stifter,
der
;
-s/-Ø
.
1.
›Stifter, Gründer von Einrichtungen, Institutionen, Regelungen, Geschlechtern, deren dauernder Bestand vorausgesetzt wird‹; auch: ›Erbauer der zugehörigen Baulichkeiten‹;
vgl.  1.
Bedeutungsverwandte:
 1,  3, (
der
6,  1.
Syntagmen:
von den stiftern begabt werden
;
der s. des adels / geschlechtes / gotteshauses / ordens / sakramentes / spitals, der alten und neuen ehe, der helle / kapelle / kirche / messe / regel / stat / teufe
;
der liebe s
.
Wortbildungen:
stifterbuch
›Urkunde über die mit einer Stiftung verbundenen Rechts- und Wirtschaftsverhältnisse‹,
stifterin
1.

Belegblock:

Strehlke, Nic. Jerosch. Chron. (
preuß.
,
um 1330
/
40
):
Alsus dô di burgêre | von Lubec und von Bremin, | [...] | di êrst stiftêre wârin | des ordins in den jârin.
Luther, WA (
1524
):
Christus ist ein stiffter derselbigen geistlichen freiheit.
Jungbluth, J. v. Saaz. Ackermann
34, 49
(Hs. ˹
omd.
,
1465
˺):
banierfürer, under des banier niemant siglos wirt; der helle stifter; der erden kloßes bauer; des meres streum trenner.
Kurrelmeyer, Dt. Bibel (
Straßb.
1466
):
Cristus vnser got ein stiffter der allten vnd der neuwen ee spricht in dem ewangelio also.
Rennefahrt, Stadtr. Bern (
halem.
,
1403
):
seliger angedenknuͥss hertzog Berchtoltz von Zeringen, uͥnser beiden stetten stiffters.
Maaler (
Zürich
1561
):
Stiffter (der) Creator urbis, Conditor. Stiffter vnd aufbringer dines geschlaͤchts vnd adels. [...]. Romulus der erst Stiffter vnnd anfenger der statt Rom.
Bastian u. a., Regensb. UB
132, 11
(
oobd.
,
1358
):
pfleger dez Newn Spitals [...], dez unser anherr her Fridreich der Awer, [...], stifftaͤr ist gewesen.
Nyberg, Birgittenkl.
226, 41
(
oobd.
,
1453
):
von des gottlichen dinst wegen, darzu ir nach aufsatzung der heiligen regel sand Brigitten ewer stifterin verpflicht seyt, vermainen wir euch.
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid. (
m/soobd.
,
1534-1630
, Hs.
1638
):
Der frome und gottselige stüfter Engelbertus [...] hat er auch zugleich dises orth [...] gestüft und incorporirt, wie in der stüftung, so in dem stüfterpüechl begriffen, zu sehen.
Koller, Ref. Siegmunds ;
Hör, Urk. St. Veit
109, 14
;
UB ob der Enns
10, 132, 32
;
Nyberg, a. a. O.
1, 187, 20
;
Vgl. ferner s. v.  4, , (
der
6.
2.
›Person, die eine Einrichtung mit Spenden begabt, unterstützt und aufrechterhält‹;
vgl.  2.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  2, ,
1
, ,  2, .
Wortbildungen:
stifterin
2.

Belegblock:

Geier, Stadtr. Überl. (
nalem.
,
A. 16. Jh.
):
zuͦ erkennen geben, warumb die [spendt] gestift, und was sei den armen abgestorben seelen der stüfter dagegen schuldig seien, und daruf meniglich niderkneien und jedes insonders den steiftern, [...], zuͦvor beten lassen fünf pater noster.
Nyberg, Birgittenkl.
2, 147, 8
(
schwäb.
,
1522
):
ein sallbuͦch des closters, darin man findt einer ieden abbtisin regement [...], auch die maisten stiffter vnd woltheter, vnd alle jartag.
Ebd.
308, 12
(
oobd.
,
1520
/
87
):
Gedenckt vmb Gottes willen aller stiffter vnd stiffterin dis wirdigen goczhaus, aller lieben menschen sel, die pey disem goczhaus begraben ligen.
Vogel, Urk. Heiliggeistsp.
1, 288, 36
.
3.
›Anstifter, Person, die Böses anzettelt‹;
vgl.  3.
Syntagmen:
der s. des aufrurs / abfals / irtums / mordes / ungelückes, der lügene
.

Belegblock:

Luther, WA (
1544
):
welcher [Teuffel] solcher Luͤgenlere Vater und Stiffter ist.
Chron. Magdeb. (
nrddt.
, Hs.
E. 16. Jh.
):
Der Raht [...] ließe etliche von den stiftern mit dem schwert richten und ward der Aufruhr gestilt.
Völker, Antichrist
315
(
wschwäb.
,
15. Jh.
):
das der böß anticrist zuͦ inn kumpt, der ist ain stifter der lúgin vnd alles irretums.
Vgl. ferner s. v.  2.
4.
›Person, die andere in ein Stiftsverhältnis einsetzt; Pächter, der ein solches Verhältnis eingegangen ist‹;
vgl.  9.
Oobd.; Rechts- und Wirtschaftstexte.

Belegblock:

Bischoff, Steir. Landr. (
m/soobd.
, Hs. 
v. 1425
):
Wann ainem herren ain pawr fûder vert, den bestêtigt sein amptman wol; der stiffter vnd störêr ist nicht er selb.
Uhlirz, Qu. Wien
2, 1, 1646, 11
(
moobd.
,
1406
):
desselben hofs und swas darzu gehoret, ain ygleicher markchrichter obrister stifter und stoͤrer ist daselbens von der herrschaft [...] wegen.
Mell u. a., Steir. Taid. (
m/soobd.
,
1580
, Hs.
1629
/
43
):
wan einer alhie erbarlich zur stift ainen stifter stellt, daran die herrschaft und nachbarschaft begnieget, so mag er frei ziehen, wo er hin will; wo man ime solches nit stat tuen wolt, so zwickt er die ablait in des richter torseulen, fert darnach sein straßen wohin er wölle.
Mell u. a., a. a. O. .