samen,
Adv.
/
Präp.
(s. 2); teils mit epithetischem
-t
:
sament
; kontrahiert auch:
samt
.
1.
›gesamt, insgesamt; alles einer Bezugsgröße Zugehörige zusammen‹; auch: ›zusammen, gemeinsam‹ (von Personen gesagt).
Phraseme:
samener hand
›zusammen, als (rechtliche) Einheit‹;
samen und in sonderheit
›zusammen und einzeln‹;
samt und / oder sonders
o. Ä. ›insgesamt, alle Bestandteile einer Bezugsgröße; jeder, alle‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.
2
(Adj.) 1,  1,  1,  12.
Syntagmen:
j. alles s. zerschlagen, mit jm. s. essen, etw. allen s. gleich teilen, got
(Subj.)
alles s. sich wol gefallen lassen, jn. über alles s. gewaltig machen, die schuld
(Subj.)
s. vergolten sein, wille und minne
(Subj.)
alle zeit s. sein, der man und sein weib s
. [wo]
sitzen
.
Wortbildungen:
samenbeleihung
›Lehen(svergabe) für mehrere Parteien‹,
samenbürger
›Mitbürger‹ (dazu bdv.: ), ˹
samenhaft
,
samenhaftig
˺ ›zusammen‹,
samenheit
›Einheit‹,
samentun
.

Belegblock:

Chron. Magdeb. (
nrddt.
, Hs.
E. 16. Jh.
):
Pfaltzgraf Wolfgang [...] und Hertzog Albrecht [seind] [...] auf die knie gefallen und [...] umb [...] samptbeleihung unterthenigst angesucht.
Große, Schwabensp. (Hs. ˹
nd.
/
md.
,
um 1410
˺):
dat
[Erbmasse]
suͦlen se [sone vnde dochtere] allen sament geliche teilen.
Jostes, Eckhart
105, 18
(
14. Jh.
):
sele, nun verein dich mit dem minner din, da vindest du samenthaft [...] alles, daz du begerst.
Chron. Köln (
rib.
, Hs.
1. H. 15. Jh.
):
den selven vurg. unsen vruinden ind samenburgeren hain wir ouch darup einen brief [...] gegeiven.
Buch Weinsb. (
rib.
,
um 1560
):
Henrich und Barbar hetten ir testament samender hant uffgericht.
Oorschot, Spee/Schmidt. Caut. Crim. (
Frankf./M.
1649
):
Ob dann gleich die Gaja die gegen sie vorhandene indicia sampt vnd sonders gnugsamb ablehnet / so [...].
Strauch, Par. anime int.
123, 15
(
thür.
,
14. Jh.
):
di sele [sal] uf [...] stein durch di samintheit di si in Gode vindit.
Schade, Sat. u. Pasqu. (
obd.
1521
):
die iez gemelten geistlichen, sampt oder sonder, [...] söllen [...] den titel haben.
Schultheiss, Achtb. Nürnb.
149, 37
(
nobd.
,
1398
):
der [...] pfarrer [...] hat sie geheympt [...], da sie sich sammentun und [...] uff hern Purkhart hyelten.
Baumann, Bauernkr. Rotenb. (
nobd.
,
n. 1525
):
erfordern wir euch in craft ditz briefs, das ir samenthaftig fur ewer tor [...] zu uns [...] geen.
Kehrein, Kath. Gesangb. (
Nürnb.
1631
):
GOTT wird es alles sammen, | Ihm wolgefallen lahn.
Bernoulli, Basler Chron. (
alem.
,
1529
):
zugen [...] in all kilchen und [...] zerschlugents als samen.
Koppitz, Trojanerkr. (Hs. ˹
noschweiz.
,
15. Jh.
˺):
Ich trachten daz dü schulde min | Samend müss vergolten sin.
Maaler (
Zürich
1561
):
Samenhafft / Samentlich / Alles zesamẽ.
Chron. Augsb. (
schwäb.
, zu
1552
):
lehrer [...] schwören [...] samet und einen jeden insonderhait, gar keinen ausgenomen, solchs [...] aids.
dann wir mit guͦtem gewissen vor Got und welt sampt und sonderlich wol bezeugen mögen, daß [...].
Volz, Prophet Daniel W
2, 38
;
Palm, Veter Buoch ;
Rieder, St. Georg. Pred. ;
Wiessner, Wortsch. Wittenw. Ring.
1970, 156
;
2.
›zusammen mit‹ (von Menschen untereinander sowie von Dingen gesagt); ›mitsamt; einschließlich; inklusive‹ (von Dingen, die in einem Verhältnis enger Zusammengehörigkeit stehen, gesagt).
Bedeutungsverwandte:
 2.
Syntagmen:
j. s. jm
. (z. B.
dem gefangenen / son, dem weib, den kindern / knechten, noch einem, allen anderen, etlichen der seinigen
),
der herre s. den jüngern, der marstaller s. den knechten, das kindlein s. der mutter, Jerusalem s. der burg Zion, der mond s. den sternen, der reichtum s. dem hochmut, der eheliche gemal s. dem königreich, die verdienstnis s. der gerechtigkeit, das aufsagenzinsgeld s. dem aufnemgeld, das sprichwort s. anderen, die göttinnen s. dem Helikon, deutsche wörter s. einer guten syntax
.
Wortbildungen:
samgunst
›Einwilligung‹.

Belegblock:

Peil, Rollenhagen. Froschm.
99, 1753
(
Magdeb.
1608
):
Der volle Mon [...] | Gieng in der still sampt seinen Sternen.
Lemmer, Amman/Sachs. Ständeb.
24, 6
(
Frankf./M.
1568
):
In die Glaͤsser kan schmeltzen ich [Glaßmaler] / | [...] | Adelich Frauwen vnde Mann / | Sampt jren Kindern.
Dünnhaupt, Werder. Gottfr. v. Bullj.
13, 19
(
Frankf./M.
1626
):
Gottfriedt [...] bekoͤmpt [...] Jerusalem / sambt der Burg Sion.
Leman, Kulm. Recht (
omd.
,
1. H. 13. Jh.
):
totslak blutrunst vnd den gliech. die sal der richter one vnserʼe brudere samgvnst nicht irlazen.
Hoffmeister, Kuffstein. Gef.
A iiijv, 25
(
Leipzig
1625
):
verschwunde er [dieser grawsame Ritter] sampt dem armen Gefangenen.
zu Dohna u. a., Staupitz/Scheurl
252
(
Nürnb.
1517
):
durch das ich mich Christus verziehe, seiner verdienstnus sampt der gerechtikeit zum himel.
Reichmann, Dietrich. Schrr.
229, 11
(
Nürnb.
1548
):
wie du [...] alle Christē bittest / das got dich sampt jnē / im bekētniß vnd rechtem glauben erhalten woͤlle.
Wyss, Luz. Ostersp.
10203
(
Luzern
1545
):
sy [mentschen] dormit [hochfahrt] reytzen in vnser pyn, | sampt vns [tüffel] ewig verdampt zuͦ syn.
Rauwolf. Raiß
10, 18
([
Lauingen
]
1582
):
fuͦhren wir bayde mit [...] Antonio Reinardt, sampt etlichen der seinigen [...] auff einer Fregata [...] hinauß zuͦ dem Schiff.
Kohler, Ickelsamer. Gram. (wohl ˹
Augsb.
1. Dr. 16. Jh.
˺):
der Teütschen woͤrter vnd rede, sampt ainer guten teütschen Syntaxi oder Construction, [...], das wer auch billich ain teütsche Grãmatica zunennen.
Bauer u. a., Kunstk. Rud.
36
(
oobd.
,
1607
/
11
):
lang schier gerad horn [...] sambt noch einem andern.
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid. (
m/soobd.
,
1599
):
daß aufsagenzünßgelt sambt dem aufnembgelt gehört dem herrn richter zue.
Trunz, Meyfart. Tub. Nov.
2, 3
;
Knape, Messerschmidt. Bris.
21, 4
;
Opitz. Poeterey
19, 31
;
Dietrich. Summaria
26v, 44
;
Kehrein, Kath. Gesangb. ;
Skála, Egerer Urgichtenb.
183, 12
;
Gilman, Agricola. Sprichw.
1, 7, 7
;
Wyss, a. a. O.
3, 37
;
Moscouia
D 3v, 37
.