten, von einem stern ausgehen
; die sonne mit iren stramen sere brennen, der comet mit einem s. erscheinen
; der s. der augen, der sonne, der götlichen finsternis
; der ausblickende / heitere / lange / lustige / schwarze / süsse / weisse s
.Wortbildungen:
stramfürstin
Belegblock:
An den Mon. | [...] Stromfürstin, Jägerfrau, Nachtauge, Horngesichtʼ, | herab! itzt fangʼ ich an das süße Lobgedichtʼ.
[Asterion] hat in jm ein beschlossen liecht als ein stern inwendig gehnd vnd gibt gleich stroͤm leuchtend als die sonn.
Des selbin jares [...] wart gesehin eyn stern an dem hymmel des abindes, [...], unde hatte eynen stram obene von om gehin.
im Monat Ianuario ist ein Comet erschienen / Fewerfarbiger wunderbarlicher gestalt / mit einem langen schwartzen stramen / gegen dem Niedergang reichend.
Stram der augen. Radius.
Nu sehen wir laider zaichen an der sunne scheinperleich, wan si sich wunderleich hat geczwayet, und yede sunne prennet mit iren strammen ze sere, daz [...].
so macht du auffsteigen [...] zu dem v́ber wesenleichen liechtglaͤnczenden stramen goͤtleicher finsternuß.
den 9. Novembris, [...] ist des Abends umb 7 der Himmel und die Luft in ganz Burzenland [...] gleich blutrot worden, als wenns Blut regnen wollt, ist mit weissen Strömen vermischet gewesen und unten kohlschwarz.