salbung,
die
.
1.
s.
2
1.
2.
›Heiligung, Weihe, Gesalbtwerden als ritueller Akt der Übertragung und Legitimation von (priesterlicher oder königlicher) Macht‹; im Einzelnen auch: ›Herrscherweihe, Königsweihe‹; ›Priesterweihe‹;
zu
2
2.
Zur Sache:
Lex. d. Mal.
7, 1288
ff.;
LThK
9, 259
f.;
Hrg
4, 1268
ff.
Bedeutungsverwandte:
3, 1, , 6, , ; vgl. 2.

Belegblock:

Chron. Magdeb. (
nrddt.
, Hs.
1601
):
Darumb ist das außwendig sichlich Priesterthumb mit seiner salbung, Platten und weihung in dem newen Testament ohn schrifft durch Menschen erdichtet.
Chron. Köln, Koelhoff
5r, 43
(
Köln
1499
):
Jn dem begynne des veirden [alders] jnsetzunge der saluũnge der koenynge.
Kurrelmeyer, Dt. Bibel (
Straßb.
1466
):
besprenge von dem ole der salbung
[
Luther
1545, 2. Mose 29, 21:
Salböle
]
: aaron vnd sein gewande vnd sein sún vnd ire gewande.
Roth, E. v. Wildenberg (
moobd.
,
v. 1493
):
der kresm wirt [...] gepraucht zuͦ der kronung und salbung der konig in Franckreich.
Turmair (
moobd.
,
1522
/
33
):
hat die salbung bei den Juden anzaigt und bedeut den gewalt und küniglichen nam.
3.
›Begabung, Befähigung‹ (durch den heiligen Geist); ›Begnadung, Einweihung in etw.‹; als Ütr. zu 2 auffassbar;
vgl.
2
2.
Texte religiösen Inhalts.

Belegblock:

Bömer, Pilgerf. träum. Mönch (
rhfrk.
,
um 1405
):
Das du das nit habest getaen | Aen die milde salbonge vor zu haen | Des bedurens und mitlidens!
Fellmann, Denck. Schrr.
2, 88, 3
(
Worms
1527
):
Die salbung, die ir vom heiligen geyst entpfangen, bleibt in euch und ir dürfft sein nit, das euch jemand lere, sonder was euch die salbung in allen dingen leret.
Schmidt, Rud. v. Biberach
165, 12
(
whalem.
,
1345
/
60
):
Dvͥ salbung des Heiligen Geistes maht, daz der mensche versmacht dvͥ nidren ding.
Kohler, Ickelsamer. Gram. (wohl ˹
Augsb.
1. Dr. 16. Jh.
˺):
[auff das wir] wissen die haimliche, verborgene schaͤtz des willen Gottes, das wir durch dise salbung in hailigkeit vn gerechtigkait unsers lebes.
Spechtler, Mönch v. Salzb.
34, 8
(
oobd.
,
3. Dr. 14. Jh.
):
Du [schepher heiliger geist] pist gehaissen ein troster, | [...] | ein lieb und ein geistleich salbung.
Höver, Bonaventura. Itin. B
95
(
moobd.
,
1450
/
60
):
da von ordenleich jn jm [gaist] geschickt vnd geordent wirdt verkundung, ordenung, enpfachung, sprechung, besterckung, offenbarung, belaittung, gepiettung, salbung.
Ebd. B
663
:
du solt fragen das groß prinnend feẃr, das da genczleich einflämmet vnd mit vbertreffenden vnd zuckenden salbungen [...] jn got aufftragent ist und entformen.
Fellmann, a. a. O.
63, 14
.
4.
›(Sakrament der) Krankensalbung‹;
vgl.
2
2.
Zur Sache:
LThK
6, 585
ff.;
Lex. d. Mal.
5, 1471
.
Bedeutungsverwandte:
vgl. (
heilige
), 1, 2, , 1, (
der
) 2.

Belegblock:

Leisi, Thurg. UB
7, 1014, 16
(
alem.
,
1387
/
1501
):
solle ihme [caplan] erlaubt sein zu nehmen, jedoch also, das er bey der communion oder beicht nit mehr als zwen pfennig und bey der heiligen salbung nit mehr als 6 pfening nehme.