stampfen,
V.;
in 2 teilweise Vermischung mit .
1.
›(mit den Füßen) stampfen, fest auf die Erde treten‹.
Wortbildungen:
stampadahin
›fahre dahin‹,
stampf
1 im Phras.:
wieder in den alten stampf treten
›rückfällig werden‹,
stämpfig
›stampfend (von Pferden)‹ (a. 1499).

Belegblock:

Peil, Rollenhagen. Froschm.
61, 561
(
Magdeb.
1608
):
Er sprang / er stampfft / er sties die Wend / | Poltert herumb von ort zu end.
Ebd.
637, 4081
:
Jederman stund / vnd biß die zeen / | Stampfft mit den Fuͤssn.
Sachs
20, 290, 18
(
Nürnb.
1549
):
Ein leiden sonst ob allem leiden, | Das seel und leibe macht vil schwachs | Stampadahin! so spricht Hans Sachs.
Chron. Augsb.
4, 195, 9
(
schwäb.
,
v. 1536
):
dise straf hat kain frucht pracht, dann ir vil haben wider in den alten stampf getretten.
Maaler
384r
;
Schweiz. Id.
11, 490
.
Vgl. ferner s. v.  1.
2.
›etw. (vor allem Früchte, Speisen) mit einem Handwerkszeug (Stößel) zerkleinern, zermalmen; etw. (z. B. Getreide, Rohstoffe zur Papierherstellung) in Mühlen mahlen, zerreiben, zermalmen; etw. enthülsen‹.
Gehäuft Rechts- und Wirtschaftstexte.
Bedeutungsverwandte:
 2, ,  2 (möglicherweise auch zu
3
,
1
),
2
 3,
2
,  3, , ; vgl.  3,  2, (V., unr. abl.) 2, ,  26,  3,  2,  1,  2.
Syntagmen:
die wurz, die christen s
.;
die gestampfte gerste / hirse / speise, gestampfte trauben
;
das stampfen [in der papiermüle] gebrauchen
.
Wortbildungen:
stampfeisen
›Eisenmörser‹,
stampfeloch
wohl ›die halbkugelförmige Höhlung, Mulde, in die der Stampfzylinder fällt bzw. gestoßen wird‹ (dazu bdv.: vgl. ),
stampfer
a) ›Stößel‹; b) ›Inhaber einer Stampfmühle o. ä.‹ (a. 1546),
stämpfer
,
stampfete
›Menge, die auf einmal gestampft wird‹ (a. 1474),
stampfgerste
›gemahlene Gerste‹ (16. Jh.),
stampfholz
›Stampfholz in der Mühle‹,
stampfler
ein Bestandteil der Mühle,
stampfrad
›Antriebsrad einer Stampfmühle‹,
stampftrog
(wie
stampfeloch
),
stampfung
.

Belegblock:

Ziesemer, Gr. Ämterb.
373, 21
(
preuß.
,
1442
):
1½ scheffel gestampte hersze.
Alberus Tt iv (
Frankf.
1540
):
Pistillum, ein stempffer.
Mone, Adt. Schausp.
2, 728
(Hs. ˹
omd.
,
1391
˺):
Rubin, stampes duͤ dyͤ worcze? | [...] neyn here, ich stapphe
(wohl
stamphe
)
esels fuͤrcze.
Kläui, Urk. Hermetschwil
27, 31
(
halem.
,
1357
):
Das selbs gotzhus sol [...] alles gemacht mit stampfenn, mit bluͥwenn, mit malen in allen sachen niesen.
Maaler
384r
(
Zürich
1561
):
Stampffen / das ist / die hültschen abstossen / als hirß oder gersten stampffen. [...]. Gersten Stampffen. [...]. ¶ Stampffen / Zerstossen / Zuͦ puluer machen. [...]. Stampffer / stosser / der in einem moͤrsel stoßt. Pinsor, Pistor. [...]. Stampffung (die) Calcatio.
Dict. Germ.-Gall.-Lat.
502
(
Genf
1636
):
Stampfeysen / ein Eysen / damit man etwas klein stoͤsset. [...] Stampftrog / m. [...] Alueus.
Dertsch, Urk. Kaufb.
1018
(
schwäb.
,
1466
):
Es habe auch der Espanmüller
ain grosse auch zu allernechs im Tumpf zu ainem stampfeloch gehowen zu der mulin.
Henisch
1572
(
Augsb.
1616
):
Gestampffte Speiß / es sey Graupen / Weitzen / Gersten / Reiß / Hirsche / Grütze / Zugemüse [...]. Gestampfft / gegru͂set / zerriben.
Dirr, Münchner Stadtr.
164, 13
(
moobd.
,
1345
):
daz si [...], einen muͤlslach und ein muͤl vahen, bawͦn und slahen suͤllen und muͤgen mit drein muͤlredern, mit einem sagrad und mit einem stampfrad.
Bastian u. a., Regensb. UB
88, 8
(
oobd.
,
1360
):
soll
ich yn die muͤl und die oͤlpress und die staͤmpf mitsambt den stampfelarn, mit untern stain und mit obern stain [...] pewlich [...] ligen lassen.
Rechn. Kronstadt
1, 311, 40
(
siebenb.
,
1521
):
pro labore stemper beschlan ad praeparandos pulveres asp. 3.
Ebd.
2, 179, 43
(
1530
):
pro uno ligno vulgo stamp holcz ad hospitale flor. 1.
Ebd.
3, 25, 22
(
1538
):
Ex mola T. von dem Stampin asp. 5. ct. avenae cub. 41.
Gleinser, Anna v. Diesb. Arzneib.
1989, 269
;
Lehmann, Rezeptb. S. 
262
;
Rechn. Kronstadt
3, 417, 4
;
578, 16
;
Voc. Teut.-Lat. ff jiv;
Maaler
176r
;
Schweiz. Id.
11, 478
;
481
;
Schwäb. Wb.
5, 1630
.
Vgl. ferner s. v.  26,  2, .