stik,
Adj.;
Etymologie unsicher, ebenso wie die Semantik (s. Dwb
10, 2, 2, 2731
).
kennzeichnet das Übermaß des für eine Bezugsgegebenheit Typischen; im einzelnen: ›abschüssig (von einem Graben)‹; ›dicht (vom Rauch)‹; vgl. auch die Wortbildungen.
Phraseme:
stik und wik
›völlig betrunken‹.
Wortbildungen:
sticker
(Adj.) a) ›grell tönend‹; b) ›kopfüber, tief‹,
stickig
›übervoll‹ (a. 1583),
stikvol
(dazu Synt.:
legenden stikvoller lügen sein
; a. 1605).

Belegblock:

Lichtenstein, Lindener. Katzip.
188
(o. O.
1558
):
Wie er sich aber einsmals an ein apostel-tag stick und wick volgesoffen, [...], das er auch nicht gehn kundt.
Gille u. a., M. Beheim
104, 838
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
auff dem perg sie sider | Funden ainen güssgrabe. | der waz sich also stik und wust, | welch rass da uber walt, daz must | auff dem ars sleiffen abe.
Ebd.
453, 1869
:
der rauch wart so dike | so hiczlichen und stike, | Das ain gesell den andern ach | nit mocht erkennen in dem rach.
Sachs
17, 345, 26
(
Nürnb.
1563
):
Das klöppert denn so wüst und sticker, | Als ob kolschmid und pfannenflicker | Müelter und pfannen flicken thetten.
Turmair
1, 570, 23
(
Augsb.
1517
):
praecedente capite ,ubern kopf ab, überab, furswenglich, ubergesturtz‘, per translationem ,sticker, hoch, gech‘, ut praecipitem dare.
Crecelius
1, 2, 810
;
Schweiz. Id.
10, 1672
.