salbe,
die
;-Ø, -n/-n
,salb,
die
, (vorwiegend halem. auch) das
;-s/-en
;1.
›Salbe, flüssige, halbfeste, sämige, öl- oder fetthaltige Substanz, Paste‹; im Einzelnen: ›streichfähiges (meist: wohlriechendes) Heilmittel zur äußerlichen Anwendung am menschlichen (gelegentlich auch: tierischen) Körper mit reinigender, kräftigender, (Schmerz) lindernder, schützender Wirkung‹ (auch bildlich, z. B. im Kontext der minne
); ›Schutzanstrich für Wände, Baumschäden u. dgl.‹; ›Mittel zur konservierenden Einbalsamierung von Verstorbenen‹; ›Zaubermittel‹ (z. B. bezogen auf Magie, Hexenglauben); Gehäuft medizinische Fachtexte, auch erzählende Texte.
Zur Sache:
Lex. d. Mal.
f.7, 1287
Bedeutungsverwandte
(bzw. Orientierungsfeld): 2, 1, , , 2, (der
) 1, 14, 3
1, 3, , 2, 5, 1, 2, , , , , , , , ; vgl. , , , 1, 2, , , , 1
4, .Syntagmen:
eine s. bereiten / kaufen / machen / nemen, auf die wunde giessen, in die wunde legen, salben verkaufen, jm. zu der bezauberung / hexerei an hand geben
; (die) s
. (Subj.) für das gegicht / paralis, zu schäden gut, von etw. stark, ein stük vom balsam, von mirre, x hundert pfenning wert sein, (nicht) helfen (können), etw
. abätzen / ausätzen / ausessen, die warzen benemen, keine s
. [wozu] rat sein
; etw
. (Subj., z. B. aloe / lavendel / rosenwasser / wasser
) s. sein
; j. ane s. genesen, etw. in eine s. durcheinanderklopfen / schlagen / stossen, jn. / etw. mit (einer) s. (be)streichen / giessen / heilen / salben / schmieren, feucht behalten, etw. zu den salben brauchen
; die s. eines öls
; eine s. aus dem blust wilder weintrauben, aus safran (gemacht), für die gesüchte / müde, von kapaunschmer, von dem kalk (gemacht), wieder die selenkrankheit, röte der augen, zu dem gicht, zu den pferden
; eine bewerte / dünne / edle / geistliche / gute / heilsame / köstliche / reiche / schöne / süsse / teure / unsaubere / wärmende / weisse / wolriechende / ziehende s
.; ein alabaster, eine büchse mit s
.Wortbildungen:
salbbüchse
salbechtig
salbenruchtig
salbenschmeckig
salbenschmecker
salbenstat
salbkäufer
salbkrämer
salbverkäufer
salbverkäuferin
salbkügelein
salbmacher
salbmacherin
salbmachung
salbschäufelein
salbstube
Belegblock:
Ein Salb ist nicht zu allen Schaͤden gut.
2 m. Cunczen dem pferdearzte gegeben, das er ym dorumbe koufen solle wachs harz und mancherley salbe zu pferden.
das sie [Juͤden] die krancken heymgesucht und daselbst etwo mit koͤstlicher salben [...] gegossen.
Salb ist bei uns auch bose deudsch, ist ein Stuck vom balsam oder mirren, das aller kostlich oel.
Solches ist ein Geystliche salbe wider der Seelen kranckheyt, die da heißt ungehorsam.
Was schmirt er fuͤr salb an die Wand / | Das nicht ein Spinn im gewebe stand.
Alabastrites ist ein weisser steyn [...] den huͦlen sie auß zu salbbüchsen / dann man spricht das er die vngent gar wol behalt vnzerstoͤrlich.
Ebd.
96, 9/10
: Mit diser salben magstu die hare streichenn / an dem leib wo du wilt kein hare haben / da etzt diß salb on schaden.
daß er [Teuffel] jhnen [Hexen] Salben vnd andere Stuͤcke zu jhrer Hexerey vnd bezauberung in Hand gibt.
Salmaticus salbenrochtig salbensmeckig [...] salbensmekcher.
[Eyne gar gutte baumsalbe meyster Jorgens] Daraus wyrt eyne gutte salbey, dey man zu pro(p)fen und allen scheden der beume gebrauchen mack.
Min zucker sußer mynnen lebs, | Sluß uff diner gnaden kebs! | Guß dar uz din suß salben | Uff mine wunden allenthalben.
Im wart ain arm wol halbe | abgeschossen. kain salbe | Noch plaster da mocht wesen rat.
Salbẽstat odʼ ein stat do man salbẽ macht.
Farmacapola salbuerkoffer [...] salbkauffer [...] salbverkoͤfferin.
er machet im ewer toͤchtter salbmacherin
.
vnd appeteckerin.
[
dz sie salben beraitenEck
1537: ;
ApotekerinFroschauer
1531 / Dietenberger
1534 / Luther
1545, 1. Sam. 8, 13: ]
vnd gewandmacherin. Ein Salb⸗scheüfele / ein eysen oder messen scheüffele / das der Apthecker vnd Schaͤrer brauchen zuͦ den Salben.
Darnach salbet er Rengnolden mit einem salb, also das er von stund an im alter fŭnffzechen jaren ward.
Salbaͤchtig / mit salb geschmirbt. [...]. Salbkraͤmer oder verkoͤuffer / der kostliche vñ wolgeschmackte salb verkaufft. [...]. Salbmacher / Salbuerkoͤuffer den leyb zeschmirwen. [...]. Salbmachung / Kunst salb zemachen. [...]. Salbstuben / Schmirwstuben / dainn man sich salbet.
si [peinen] hazzent gar vast pœsen smack und vliehent verr dâ von, und unsauber salb laidigt si sêr.
Jesus ward gesalbet spat | mit aller salb, ganz allenthalb | man legt in in das grab.
Medea het mit einer reichen salben | für wurms stanck und gifte | sein werden leib pestrichen allenthalben.
2.
›(geweihtes) Salböl, das bei sakralen Handlungen (z. B. bei der Weihe der Priester, der Krönung von Königen) eingesetzt wird‹; ütr. auf Christi Name, Wort und Wirken: ›Gnadenmittel zur Erlösung, Rettung e. P.‹; als Spezialisierung eng anschließbar an 1; Texte religiösen Inhalts.
Phraseme:
die lezte salbe
›das Sakrament der Letzten Ölung‹.Syntagmen:
die s
. (Subj.) der herre Christ sein, die alte ehe heissen
; j
. (z. B. der heilige geist
) eine s. (an jn. gewandt) sein, etw
. (Subj., z. B. der name Jesus, die besserung / busse, die verräterei e. P
.) die / eine s. sein, das sacrament
(Subj.) eine s. zu den sünden sein
; Christus jn. durch seine s. etw. leren, j. jn
. (z. B. j. die könige, got die priester
) mit einer s. salben, die priester
(Subj.) mit einer salbe eingeweihet werden, Christus von der salbe ein gesalbter heissen
; die s. der juden, eine s. menschlichen samens, aller herzen
; die heilige / teure s., eine ewige / geistliche / heilsame / köstliche / kunstperlige / wolriechende s
.; der schmak der salben
.Wortbildungen:
salbenfas
Belegblock:
Christus ist bey euch, Der wird euch wol on unser zuthun leren reichlich durch seine salbe alles was euch not ist.
Ubi hic platta, lang rocke, salben schmier? tretten her an alle weihe.
du [Gott schepfer heyliger geyst] der troͤster genand, | des aller hoͤchsten gabe theur, | Eyn geystlich salb an uns gewand.
Von der salbe wird Christus ein gesalbter genennet, und alle konnige wurden mit salben gesalbet.
di vurrederie von Judas wegen was eine salbe unde ein irlosunge menschliches samen.
Die vbergesetzische priester hat Got in yrer inwendigkeit gesalbt / mit eyner kuͤnstperligen salben / die klugk / weyß / gerecht / warhafftigk / vnnd heylig macht.
es war im Gesetz verordenet / das die Priester zur Bestetigung jhrer Vocation / mit koͤstlicher wolriechender Salben eingeweihet [...] wuͤrden.
Nun merk, [...] | daz der nam Jhesus dy salb sei, | dy dy leut hailend iste. | [...] | die salb ist der herr Kriste.
Zu dem ersten [singt und list man messe] durch des sacramentes willen, das ein ertzney und ein salb ist zu unsernn teglichen suenden.
waz swermuͤtikeit úch dar us [buͦsse und besserunge] entspringet, daz ist eine sunderliche heilsame salbe, do mitte uwer geminneter úch ertzenen und heilen wil von allen süntlichen mosen.
do únser herre sin hailgen gaist sante den jungern [...], der da ist ain ewig salb aller hertzen.
Ain salb die haisset dy ald ee, | Zuͦ der huon ich kain zuoversicht.
Die [Maria] ist das edel salbenvas.
Die leste salb, daz ist die heylig ölung.
Dubizmay, kurß zu Teutze
29, 7
;