1
stachel,
der
,
vereinzelt
die
.
1.
›Stachel (z. B. von Insekten, Disteln); Kralle (z. B. der Katze); Spitze eines Werkzeugs‹; vielfach ütr., dann z. B.: ›heftiger, stechender Schmerz‹, in religiösen Kontexten vor allem auf den Tod, die Sünde bezogen.
Phraseme:
wieder den s. lecken
o. ä. ›[...] löcken‹.
Bedeutungsverwandte:
1
 4,  1,
1
, (
der
1, , ; vgl. (
der
1,  4,  2,  3; zur Ütr. vgl.
1
 7.
Syntagmen:
einen s. haben / fülen, den s. bergen
›versenken‹ /
erdulden, nicht vertragen, dem teufel des s. nemen, den s. sünde nennen
;
der s
. (Subj.)
abbrechen, dem fleisch ein s. gegeben sein
;
wieder den s. laufen / scharren
(Variation zu o. a. Phras.),
der s. des todes / fleisches, der helle / sünde / biene
;
der s. im herzen
;
stacheln an dem igel
;
der lange / schwere / spitzige / starke / stechende s
.
Wortbildungen:
stacheldorn
,
stachelfisch
,
stachelkraut
,
stachelschnecke
eine Schneckenart mit einer in die Höhe gewundenen rauhen Schale (dazu bdv.: , ),
stachelschwein
(dazu bdv.: ; s. Lex. d. Mal.
7, 2167
),
stachelstab
›Stab mit Stachelspitze‹ (a. 1628).

Belegblock:

Peil, Rollenhagen. Froschm.
362, 1774
(
Magdeb.
1608
):
Gott machts wenn sie [Bien] einen stech / | Das jhr Stachel bald gar abbrech.
Ebd.
567, 1921
:
Wer sich der Bienen stachl lest schrecken / | Bekompt den Honig nicht zu lecken.
Oorschot, Spee/Seifert. Proc.
465, 20
(
Bremen
1647
):
daß sie [stupffnadeln] nicht mit kunst bereitet sein / zu stechen / oder den stachel zu bergen.
Luther, WA
17, 2, 27
(
1525
):
,Stimulus carnis‘, eyn spies odder stachel des fleyschs. Aber das mag nicht bestehen. Denn fleyschliche anfechtung heysst er
[Paulus]
nicht stachel. Syntemal stachel viel mehr etwas boͤses [...] ist, Und stachel des fleyschs hie nicht ist, da mit das fleysch sticht, sondern damit es gestochen wird.
Ebd.
17, 2, 382, 36
(
1527
):
Es würt dir schweer werden wider den stachel lecken.
Ebd.
29, 286, 3
(
1529
):
So viel ein conscientia fult stachel et gravedines, so feilts yhm am glauben.
Ebd.
30, 3, 431, 33
(
1531
):
ym ist schwaͤr, widdern stachel mit versen zuscharren.
Ebd.
36, 428, 10, 37
(
1532
):
hunger, krieg, pestilentz, seuche, [...] des brauchet er [Gott] als stacheln umb sich her.
Ebd.
36, 694, 21
(
1533
):
so soltu
[Tod]
deinen eigen stachel fressen und daran erwürgen.
Ebd.
41, 6, 4
(
1535
):
pfu dich ketzlein, hastu so schonen balck und so stachel, leckts, stichst.
Ebd.
47, 405, 8
(
1538
):
ein distelkopff, wo man den hinwirfft, so will die Stachel imerdar ankleben.
Ebd.
49, 767, 28
(
1545
):
Der Stachel der Hellen ist die Suͤnde, die Krafft aber der Suͤnde ist das gesetz. Die Suͤnde ist des Todes Stachel, Das ist: Der boͤse Reuel im Hertzen
[Spiel mit gen. subj. und gen. obj.].
Ders. Hl. Schrifft. Apg.
9, 5
(
Wittenb.
1545
):
Es wird dir schweer werden wider den Stachel lecken.
Ebd. 1. Kor.
15, 55
:
Tod / wo ist deine Stachel?
[Mentel
1466
:
garte
; Var. 1475
2
:
angel
 ]
Helle / wo ist dein Sieg?
Hübner, Buch Daniel
3108
(
omd.
, Hs.
14.
/
A. 15. Jh.
):
Sat ist ire [hirten] predigat, | Ein stachil dorn ubiltat.
Oorschot, Spee/Schmidt. Caut. Crim.
326b
, 14 (
Frankf./M.
1649
):
mit desto heftigerm Stachel vñ Schmertzen jhres Gewissens.
Reichmann, Dietrich. Schrr.
186, 7
(
Nürnb.
1548
):
Der todt ist verschlungen in dem sieg. Todt wo ist dein stachel? Helle wo ist dein sieg? Aber der stachel des todtes / ist die sund.
Golius
216
(
Straßb.
1579
):
Fuscina, stachel damit man die fisch sticht / fischer geren.
Ebd.
277
:
Histrix, Meerschwein / Stachelschwein.
Gesner, Fische O 7r (
Zürich
1556
):
Stachelfisch [...] pisciculus que͂ ipse (Rõdeletius) Aculeatum cognominat. [...]. Stichlig zu Staßburg.
Maaler
383r
(
Zürich
1561
):
Stachelschweyn (das) Hystrix.
Dict. Germ.-Gall.-Lat.
501
(
Genf
1636
):
Stachelschneck / Certain poisson de mer.
Weber, Füetrer. Poyt.
301, 2
(
moobd.
,
1478
/
84
):
MIt ainer waibil rŭeten | von stachel lannck vnnd schwär.
Bauer u. a., Kunstk. Rud.
185
(
oobd.
,
1607
/
11
):
1 vogelkopf [...] hatt hinden am kopf [...] ein strauß subtiler federlein wie börsten, gescheggicht wie die stachel oder meerschwein haben.
Ebd.
238
:
das kleiner fischlin ist etwas underschiden, hatt hinden und vornen 2 stachell.
Luther, WA
36, 689, 15
;
36, 695, 28
;
41, 119, 4
;
45, 367, 30
;
47, 405, 8
;
49, 776, 11
 ff.;
Peil, a. a. O.
526, 621
;
537, 977
;
Alberus, Barf.
271, 4
;
Bauer u. a., a. a. O.
233
;
Dasypodius
426r
;
Volkmar
279
;
Marzell
4, 332
;
Schweiz. Id.
9, 1197
;
10, 1561
;
Tpma
11, 92
 f.
Vgl. ferner s. v.  1,  1,
2
.
2.
›Sprietstake, Bootshaken zur Messung der Wassertiefe‹;
Wortbildungen:
stächelruder
(a. 1493/4),
stächelstange
(a. 1492/3).