same,
der
;
-s
vereinzelt:
-ns/-Ø
.
1.
›von einer blühenden Pflanze gebildeter Teil, aus dem eine neue Pflanze hervorgeht; Samenkorn‹; speziell: ›Saatgut; zur Aussaat bestimmter Samen‹; der Fokus liegt auf der Fähigkeit des
samens
, neue Pflanzen und damit Früchte bzw. einen Ertrag hervorzubringen; meist von Getreide; zum Teil metonymisch: ›aufkeimender Samen; Jungpflanze‹; auch: ›Saatfeld‹; vor allem in religiösem Kontext häufig in bildlicher Verwendung; zum Teil im Übergang zur Ütr.: ›Ursprung, Grundlage, aus der etw. hervorgeht‹; teils offen zu 2.
Phraseme:
seinen samen in das wasser werfen
›etw. Unnützes tun‹;
seinen samen in einen guten acker werfen
›sinnvoll, vorausschauend handeln‹.
Bedeutungsverwandte:
 4,  16, (
die
1, ; vgl. .
Syntagmen:
den s. (auf / in den acker, in das feld) säen / schneiden / werfen, den s. eindrücken / einsäen / gewinnen / samen / unterdrücken / verkaufen / versuchen / zurichten, unkraut
(Subj.)
den guten s. bedecken, die bäume
(Subj.)
den s. mit sich bringen
;
der s. lang / schön / verboten sein, (selber) aufgehen / ausfallen / auswachsen / hupfen, etw. machen, frucht bringen, sich selber säen, in jm. / etw. wachsen
;
der heilige geist ein götlicher s. sein
;
des samens auf das feld ausfüren
;
etw
. (Subj.)
als / wie ein s. pochen / schallen, am s. gelegen sein, j. an seinem s. schaden empfangen, das vieh nicht auf den s. gehen lassen, etw
. (Subj.)
für / zu s. abgehen, in s. gehen, j. über die samen faren / reiten, unter den s. asche vermengen, etw. zu s. kaufen, etw
. (Subj.)
zu s. werden, j. unkraut zwischen den guten s. säen
;
der s. gottes, des birnbaumes / nusbaumes, der feindschaft / freude / sünde / unkeuschheit, des getreides / hasses / holzes, der eigenen früchte, der barfüssischen regel
;
s. von äckern / gärten
;
der andere / aufgehende / böse / erste / falsche / fremde / gesäte / giftige / götliche / gute / metallische s
.;
ein metal eines anderen samens
;
die gesundheit / krankheit mit irem s., x maller / scheffel
[einer Menge]
zu dem s
.
Wortbildungen:
˹
samen
,
sämen
˺ (V.) ›(ein Feld) einsäen, bestellen‹ (dazu bdv.:  45); auch: ›sich aussamen, wuchern (von Pflanzen)‹,
samenacker
›eingesätes Feld‹,
samgetreide
,
samgrube
›Grube zur Lagerung von Saatgut‹,
samhaber
›Hafer für die Aussaat‹,
samkorn
›Saatgut (von Getreide)‹,
samtrager
›Arbeiter, der dem Sämann das Saatgut trägt‹,
samweisse
›Weizen für die Aussaat‹, ˹
samzeit
,
samenzeit
˺ ›Zeit der Aussaat‹.

Belegblock:

Kochendörffer, Tilo v. Kulm (
preuß.
,
1331
):
Di disteln und di bremen, | Di also sere semen | Daz si beide korn und weiz | Verdemphin in der erden creiz.
Joachim, Marienb. Tresslerb. (
preuß.
,
1399
):
12 m. ane 4 schilling vor 3 leste ane 1 scheffel somkorn zu Marienburg gekouft.
Ziesemer, Gr. Ämterb.
46, 6
(
preuß.
,
1399
):
15 scheffil erweis czum somen.
Ders., Marienb. Konventsb.
9, 4
(
preuß.
,
1399
):
9 m. und 4 sc. vor 100 scheffel somweyse.
Ebd.
253, 38
(
1411
):
5 m. 9 sol. vor 31 scheffel weyse dem pfleger, den her selber kowffte czu somen.
Luther. Hl. Schrifft.
5. Mose 28, 38
(
Wittenb.
1545
):
DV [Jsrael] wirst viel Samens ausfüren auff das feld / vnd wenig einsammelen / Denn die Hewschrecken werdens abfressen.
Peil, Rollenhagen. Froschm.
335, 2346
(
Magdeb.
1608
):
Baldt wenn anfengt der harte Monn / | [...] | Sing ich
[die Lerche]
/ Nun seyd mit mir erfrewt / | Es nahet sich die Samenzeit.
Quint, Eckharts Trakt. (
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
Birboumes sâme wehset ze birboume, nuzboumes sâme in nuzboum, sâme gotes in got.
Von disem innern edeln menschen, dâ gotes sâme und gotes bilde îngedrücket und îngesæhet ist [...], sprichet der grôze meister Origenes ein glîchnisse.
Jostes, Eckhart
61, 12
(
14. Jh.
):
Die meister und die heiligen sprechen, daz der heilig geist sei ein gotlicher sam, und wo der wirt geworfen in den grunt der sele, da wurket niht in ir dan got selber.
Chron. Köln (
Köln
1499
):
dat was ein saimgin ind beginne eins groissen hass ind viantschaf tuschen dem bischof van Coellen ind dem herzogen van Brabant.
Brinkmann, Bad. Weist. (
rhfrk.
,
1566
):
18 morgen ackervelds, so nicht wie die andern hofgüeter verliehen seien sondern im fron, zu samen, zu bauen, zu schneiden und einzuführen schuldig.
Neumann, Rothe. Keuschh.
2130
(
thür.
,
1. H. 15. Jh.
):
di da vil fleisches essen | unnd drincken den win ungemessen | [...] | di samen gar sere der unkuscheit samen.
Küther, UB Frauensee
310, 16
(
thür.
,
1510
):
Ist worden an korn hundertundvierundachzigck maller, [...] gehet abe zw samen vierundvierzigck maller.
Bechstein, M. v. Beheim. Evang. Mt. (
osächs.
,
1343
):
Daz rîche der himele ist glîch gemachit einem menschin der da sêwite gûten sâmen in sînen ackir.
Ermisch u. a., Haush. Vorw.
56, 10
(
osächs.
,
1570
/
7
):
Säe in dein feld deiner eigenen früchte samen und laß andere frömbden samen vorsuchen.
Ebd.
56, 20
:
Es ist wohl wahr, das man sich mit der samzeit soll halten, nach dem die felder gelegen.
Ebd.
99, 6
:
so hat er [der allmechtig gott] gemeiniglich allen beumen die eigenschaft gegeben, das sie ihren samen in ihren früchten vielfaltiger weise mit sich bringen [können].
Ebd.
259, 37
(
E. 16.
/
A. 17. Jh.
):
Vor den haberbrand hilft auch gleichermaßen, das man den samhabern in naße säcke einfaße.
Böhme, Morg.R.
156, 3
(Hs. ˹
schles.
,
1612
˺):
Nun aber schallet und pochet er [ein harter stein] nur / als wie ein sahme oder anfang des thones.
Hoffmann, Würzb. Polizeisätze
87, 25
(
nobd.
,
1376
/
97
):
Es sol auch fuͤrbaß nymant mer keinerley vihe zu velde lossen gen zu schaden den luͤten in ir winwachs oder uff ir somen oder garten.
Reichmann, Dietrich. Schrr.
129, 6
(
Nürnb.
1548
):
Auff das der boͤse feind seinen samē nit zwischen
[die
eheleut
]
einseen / vn̄ die hertzen trennen moͤge.
Ebd.
147, 8
:
Wie im Psalm stehet: Sie seen jren samen mit threnen / Aber mit frewden erndten sie ein.
Dietrich. Summaria
21v, 22
(
Nürnb.
1578
):
Gleich wie es nit am samen gelegen ist / das er nicht allenthalben auffgehet / vnnd frucht bringt / es ist am erdboden gelegen.
Kehrein, Kath. Gesangb. (
Nürnb.
1631
):
Kompt der boͤß Feind, saͤet er Vnkraut drein, | Wol zwischen den guten Saamen.
Fuchs, Murner. Geuchmat
3124
(
Basel
1519
):
Eua hat ein somen geseyet, | Dar an man noch vff erden meyet.
Sudhoff, Paracelsus (
1529
):
nun ligen im leib alle gesundheit und alle krankheit mit irem somen; derselbig wechst, fellt ab, wechst wider.
Rennefahrt, Gebiet Bern (
halem.
,
1622
):
da wir [...] uß unseren hüseren [...] samgethreyt rychlich ußtheylen lassen.
Chron. Augsb. (
schwäb.
, Hs.
16. Jh.
):
auf derselben fart
[im Mai]
, als ich kam gen Jnnsprugg [...], da waren die saumen überall gar schön und lang.
Enders, Eberlin (o. O.
1524
):
das ich durch Gottes wort pflychtig bin geseyn vnder zetrucken den gyfftigen falschen soumen Parfottischer regel.
Wintterlin, Würt. Ländl. Rechtsqu. (
schwäb.
,
1605
):
keiner soll nach Georgii [...] graßen oder somen schneiden.
Gehring, Würt. Ländl. Rechtsqu.
3, 46, 23
(
schwäb.
,
1639
):
Welches in den gebauten saamenacker oder wisen am kreütern ohne waffen ergriffen würt, soll [...] umb zehen kreützer gerüegt sein.
Ebd.
47, 15
:
Welcher uber die saumen reüt oder fährt, der kompt umb ein gulden.
Ebd.
200, 6
(
1580
):
wöllicher sammen von aignen oder denen ackern und gerten, so in die güetern geheren [...], verkauft, der kombt von jeden jauchart umb zwen gulden.
Niewöhner, Teichner
220, 25
(
moobd.
,
1360
/
70
):
waz uns ungemach geschicht, | schelm, schawr, raub und prant, | paidw ungemach und schant, | daz macht halt der sunt sam.
Winter, Nöst. Weist. (
moobd.
,
M. 16. Jh.
):
ob ainer ein samgrueb in ain acker oder rain machet und dieselbig ließ offen steen und etwer deshalben schaden emphieng [...], ist derselbig [...] zu wandl zwenundsibenzig phening.
Ebd. (
15. Jh.
):
so sol man den chnechten geben 1 hering und dem menër ein halben und dem samtrager und dem seër des selbing.
Qu. Brassó
5, 229, 3
(
siebenb.
,
1612
, Hs.
1726
):
Herr David wird auch nicht seinen Samen in das Wasser, sondern in einen guten Acker geworfen haben.
Gropper. Gegenw. ;
Küther, a. a. O.
306, 25
;
Ermisch u. a., a. a. O.
65, 4
;
237, 3
;
Pyritz, Minneburg
2033
;
Mollwo, Rotes Buch Ulm ;
Chron. Augsb. 4, 178, Var. z. Z.
1
;
Barack, Zim. Chron. ;
Gehring, a. a. O.
805, 22
;
Voc. Teut.-Lat.
bb vjv
;
Barke, Spr. d. Chymie.
1991, 328
.
Vgl. ferner s. v.  2,
1
 1,  5,  1,  1.
2.
›von einer blühenden Pflanze gebildete Frucht bzw. Teil einer Frucht (aus dem eine neue Pflanze hervorgehen kann)‹; speziell: ›(Frucht)kern‹; auch: ›reifes Korn, Getreide (als Ertrag)‹; im Unterschied zu 1 wird
same
hier vorrangig als (verwertbare bzw. zu verarbeitende) Frucht fokussiert.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  5,  2,  2.
Gegensätze:
,  1, .
Syntagmen:
den s. meinen, dem pferd geben, auf das brot streuen, in der arznei nutzen, mit flegeln abdreschen, die wachtel
(Subj.)
samen essen
;
der s
. (Subj.)
dik sein, den kindern gut sein, an der kraft heis / behende sein, zu arznei gut sein, die adern reinigen
;
j. von samen öl machen
;
der s. des hagedorns, des krautes susima
;
die samen von eppich, von den grossen nesseln, wie welsch arbeis
;
die fremden / indianischen / vergiftigen samen
;
ein kraut mit samen, der saft von dem s
.
Wortbildungen:
samenwurm
›Kornwurm‹,
samig
›reif, samentragend‹ (dazu bdv.: ).

Belegblock:

J. W. von Cube. Hortus
6, 8
(
Mainz
1485
):
Merck wan man schribet in den recepten apiñ so meynent die ertze den samen vñ nit das krut noch die wŭrtzel.
v. Tscharner, Md. Marco Polo
72, 6
(
osächs.
,
2. H. 14. Jh.
):
si han ouch ol gemacht von samen des krutis susima.
Bachmann, Haimonsk. (
halem.
,
1530
):
wir söllend gegen Bordias rytten yetzmăl, diewyll der sămmen dick ist; dann unsere roß werdend gnuog zessen haben.
Gehring, Würt. Ländl. Rechtsqu.
3, 221, 13
(
schwäb.
,
1495
):
wann der rogken seu  ͤmig, die vesen kifig [...] werden, wurd dann yemands [...] darinn an schaden begriffen, [...].
Rauwolf. Raiß
24, 13
([
Lauingen
]
1582
):
Auch werden nit minder der Frücht gefunden / alß Anguriæ, Melones, Kürbsen [...], Sesamum, [...] deß Somen sie auff das Brot zuͦstrewen sehr im gebrauch haben.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat. (
oobd.
,
1349
/
50
):
des hagdorns sâm ist an der kraft haiz und behend und ist den kinden guot, diu ir ärmel oben verlaidigt habent.
die sâmen, die in des krauts [kürbiz] frühten sint, die sint guot zuo erznei.
die grôzen
[Bohnen]
und die weizen sint die pesten, die die würm niht durchlöchert habent, die ze latein gurguliones haizent, daz sint sâmenwürm.
Eis, Gesundheitsl.
149, 15
(
oobd.
,
1520
/
30
):
Er [hyrß] ist kalt vnd drucken biß an den andern grad vnd ist eyn samen, der czwynget vnd auß drücknet vnd nit beysset.
Deinhardt, Ross Artzney
136
(
oobd.
,
1598
):
nimb den sam̄en von den grossen nesslen, die gebrochen sein, wann man den waizen schneidt. Den samen, gedört, 14 tag dem pferdt geben.
Bauer u. a., Kunstk. Rud.
317
(
oobd.
,
1607
/
11
):
1 offene weisse [...] schachtel, darin allerley indianische frembde samen und grosse bonen.
J. W. von Cube. a. a. O.
6, 5
;
Pfeiffer, a. a. O. ;
Vgl. ferner s. v.  1,
1
 1,  1,  2.
3.
›Nachkomme einer Person‹; meist kollektiv gebraucht: ›Nachkommenschaft‹; speziell: ›Geschlecht, Stamm‹; vorwiegend im biblischen Kontext.
Phraseme:
˹
der same der gnade
;
der same des weibes
˺ ›Christus (als Nachkomme der Hl. Jungfrau)‹;
jm. den samen erquicken
›(stellvertretend) für jm. Nachkommen zeugen‹.
Bedeutungsverwandte:
(
das
3678,  1,
1
 3; vgl.  2, , ,  2.
Syntagmen:
den s. haben / meren, jm. senden, aus dem hellischen feuer erlösen, bis zum zenten grad erhalten, hinter sich lassen, mit etw. mischen
;
der s
. (Subj.)
aus der erde erwachsen, sich aus Eden machen, in adel bleiben
;
etw. an den s., aus dem s. kommen, die welt
(Subj.)
durch den s. geheiligt werden, j. die schande in dem s. abtilgen, den geist über den s. giessen
;
der s. Isaaks / Jacobs, des hauses Israel
;
der eheliche / habsburgische / heilige / menschliche / zukünftige s
.;
Adam mit seinem s
.

Belegblock:

Helm, H. v. Hesler. Nicod. (
nrddt.
,
14. Jh.
):
ich enmuze nu den tot doln, | [...] | und irlosen Adamen | mit allem sinem samen | uz dem helleschen vure.
Luther. Hl. Schrifft.
3. Mose 22, 13
(
Wittenb.
1545
):
Wird sie [des Priesters tochter] aber eine Widwen oder ausgestossen / vnd hat keinen Samen / vnd kompt wider
[
Mentel
1466 /
Eck
1537:
kert wider on kinde
]
zu jrs Vaters hause.
Ebd.
Jer. 33, 22
:
Wie man des himels heer nicht zelen / noch den sand am Meer nicht messen kan / Also wil ich mehren den samen Dauids meines Knechts.
Ebd.
Offb. 12, 17
:
vnd der Drach ward zornig vber das Weib / vnd gieng hin zu streiten mit den Vbrigen von jrem Samen.
Wyss, Limb. Chron. (
mfrk.
,
3. Dr. 14. Jh.
, Hs.
2. H. 16. Jh.
):
di vurrederie von Judas wegen was eine salbe unde ein irlosunge menschliches samen.
Hübner, Buch Daniel (
omd.
, Hs.
14.
/
A. 15. Jh.
):
Zu strouwe uns, herre, nicht | Durch willen Abrahamen, | Ysaac, Jacobis samen | Gelobtez du zu meren.
Bechstein, M. v. Beheim. Evang. Mt. (
osächs.
,
1343
):
Ob îmant stuͦrbe und hât nicht einen sun, daz sîn brûder neme sîne hûsvrowen und irquicke den sâmen sîme brûdere.
Opitz. Poeterey
19, 3
(
Breslau
1624
):
erzehl vmb was fuͤr sachen | Sich Adam vnd sein samʼ auß Eden muste machen.
Reichmann, Dietrich. Schrr.
252, 6
(
Nürnb.
1548
):
alles was man vns von Gott kan troͤsten / ruhet allein auff der verheyssunge / von des weybes samen.
Kurrelmeyer, Dt. Bibel (
Straßb.
1466
):
gemischt ist der heilig samen mit den auslendigen frembden heiden
(3. Esr. 8, 71).
Lindqvist, K. v. Helmsd.
199
(
halem.
, Hs.
um 1435
):
Da hin, Maria, hilff úns armen, | Send únss diner gnaden somen!
Merz, Urk. Wildegg
66, 14
(
halem.
,
1478
):
nach ihrem Absterben soll es wieder an Caspar Esingers elichen samen oder stammen kommen oder wohin er es verordnete.
Chron. Augsb. (
schwäb.
,
1555
/
61
):
Jst mir von ir
[der Ehefrau]
vil liebs geschehen, | Und ward mein samen durch Gots gnad | Erhalten bis zum zehenden grad.
Turmair (
moobd.
,
1522
/
33
):
durch Isaks sâm und sün müest die ganz welt, alle menschen geheiligt werden.
Kehrein, Kath. Gesangb. (
München
1586
):
O Maria du bist die edel Erden, | [...] | Daraus der Sam̃ erwachsen thet, | Das er dem Teuffel den Kopff zertret.
Pfefferl, Weigel. Ges.
43, 32
;
Jahr, H. v. Mügeln
1743
;
Dienes, E. Gros. Witwenb.
61, 28
;
Adrian, Saelden Hort
528
;
Baptist-Hlawatsch, U. v. Pottenst.
1845
;
Grossmann, Unrest. Öst. Chron. .
Vgl. ferner s. v.  5,  1.
4.
›Keimzelle eines tierischen Lebewesens‹; ›menschliche Keimzelle‹; jeweils perspektiviert als Bezugsgröße, aus der ein neuer Organismus hervorgehen kann; im Einzelnen: ›Spermium; Samenflüssigkeit‹; ›weiblicher ,Samen‘‹ (teils als ,materia‘ für den männlichen Samen, teils analog zum männlichen Sperma konzeptualisiert); auch: ›Laich‹.
Zur Sache:
Lex. d. Mal.
7, 1817
.
Bedeutungsverwandte:
; vgl. (
das
), .
Syntagmen:
knoblauch
(Subj.)
den s. verdrücken, ein tier
(Subj.)
viel s. haben, seinen s. säen, die eidechse iren s. gebären
;
der s. (des fisches) auf dem wasser gefangen werden
;
eine jungfrau ein kind ane mannes s. empfangen, j. aus dem samen gebildet / zusammengerunnen sein, seine geburt aus dem s. nemen
;
der s. des mannes, des weibes
;
der s. im mutterleib
;
der gute / mänliche / menschliche / natürliche s
.;
die zusat der samen
.
Wortbildungen:
samenreren
(
das
) ›Samenerguss‹,
samentragend
,
sämung
›Zeugung, Befruchtung‹.

Belegblock:

Luther. Hl. Schrifft.
3. Mose 15, 17
(
Wittenb.
1545
):
WEnn einem Man im schlaff der Samen
[
Mentel
1466 /
Eck
1537:
same der vnkeúsch / vnkeüschait
]
entgehet / der sol sein gantzes fleisch mit wasser baden / vnd vnrein sein bis auff den abend. [...] alles fell / das mit solchem samen befleckt ist / sol er wasschen mit wasser.
Ebd.
Weish. 7, 2
:
Jch [...] bin ein Fleisch gebildet / zehend mond lang im Blut / zusammen gerunnen / aus Mans samen durch lust / im beyschlaffen.
Pfefferl, Weigel. Gn. S. 
61, 12
(
um 1571
, Hs.
1615
):
der Same in Mueterleibe darauß der Mensch wegst, ist anfenckhlich kaumb wie ein Arbeiß, dennoch ist in demselben der gannze Mensch verborgen.
J. W. von Cube. Hortus
4, 28
(
Mainz
1485
):
wer mit frauwen zuͦ schaffen haben wil der mide knobelauch. went er verdruget den samen genãt sperma.
Ermisch u. a., Haush. Vorw.
201, 2
(
osächs.
,
1570
/
7
):
Teichnutzung stehet auf dreien puncten. Nemblich: An guttem bodem, an stetem frischem zufluß und an guttem sahmen.
Gille u. a., M. Beheim
77, 30
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
Als die Juden mit namen | sprechen, das es nicht muglich wer, | das ein juncfrau enphing und gper | ein chind an mannes samen.
Sudhoff, Paracelsus (
um 1520
):
ir wisset das ein samentragender mensch kein vernunft gebraucht und lebt auch in keiner vernunft, alein in den lüsten und fantaseien.
Ebd., (
1529
/
32
):
dan wiewol das ist, das sanct Christoffel ein ris gesein ist, der hat sein geburt genomen aus menschlichem samen.
Enders, Eberlin (o. O. [
1521
]):
so wenig on spyß vnd tranck gelebt mag werden, [...], so wenig mag menschlich hilff, rath, anschlag hindern das werck der manigung, saͤmung, oder geberung.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat. (
oobd.
,
1349
/
50
):
daz êrst zaichen
[für eine Schwangerschaft]
ist diu zuosât paider sâmen weibes und mannes; aber daz dunket mich ain ungewiss zaichen.
Aristotiles spricht, daz ain iegleich tier, daz vil hârs hât, und ain iegleich vogel, der vil vedern hât, der ist unkäusch und hât vil sâmen.
kain tier sæt seinen sâmen [...] auzwendig seins weibes schôz.
waz man auch riemen seudet in derlai saf, die sint guot für genorream, daz ist unwillig sâmenrêrn, sam in dem slâf geschicht oder auch etleichen läuten wachend.
Sudhoff, a. a. O. ;
Pfeiffer, a. a. O. ; ;
Vgl. ferner s. v. .