sterz,
starz
(letzteres seltener),
der
 ;
-es/–
;
zur etymologischen Einordnung s. Dwb
10, 2, 2, 2530
.
1.
›Schwanz von Tieren (sowohl von Fischen wie von Vögeln und großen Säugetieren)‹.
Phraseme:
den al mit dem sterze haben
›etw. so unsicher halten wie den Aal beim Schwanz‹.
Bedeutungsverwandte:
, ; vgl.: .
Syntagmen:
den s. schnüren, im munde haben, der mensch keinen s. haben, den s. hoch empor heben, gleich einem pfau tragen
;
im s. lieder
›Glieder‹
haben, etw. in dem s. breiten, dem pferd jn. an den s. binden
;
der breite / grosse / lange / rauhe s
.
Wortbildungen:
sterzmeise
.

Belegblock:

Strehlke, Nic. Jerosch. Chron.
4383
(
preuß.
,
um 1330
/
40
):
Sî bundin Pippine dô | einem pferde an den stert | und sleiftin in kein Torûn wert.
Peil, Rollenhagen. Froschm.
130, 2690
(
Magdeb.
1608
):
MVrner entbrannt sein neidisch hertz / | Hub hoch empor sein langen stertz.
Meijboom, Pilgerf. träum. Mönch
7770
(
rib.
,
1444
):
dan so werde ich [blaes balch] ouch as vro | Dat ich gelijch eynre pawe ho | Mynen sterz dragen [...]. | Den ougen in myme stertze gespreit | Gelouven ich bas van mynre weidelicheit.
Chron. Köln
1, 3162
(
rib.
, Hs.
1. H. 15. Jh.
):
wir hain syne hulde ind syn hertze | als die den ail hait myt dem stertze.
Lamprecht, Dt. Wirtschaftsl.
1, 500, 2
(
mosfrk.
,
1324
):
wer ein sterzmeise fahet, der ist umb leib und gut.
Jahr, H. v. Mügeln
102, 93
(
omd.
, Hs.
1463
):
dem wißen leuwen stet gesnürt | der sterz zwefaldik in dem schilt.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat.
107, 20
(
oobd.
,
1349
/
50
):
ez sei ain grôzer visch, der [...] hab seinen sterz in dem mund.
Ebd.
118, 1
:
ain iegleich tier vierfüezig hât ainen zagel. aber der mensch hât kainen sterz. iedoch hât er afterpell an des sterzes stat und fuort im daz die afterpell daz andern tiern den sterz fuort.
Frantzen u. a., Kölner Schwankb.
3, 610
;
Schmitt, Ordo rerum
347, 2
.
Vgl. ferner s. v.
1
 3.
2.
›einem Schwanz Vergleichbares‹; im einzelnen z. B. ›Ende e. S. (ütr.)‹; ›Stachel (des Skorpions)‹; ›Schweif des Kometen‹; offensichtlich auch ›Topfdeckel (mit Griff?)‹; ›Kohlstrunk‹; hier anschließbar auch das im Schweiz. Id. (11, 1549) belegte ›Stütze, Beistand‹.

Belegblock:

Strehlke, Nic. Jerosch. Chron.
16754
(
preuß.
,
um 1330
/
40
):
In [bru̇dre] lag ouch in gemu̇te, | daz daz opfir ist unwert, | dem vordrumit wirt der stert
[bdv. laut V. 16757:
ende
; Sinn: ›etw. nutzt nichts, wenn man es nicht vollständig ausführt‹;
vordrumen
›zerschlagen‹].
Vetter, Pred. Taulers
282, 30
(
els.
,
1359
):
das scorpio, das lechelet vornan und smeichelet mit dem munde und hinden stichet es mit dem sterze.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat.
74, 22
(
oobd.
,
1349
/
50
):
in dem obristen [reich des luftes], [...], siht man ze stunden ainen newen stern, der ainen schopf hât oder ainen sterz.
Schmitt, Ordo rerum
184, 22
(
omd.
,
1466
):
Cacabus haffendekch [...] stercze [...] lenghehake [...] kachel vel hafendeckel.
Turmair
1, 390, 13
(
Augsb.
1517
):
excipe: hic caulis ,stingel, startz, stumpf, kil‘.
3.
›Pflugsterz, ursprünglich aus einem einzigen Holz bestehende Handhabe des Pfluges‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl. .

Belegblock:

Voc. Teut.-Lat. ee viijr (
Nürnb.
1482
):
Startz. stiua od’ pflugeswantz.
Turmair
1, 404, 24
(
Augsb.
1517
):
buris ,sterz am pflueg‘, bipennis ,parthen‘, febris, pelvis ,fuesschaff ‘.
Rechn. Kronstadt
2, 544, 37
(
siebenb.
,
1538
):
dolia, griessel, drag baren, scirpea (flecht), stiva (stercz).
4.
›Bestechungsgeld‹; tropische Verbindung mit den Ansätzen 1; 2; 3 unklar.

Belegblock:

Schweiz. Id.
11, 1550
(a. 
1610 f.
).