stocken,
in 5 mit ungefähr gleicher Häufigkeit auch
stöcken
,
V.
1.; 2.; 3.; 4.,
s.  12615.
5.
›jn. in den Strafblock legen und (teilweise bis zum Tode) foltern; jn. gefangen setzen‹;
zu  9.
Wortbildungen:
stöckung
›Einkerkerung‹ (a. 1628).

Belegblock:

Luther, WA
22, 379, 24
(
1544
):
Teufel und Fleisch, du magst mir wehe thun, stocken, plagen, verjagen, leib und leben nemen.
Ebd.
41, 313, 13
(
1535
):
Denn des Teuffels kindern gehoͤret, das man sie sol stoͤcken und ploͤcken und alles ungluͤck anlegen.
Chron. Köln
3, 797, 21
(
Köln
1499
):
der junker van Westerburch, [...], entfink si ind sloich und stockde si up ind af ind zoich si ouch selver over ind schatte si.
Karsten, Md. Paraphr. Hiob
12287
(
omd.
,
1338
):
Got der hat myne vuze nu | Gestocket und hat mir gelaget.
v. d. Broek, Suevus. Spieg.
74v, 36
(
Leipzig
1588
):
wenn wir sehen / wie man die Vbeltheter Bindet / Stoͤcket / Ploͤcket / Steupt / Koͤpfft / Henget / Brennet / Spiesset / Erseuffet / Raͤdert / Viertheilt [...] / so sollen wir vns aller Verdampten Marter vnd Pein dabey fuͤrbilden.
Pfeiffer, Frk.-bay. Landfr.
238, 43
(
nobd.
,
1405
):
daz er in und die seinen bekrieget hat wider recht und in und die seinen verprant, ermort, ertotte, erslagen, beschatzt, geturent, gestockt und daz ir genumen hat.
Voc. Teut.-Lat. ff iijv (
Nürnb.
1482
):
Stocken [...] in stock slahen in stock setze͂ od’ lege͂.
Chron. Augsb.
6, 27, 13
(
schwäb.
, zu
1524
):
also geschicht noch denen, die Cristum nachvolgen, die veracht und stöckt man.
Luther, WA
10, 3, 121, 5
;
15, 87, 31
;
21, 120, 4
;
22, 279, 6
;
36, 41, 20
;
49, 478, 28
;
Toeppen, Ständetage Preußen
5, 106, 38
;
Chron. Köln
1, 371, 7
;
Erben, Omd. Chrestomathie
100, 21
;
Küther, UB Frauensee
412, 40
;
Bindewald, Texte schles. Kanzl.
55, 9
;
Fastnachtsp.
639, 7
;
644, 18
;
Chron. Nürnb.
2, 72, 11
;
Sachs
19, 425, 3
;
Baumann, Bauernkr. Rotenb.
511, 13
;
Bernoulli, Basler Chron.
4, 29, 3
;
Chron. Augsb.
2, 228, 29
;
363, 2
;
Gehring, Würt. Ländl. Rechtsqu.
3, 433, 19
;
Niewöhner, Teichner
241, 40
;
Turmair
1, 180, 28
;
Wopfner, Bauernkr. Tirol
104, 9
;
Schmidt, Hist. Wb. Elsaß
341
;
Schwäb. Wb.
5, 1785
;
1791
.
6.
›dick, steif, starr werden‹;
vgl.  11011.
Wortbildungen:
stokmilch
,
stokstal
ein Medikament gegen Verstopfung (a. 1568 f.; zum Gw s.
1
stallen
1).

Belegblock:

Maaler
176v
(
Zürich
1561
):
Das bluͦt ist von kelte Gestocket. [...]. Gestockt blut / Eyter. [...]. Gestockte milch [...]. ¶ Gestockte ordnung / oder dick vnd gestecket in einanderen Densati ordines.
Ebd.
389r
:
Stockmilch (die) Gelatum lac.
Keil, Peter v. Ulm
275
;
Schwäb. Wb.
5, 1790
.