stampenei,
die
;
–/
auch
;
zu
mhd.
stampenîe
eine Liedergattung (Lexer
2, 1133
), dies aus
afrz.
estampie
(Rosenqvist, Frz. Einfluß.
1932, 224
),
ital.
stampania
(Schweiz. Id.
11, 449
).
›mündlich, auch mit Musikbegleitung vorgetragener oder schriftlich verfaßter Text unwahren, verleumderischen, parodistischen Inhalts‹; als Metonymie (ohne Trennbarkeit im einzelnen): ›Geschwätz, leeres Getue, Zeitvertreib, dummes Zeug; unsinnige Handlung, Schnurre, Posse‹; intensiver Gebrauch in den Konfessionswirren des 16. Jhs.
Obd.; didaktische, unterhaltende, chronikalische Texte.
Bedeutungsverwandte
(bzw. im Orientierungsfeld von): , (zum Gw:
1
poppe
), , (
das
3,
1
, , , (
das
), , , , ,  2, , , , ; vgl.  679; .
Syntagmen:
die s. erdenken / anheben / aufbringen / ausstossen / schreiben / unterlassen / treiben / faren lassen / abschaffen, jm. s. sagen
;
die s. dem evangelium ungemäs sein
;
sich der stampeneien schämen
;
sich auf s. ergeben, mit s. daher kommen
;
die s. der werlt
;
die s. wieder den glauben
;
die alte / mönchische / papistische s
.;
der kramladen zur s
.
Wortbildungen:
stampeneiisch
(1. H. 16. Jh.).

Belegblock:

Goedeke u. a., Liederb.
340, 5
(
Nürnb.
o. J.):
Ich bitt dich [Got] won mir hilflich bei, | denn es ist ietz kein stampenei.
Sachs
7, 205, 33
(
Nürnb.
1536
):
Dergleich auff thön und melodey, | Auff fabel, schwenck und stampaney.
Schade, Sat. u. Pasqu.
2, 241, 1681
(
nobd.
1524
):
das sie dan fleißig hand bedacht, | Petrum zuͦ einem fels gemacht, | Uf den die kirchen buwen sei | Und vil der gleichen stempenei.
Bell, G. Hager
4,
Titel (
nobd.
,
1588-1623
):
IN DEM VIERDTEN THAIL | sind stampaneÿ, lecherliche | Posen vnnd Schwäncklieder.
V. Anshelm. Berner Chron.
5, 23, 34
(
halem.
,
n. 1529
):
al andre lêren, disputation und stempnîen, den heiligen evangelien und gschriften, wie gemelt, ungemaͤs, si sîen von dem Luther oder andren doctorn [...] ussgangen.
Lauater. Gespaͤnste
13r, 10
(
Zürich
1578
):
Welcher vmb soͤlche lüt ist / muͦß jren / wie übel sy jn erbarmend / offt vnd vil lachen weñ sy so mit wu͂derbaren vnd vngerympten gesichten / fablen / vnd stempanyen dahar kommend.
Klein, Oswald
90, 27
(
oobd.
,
1416
):
mir undicke wonet bei, | die mich tüt freuen | vor aller werlde stampanei.
Kopp, Volks- u. Gesellschaftsl.
66, 3
;
Goedeke, P. Gengenb.
129, 457
;
Ukena, Zuger Trag.
1261
;
Jörg, Salat. Reformationschr.
310, 38
Marg.;
Niewöhner, Teichner
378, 23
;
415, 31
;
470, 143
;
Klein, a. a. O.
103, 22
;
Schmidt, Hist. Wb. Elsaß
336
;
339
;
Schweiz. Id.
11, 447
 f.