stilheit,
die
.
1.
›Windstille; Unbewegtheit (des Wassers)‹;
vgl.  1.

Belegblock:

Bechstein, M. v. Beheim. Evang.
4, 39
(
osächs.
,
1343
):
der wint lîz abe, und eine grôze stilheit
[Luther
1545
:
stille
]
ist worden.
Voc. Teut.-Lat. ff iijv (
Nürnb.
1482
):
Stilheit gestumkeit in wasser. temperies. oder messigkeit.
Schmitt, Ordo rerum
500, 45, 2
.
2.
›Stille, Ruhe, Abwesenheit von jeglichem Geräusch; Ruhezeit, Stille vor Mitternacht‹;
vgl.  2.
Bedeutungsverwandte:
vgl. (
das
1.
Gegensätze:
, (
der
1.

Belegblock:

Sermon Thauleri
16rb, 3
(
Leipzig
1498
):
Hie muß er [man] kommen in ein vorgessen vñ in ein nit wyssenn Es muß sein yn eyner stille vnnd eynem schweygen do diß wort sal gehort werden. Vnnd man magk dyßem wort mit nicht baß gedienen. dann mit stillheit vnnd mit schweigenn.
Voc. Teut.-Lat. ff ijv (
Nürnb.
1482
):
Stilheit der nacht als vmb den ersten slaffe. conticiniu͂.
Bihlmeyer, Seuse
104, 13
(
alem.
,
14. Jh.
):
Halte dinen ussern menschen in stilheit und den inren in luterkeit.
Diefenbach, Mlat.-hd.-böhm. Wb.
77
:
Conticium stilhait proprie tempore nocturnali intra primum sompnum.
3.
›übersinnliche, dreieinige, metaphorisch als Ruhe verstandene Existenzform Gottes; innere Ruhe, religiös begründete Gelassenheit des Menschen in der unio mystica‹;
vgl.  3.
Älteres und mittleres Frnhd.; Texte der Mystik.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  4, ,  2,  4,  3,  3,  2, , (
das
2.

Belegblock:

Quint, Eckharts Pred.
1, 150, 6
(
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
got ist ein vernünfticheit, diu dâ lebet in sîn aleines bekantnisse, [...], wan er aleine dâ ist in sîner stilheit.
Bihlmeyer, Seuse
184, 23
(
alem.
,
14. Jh.
):
wa ist nu daz wa der blossen goͤtlichen sunheit? [...] ist [...] nah dem inschlag ein weslichú stilheit, nah dem inneblibendem usschlag ein natur der driheit.
Ebd.
420, 13
:
da wirt der wúlfin mensch verkeret in senftmuͤtikeit und der zornig in stillheit.
Eichler, Ruusbr. steen
750
(
els.
,
sp. 14. Jh.
):
in diseme smag sin wir versmolzen v́ber rede vnd sunder rede in die tieffen stilheit der gotheit.
Steer, Schol. Gnadenl.
5, 183
(
halem.
,
15. Jh.
):
[got] machet in [frúnde] froͤmde sine goͤtlichen gegenwúrtikait vnd wandlet alle ire inren stillhait in ainen tobigen sturm der anuechtunge.
Jostes, Eckhart
27, 9
.
Vgl. ferner s. v.  3.