stifter,
der
;
-s/-Ø
.
1.
›Stifter, Gründer von Einrichtungen, Institutionen, Regelungen, Geschlechtern, deren dauernder Bestand vorausgesetzt wird‹; auch: ›Erbauer der zugehörigen Baulichkeiten‹;
vgl.  1.
Bedeutungsverwandte:
 1,  3, (
der
6, .
Syntagmen:
von den stiftern begabt werden
;
der s. des adels / geschlechtes / gotteshauses / ordens / sakramentes / spitals, der alten und neuen ehe, der helle / kapelle / kirche / messe / regel / stat / teufe
;
der liebe s
.
Wortbildungen:
stifterbuch
›Urkunde über die mit einer Stiftung verbundenen Rechts- und Wirtschaftsverhältnisse‹,
stifterin
1.

Belegblock:

Strehlke, Nic. Jerosch. Chron.
913
(
preuß.
,
um 1330
/
40
):
Alsus dô di burgêre | von Lubec und von Bremin, | [...] | di êrst stiftêre wârin | des ordins in den jârin.
Luther, WA
16, 244, 21
(
1524
):
Christus ist ein stiffter derselbigen geistlichen freiheit.
Jungbluth, J. v. Saaz. Ackermann
34, 49
(Hs. ˹
omd.
,
1465
˺):
banierfürer, under des banier niemant siglos wirt; der helle stifter; der erden kloßes bauer; des meres streum trenner.
Kurrelmeyer, Dt. Bibel
6, 4, 16
(
Straßb.
1466
):
Cristus vnser got ein stiffter der allten vnd der neuwen ee spricht in dem ewangelio also.
Rennefahrt, Stadtr. Bern
356, 24
(
halem.
,
1403
):
seliger angedenknuͥss hertzog Berchtoltz von Zeringen, uͥnser beiden stetten stiffters.
Maaler
388r
(
Zürich
1561
):
Stiffter (der) Creator urbis, Conditor. Stiffter vnd aufbringer dines geschlaͤchts vnd adels. [...]. Romulus der erst Stiffter vnnd anfenger der statt Rom.
Bastian u. a., Regensb. UB
132, 11
(
oobd.
,
1358
):
pfleger dez Newn Spitals [...], dez unser anherr her Fridreich der Awer, [...], stifftaͤr ist gewesen.
Nyberg, Birgittenkl.
226, 41
(
oobd.
,
1453
):
von des gottlichen dinst wegen, darzu ir nach aufsatzung der heiligen regel sand Brigitten ewer stifterin verpflicht seyt, vermainen wir euch.
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid.
532, 28
(
m/soobd.
,
1534-1630
, Hs.
1638
):
Der frome und gottselige stüfter Engelbertus [...] hat er auch zugleich dises orth [...] gestüft und incorporirt, wie in der stüftung, so in dem stüfterpüechl begriffen, zu sehen.
Luther, WA
21, 321, 32
;
30, 2, 611, 10
;
49, 128, 39
;
49, 405, 10
;
Koller, Ref. Siegmunds
189, 13
;
Hör, Urk. St. Veit
109, 14
;
UB ob der Enns
10, 132, 32
;
Nyberg, a. a. O.
1, 187, 20
;
Vgl. ferner s. v.  4, , (
der
6.
2.
›Person, die eine Einrichtung mit Spenden begabt, unterstützt und aufrechterhält‹;
vgl.  2.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  2, ,
1
, ,  2, .
Wortbildungen:
stifterin
2.

Belegblock:

Geier, Stadtr. Überl.
272, 4
(
nalem.
,
A. 16. Jh.
):
zuͦ erkennen geben, warumb die [spendt] gestift, und was sei den armen abgestorben seelen der stüfter dagegen schuldig seien, und daruf meniglich niderkneien und jedes insonders den steiftern, [...], zuͦvor beten lassen fünf pater noster.
Nyberg, Birgittenkl.
2, 147, 8
(
schwäb.
,
1522
):
ein sallbuͦch des closters, darin man findt einer ieden abbtisin regement [...], auch die maisten stiffter vnd woltheter, vnd alle jartag.
Ebd.
308, 12
(
oobd.
,
1520
/
87
):
Gedenckt vmb Gottes willen aller stiffter vnd stiffterin dis wirdigen goczhaus, aller lieben menschen sel, die pey disem goczhaus begraben ligen.
Vogel, Urk. Heiliggeistsp.
1, 288, 36
.
3.
›Anstifter, Person, die Böses anzettelt‹;
vgl.  3.
Syntagmen:
der s. des aufrurs / abfals / irtums / mordes / ungelückes, der lügene
.

Belegblock:

Luther, WA
21, 296, 10
(
1544
):
welcher [Teuffel] solcher Luͤgenlere Vater und Stiffter ist.
Chron. Magdeb.
2, 103, 21
(
nrddt.
, Hs.
E. 16. Jh.
):
Der Raht [...] ließe etliche von den stiftern mit dem schwert richten und ward der Aufruhr gestilt.
Völker, Antichrist
315
(
wschwäb.
,
15. Jh.
):
das der böß anticrist zuͦ inn kumpt, der ist ain stifter der lúgin vnd alles irretums.
Luther, WA
36, 68, 24
;
48, 63, 6
;
Schweiz. Id.
10, 1475
.
Vgl. ferner s. v.  2.
4.
›Person, die andere in ein Stiftsverhältnis einsetzt; Pächter, der ein solches Verhältnis eingegangen ist‹;
vgl.  9.
Oobd.; Rechts- und Wirtschaftstexte.

Belegblock:

Bischoff, Steir. Landr.
115
(
m/soobd.
, Hs. 
v. 1425
):
Wann ainem herren ain pawr fûder vert, den bestêtigt sein amptman wol; der stiffter vnd störêr ist nicht er selb.
Uhlirz, Qu. Wien
2, 1, 1646, 11
(
moobd.
,
1406
):
desselben hofs und swas darzu gehoret, ain ygleicher markchrichter obrister stifter und stoͤrer ist daselbens von der herrschaft [...] wegen.
Mell u. a., Steir. Taid.
140, 25
(
m/soobd.
,
1580
, Hs.
1629
/
43
):
wan einer alhie erbarlich zur stift ainen stifter stellt, daran die herrschaft und nachbarschaft begnieget, so mag er frei ziehen, wo er hin will; wo man ime solches nit stat tuen wolt, so zwickt er die ablait in des richter torseulen, fert darnach sein straßen wohin er wölle.
Mell u. a., a. a. O.
154, 41
.