stiefbruder,
der
.
1.
›Stiefbruder, Bruder aus 1 gemeinsamen Elternteil, Halbbruder‹ oder (aus den Belegen kaum entscheidbar) ›nicht verwandte männliche Person, die durch Wiederheirat eines oder beider Elternteile in einem Bruderverhältnis zum Kind anderer Eltern steht‹.

Belegblock:

Wyss, Limb. Chron. U
126, 47
(
mfrk.
,
1373
):
mẏ huis unde hop, [...] dij besetzen ich Gerlache mẏme stiffbruder unde Henriches kinden mẏns stiffbruder seligen.
Baumann, Bauernkr. Rotenb.
214, 5
(
nobd.
,
1525
):
wa solichs nicht geschehe, befunden wir euch nicht als bruder, auch stiefbruder, sonder Turken und haiden.
Köbler, Stattr. Fryburg
150, 17
(
Basel
1520
):
Glichgemachte kind erben ein andern selbs nit / anders dañ im fall der stieffbruͤder.
Ebd.
177, 5
:
were das der abgestorben / nit allein recht bruͤder / vnd schwester kind / von vatter vñ muͦtter / sonder ouch stieffbruͤder vnd stieffschwestern verliesse / So haben die gemelten bruͤders kind den vorgang.
Ebd.
32
:
Rechte Brüders kindskind erben mit stieffbruͤdern.
Schmitt, Ordo rerum
78, 39
(
oobd.
,
1. H. 15. Jh.
):
Frater vterinus muterhalp bruder (Vterinus) – stewffbruder von der muter wegen.
Doubek u. a., Schöffenb. Krzemienica
726
;
Voc. Teut.-Lat. ff ijv;
Öst. Wb.
3, 1148
.
2.
›Ordensbruder‹, im Beleg negativierend; wechselseitig abwertend von Katholiken und Reformierten für den jeweils anderen Konfessionszugehörigen gebraucht (Schweiz. Id.
5, 422
).

Belegblock:

Enders, Eberlin
1, 96, 29
(
Basel
1521
):
doch muͤssen sie
[
vernünfftige
Ordensbrüder]
schmaͤrtzlich schweigen oder groß vervolgung lyden von iren stieffbruͤderen.