– Bei den Ansätzen 1 bis 3 erscheint
stük
in einem je besonderen Verhältnis zu einem Ganzen; in 4 bis 8 wird es als tendenziell selbstständige Einheit gegenüber dem Ganzen verstanden; in den Ansätzen 9 bis 13 ist
stük
semantisch auf eine Stellvertreterfunktion tendenziell pronominaler Funktion reduziert; 14 listet Phraseme auf.
– Zur Lautung von 'Stück' in den rezenten deutschen Mundarten s.
regionalsprache.de, s. v.
.
1.
›von einem größeren Ganzen sehr unterschiedlicher (meist sachlich konsistenter, vereinzelt flüssiger, oft personaler, teils auch abstrakt gedachter) Art abgeschlagenes, abgerissenes oder (seltener) durch Zertrümmerung / Zerfall eines Ganzen entstandenes Bruchstück‹; sowohl das Bruchstück wie das Ganze werden als quantitativ reduziert und als qualitativ in seiner Eigenrolle eingeschränkt bis aufgehoben semantisiert.
Phraseme
(die magd) [jm.] zu stücken fallen
wohl ›niederkommen‹.
Bedeutungsverwandte
(bzw. Orientierungsfeld):
,
,
1,
(
der
),
1
,
1,
3.
Syntagmen:
ein s
. (von etw.)
abhauen / abschneiden / verschlingen, ein s
. [Besitz]
nach dem anderen los machen, jm. ein s. pech stelen, ein s. von einem ring geben, ein s. fleisches ausreissen / ausziehen
;
das gröste s
. (Subj.)
gelten
(Redensart),
ein s. fisch
[wo]
liegen, ein s
. (der Decke)
über dem altar einfallen
;
einen verräter / ein pferd an / in stücke hauen, etw
. (Subj.)
auf stücken gehen
›zusammenfallen‹,
etw. auf stücken springen
›zerbrechen‹,
j. auf stücken springen
›platzen‹,
seinen geist in stücke zerzerren, aus stücken (des dunstes) einen tropfen machen, das blut jm. bei stücken aus dem munde drängen, etw
. (z. B.
seife
)
/ jn
. (z. B.
seinen vater
)
in stücke schneiden, etw. in stücke teilen
(z. B.
einen fisch, ein as
)
/ spalten, sich in stücke reissen, etw
. (z. B.
eine krone, das sper
, jeweils Subj.)
in stücke springen, etw. / jn. zu stücken hacken / zerreissen / zerhauen, fische zu stücken hauen, ein rind zu stücken schlagen, eine brücke zu stücken brechen, got als ein rind zu stücken teilen, jm. die beine zu stücken brechen, jm. den schild zu stücken klauben, das sper zu stücken zerschütten, sich zu stücken zerfallen
;
das feiste / grosse / kleine s
.;
ein s. pech / fisch / leder / unschlit, das / ein s. fleisches, brot(es), ein s. feldes, das s. eines dinges / beines / steines / heiltumes
.
Belegblock:
Lapp stuͤck bletz / lupp fleck flick.
Holland, H. J. v. Braunschw. V. e. Weibe
(
Wolfenb.
1593
):
wann du auch tol würdest, vnd dich in stücken zerrissest, So bistu doch ein dopperter Hanrey.
Strehlke, Nic. Jerosch. Chron.
(
preuß.
,
um 1330
/
40
):
daz blût im ûz dem libe twanc, | daz iz ûz den wundin dranc | bî stuckin, want iz itzunt was | gelibrit.
Er [Cardinal] wolt sich ehe auff stuͤcken zu reissen lassen, ehe er die Messe wolt lassen faren.
Peil, Rollenhagen. Froschm.
509, 67
(
Magdeb.
1608
):
Biß Gott sie nicht mehr toben ließ / | Mit Blitz vnd Donnr alles zerschmiß / | Das Berg vnd Mann auff stuͤcken gehen / | Als noch am Brocken ist zusehen.
Denn jhr viel ehe auff stuͤcken springt / | Denn jhr des Ochsen groͤß erzwingt.
Mach ein stuͤck nach dem andern loß / | So wirst endlich gar arm vnd bloß.
Hajek, Guͦte spise
15
(
rhfrk.
/
nobd.
,
um 1350
):
so schuͦpe die vische vnd ziuhe in abe die hut, swenne sie erwallen, vnd hau sie zvͦ cleinen stuͤcken.
Tiemann, E. v. Nassau-S. Kgn. Sibille
140, 18
(
rhfrk.
,
um 1435
):
so was der hunt an yne gesprungen / vnd hat yme vnder siner brust eyn groß stuck fleysches vßgezogen.
Karnein, Salm. u. Morolf
706, 2
(
srhfrk.
, Hs.
um 1470
):
Morolff der mere helt gut | das rint da zu stucken geslug.
Knape, Messerschmidt. Bris.
35, 52
(
Frankf./M.
1559
):
sonst was er [Crocodill] mit greulichen vngehewren klawen / an den vier fuͤssen gewapnet / dermassen / alles was er damit ergreiffen mocht dz zerreiß er zu kleinen stuͤcken.
Soͤndern. Theilen / scheiden / spalten / in stuͤck schneiden / in Artickel setzen.
Gerhard, Hist. alde e
4483
(
omd.
,
um 1340
):
Sines vaters os er uzgrub | Und daz in drihundert stucke | Teilte und warf si zurucke | Vur drihundert gire groz.
Schönbach, Adt. Pred.
(
osächs.
,
1. H. 14. Jh.
):
god der gab sinen lichnamen niht also, daz er wuͤrde geteilt nach siner naturen zuͦ stuͦken als ein rint oder ein ander vich daz man vorcouͤfet zuͦ den scharen.
v. Tscharner, Md. Marco Polo
73, 25
(
osächs.
,
2. H. 14. Jh.
):
si risin den visch in kleyne stucke unde sidin di.
Skála, Egerer Urgichtenb.
247, 1
(
nwböhm.
,
1578
):
Zum Wildtstein eim Kärner [...], 3 stuck pech Vom Karn Zu nachts gestolen.
Gille u. a., M. Beheim
110, 53
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
Und warff in zorn und ungeperd | die kran von dem haͮbt auff die erd, | daz sy prach zu vir stüken.
Schade, Sat. u. Pasqu.
(
nobd.
1524
):
Ob man dan schon ein schind umb gelt, | Wann im
[dem Kleriker]
die magt zuͦ stucken felt, | [...] | So laßt man in doch bei der pfründ.
Er gibt jhr ein stück von eim Ring. | HertzLieb, da nembt den halben Ring!
Vetter, Pred. Taulers
(
els.
,
E. 14. Jh.
):
die [húndelin] rissent ime stúckelin us hie und do, das ist sú zerziehent ime sin hertze.
Gilman, Agricola. Sprichw.
1, 507, 5
(
Hagenau
1534
):
Das groͤste stuck gilt. In etltichen spielen / als mit den steynen zum pflocke schiessen / wenn schon eyn steyne zurschossen [...] ist / so gilt doch das groͤste stuck vom steyne [...] zu gewinne.
das zuͦ zittẽ ein bein gerissen. gespalten. gequetschet / etwã in große. etwã in cleine stücklin die vʼserung geschehen ist.
Roder, Hugs Vill. Chron.
(
önalem.
,
1501
):
den morder uff das rad, den ferretter huw man an fier stuck.
Schnyder, Qu. Zürcher Wirtsch.
125, 25
(
halem.
,
1358
):
das [schiff] gienge zuͦ stucken und ertruncken bey 200 bilgren.
Lindqvist, K. v. Helmsd.
2130
(
halem.
, Hs.
um 1435
):
kúng Evilomeradach, | Der sinen vatter, als man sait, | Wol in driw hundert stuk schnaid | Und inn den gÿren gab zu spÿs.
Schmidt, Rud. v. Biberach
14, 23
(
whalem.
,
1345
/
60
):
Versenket sich vnser geist mit vngeordenoter begirde vnd liebi in dis nidren ding, so wirt er zerzert in vngeendot stucke vnd wege vnd gescheiden von im selben.
Wyss, Luz. Ostersp.
10736
(
Luzern
1545
):
Min herr, min gott, vff disem tisch | ligt hunnig waben vnnd ein stuck fisch | gebratten.
Stuck wor von es joch seye. [...] Stuck oder teil vaͤlds.
hat er [der arme] ein stuck brots / so kompt ein Hund / vnd nimpts jhm.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat.
(
oobd.
,
1349
/
50
):
dâ von seind diu kelten sänfticleichen anrüert diu wolken, sô macht si klaineu tröpflein auz gar klainen stükleinn des dunstes.
Bauer u. a., Kunstk. Rud.
1048
(
oobd.
,
1607
/
11
):
Ein in vil stuckh zerbrochen crucifix von augstain.
Brévart, K. v. Megenberg. Sphaera
19, 18
(
noobd.
,
1347
/
50
):
so tail die lengen dez umbkraizzes in zwai und zwainzig stuͤk, und sneid der stuͤke aines ab.
Munz, Füetrer. Persibein
299, 5
(
moobd.
,
1478
/
84
):
alldo ergieng ein sölicher punder, | da von dy sper in stucke clain zersprungen.
also gräülich geschutt, dass auch in der Kirchen zu Cronen am Gewölf uber dem Altar ein gross Stuck ingefallen.
Peil, a. a. O.
650, 4513
;
Meisen, Wierstr. Hist. Nuys
2852
;
Belkin u. a., Rösslin. Kreutterb.
148, 11
;
162, 6
;
Roloff, Naogeorg/Tyrolff. Pamm.
387, 3806
;
Weber, Füetrer. Poyt.
241, 7
;
Bauer u. a., a. a. O.
34
;
2.
›(meist physisches) Teilstück eines Ganzen‹; dabei wird das Ganze oft (vor allem in Texten der Sinnwelt ‚Religion‘) als wesenhaft im Teilstück vorhanden semantisiert, z. B. der Spiegel in jedem seiner Splitter, Christus in jedem Stück des Brotes; mehrfach Argumentation e contrario.
Gehäuft Texte der Sinnwelt ‚Religion / Didaxe‘.
Bedeutungsverwandte:
,
II.
Syntagmen:
der stücke ane zal sein
(ohne Subj.);
das s
. (Subj.) (nicht)
der tag sein, das stüklein des zeites nicht verderben, das stüklein das ganze in im halten
;
das röklein (des kindleins) ane s. geweben werden, der oblat in jedem s
. (sein),
got, der oblat in jedem s. (gänzlich, das ganze) sein, im jedem stüklein des spiegels das ganze bild sein, der priester den natürlichen leib in stüklein zerbrechen, der geist an seinen begierden in stücke geteilt werden
(obwohl er
ob dem zeite
ist),
Christus in dem stüklein des brotes genommen werden, im brot got
(nicht)
zu stücken geteilet werden
;
das s. des zeites, von der zeit
.
Wortbildungen:
›in jedem einzelnen Abschnitt vollständig‹ (vom Tode Christi gesagt).
Belegblock:
Datzuͦ sprechen wir also, das er
[Christus]
alle drey tage mit seinem tod stückig ergryffen habe.
Wenn ein spiegel ynn tausent stuͤcke gebrochen wuͤrde, dennoch bliebe ynn eim iglichen stuͤcke das selbige gantze bilde.
Pfefferl, Weigel. Gn. S.
57, 15
(
um 1571
, Hs.
1615
):
Wen ich nun, sag ich, den Menschen volkhumendlich / solte beschreiben, so mueste Jch dise Stuckh alß die ganze welt erkennen vnnd wissßen, dann ich kennet den Vatter, vnd auß den Vatter kente ich beschreiben den Sohn, welicher ist der Mensch.
Quint, Eckharts Pred.
(
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
Nime ich ein stücke von der zît, sô enist ez weder der tac hiute noch der tac gester. Nime ich aber nû, daz begrîfet in im alle zît.
Kehrein, Kath. Gesangb.
(
Köln
1610
):
Nach gebrochnem Sacramente, | Glaub vnd dich dauon nit wende, | Daß ein jedes stuͤckle bhende | Als viel das gantz in jhm helt, | Dann diß ist die ware Summe | Des verborgnen heiligthumbe.
Gille u. a., M. Beheim
14, 121
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
das der leib gotz | da gar und genczigclichen ist verdeket | in aller speci und gestalt des protz. | Und gar und gancz in yedem stuklein der oblat.
Päpke, Marienl. Wernher
(
halem.
,
v. 1382
):
Maria machte dem kindelin | Gar listeklichen ain roͤklin, | Gancz ungenat und ungesnitten | [...] | Geweben wart es also gancz | Aͮne stuk und aͮne schrancz.
Schmidt, Rud. v. Biberach
15, 3
(
whalem.
,
1345
/
60
):
Wenne vnser hertz old vnser geist begint zvͦ fliessen an sinen begirden, so wirt er in als menge stuͥcke geteilet als vil der dingen ist, die er begert.
want als ein lok mag nuͥt verderben von dem hoͮbte, also mag oͮch daz minst stuͥkli des zites nvͥt verderben.
Sappler, H. Kaufringer
28, 155
(
schwäb.
, Hs.
1472
):
[Der jud ... sprach:] seit der priester neußt das prot, | darein gott ist gesegnot, | und zuo stücken würt getailt, | damit würt ewer gelaub gemailt, | wann ir sprechent auch darbei, | das in ieglichem stuck sei | gott volkomen genzlich gar. | seit das nun sol wesen war | und der stücklein ist oun zal.
Bauer, Haller. Hieronymus-Br.
50, 6
(
tir.
,
1464
):
O tu ëdle speis, in der da genamen würt Christus, got vnd mensch, [...] als gancz vnd gar in der gestalt des protes vnd in idleichem der selbigen stüklein oder prösenlein vnd gancz vnd gar in der gestalt des weines vnd in idleichem tröppflein.
3.
›Bestandteil als eigenwertiger, integraler bis konstitutiver Teil eines im Quellentext benannten oder vorausgesetzten komplexen Ganzen, Teil e. S. oder e. P.‹; im Unterschied zu
1 wird
stük
nach diesem Bedeutungsansatz nicht als defizitär gegenüber dem Ganzen und im Unterschied zu
2 nicht als bloßer Teil semantisiert, in dem das Ganze enthalten ist, sondern als dessen eigenwertiger Rahmen. Der extensionale Skopus des so verstandenen
stückes
ist außerordentlich weit und im Einzelnen logisch kaum umreißbar; im Folgenden werden vier Gruppen von Bezugsgrößen innerhalb dieser besonderen Relation unterschieden.
a) ›jede Art kriegsdienlicher Schusswaffe‹; meist: ›Geschütz, Kanone‹; auch: ›Büchse‹.
Bedeutungsverwandte:
3,
1,
I,
1.
Syntagmen:
x stücke begeren, die stücke / x stücke geschüz
[wohin]
bringen, ein s. auf dem berg ziehen
›aufstellen‹,
jm. x stücke zufallen lassen
;
das s
. (Subj.)
auf rädern stehen
;
mit x s. büchsen ziehen, die majestät mit büchsen herkommen, jn. mit einem s. hinausschiessen
, [eine Stadt]
mit stücken beschiessen
;
etw. zum s
. ›zum Schießen‹
gebrauchen
;
das grosse / kleine s
.;
x stük büchsen /spiesse
;
x stücke geschütze / geschützes
(Gw zu
3).
b) ›einzelnes größeres Tier, Vieh, Wild‹; jeweils gesehen auf dem Hintergrund größerer Anzahlen einer Gesamtheit.
c) ›einzelnes Stück eines Ganzen (z. B. eines Steines) oder eines größeren, als teilbar gedachten Ganzen‹.
d) ›Einheit, Einzelstück unterschiedlichster konkret oder abstrakt gedachter Art und unterschiedlichen Zweckes‹; Bezug auf alles, was als Teil einer Gesamtheit gedacht wird, z. B. auf Körperteile, Schmuckstücke, Gebrauchsgegenstände, Handlungskonstituenten, Zeiteinheiten, geometrische Einheiten, Substanzen eines Gemisches von Stoffen, Bedingungen eines Rechtsverhältnisses, Arbeitsprodukte, Exemplare einer Sache.
Bedeutungsverwandte:
3,
1;
4;
5.
Syntagmen:
ein s. hausrat
[wie]
achten, etliche stücke
(›Schmuck‹)
verlassen
›hinterlassen‹,
stücke aus etw. machen, ein reich vier stücke haben
;
ein s
. (Subj.)
fleisch
[wo]
wachsen, x stücke an einem umkreis sein, ein s. zur gerade / morgengabe, zum musteil gehören, ein s
. ›Reliquie‹
in einem crucifix gefast sein
;
der leibliche vater
(nur)
an einem s. eigentlich der vater sein, die sphäre / stunde / zauberei in stücke teilen, ein zeichen in x stücke geteilt, der mensch in stücke gesezt sein, jn. um x s. manschaft ledig
(sagen);
das güldene / kleine / merkliche / notdürftige / ungeformte s., ein / das s. fleisch / wirk, des erdreiches, der glieder, des leidens e. P., x stücke hausrat, x stücke wegweiser
.
Wortbildungen:
›ins Haus kommender Bäcker‹ (s.
),
›auf die Verfertigung von Einzelstücken angewiesener, ärmerer Handwerker‹.
Belegblock:
Zu a): hat man in der Altenstadt den einen S. Jacobs thurm zurichten lassen und ein stücke geschütz darauf bracht.
Ziesemer, Marienb. Ämterb.
159, 33
(
preuß.
,
1448
):
8 rintharczschen, item 43 pafniszen, item 10 stug spisz.
Jörg, Salat. Reformationschr.
566, 20
(
halem.
,
1534
/
5
):
wie sy sich scheydens und fridens erbuttend / dann sy zugend mit viij mannen / und xx stuck büchsen uf redern.
Diehl, Dreytw. Essl. Chron.
(
schwäb.
,
1548
):
und fyrtt mann noch erst grosse stuck byschenn zu, das jettlicher sein meinung rett.
ließ vnser Patron jnen zugefallen 3 grosse Stuck / vnd sie hergegen 2 abgehn.
Bauer u. a., Kunstk. Rud.
2201
(
oobd.
,
1607
/
11
):
Ein schön messing vergultt instrument mit seinem compas, quadrantten, circul, bleywag, alles beysamen in einem instrument, zum geschütz, grossen stuckhen zu gebrauchen.
Qu. Brassó 4, 14, 35
(
siebenb.
,
1603
/
20
, Hs.
1761
):
Dieselben [zwei Deutschen] hat man aus einem grossen Stück zur Stadt hinausgeschossen, von deren Gebein man nichts mehr funden hat.
24. Mart. ist Zeiden vom Bathori mit 8 grossen Stucken den ganzen Tag beschossen worden.
Bell, G. Hager
426, 2, 16
;
Zu b): Ermisch u. a., Haush. Vorw.
227, 25
(
osächs.
,
1570
/
7
):
uf das du bauchetz oder tragets stück wild fangen kanst.
Gilman, Agricola. Sprichw.
2, 12, 30
([
Augsb.
]
1548
):
da ich jung war [...] so habe ich manch stuck Wildes und ander Wildpredt gejagt.
[sie] haben von siebenbürgerischen Vieh über die 100.000 Stuck in Bleschland getrieben.
Dalby, Lex. Mhg Hunt.
1965, 232
.
Zu c): die seülen zu Sanct Michael jm closer an der pahrkirchen in Antorff sind all von einem stuck des schwarczen schönen goldstains gemacht.
Loose, Tuchers Haushaltb.
(
nürnb.
,
1514
):
darczu 4 fuder pflasterstain [...] und fur 1 Kornperger stuck czu einem geschwell und fur taglun 4 ℔.
Patocka, Salzwesen.
1987, 124
(
oobd.
,
1582
/
5
):
Diser Prunen ist [...] mit gehauten Stuckhen außgeseczt.
Zu d): Quint, Eckharts Pred.
(
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
Mîn lîplîcher vater ist niht eigenlîche mîn vater sunder an einem kleinen stückelîn sîner natûre, und ich bin gescheiden von im.
vam stuck wirk gaff man iren loin.
Köbler, Ref. Franckenfort
702, 79
(
Mainz
1509
):
wes von entzlingẽ stücken hußrats vnder xviij heller wert geacht funden wirt / dauõ sol kein jnschryb gelt genõmen noch gegeben werden.
Ders., Ref. Wormbs
181, 24
(
Worms
1499
):
das soͤlich schrifft oder inschryben ein weßlich notdürfftig stuck einer yeden vbergaben. [...] syn soͤllen.
Schmidt, Frankf. Zunfturk.
2, 372, 5
(
hess.
,
1604
):
soll auch kein stukh- oder bauwbecker, [...], den weißbeckern, welche vor derselbigen obrigkeit der statt uf den kauff ufgesetzt gewicht [...] verhalten musen, keinigen intrag weder mit kauffen noch verkauffen thun.
Stambaugh, Milichius. Zaubert.
20, 1
(
Frankf./M.
1563
):
Zum ersten wirdt alle Zauberey getheylet in zwey stuͤck / nemlich in
[...
fleiß
]
unnd
[...
verblendung
].
Oorschot, Spee/Schmidt. Caut. Crim.
(
Frankf./M.
1649
):
so haben wir ja auch Macht / vnnd stehets vns frey / solche stunde in etliche Stuͤcken zu theilen.
Hübner, Buch Daniel
(
omd.
, Hs.
14.
/
A. 15. Jh.
):
Do wart Danyel sachen | Zu samne pech, smaltz, die har; | Sieden liez er disse par | Unde machte uz der grus | Stucke, dar nach er die mus | Leite in des trachen munt.
Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck
110, 12
(
thür.
,
1474
):
daz [lipgut] volget ir zcu yrem liebe met andern stügken allen, zcu gerade, morgengabe unde musteyl gehorende.
Euling, Kl. mhd. Erz.
(
nobd.
,
E. 15. Jh.
):
Pistu̇ ein armer hantwercksman, | der nit nach dem pesten ein hantwerck kan | und als ein stuckmeyster sich müß nern, | [...].
Engel, Rats-Chron. Würzb.
309, 38
(
nobd.
, Hs.
M. 17. Jh.
):
darin
[in einem
crucifix
]
gefaßt ist ein merckhlich stuckh de ligno sancte crucis.
Stuckfleisch. copodiũ. i. pticula carnis.
das der mensch in so vilerlei stucke gesezt ist [...], darzu aus dem firmament so vilerlei impressiones und sovil anwât von den elementen.
Plant u. a., Main. Naturl.
300rb, 6
(
ohalem.
, Hs.
E. 14. Jh.
):
vn̄ ieglich zeichen ist geteilit in drizic stucke vn̄ ieglich stucke heizit ein grad.
Stuͤckfleisch / Frustum carnis.
Bauer, Geiler. Pred.
82, 5
(
Augsb.
1508
):
und [er, Jesus] also gang von ainem stuck seines leidens zuͦ dem anderen mit deiner gedaͤchtnus.
Alb / ein vngeformt stuck fleisch / das bißweilen in der Beermutter waͤchst.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat.
(
oobd.
,
1349
/
50
):
von dem mer fleuzt manig arm in manig stück des ertreiches.
Bauer u. a., Kunstk. Rud.
2303
(
oobd.
,
1607
/
11
):
Ein [...] kistlin, darin sein 3 stückh wegweiser zu sehen.
Brévart, K. v. Megenberg. Sphaera
9, 17
(
noobd.
,
1347
/
50
):
Daz elementisch reich hat vier stukke. Daz klainst ist daz ertreich.
an dez himels uͤmbkraizz sint drei hundert und sehzig grad oder klain stuͤkke.
Görig Waldekker [...] sagt seinen genedigen herren [...] quitt und ledig umb di vir und zwainczig stukch manschaft und lehenschaft, die uns getädingt sind.
Sewaldẽ Sun [...] hat das Reisen Land widerumben in ain Herrschafft vnder sich bracht / der hat nach jm verlassen etlich stuck / damit noch auff heuttigen tag / die Fuͤrsten des Reisserlands [...] geziert worden.
4.
›Teil, Absatz, Kapitel, Artikel, einzelne Textstelle einer Schrift, explizite Formulierung eines Textes‹; in fließendem Übergang zu: ›Inhalt, Punkt, Aussage, Lehre der jeweiligen Textstelle‹.
Bedeutungsverwandte
(bzw. Orientierungsfeld):
2,
1
7,
5,
(
das
)
5,
2.
Syntagmen:
ein s. setzen / betrachten / auslegen
;
ein / das s. richtig, ein bericht, schwer zu verstehen, an einem blat geschrieben sein
;
eines stückes gedenken
;
an einem s. von kräutern sagen, ein brief an keinem s. bresthaft sein, sich auf ein s. aussprechen / erkennen, gesetze in stücke fassen, einen brief in allen stücken bestätigen / confirmieren / verneuen, die ordnung in allen stücken, einen kauf nach allen stücken halten
;
ein / das s. der grammatik, eines buches, einer rede / schrift, die stücke des glauben
;
das förmliche / fürnemste / lezte / nachgeschriebene / notwendige / wesliche s
.;
der wiederteil eines stückes, nach laut / sage der stücke
.
Belegblock:
Die zway stuck mitten in dem psalm concordiern, sonderlich das ‚in dem tag deiner sterck‘ [...] mit disem [...], als oben gesagt ist.
Quint, Eckharts Pred.
(
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
Das dritt stücklein ist, das daß volck gieng zuͦ Moysen vnd sprach: ‚Red du mit vns‘.
Koller, Reichsreg. Albr. II.
105, 28
(
1438
/
9
):
und haben [...] den vorgenanten brieff in allen seinen puncten, stucken und artickeln, [...] vernuwet, bestetigt und confirmiret.
S. Petrus hat vorhin gesagt von seines mit Apostels Pauli Schrifften / ‚Jn welchen etliche stuͤck seind schwaͤr zu verstehen‘.
Köbler, Ref. Wormbs
30, 11
(
Worms
1499
):
vff dem benantẽ tag mag der antworter die clag vnd Libell so etwas an weßlichen oder formlichen stucken mangelte anfechtẽ.
Oorschot, Spee/Schmidt. Caut. Crim.
(
Frankf./M.
1649
):
Die Schlußrede welche ich droben gesetzt habe / ist in jhren beyden ersten stúcken richtig.
DAS erste Stuͤcke ist ein Bericht vom reichen Bergherrn zu Zion.
So viel von der Astronotmischen; division alß deß Lesers nothwendigsten stuͤcke.
Reichert, Gesamtausl. Messe
87, 27
(
Nürnb.
um 1480
):
So habent aber die altvetter das stuck also mit mer wortten außgelegt und erklert von viererlei irrung wegen.
Gilman, Agricola. Sprichw.
1, 4, 29
(
Hagenau
1534
):
Gott gab den Juden viel gesetze / aber er faßte sie alle ynn ein kurtze / nemlich ynn zehen stucke.
Vock, Urk. Hochst. Augsb.
304, 41
(
schwäb.
,
1399
):
nauch lut und sag der puͤnde, stuck und artikel.
Gehring, Würt. Ländl. Rechtsqu.
3, 101, 33
(
schwäb.
,
1479
):
anno 1479 hat ain gemains handwerk der fischer [...] beschlossen, die nachgeschriben stuck und artickel zehen jar [...] zu halten.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat.
(
oobd.
,
1349
/
50
):
An disem fünften stuck des puochs schüll wir sagen von den kräutern.
Daz ist daz aht stückel und daz letzst des puochs nâch unserm gehaiz.
Seemüller, Chron. 95 Herrsch.
(
oobd.
, Hs.
1. H. 15. Jh.
):
und hab [...] allain die stukche geseczet, die [...] in vil tugenden lere pringent.
Eis u. a., G. v. Lebenstein
37, 17
(
oobd.
,
15. Jh.
):
Etlichew stückel sind, da von oben an dem anderen pletlein geschriben ist.
Daz dritte tail sagt von den czweliff artikeln vnd stukchen christenleiches gelaubens, vnd der selbig tail beheldet zwayvndczwainczig capitel.
Mollay, Ofner Stadtr.
1, 3
(
ung. inseldt.
,
1. H. 15. Jh.
):
Hye hebet sich an das Rechtpuech nach Ofnerrstat Rechten, Vnd mit helet in etlichen dingen oder stugken Maidpurgerischem rechten.
Lemmer, Amman/Sachs. Ständeb.
11, 17
;
Müller, Alte Landsch. St. Gallen
;
Hohmann, H. v. Langenstein. Untersch.
179, 19
;
5.
›wertvoller Stoff, wertvolles Tuch, Prunkstoff, einzelnes, in der Regel als
1;
3 charakterisiertes Zier-, Bekleidungsstück‹.
Bedeutungsverwandte
(bzw. Orientierungsfeld):
,
(
der
),
; vgl.
1,
(
der
),
,
1,
,
.
Syntagmen:
ein (silbernes) s. wirken / antun / tragen, einer sau ein (güldenes) s. anziehen
;
(silberne) stücke
(Subj.)
jn. wärmen
;
weiber in seidenen stücken gehen, j. in einem (güldenen) s. einreiten, der palast mit (güldenen) stücken bekleidet sein, ein gewölbe mit (güldenen) stücken zieren, ein bild mit (güldenen) stücken überlegen
; refl.:
sich mit einem (güldenen) s. schmücken
(vom
pfauen
gesagt),
sich mit einem (güldenen) s. bekleiden
;
das s. der kleidung
;
das geblümte / güldene
(oft)
/ köstliche / seidene s
.;
das kasel von (güldenen) stücken
.
Belegblock:
ist [...] auf dem Dantzhause ein Pallast aufgericht und [...] mit golden stücken und andern tapezereyen bekleidet worden.
[so] mich mein brod eben so wol speiset und mein kleid so wol decket und wermet als jn seine Koͤnigliche mal und guldene und silberne stuck.
Kurz, Waldis. Esopus
(
Frankf.
1557
):
sihe an mein
[Bezug auf
Pfaw
]
guͤlden stuͤck, | Drinn ich mich wie ein Koͤnig schmuͤck!
dar under hett sie sich | bekleytt mit guldem stuck.
Gilman, Agricola. Sprichw.
1, 440, 20
(
Hagenau
1534
):
wenn man eyner saw eyn güldin stuck anzuͤge / so legt sie sich doch mit in dreck.
Baumann, Bauernkr. Oberschw.
(
schwäb.
,
v. 1542
):
ist kayserliche mayestat auf aynem weyssen pfert in aynem kostlichen guldin stück eingeritten under dem hymel.
gehn gar klostlich / wie auch jre Weiber / in gebluͤmten gantz Seydin stücken / die gar schoͤn [...] gewürcket seind.
lies man machen wächsen bild, das dem gestorbnen kaiser gar enlich war, [...], überlegt es mit guldenen stuken.
Thielen, Gr. Zinsb. Dt. Ord.
100, 38
;
Reichert, Gesamtausl. Messe
18, 3
;
19, 12
;
7.
›Grundstück, abgegrenzte landwirtschaftlich genutzte Fläche‹.
Gehäuft Rechts- und Wirtschaftstexte.
Bedeutungsverwandte
(bzw. Orientierungsfeld):
2,
,
,
1
(
das
)
3,
,
,
,
.
Syntagmen:
ein s. hingeben / versetzen, in einen zettel zeichnen, jm. ein s
. (z. B.
ackers
)
abbrechen / abkaufen
;
ein s
. (Subj.)
verkümmert sein
, [wo]
liegen, dem reich, zu der klause gehören
;
etw
. (Subj.)
auf js. s. wenden, jm. von einem stücke
[einen Betrag]
geben
;
das s. ackers / landes
;
der anstos eines stückes
.
Belegblock:
Strehlke, Nic. Jerosch. Chron.
(
preuß.
,
um 1330
/
40
):
(ich) hatte [...] gebrochin abe ein stucke | ackirs mîme nâkebûr.
Wiese, UB Wetzlar
(
hess.
,
1349
):
dy Schibe, daz da wendit uf Walters stucke und ist ein anewender.
Küther, UB Frauensee
341, 27
(
thür.
,
1521
):
ein acker wyßen pober Heinczen Zcimmermans wyßenn und das stuck lands under dem wege pober dem acker.
Müller, Alte Landsch. St. Gallen
(
halem.
,
1562
/
4
):
als dann etlich personen, [...], biderbenlüten in des gottshus Sant Gallen landtschaft gelegne stuckh und güeter abkoufen.
Uhlirz, Qu. Wien
(
moobd.
,
1481
):
verkauft der Frau
Agnesen, [...]
folgende, ihr von ihrem Manne angefallenen
frei aigen stukch, gult, güter und überlend.
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid.
(
m/soobd.
,
1515
):
ob ainer huebm oder stück wolt versetzen oder hingeben.
vermerckt die stuͤck, so zuͦ der Klausen gehorend, wysen vnd ëgker.
Bastian u. a., Regensb. UB
327, 34
.
‒
Vgl. ferner s. v.
2,
6.
10.
›Aspekt, Hinsicht, Gesichtspunkt, unter dem man etw. betrachtet und nach dem man handelt‹; als Metonymie: ›Inhalt des jeweiligen Aspektes‹; damit offen zu
9.
Bedeutungsverwandte:
vgl.
6,
5,
,
1.
Syntagmen
(durchgehend gewisse Nähe zu phrasematischer Festigkeit; vgl. dazu auch 12):
x stücke aus den augen setzen
;
jm. in einem s. beistand leisten, in vielen stücken überlegen sein, die kirche in einem s. zu klagen haben, etw
. (Subj.)
in x stücken überein kommen, in allen stücken gleichförmig sein, etw. mit allen stücken haben
›halten‹,
mit dehainerlei stücken ansprache haben, mit manigerlei stücken den frieden überfaren
;
stücke, mit denen [...] / wie [...] / so [...]
;
das erste / höflichste / treffenlichste s
.
Belegblock:
Peil, Rollenhagen. Froschm.
42, 5
(
Magdeb.
1608
):
So were jhm jedoch der Murner mit verstande / list vnd kunst in vielen stuͤcken vberlegen.
Stambaugh, Milichius. Zaubert.
6, 3
(
Frankf./M.
1563
):
in dem andern stuͤck hat fuͤrwar die Kirch nicht wenig zu klagen.
v. d. Lee, M. v. Weida. Spigell
72, 31
(
omd.
,
1487
):
dÿß ist das erste stucke wÿ kinder von ÿren eldern sollen geregirt werden.
daz sint dev vier stucke mit dem der mensch sein andaht schol haben.
Trunz, Meyfart. Rhet.
1, 63, 15
(
Coburg
1634
):
Wer diese drey Stuͤck aus den Augen setzet / thut loͤblicher / wen er schweiget.
Die Gótter wöllen in dem stück | Euch auch leisten hilff vnd beystandt!
UB Zug 1, 21, 16
(
halem.
,
1352
):
die súlent dann swerren, dis buntnúst oͮch staͤt ze haben eweklich mit allen stuken.
Jörg, Salat. Reformationschr.
365, 19
(
halem.
,
1534
/
5
):
alls Lutrer und ander / sich mit jmm nit verglychtend / sunder jn den trefenlichsten stucken des helgen gloubens ein andern widerwertig waͤrend.
Hör, Urk. St. Veit
123, 9
(
moobd.
,
1378
):
daz wıͤr [...] chain ansprach darnach nymmermer gehaben noch gewinnen sullen, weder mit recht noch an recht noch mit dhainerlay stukchen.
Karnein, de amore dt.
125, 378
(
moobd.
,
v. 1440
):
zaig mir lautter, was erste vnd hoflichisten stuck sein vnd ler an der lieb.
11.
stücke
mit vorangestelltem Numerale steht für alles, was aus dem jeweiligen textlichen Zusammenhang her als zählbar sowie als mit mehreren anderen Ausdrücken trotz deren teils sehr unterschiedlicher Art addierbar semantisiert wird; als jeweilige Übersetzungen eignen sich Bildungen mit
-lei
(z. B.
zweierlei, dreierlei
), Allgemeinausdrücke wie ›Dinge, Sachen, Gegenstände, Gegebenheiten, Punkte, Hinsichten, Haltungen, Handlungen‹;
stücke
in dieser Verwendung ist offen zu
9;
10;
12.
Belegblock:
Quint, Eckharts Pred.
(
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
Waz eigenlîche ein bilde sî, daz sult ir merken an vier stücken.
Sol diu sêle got vinden, sô sol si sehs stücke an ir haben. Daz êrste: daz ir vor süezlich was, daz ir daz bitter werde.
Jostes, Eckhart
41, 20
(
14. Jh.
):
Der
[
siche
›Kranke‹]
hat dreu stuk an im: er vermach chein stark werch [...].
Strauch, Par. anime int.
1, 11
(
thür.
,
14. Jh.
):
in disr predigade lerit meister Hane der calmellita daz mit seis stucken di sele uf ir hohistis kumit.
Thiele, Chron. Stolle
(
thür.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
do stunden uffe hundert unnd soben stöcke silbers
(Tafelgeschirr).
Kisch, Leipz. Schöffenspr.
(
osächs.
,
1523
/
4
):
alles weibliche gepende und gewebde zu weiblicher art und arbeit, als rocken, pursten, spigel, schern etc. Was sulcher stuck [...].
Keil, Peter v. Ulm
55
(
nobd.
,
1453
/
4
):
So nym ij lb buttern [...] vnd j virdung wachs [...] vnd j virdung eybisch-wurtz vnd stoß die drey stuck clein.
Kehrein, Kath. Gesangb.
(
Nürnb.
1631
):
Vmb zwey bedenck ich Leib vnd Seel, | Wie ich die zwey stuck GOtt befehl.
Vetter, Pred. Taulers
(
els.
,
E. 14. Jh.
):
das dise bereitunge lige an den vier stúcken die wir do sagetent, das was abegescheidenheit, lidekeit, innikeit und einikeit.
Rieder, St. Georg. Pred.
(Hs. ˹
önalem.
,
1387
˺):
Von vierhand stukin cristans glôben.
Darumb soll ein obrigkeit auf 3 stucke gehen: auf gerechtigkeit, warheit und weisheit.
Koller, Ref. Siegmunds
(Hs. ˹
Basel
,
um 1440
˺):
Wer mag do einen widerker tuͦn, das vernossen ist? ich meyn der, der allein das stück zuͦ reht bringet, das [...].
Sappler, H. Kaufringer
17, 230
(
schwäb.
, Hs.
1464
):
er sol die stuck an im haben: | gern beten andächticlich | und oft peichten luterlich.
Gilman, Agricola. Sprichw.
2, 254, 27
([
Augsb.
]
1548
):
das boͤse / welchs [...] vom Teüfel herkumbt / steh in dreyen stucken / In begirde des Flaischs / in lust der Augen / und in hochfart des lebens.
Andreae. Ber. Nachtmal
59r, 10
([
Augsb.
]
1557
):
Haben wir nicht also gelert durch vil Buͤcher / daß im̄ Abendtmal sein zwey stuck zumercken.
Perez, Dietzin
1, 202, 5
;
12.
in bestimmten Fügungen hat
stücke
(nur vereinzelt im Sing.) die Funktion der Zusammenfassung des Gesagten bzw. des Folgenden, damit des textlichen Rück- und Vorwärtsverweises: mit bestimmtem Artikel (
die stücke
), mit Demonstrativpronomen (
dies / solche stücke
), mit Indefinitpronomen (
alle / andere stücke
), mit Relativpronomen (
welche stücke
) sowie in halbphrasematischen Fügungen wie
ein oder mer stücke, diese und andere stücke
. Als Übersetzungsmöglichkeiten dafür kommen in Betracht: substantivische Allgemeinausdrücke der Art ›diese / solche Dinge, Gegebenheiten, Handlungen usw.‹, Pronominalausdrücke wie ›Derartiges; solcherlei; dabei‹ usw.; vgl. auch die in die Belege eingeblendeten Kommentare.
Belegblock:
v. Ingen, Zesen. Ros.
95, 19
(
Hamb.
1646
):
waruͤm hastu [zeuge-mutter] doch alles / was an dem weiblichen geschlechte so anmuhtig / so lieblich und so freundlich ist / ihm ins gesichte von aussen angeschaffen / und aller ihrer andern stuͤkke
[›alles andere‹]
vergessen?
Oorschot, Spee/Seifert. Proc.
481, 15
(
Bremen
1647
):
Fast alle Geistlichen seyn gemeinigleich in diesem vnd andern Stuͤcken
[›in diesem und Weiterem‹]
heuchler.
Von diesem stucke
[›davon‹]
wollen wir itzt nicht handeln.
Ders. Hl. Schrifft.
Sir. 42, 1
(
Wittenb.
1545
):
dieser stücke
[›des Folgenden‹] [
Mentel
1466:
von allen disen dingen
;
Froschauer
1530 /
Eck
1537:
deren dingen
]
scheme dich keines.
zwobeln gemischet mit honig vnd ruten vnd saltz yglichs glich vil vnd disse stuͤck
[›dies alles‹]
mit eyn gestoissen.
Kisch, Leipz. Schöffenspr.
(
osächs.
,
1523
/
4
):
An solchen stucken
[›an solchem, Derartigem‹]
was der nach tode euers schwagers verhanden gewest.
Gilman, Agricola. Sprichw.
1, 276, 7
(
Hagenau
1534
):
daß man eynen dieb hencke / unnd die oberkeyt handel wider Gott in disem stuck
(›dabei‹).
daß ein ieglicher bleiben soll in seim berüefnen ampt, das ist: [...] einer in der ehe, der ander in der jungfrauschaft, der dritt durch das euangelium und dergleichen andere stück mehr
(›usw.‹).
daß durch sein imaginirn geborn werden mirakel und dergleichen, und vil solcher stück
[›Derartiges‹]
aus dem abergläubischen speculirn.
Müller, Alte Landsch. St. Gallen
(
halem.
,
M. 16. Jh.
):
das alle ammann, [...] vor den gemainden aid liplich zuͦ Gott und den hailgen schweren, welcherlay stucken
[›was‹]
si gewar werden.
Lauater. Gespaͤnste
70v, 28
(
Zürich
1578
):
dann der Tüfel seye denen stucken
[›dabei‹]
vnd allen anderen guͦten wercken spinn fyend.
Vock u. a., Urk. Nördl.
2101
(
schwäb.
,
1440
):
ob dem convent aynicherlai fertung zuͦ tuͦn not geschaͤhi an ain oder mer stuken
[›im einen oder anderen‹]
deß verkaufften hofe Herolczaich.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat.
(
oobd.
,
1349
/
50
):
wann si [zunge] erkent warm und kalt, fäuht und trucken, hert und waich an allen irn stucken
(›bei allem‹).
Grossmann, Unrest. Öst. Chron.
(
oobd.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
Ob ich mich aber zu meinem schreyben in ainem oder mer stuckhen
[›im einen oder anderen‹]
vergessen hyet, das ist meiner ainfold schuld.
‒
Vgl. ferner s. v.
11,
,
2
,
9,
14.
13.
›Produktions-, Handels- und (vor allem) Werteinheit e. S. im Rechts- und Wirtschaftssystem des jeweils in Betracht stehenden geschichtlichen Raumes und der geschichtlichen Zeit‹; als bemessene Sache gelten vor allem Tuche, Einheiten des Geldverkehrs (darunter Silber und Gold), Mengen von Naturalien oder finanziellen Abgaben bzw. Einnahmen. Das genaue Maß eines
stückes
wird, da in der Kommunikationssituation bekannt, nur vereinzelt benannt; zu der damit verbundenen Problematik vgl.
Maag u. a., Habsb. Urbar
2, 2, 306
.
Gehäuft Rechts- und Wirtschaftstexte.
Bedeutungsverwandte
(bzw. Orientierungsfeld):
1,
(
der/das
)
1;
4;
5;
6,
,
4.
Syntagmen:
x stücke
(e. S., z. B.
geldes
)
verkaufen / ausfüren / verungelten
, e. S. (Subj.)
x stücke machen, ein gut x stücke gelten, der zehente x stücke tun
›ausmachen‹,
ein viertel x stücke halten, von einem rad käse x stücke geben, jm. x stücke gold, x stücke in kernen geben, x stücke geldes eingeben
;
ein s
. (Subj.)
silbers x mark wiegen, ein s. stokfisch 100 fische sein
;
den zehenten auf x stücke setzen, arras nach dem s. verkaufen, etw. in x stücke tun
›teilen‹,
in stücken verkaufen, jn. mit einem s. (geldes) abfinden, etw. nicht unter
6 stücken verkaufen, von einem s. x pfennige in die wage geben
;
x stücke tuch / golsch / bagschein / leinwat / seide / gold / leder / stokfisch / mut kerne, x stücke geldes
(oft)
/ weines / salzes / silbers
;
das weisse s. (tuch)
;
für x stücke bagschein, von dem s. zwilch
[ein Betrag].
Wortbildungen:
›einem Grundherren abzulieferndes Quantum, Maß‹ (Gw zu
,
das
,
8),
wohl ›Fertigungseinheit von Leinwand‹ (Gw zu
1).
Belegblock:
v. Bunge, Livl. UB
4, 875, 22
(
nrddt.
,
1408
/
9
):
IV½ fert, vor dat ½ stucke sulvers, dat den Ploskowern wart.
Holland, H. J. v. Braunschw. V. e. vngerat. Sohn
(
Wolfenb.
1594
):
Negst dem wil ich [...] Den andern [Sohn] [...], mit einem stück Geldes abfinden.
Helbig, Qu. Wirtsch.
2, 150, 24
(
md.
,
1441
/
1533
):
Ein wagen oder ein karn mit mulden gibt vom rad (kesse) 1 stuck.
parchane [...] sal man glichen unde achten nach den stucken golczsch adir lynwad.
Lamprecht, Dt. Wirtschaftsl.
(
mosfrk.
,
1579
):
item sollen die beständer [...] seines erbs und lehenweingartens für stückrecht einem hochwürdigen herrn abt und desso gotteshaus die vierte bürde [...] geben.
daß der junker vom Hirschhorn zu der kirben ein stuck ungeverlich weins zu legen haben.
Foltz, UB Friedb.
(
hess.
,
1382
):
Claus Cluber saede, he habe zwey virtel maß waßeres in zwey stucke [wines] getan.
Ries, Rechenb.
F 3r, 13
(
Erfurt
1522
):
ein stugk Silbers wigt 384 margk 13 lot.
Opel, Spittendorf
(
osächs.
,
um 1480
):
sie [...] haben dem stugke saltzes eynen swertgroschen abegesatzt.
Geier, Stadtr. Überl.
(
nalem.
,
1556
):
von linwat, zwilch und stücktüecher, [...] ie von zehen eelen ain phening, uf- und abzuͦraiten.
Boos, UB Aarau
(
halem.
,
1319
):
[Heinrich] git uns ze dem halbteile ierglich ze zinse zwei stucke in kernen, zwei in roggen und eins stuck in habern.
Leisi, Thurg. UB
7, 892, 8
(
halem.
,
1332
):
Den hof ze Wiler haben wir verlihen Hainin dem keller ellú iar umb xvj mut kernen [...] und vi stuk werk.
Boner, Urk. Aarau
72, 6
(
halem.
,
1351
):
[Margrete von Kienberg] verkauft dem Peter Volmar, [...] zehen stuk kernen geltes.
Schib, Urk. Laufenb.
105, 2
(
halem.
,
1419
):
Als ich alle mine rechtung der guͥlt vnd guͤtern, so ich han ze Welfiswile fuͥr 35 stuck geltes dem spital ze Louffenberg ... ingeben ... han.
Schnyder, Qu. Zürcher Wirtsch.
758, 18
(
halem.
,
v. 1477
):
doch daz das vardel drissig und zwoͤn stuck und nit me hallte.
Müller, Welthandelsbr.
263, 21
(
schwäb.
,
1514
/
5
):
ain last häring ist 12 thunnen und ain stuck stock visch ist 180 visch.
arras verkauft man hie nach dem stuck.
Bäumker, Geistl. Liederb.
(
oobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
Er het och ain zehenden, der in den hof hoͤrt, des gelichtrig schæzt man uf xxvj stuk.
härbein vnd hänfein tuech vi stuck.
2 stwͤck bogasÿ vor flor. 2.
Pastoribus ovium pro 1 portione vulgo stek Zol Leder ad werpecz asp. 12.
Leisi, a. a. O.
6, 125, 2
f.;
Merz, Urk. Wildegg
29, 5
;
Schnyder, a. a. O.
253, 37
;
554, 44
;
611, 17
;
649, 16
;
Boner, a. a. O.
124, 7
;
887, 12
;
‒
Vgl. ferner s. v.
,
,
1.