safran,
der
;-s/-Ø
;zaʼfarān
›der Gelbe‹ (vgl. Marzell
); verschiedene Schreibvarianten, z. B. 1, 1248
safrach,
safrat,
saffer,
zafferan
.›Safran; Crocus sativus L.‹; aus dem Orient stammende wertvolle und deshalb teuer gehandelte Kulturpflanze, deren Blüten mit ihren goldgelben Narben als Gewürz, als Färbemittel und in der Heilkunde vielfältige Verwendung finden; häufig im Orientierungsfeld mit 1 und 1.
Zur Sache:
Marzell
ff.1, 1248
Rechts- und Wirtschaftstexte sowie heilkundliche Literatur.
Phraseme:
der bauer mit dem safran
(Titel eines Fastnachtspiels von Hans Sachs
).Syntagmen
(den) s. abbrechen / auswiegen / bringen / feilhaben / kaufen / nemen / stossen / verschütten, unter etw. tun, in ein wasser schütten, in feuchte keller legen, bei dem vierling auswiegen, mit einem kramergewicht wiegen, unter dem schein anderer waren angeben
; (der) s
. (Subj.) warm und trucken sein, bresten, morgens wiederkommen, hauptwetag machen, die leber, das herz stärken, aus Hispania kommen, in der eile wachsen, eine hübsche farbe haben, den lust zu dem essen nemen, nach Lioner gewicht verkauft werden
; etw
. (Subj.) als / wie s. gestalt sein, gel wie der s. sein
; j. sich e. S. am s. erholen, etw. mit s. übergolden, gel machen, j. eidotter unter den s. stossen, von dem s. schreiben, dem ros von dem s. in wasser zu trinken geben
; der s. von orient
; der edle / falsche / indianische / orientalische / rote / schöne / treue / wilde s
.; viel, ein wenig, x lot / pfund / viertel (des) safrans, das bäumlein, die blumen des safrans
; das fruchtbarste land an s., die salbe aus s., narden mit s., x säcke mit s
.Wortbildungen:
safferblume
saffern
safrandrusen
safranfarbe
safrangarten
safrangelb
safranhaupt
safrankraut
safranwasser
Belegblock:
Unter den safran werden gestoßen | Gelb eierdotter und gedörte mandelkern
(Klage über Betrug beim Handel mit Gewürzen). 2 pfunt zaffaran.
dass man den Norenbergern vorbote, das sie nicht sporen und ander spitczerye ins land brechten, sunder pfeffer, saffran und dergleich.
man hat auch gelernt, Eyne wahr odder gut zu setzen odder zu legen, da es zunympt, alls pfeffer, yngber, saffran, ynn feuchte gewelb odder keller, das am gewichte schwerer werde.
Dein Gewechs ist wie ein Lustgarte von Granatepffeln / mit edlen Früchten / Cipern mit Narden / Narden mit Saffran
[
saffrionMentel
1466: ]
/ Kalmus vnd Cynamen. sie haben [czu Lypczk] eyn kramergewicht, do man saffran unnd perlin mit wigt.
verdirbt odder feylet der yngber, so erholen sie sichs am saffran.
sowie werk verdingde, zuͤ overgulden ind zuͤ machen, ind dat machde mit sefferaen of mit anderem crude, die gilt vunf m. zuͤ buͤisen.
Jst auer de schume [vf deme harne] alse saffran gestalt, dat bedudet de ghelen sucht.
saffran vnd pfeffer stoz vnd tuͦ daz zvͦ sammene.
vff jm [steyn] wechßt mele des ein theyl ist weiß / vnnd ein theyl rot gleich dem granatapffel / ziehen vff die saffranfarb.
darin [garten] wuchsen viel edler wolschmackender beumlin [...] des edlen Orientischen saffrans vnd vnzalbar viel andere edle wurtzlen vnd kreuter.
Hutschnuren weschet man mit einen feinen lautlichen waßer und guter Venedischer seifen; darnach nimbt man brantwein und safran in ein tiegelein, und streicht es damit hübsch wiederumb ahn.
Ebd.
133, 27
: wann die leut den schaffen auswerffen, so kauf saffranheubt.
Ebd.
195, 22
: butter mit einem wenig bier gemischet und gesaffert.
Auch mues man mer der pluemen nemen von dem saffier kraut.
Nim diner lieb zucker mel, | Mach ez mit truwen saffran gel.
nym saffran-wasser, dor in gesotten seyn feigen.
ain ℔ saffran umb iiij riusche gulden. Dann überschwenklich vil des saffrans gen Costentz kam
(zur Zeit des Konstanzer Konzils). Crocomagma, Saffran trusen / od’ ein salß auß gestossem Saffran gemacht.
so der paroxysmus auserklert sol werden, so ist die geburt ein baum aus dem die paroxysmi gehent. zu gleicher weis als der safran, den man abbricht, und morgens widerkompt.
wan einer ein safrach in ein wasser schütt, und das wasser wird alles gelb.
Saffrangelb [...]. Crocus.
all ander vorgeschriben safran werden verkauft nach Lioner gewicht.
[ain rœtelpaum] hât ain rôt rinden und ain hertez holz, daz ist gel sam der saffrân.
Es schreibet maister Galienus, wer das [Ochsen zungen] wasser nimpt vnd ein wenigk ein saffran dar vntter thuet vnd das trinkht [...] das der mensch an hebt zw lachen, das er von gelichter möcht sterben.
Ez sol chain chramer noch anders niemant valschen saffran chauffen noch vail haben.
drei krautgärten und ein safrangarten oben bei dem haus.
das Marchfeld [...] ist das fruchtbarist land under den teutschen landen an weizen, wein, saffran und andern costen.
so sollen ettlich den saffran, so in jarmärkhten oder sunst dahin khumet, nit an der gemainen wag, sonnder in iren heusern auswegen lassen.
Schickten die Mautner-Herrn den Weisen Herrn jedrem ein Neu Jahr, nämlich 1 libram Pfeffer, 1 Viertel Saffer, ¼ Muskatbluet.
Hajek, a. a. O.
20
; Ries, Rechenb.
E 4v, 5
; Rennefahrt, Gebiet Bern ;
Eis, Gesundheitsl.
170, 30
; Uhlirz, Qu. Wien ;
Schweiz. Id. ff.;
Barke, Spr. d. Chymie.
1991, 328
.