sache,
die
;
zu
mhd.
sache
(
die
)
›Streit, Streithandel, Rechtssache; Angelegenheit; Ursache, Grund‹
(); zur etymologischen Einordnung s. .
– Das Verwendungsspektrum des hochfrequent belegten Wortes lässt sich in drei Teile gliedern; die unter 15 dargestellten Verwendungsweisen dokumentieren Formen strittiger, durch das Ausagieren gegensätzlicher Interessen geprägter Handlungszusammenhänge, die bzw. deren Resultate dem Aktions- und Zuständigkeitsbereich des Rechts unterworfen sind; 6 und 7 fokussieren das Wort allgemein als Bedingung und Ursprung allen Handelns (6) und speziell als Gegenstand (und diesbezüglich als Motiv und Antrieb) menschlichen Sprachhandelns (7); 8–10 dokumentieren das Wort in der Funktion eines generalisierenden Stellvertreters, der auf komplexe, nicht oder nur implizit (durch den Kontext) benannte Handlungs- und Ereigniszusammenhänge (8; 9) und schließlich auf jede vorstellbare materielle oder sachlich-abstrakte Gegebenheit (10) referiert.
1.
›Streit, Zwist‹; häufig mit Gewalt einhergehend bzw. Gewalt provozierend (zur rechtlichen Qualifizierung entsprechender Handlungszusammenhänge vgl. ,
die
, 4); speziell: ›Kampf; Zweikampf‹; im Sinne einer ritterlichen Bewährungsprobe: ›Aventiure‹; metonymisch im Sinne eines negativ konnotierten komplexen Ereignis- und Handlungszusammenhangs: ›kriegerische Auseinandersetzung‹.
Vorwiegend literarische und chronikalische Texte.
Phraseme:
freundlich / gut in die sache reden
›einen Streit schlichten‹;
etw. böses zu der sache reden
›einen Streit provozieren‹.
Bedeutungsverwandte:
(
der/das
3, ,
1
 2,  2 (subst.),  7, (
das
), ; vgl.  3,  1,  3, ,  2.
Gegensätze:
.
Syntagmen:
eine s. anfangen / gewinnen / schlichten, mit / wieder einander (zu tun) haben, mit jm. annemen / treffen, got
(Subj.)
jm. eine s. vergönnen
;
eine s
. (Subj.)
heftig sein, sich begeben
, [wie]
verlaufen, im landfriede geschehen, sich unter x und y begeben
;
j. der s
. (Dat.obj.)
entrinnen
;
j. schuldig an der s. sein, bei vielen sachen zwischen x und y sein, etw
. (Subj.)
durch eine s. aus der gewer des gotteshauses kommen, j. in den sachen friede machen, j. mit einer s. nichts zu schaffen haben, jn. von der s. ziehen, es
(expletives Subjekt)
zu der s. kommen
;
die fremde / schöne / tätliche s
.;
(die) schande in der s
.

Belegblock:

Peil, Rollenhagen. Froschm.
531, 778
(
Magdeb.
1608
):
Wolten die Tauben nicht mehr dulden / | Das die Weihen ohn alls verschulden / | So feindlich jhnen stelten nach / | Wolten mit Krieg schlichten die sach.
Ebd.
552, 1459
:
Wo wir aber in diesen sachen / | Noch lang wollen ein Anstand machen / | Noch huͤlff aus frembden Landn erwarten / | So wird sich bald wechseln die Karten.
Ebd.
640, 4178
:
Fehnrich Stoͤltzer der kuͤne Mann / | Setzt mit den doppel Soldnern nach / | Vnd hoffet gar gewonnen sach.
Chron. Mainz (
rhfrk.
,
15. Jh.
):
Johann Knauff, der da bi vil sachen und zweidracht zwessen den von dem alten rade und (der) gemeinde vor langen jarn auch gewessen ist.
Neubauer, Kriegsb. Seldeneck
83, 13
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
dann von solchem außziehenn vnnd plundern, wo das jn dem gefecht geschicht, so wurd dick darumb grosser schad vnnd schandt jn der sach zugefugt.
Ebd.
100, 6
:
so gib den knaben auch ein sunder hauptman [...]; wo es zu der sach vnnd ein treffenn vnd schlagen komen wurde, das sie sich dan zuhinderst an den hauffenn detten.
Bachmann, Haimonsk. (
halem.
,
1530
):
Do Rengnold den kuͦnig Johans gsach, do ward er vast fro und sprach: „Ach, her gott, gelopt sigest du, daz du mir ein so schönne sach vergunnen hast!“.
Ders., Morgant (
halem.
,
1530
):
Ruolland lopt unsern heren, das sy also uß einer frömden sach enttrunen wărend.
Grossmann, Unrest. Öst. Chron. (
oobd.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
Durch die sach und untrew kam das geschlos und ampt erst gar aus des gotshaws Salltzpurg gwer. Mergk ain yeder frumer, wie das ain hailoser krig ist gewesen!
Peil, a. a. O.
554, 1492
;
Bachmann, Haimonsk. ; ;
Spechtler, Mönch v. Salzb.
1, 176
;
Vgl. ferner s. v.  2, (
das
5.
2.
›rechtsrelevante Tat‹; ›Tatbestand, Anklagepunkt‹; speziell: ›Vergehen, Straftat (als Gegenstand rechtlicher Verhandlung)‹; ›Gegenstand, Grund einer Klage, Beschuldigung‹; generalisierend auch: ›Schuld‹; ›das, was jm. vorgeworfen wird‹.
Phraseme:
˹
ane sache; unverschuldeter sache
˺ ›ohne Handhabe, ohne Nachweis einer Tat, zu Unrecht‹.
Bedeutungsverwandte:
 3, ,  4,
1
 5,  1, (
die
3; vgl.  2,  15,  1,  2.
Syntagmen:
eine s. stillen / strafen / tun / vorlesen, auf jn. haben, an / auf jn., zu jm. finden / haben
;
eine s
. (Subj.)
vorfallen, an den tod gehen, an den tag kommen, in js. mund bestehen, jn. des todes schuldig machen
;
j. jn. einer s
. (Gen.)
ledig erkennen / sprechen
;
j. um eine sache angülte sein, jn. um eine s. beklagen / berespen / beschuldigen, jm. um eine s. zusprechen
;
die s. wieder das königreich
;
die ausgenommene / böse / buswürdige / kleine s
.;
der verdacht der s
. (genitivus objectivus),
die gelegenheit der s
. (genitivus subjectivus).

Belegblock:

Lappenberg, Fleming. Ged. (
1631
):
daß keine böse Sache | der angeschminkte Glanz der Reden besser mache!
Luther. Hl. Schrifft.
Dan. 6, 4
(
Wittenb.
1545
):
trachteten die Fürsten vnd Landuögte darnach / wie sie eine Sache
[
Mentel
1466 /
Wormser Proph.
1527 /
Froschauer
1531 /
Dietenberger
1534 /
Eck
1537:
vrsach
]
zu Daniel fünden / die wider das Königreich were.
Leman, Kulm. Recht (
Thorn
1584
):
vmme dy andir sache beschuldigeten sy yn, das her wissentlich meyneyde gesworen hette.
Sievers, Oxf. Benedictinerr. (
hess.
,
14. Jh.
):
Iz daz ir eine umme sumeliche klein sache von der ebdissen [...] berespit wirt.
Schmidt, Frankf. Zunfturk. (
hess.
,
1607
):
Wo dann sachen das gemeine handtwerck [...] betreffendt furfielen, so sollen die vier alte und newe maister [...] solches richten und vertragen.
Froning, Alsf. Passionssp. (
ohess.
,
1501ff.
):
ich fynde an em keyn sache, | die en des todes schuldigk mach!
Bechstein, M. v. Beheim. Evang. Mt. (
osächs.
,
1343
):
wan ein îclîcher der sîne hûsvrowe lêzit âne ûz genuͦmene sache
[
Froschauer
1531 /
Eck
1537 /
Luther
1545:
ehebruch
]
, der machit si unkûschinde.
Berthold u. a., Zwick. Stadtrref.
159, 5
(
osächs.
,
1542
/
70
):
Es hette dan der schuldiger sich in die flucht begeben ader were [...] in vordacht dieser sachen [...].
Neubauer, Kriegsb. Seldeneck
87, 11
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
Ob sich vnder den knechten enig vfflauff oder anderß begebe, das einem hauptman zu stroffen geburn wurd, das dan die rottmeinster alle mit jren leyben vnd vermogenn zu jrm hauptman mit namen N seczenn, so lang bis solch sachenn wider gestilt vnd gestrofft werden.
Buck, U. v. Richent. Chron. Conz. (
alem.
,
um 1430
):
ward im da vorgelesen die bösen artikel und sachen die er getan hett.
Williams u. a., Els. Leg. Aurea
15, 26
(
els.
,
1362
):
Das vnschuldige bluͦt dis gerehten moͤnschen wurt vertamment one sache.
Müller, Nördl. Stadtr. (
schwäb.
,
1424
):
Wer sulchen ir habe hulfe verstecken oder die habe haimet und in die behielte, der und die sullen umb solche sache und schulde anguͤlte
[›Mitschuldner‹]
sein.
Chron. Augsb. (
schwäb.
, zu
1552
):
herrn und freund, so mit obgemeltem angeben unguͦtlich und gantz unverschuldter sachen angetast worden.
Weissthanner, Urk. Schäftlarn
166, 18
(
moobd.
,
1344
):
das ein ieglich probst desselben gotzhus [...] gewalt vnd maht haben sol ze rihten [...] vmb alle sache vnd geschiht ane die dri sache, die an den tod gend, das sind todschleg, notnunft vnd dyef.
Wackernell, Adt. Passionssp. St. II,
1419
(
tir.
,
v. 1496
):
Ir juden, kain schuld ich [Pilatus] vinden kan | Auff Jhesum, den gegenwürttigen man, | [...] | Ir habt dan auf in ander sach.
Schützeichel, Mrhein. Passionssp.
899
;
v. Liliencron, Dür. Chron. Rothe ;
Ermisch, Freib. Stadtr. ;
Neubauer, a. a. O.
87, 34
;
Kohler u. a., Bamb. Halsger. ;
Koller, Reichsreg. Albr. II.
168, 6
;
Welti, Stadtr. Bern ;
Sappler, H. Kaufringer
24, 41
;
Vgl. ferner s. v. (
das
2.
3.
›rechtliches Anliegen, Rechtsbegehren einer Person bzw. einer Gruppe von Personen‹ (im Unterschied zu 2 die Perspektive eines Klägers fokussierend); ›Erhebung bzw. Geltendmachung eines Rechtsanspruchs‹; damit häufig einhergehend: ›Anklage, Klage vor Gericht‹; ›das, was eine Person in eigenem Interesse vor Gericht bringt‹.
Bedeutungsverwandte:
(
das
7, ,  4, (
das
13, ; vgl.  3,  4,  3.
Syntagmen:
j. eine s. haben, js. s. anweisen
›anerkennen‹
/ gewinnen / handeln, vor gericht dartun / vortragen, zu recht lassen, vor die herschaft ziehen, mit langen worten beglimpfen
;
die s
. (Subj.)
gerecht und war sein, im mund von x zeugen bestehen
;
j. seiner s
. (Gen.obj.)
warten
;
niemand in seiner s. richter / zeuge sein dürfen, j. von seiner s. abstehen
;
die s. der weisen / witwen
;
die s. um eigen / erbe, um schwere aufläufe
;
die eigene / gerechte / gute / persönliche s
.
Wortbildungen:
sachenforderer
›Kläger‹ (dazu bdv.: vgl.  1).

Belegblock:

Ziesemer, Proph. Cranc Jer.
5, 28
(
preuß.
,
M. 14. Jh.
):
der wyttewen sache haben si nicht gericht, des weysen sache haben si nicht angewyset und der armen teydinge haben sy nicht gerichtet.
Luther. Hl. Schrifft.
5. Mose 19, 15
(
Wittenb.
1545
):
ES sol kein einzeler Zeuge wider jemand aufftretten / vber jrgend einer missethat oder sünde [...] Sondern in dem Mund zweier oder dreier Zeugen sol die sache
[
Mentel
1466 /
Eck
1537:
wort
]
bestehen.
Schwartzenbach (
Frankf.
1564
):
Anwald. Gewalthaber. Befelchhaber. Einer der ein vollmacht hat / das ist / der auß gegebnem gewalt eines andern sachen vnd geschefft handelt / vñ in Recht vertritt.
Ulner (
Frankf.
1572
):
einem sein Sach im Rechten vertretten / eins begehren antragen.
Behrend, Magd. Fragen (
omd.
,
um 1400
):
so sal her dem sachen forderer syne busze geben unde deme richter syn gewette.
Köbler, Ref. Nürnberg
35, 21
(
Nürnb.
1484
):
Jch glaub vnd gentzlich dafür achte ein gut gerecht sach zuhaben.
Franck, Klagbr.
229, 33
(˹wohl
Nürnb.
˺
1529
):
Zu dem gepürt nachmals keinem verbanten fuͤr dein gericht vnd richterstuͦl zutreten / sein sach zu handlen.
Ders., Decl.
333, 35
(
Nürnb.
1531
):
So will ich auff den heuͤtigen tag mein sach handlen wider meine zwen bruͤder.
Buck, U. v. Richent. Chron. Conz. (
alem.
,
um 1430
):
wer dann ain sach gewonnen hett, der fuͦrt dann sin procuratores, sin schriber und die büttel zuͦ dem wälschen win und schank inn.
Roloff, Brant. Tsp.
759
(
Straßb.
1554
):
Wer etwas zuͦ fordern hatt oder clagen | Der laß sein sachen uns fürtragen.
Graf-Fuchs, Ämter Interl./Unterseen (
halem.
,
1450
):
sol und mag ein iecklicher umb eigen und erb und umb schwer uffloͤiff sin sach wol fúr ein herrschafft ziechen.
Sappler, H. Kaufringer
20, 149
(
schwäb.
, Hs.
1472
):
wer ain frommer vorsprech ist, | der betracht zuo aller frist, | so er ainem spricht das wort, | ob er das newr von im hort, | das er füert gerechte sach, | er lat ims niemant machen swach.
Grothausmann, Stadtb. Karpfen
120, 17
(
mslow. inseldt.
,
1533
):
Jśt darumb Hans Zyger als ein freundt in Kauff getretten, vnnd śeine śache Zue Recht gelaśśen.
Glitsch u. a., Hofger. Rottw.
64, 22
;
Hör, Urk. St. Veit
139, 3
;
Vgl. ferner s. v. , (Adj.) 4.
4.
›Rechtssache, Rechtsangelegenheit,
causa
‹; pluralisch auch: ›Gesamtheit aller Belange, Angelegenheiten, Vorgänge, die einem (in der Regel durch ein Attribut näher spezifizierten) Rechtsbereich zugeordnet werden‹ (im Einzelnen z. B.
bürgerliche, eheliche, geistliche, weltliche sachen
); metonymisch: ›Rechtsstreit, Streitfall vor Gericht‹; häufig in Verbindung mit attributiven Adjektiven, die auf den Schweregrad der zur Verhandlung anstehenden Angelegenheit verweisen (z. B.
peinlich, milde, klein
); ›Verhandlung einer zur gerichtlichen Entscheidung anstehenden Angelegenheit; Prozess, Verfahren‹; vgl. ff. mit breiter, belegter Ausdifferenzierung der rechtlichen Qualifizierung von Handlungen und Sachverhalten; Spezialisierung zu 1.
Überwiegend Rechts- und Wirtschaftstexte sowie Chroniken.
Phraseme:
aus einem sächle eine sache machen
›einer Bagatelle vor Gericht übermäßige Bedeutung verleihen‹.
Bedeutungsverwandte:
1
 4,  36, ; vgl. ,  1315,  1,  1,
1
 1, ,  12.
Syntagmen:
j. eine s. ausmachen / haben / machen / richten / teidingen / verabschieden / vergleichen, gütlich abtragen / beilegen, (in freundlichkeit) abwerden lassen, vor gericht bringen / gewinnen / verlieren, unentschieden hängen lassen, vor dem landgericht handeln, (mit urteil) an den rat weisen, mit rechtlicher erkentnis ausfüren
;
eine s
. (Subj.)
eines beschreibers / protocollierers bedürfen, vor gericht anhaben / sein, im gericht auflaufen, die ere antreffen, vor das untergericht, das ecclesiasticum iudicium gehören
;
j. einer s
. (Gen.obj.)
vertragen
;
j. auf eine s. recht sprechen, in einer s. versäumnis tun, die warheit in einer s. fürbringen, j. richter über eine s. gesezt sein, jn. über die s. bestellen, j. etw. zu der s. tun, j. zu den sachen sitzen
;
sachen des weltlichen rechts
;
die alten / anhängenden / bürgerlichen / ehelichen / geistlichen / kleinen / kleinfügen / peinlichen / rechtlichen / vergangenen / wichtigen sachen
;
der austrag / beschlus, die entscheidung / erörterung / verhandlung, das ende der s
.;
der rechtspruch über die s
.
Wortbildungen:
sachhaber
›Bevollmächtigter in einer Streitsache‹ (dazu bdv.: vgl. ,
der
, 1),
sachhafte
›Streitsache‹ (a. 1464).

Belegblock:

Luther. Hl. Schrifft.
1. Kor. 6, 4
(
Wittenb.
1545
):
wenn jr vber zeitlichen gütern sachen habt
[
Mentel
1466:
ob jr hett die werltlichen ding
;
Froschauer
1531:
gerichts hendel habend vonn der narung
;
Dietenberger
1534 /
Eck
1537:
weltlich sachen zuͦ richten habt
]
/ So nemet jr die / so bey der Gemeine veracht sind / vnd setzet sie zu Richter.
Koeniger, Sendgerichte (
rib.
,
1591
):
Und soll hierüber [...] dem geistlichen gericht in erörterung der geistlichen sachen und welche vor sich selbst vor das ecclesiasticum iudicium gehören, sein gebürlicher lauf gelassen [...] sein.
Ebd. (
rhfrk.
,
um 1450
):
das wir nicht anders rugen danne was eliche und ander geistlich sach angeet.
Köbler, Ref. Wormbs
35, 22
(
Worms
1499
):
das Jch die warheit in diser sachen fürbringen Vnd so offt Jch in recht gefragt werde nit verhalten wolle.
Ebd.
44, 15
:
nach beschluß der sach soll kein bewerung oder wysung meer angenommen noch tzugelassen werden.
Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck
294, 23
(
thür.
,
1474
):
Sintdemal daz wir in vorgeczyten uff diße sachen recht gesprochin [...].
Ebd.
312, 2
:
an den enden
[vgl.
ende
3]
, da dy sache vor gerichte angehabin ist.
Berthold u. a., Zwick. Stadtrref.
55, 17
(
osächs.
,
1542
/
70
):
Die sollen auch alle sachen, die sie nicht gutlich beilegen konnen, an uns, dem rate, weisen.
Dinklage, Frk. Bauernweist.
59, 20
(
nobd.
,
1448
):
und [vogt und herrn] haben zü gebiten und zü verbieten in velde und in dorfe und zü seczen und entseczen zü rechtlichen sachen.
Kohler u. a., Bamb. Halsger. (
Bamb.
1507
):
Seczen vnd orden wir, das in allen peinlichen sachen
[›Rechtssachen, die Leib und Leben betreffen‹]
dem rechten schleuͤniglichen nachgegangen, verholffen vnd geverlich nit verzogen werdt.
Ders. u. a., Peinl. GO Karls V. (o. O.
1532
):
vnnd soll der Richter [...] ersamlich sitzen pleibenn biss zu ennde der sachen.
Gilman, Agricola. Sprichw.
1, 263, 15
(
Hagenau
1534
):
Nu was er willens / sich gantz und gar der Juristerey / unnd des weltlichen Rechtens sachen zu eüssern.
Spanier, Murner. Narrenb.
21, 57
(
Straßb.
1512
):
Jn woͤlchem buͦch [...] | Findt ir, das ir sollendt liegen | Vnd mit gschwetz den richter btriegen? | Vß eim sechle machst ein sach.
Rennefahrt, Gebiet Bern (
halem.
,
1561
):
Wann ouch einicher under uns mit thod abgat und desselben erben oder sachhaber an sin stat stan woͤllen, sol inen das unversagt sin.
Glitsch u. a., Hofger. Rottw.
54, 30
(
schwäb.
,
um 1435
):
man sol die sache mit urtail wisen für das gaistlich gericht, dahin si gehoͤrt.
Chron. Augsb. (
schwäb.
,
1544
/
5
):
wöliche der statt Rom renten, gülten, schatzungen, steuren und anlagen in kriegs⸗ und burgerlichent sachen und hendlen habend einbringen.
Heydn. maister
41r, 5
(
Augsb.
1490
):
Die richter liessen dÿe sach vnentschiden hangen.
Grossmann, Unrest. Öst. Chron. (
oobd.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
und wardt dye sach durch die herren und lanndtlewt getaydigt und gemacht.
Spechtler u. a., Frnhd. Rechtstexte
1, 28, 8
(
moobd.
,
1524
):
von der versaumbnuss wegen, so Sy [vnnser Burgermaister, vnd die anndern Acht beysizer] in Iren sachen, vnd Hänndlen zu zeiten dardurch thun muessen, etwas ergezlichait emphahen, So sezen und ordnen wir, das [...].
Mell u. a., Steir. Taid. (
m/soobd.
,
1596
, Hs.
1. H. 17. Jh.
):
wan es ein klainer handl darzue er kain beisizer noch die sa(ch) aines beschreibers oder protocaliers bedarf.
Ebd. (
1590
):
Im fal aber die güetlich handlung nicht verfenklich sein und stat haben wolte und derwegen die sachen mit rechtlicher erkantnus vor der obrigkeit außgefüert werden müeßte.
Alberus, Barf. Vorr. Alb. ;
Behrend, Magd. Fragen ;
Grosch u. a., a. a. O.
170, 12
;
190, 34
;
191, 31
;
246, 26
;
264, 40
;
Thiele, Chron. Stolle ;
v. Liliencron, Dür. Chron. Rothe ;
Kisch, Leipz. Schöffenspr. ;
Gilman, a. a. O.
2, 11, 24
;
Köbler, Stattr. Fryburg ;
UB Zug
671, 12
;
Rennefahrt, Zivilr. Bern ;
Vorarlb. Wb.
2, 807
;
809
.
Vgl. ferner s. v. (V.) 7,  3.
5.
›Urteil, Beschluss‹; daraus resultierend: ›Vorschrift, rechtliche Bestimmung, Anweisung‹.
Bedeutungsverwandte:
 3,  2,  1, ; vgl.  16.

Belegblock:

Luther. Hl. Schrifft.
Ps. 17, 2
(
Wittenb.
1545
):
HERR [...] Vernim mein Gebet / das nicht aus falschem munde gehet. Sprich du in meiner Sache
[
Mentel
1466 /
Froschauer
1531 /
Eck
1537:
vrteyl
]
/ Vnd schaw du auffs Recht.
Wyss, Limb. Chron. (
mfrk.
,
3. Dr. 14. Jh.
, Hs.
2. H. 16. Jh.
):
Unde sind dise sache allewege wol herbracht unde alle zit herlichen unde vestlichen gehalden.
Koller, Ref. Siegmunds (Hs.
um 1474
):
was treffenlicher sach sein, dye sein besser in instrumenten dann in versigelten brieffen.
Müller, Alte Landsch. St. Gallen (
halem.
,
1483
):
wenn und zuͦ welher zit hinfür die sachen und landtlöf sich also machen, dz beden obgenanten tailn oder aim insonders anmütig wurd, sölich obgemelt satzungen abzethuͦnde.
Grossmann, Unrest. Öst. Chron. (
oobd.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
etlich haben sich sunst redlich in den sachen gehalten.
Dirr, Münchner Stadtr. (
moobd.
,
2. H. 14. Jh.
):
daz sol alz lang weren, üntz die juden dem rat volgent an den sachen und an andern sachen.
Mollay, H. Kottanerin
12, 27
(
moobd.
,
1439
/
40
):
hielt Si in drey sach fuͤr [...]. Aber Si wessat wol, daz sy der dreirr artikel kainen hielten.
6.
›Ursache, Grund, Bedingung oder Anlass für einen Vorgang, ein Geschehen‹; speziell bezogen auf menschliches Handeln: ›Motivation, Beweggrund‹; dies tendenziell eine finale Komponente einschließend: ›Plan, Vorhaben, Absicht‹; speziell: ›guter, triftiger Grund, Begründung (im Sinne einer Rechtfertigung für js. Handeln)‹; in mystisch akzentuierten Texten häufig auf Gott als
causa prima
bezogen, dann auch: ›Ursprung, Wirkgrund‹.
Phraseme:
sache geben
›etw. begründen‹; ˹
durch welche sache
;
durch was sache willen
˺ ›weshalb, warum‹; ˹
um [...] sachen
;
von [...] sachen
˺ ›wegen, aufgrund von [...], um [...] willen‹;
von natur sachen
›von Natur aus‹; ˹
ist / wäre es sache, das [...]
;
es wäre / sei denne sache, das [...]
;
ob / wenne es sache wäre
˺ ›wenn, falls; gesetzt den Fall, dass [...]; außer, dass [...]; es sei denn, dass [...]; verhält es sich so, dass [...]‹.
Bedeutungsverwandte:
, ; vgl.  3,  2,  5,  3, ,  1, (
die
6,
1
 4,  812,  7, .
Syntagmen:
j. eine s. haben / suchen, die s. der dinge wissen, etw
. (Subj.)
eine s. haben
;
die s
. (Subj.)
ir selbes sein, etw. machen, auf etw. leuchten, die sele
[wohin]
füren
;
got
(Subj.)
die s. sein, etw
. (Subj.)
(die / eine) s. sein, das [...], die sunne eine s. der geburt und des todes sein, die hitze eine s. der grösse
[eines Lebewesens]
sein
;
Christus der s. (der gnaden) nahe sein
;
j. an der s. anheben, etw. ane s. tun, jn. ane s. schlagen, etw
. (Subj.)
ane s. beschehen, die liebe
(Subj.)
ane s. keines wechsels geren, j. bei den (ersten) sachen anheben, etw
. (Subj.)
durch eine s. geschehen, in der s. beschlossen sein, kein ding
(Subj.)
sunder s. geschehen, etw
. (Subj.)
von einer / seiner s. bekant / gesachet sein / werden, kommen, der storch
(Subj.)
von x sachen klappern
;
die s. des todes, der krankheit, der gnaden, aller dinge
;
die böse / einige / erste / sachliche / teilige / ungesachete / ware / wirkende s
.
Wortbildungen
sachlich
›ursächlich‹ (dazu Wbg.:
sachlichkeit
).

Belegblock:

Luther, WA (
1530
):
So wirds unsern Pfaffen auch ghen, sie haben uns lang gedrucket, Es sey denn sach, das kein Gott ym himel sey.
Ders. Hl. Schrifft.
2. Tim. 1, 12
(
Wittenb.
1545
):
Durch das Euangelium / Zu welchem ich gesetzt bin ein Prediger vnd Apostel vnd Lerer der Heiden / Vmb welcher sache willen ich solches leide.
Reissenberger, Väterb. (
md.
, Hs.
14. Jh.
):
Der bischof, der gute man, | Hub an den ersten sachen an, | Durch die die geschiht geschach.
Jostes, Eckhart
16, 19
(
14. Jh.
):
si [alle ding] sint gesachet von einer sach, di irs selbes ist, daz ist der vater.
Ebd.
68, 7
:
allez daz gutes gespreit ist in alle dink, daz ist beslozzen zumol in der einigen sache aller ding.
Chron. Mainz (
rhfrk.
,
15. Jh.
):
iß geschiecht sunder sache kein ding.
Mone, Adt. Schausp. (Hs. ˹
omd.
,
1391
˺):
daz waz dy
e
sache, dye
e
ez machte, | daz Christus nie erlachete, | wan er wol erkante daz, | daz dez todes pin so groz waz.
Strauch, Par. anime int.
42, 36
(
thür.
,
14. Jh.
):
ein iclich dinc wirt bekant von siner sache, wan di sache luchtit alle zit uffe daz da fon ir gesachit ist.
Ebd.
110, 17
:
Got ist di sache, darum man un sal lip habin.
v. Tscharner, Md. Marco Polo
2, 8
(
osächs.
,
2. H. 14. Jh.
):
di sache worumme si lizen von der koufinschacz, das was das gebot des genumetin keysirs.
Sermon Thauleri
6vb, 25
(
Leipzig
1498
):
der mensch weiß der dinge sache.
Pyritz, Minneburg
3771
(
nobd.
, Hs.
um 1400
):
Reht als der hunt den hasen hast | Und den affen tut der ber | Und der dahs den fuhs vil swer | Haßt von natur sachen.
Langen, Myst. Leben
226, 27
(
nobd.
,
1463
):
Die vngesacht sach, die sacht in nicht bekennen noch / begeren.
Gille u. a., M. Beheim
345, 31
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
von solcher crankait sachen | gieng ir der atam auss.
Rupprich, Dürer (
nobd.
,
1506
):
Jst aber sach, daz jrß nit mer bedürft, so schickt mirs pey dem negsten potten.
Bihlmeyer, Seuse (
alem.
,
14. Jh.
):
[daz wa der blossen goͤtlichen sunheit] ist [...] nah ungeschafenr sachlichkeit ein aller dingen gebendú istekeit.
alle gebildeten geschaffenheit ist [...] eigenlich erzoͤgende dich, die ersten sache und einen ursprung aller genuhtsamkeit.
Chron. Strassb. (
els.
,
A. 15. Jh.
):
sü woltent nüt gerwe zuͦsamene kumen noch das bobestum ufgeben, und suͦhtent vil abewege und sachen.
Gilman, Agricola. Sprichw.
1, 16, 3
(
Hagenau
1534
):
Julius Cæsar handelte widder den radt / und hatte ein boͤse sach / Denn er war ein auffrürer.
Matthaei, Minner. I, (Hs. ˹
nalem.
,
1459
˺):
lieb ön sach kains wechsels gert.
Rieder, St. Georg. Pred. (Hs. ˹
önalem.
,
1387
˺):
daz
[einen Betrug an einem
neben cristen
]
tuͦst du ân sache, won er dir wol getrúwet.
Steer, Schol. Gnadenl.
1, 381
(
noschweiz.
,
15. Jh.
):
Von was sach moͤht es komen, daz der mensch nit minnet gerechtikeit?
Ebd.
5, 36
(
halem.
,
15. Jh.
):
Der genaͮden wúrkende sache fuͤret die sele in ain so hoͮch ende, da hin nature nit geraichen mag.
Päpke, Marienl. Wernher (
halem.
,
v. 1382
):
Und iltent umb todes sachen
[›mit dem Ziel, ihn zu töten‹]
| Im [Christus] balde ain crúcz machen.
Schmidt, Rud. v. Biberach
134, 11
(
whalem.
,
1345
/
60
):
daz ist, ,der ist‘, old das ,wesende‘, daz der vsflus ist der erst istikeit an dien dingen von der alr sachlichosten sache.
Morgan u. a., Mhg. Transl. Summa
59, 19
(
schwäb.
,
14. Jh.
):
daz ist offenbar von der nacheit Christi zuo der sache der gnaden, alse daz er der sache der gnaden also nahe waz.
Martin, H. v. Sachsenh. Tempel
465
(
schwäb.
,
1453
):
Verklär mir minen sin | Zuo seld und guoter sach!
Sappler, H. Kaufringer
14, 399
(
schwäb.
, Hs.
1464
):
er hett weder weis noch sin, | wann er fuort nit rechte sach.
Pfaff, Tristrant (
Augsb.
1498
):
Darumb soͤlt ir diß on neid vertragen, wan es on sach nit geton noch beschehen ist.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat. (
oobd.
,
1349
/
50
):
ez sint auch diu selben tier klainer dann andriu tier, dar umb daz diu nâtürleich hitz ist ain sach der grœzen.
Spechtler, Mönch v. Salzb.
48, 63
(
oobd.
,
3. Dr. 14. Jh.
):
der mit seinem wort die werlt tet machen, | umb unser sünde sachen.
Spiller, Füetrer. Bay. Chron. (
moobd.
,
1478
/
81
):
Nu begegnet mir vil frag, was [...] die sach sey, das [...].
Bauer, Haller. Hieronymus-Br.
27, 29
(
tir.
,
1464
):
Der ëngel der hat gesündet, vnd der mensch der hat gesündet; der ain hat funden genaden, der ander nicht. Durch was sach willen?
Helm, H. v. Hesler. Nicod. ;
v. d. Lee, M. v. Weida. Spigell
73, 33
;
Eggers, Psalter
4, 5
;
Küther, UB Frauensee
250, 2
;
267, 29
;
Langmantel, Schiltb. Reiseb. ;
Morgan u. a., a. a. O.
43, 17
;
51, 18
;
89, 20
;
Bachmann, Morgant ; ;
Pfeiffer, a. a. O. ;
Klein, Oswald
43, 57
;
Brévart, K. v. Megenberg. Sphaera
14, 19
;
15, 24
;
22, 28
;
Drescher, Hartlieb. Caes. ;
Vgl. ferner s. v. (Adj.).
7.
›Thema, Gegenstand einer Rede, Diskussion, einer (schriftlichen) Abhandlung‹; speziell (häufig pluralisch und durch attributive Adjektive inhaltlich spezifiziert): ›Stoff, Gegenstand eines poetischen, literarischen, fiktionalen Werkes‹; metonymisch: ›einzelner Aspekt eines größeren thematischen oder argumentativen Zusammenhangs‹; ›(auf Erfahrung basierende) Tatsache‹, ›Fakt‹; ›Beweis‹; in Verbindung mit Possessivpronomina: ›Argument, Standpunkt, Anliegen einer Person‹ (zur rechtlichen Spezialisierung vgl. ,
die
, 4); in textstrukturierenden Äußerungen: ›Textstelle‹; ›Gliederungspunkt‹.
Phraseme:
das ist die sache
›es ist offenkundig, liegt auf der Hand‹.
Bedeutungsverwandte:
 78,  4,  5, , ,  2,
2
 46,  5,  8, ; vgl.  1,
1
 1, , ,
1
 67,  12,
2
 4, ,  6, .
Syntagmen:
j. eine s. erdenken / haben / hören / schreiben / vorbringen, die / js. s. ausdisputieren / bergen / werben, beruhen lassen, unkentlich machen,
[in einem Buch]
finden, in acht nemen, im offertorium begreifen, mit einem exempel befestigen, das amplifizieren
(Subj.)
js. s. stärken
;
eine s
. (Subj.)
jn. anfechten, etw. in sich begreifen
;
etw
. (Subj.)
x sachen bedeuten
;
j. der s
. (Gen.obj.)
unerfaren sein, aller sachen acht nemen
;
die worte
(Subj.)
der s
. (Dat.obj.)
dienen
;
j. (wieder) auf die s. kommen, j. etw. durch die s. innewerden, etw. von der s. verstehen, j. nahe zu der s. schreiben
;
die bedenkliche / offene s., die auferbaulichen / gemeinen / gotseligen / götlichen / hohen / nüzlichen / poetischen / spizfündigen / traurigen sachen
;
der eingang, die art / erkentnis der s
.

Belegblock:

Kochendörffer, Tilo v. Kulm (
preuß.
,
1331
):
gar vil sint der sachen, | Als di schrift uns hat gelart, | Daz Got quam und mensche wart. | Nu hort, der sachen eine [...].
Luther, WA (
1521
):
wenn lautter mordschreyen und wietend amplificirn deyn sache kund stercken, kund ich meyne sach viel baß damit stercken.
Ebd. (
1533
):
Aber ich wil seine [Cochläus] bucher alle wol auswendig koͤnnen. Weil er nichts von der sachen verstehet [...] so mus es eitel geschwetz [...] sein, was er schreibt.
Ders. Hl. Schrifft.
1. Mose 24, 33
(
Wittenb.
1545
):
Jch wil nicht essen / bis das ich zuuor meine Sache geworben habe
[
Mentel
1466 /
Eck
1537:
gerede meine wort
].
Peil, Rollenhagen. Froschm.
579, 2310
(
Magdeb.
1608
):
Es ist ein hoch bedenklich sach / | Das wir wissend / vnd zusehend / | Stuͤrtzen sollen in solch elend.
Quint, Eckharts Trakt. (
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
Dar nâch vindet man hie bî drîzic sachen und lêren, in der man sich in ieglîcher wol und ganze getrœsten mac.
Daz ist diu sache, daz uns got niht gegeben enmac alle zît, als wir ez biten.
Gropper. Gegenw. (
Köln
1556
):
ZVm Dritten Vnd neher zu der sachen zu schreiben [...].
Knape, Messerschmidt. Bris.
22, 130
(
Frankf./M.
1559
):
Vnd dergleichen viel mehr / dauon ich deñ nun zu mal / die sach beruhen lassen will.
Perez, Dietzin
1, 131, 23
(
Frankf.
1626
):
Oder macht in der eyl eine Wassersuppen / vnnd nam darbey zweyen sachen sonderlich in acht: Erstlichen / daß [...].
Ebd.
204, 2
:
ob ich wol etlich viel jahr wol beredt gewesen vnd allerley spitzfuͤndige Sachen hab koͤnnen vorbringen / so hab ich doch jetz [...] den Faden meiner Wolredenheit verlohren.
Hoffmeister,
Kuffstein. Gef. B 3v, 9
(
Leipzig
1625
):
ist mir doch deren außlegung / als einem dieser Sachen Vnerfahrnen gantz vnbekandt gewesen.
Opitz. Poeterey
7, 25
(
Breslau
1624
):
DJe Poeterey ist anfanges nichts anders gewesen als eine verborgene Theologie / vnd vnterricht von Goͤttlichen sachen.
Ebd.
11, 4
:
Er [Poet] muß [...] von sinnreichen einfaͤllen vnd erfindungen sein [...] muß hohe sachen
[›erhabene Gegenstände‹]
bey sich erdencken koͤnnen.
M. Cunitia. Ur. Prop. (
Öls
1650
):
In Anleg⸗ oder Außlegung dieses Werckes / hab ich die Ordnung erfolget / welche mir die arth der sache selber an die Hand gegeben hat.
Reichert, Gesamtausl. Messe
97, 32
(
Nürnb.
um 1480
):
Und das Offertorium wirt gelesen an stat des gebets, wann in dem oft begriffen wird dy sach und materi, der wir denn begernn sein dar inne.
Franck, Decl.
345, 28
(
Nürnb.
1531
):
Wir sehen taͤglich vil (es ist in so offner sach nicht not viler Exempel) die auß teglicher trunckenheit an den bettelstab seind gericht.
Ebd.
349, 3
:
Wir verwundern vns / o bruͦder / das du in diser deiner nennung den kaiser Tiberium stilschweigend hast uͤbergangen / mit welches exempel dein sach wol het moͤgen befestigt werden.
Kehrein, Kath. Gesangb. (
Nürnb.
1631
):
daß [...] die Sach [...] nuͤtzliche, Gottselige, vnd aufferbawliche Lehren vnd sachen in sich begreiffe.
Fuchs, Murner. 4 Ketzer
99
(˹wohl
Straßb.
˺
1509
):
Wer dis lesen wol betracht | Vnd aller sachen nimmet acht, | Der sol für wor entschuldigt han | Ein radt von Bern vnd yederman.
Karlstadt, Mit heyliger schrifft E
1v
(
Basel
1524
):
vnnd damit sie ire sach bergen / oder vnkentlich machen / nemen sie das kriechisch wort für sich Eucharistien.
Goldammer, Paracelsus.
6, 70, 5
(
1530
):
daß die, so auf die disputation gehorent, behalten werden bis uf den jungsten tag, do ir sachen auszudisputieren.
Maaler (
Zürich
1561
):
Sach (die) Ding / Ein yetlich ding daruon man redt oder handlet.
Sappler, H. Kaufringer
16, 249
(
schwäb.
, Hs.
1464
):
es sind aber gemain sachen, | das vatter und muoter gern lachen, | wenn das kind so schalklich tuot.
Rauwolf. Raiß iijv,
8
([
Lauingen
]
1582
):
das die
[
facultet
der Medizin]
mehr alß jrgendt ein andere / viler sachen / sonderlich aber der Kreüter erkandtnuß erfordere.
Brévart, K. v. Megenberg. Sphaera
12, 5
(
noobd.
,
1347
/
50
):
Daz aber der himel sinbel sei, dez hab wir drei sach. Deu erst sach ist [...].
Bauer, Haller. Hieronymus-Br.
26, 8
(
tir.
,
1464
):
Das halt ich vnd gelaub das warleichen vnd pin das durch vil sach innen worden, das der mensch chain gut ent nimet, des leben albegen pös ist gewësen.
Röhrich u. a., Cod. Dipl. Warm.
4, 225, 4
;
Opitz. a. a. O.
21, 24
;
29, 30
;
Gille u. a., M. Beheim
76, 131
;
Mayer, Folz. Meisterl. ;
Reichert, a. a. O.
32, 13
;
8.
komplexer Handlungszusammenhang, der durch den Kontext näher spezifiziert oder vom Sprecher als bekannt vorausgesetzt wird (allgemein); im Einzelnen z. B. stellvertretend für: ›Handlungs- und Zuständigkeitsbereich, der (in der Regel) besondere Kenntnisse, Spezialwissen voraussetzt (z. B. Bergbau, Militär)‹; speziell: ›Aufgabenbereich, Amt, Profession, Disziplin‹; metonymisch: ›(meist als problematisch, prekär begriffene) Angelegenheit, die zum Handeln nötigt‹ (dies schließt einzelne Belege für
sache
,
die
, 1 und 4 ein); ›Praktik, Handlungsweise mit besonderem Anliegen (z. B. im Rahmen der Frömmigkeitspraxis)‹; ›Geschäft, Handel‹; ›Aufgabe, (belastende) Verpflichtung‹; diminutiv verhüllend für negativ konnotierte oder tabuisierte Handlungen; im Einzelnen z. B.: ›Geschlechtsverkehr‹; ›Notdurft‹; ›unlauteres Geschäft‹.
Phraseme:
in / mit allen sachen
›in jeder Hinsicht‹;
um keine sache
›um keinen Preis, auf keinen Fall‹;
etw. zur sache tun
›etw. vernünftig, zielführend handhaben‹;
in die sache kommen
›zu einer Einigung gelangen‹;
es
(Subj., unpersönlich)
den sachen also sein
›sich so verhalten‹;
etw. (eine) verlorene sache sein
›etw. vergeblich sein‹;
an die sache wollen
›(schnell) zur Sache kommen‹;
zu viel an die sache tun
›übertreiben, des Guten zuviel tun‹;
zu den sachen sehen
›sich um etw. kümmern‹;
etw. eine gute sache sein lassen
›etw. akzeptieren‹.
Bedeutungsverwandte:
 2,  2,  56,  1,  1,  1,  3, , (subst.); vgl.
1
 3,
1
 8.
Syntagmen:
j. eine s. anfangen / angreifen / anzeigen / ausrichten / besehen / erfaren / erlernen / handeln / treiben / verschlafen / volbringen, auf sich nemen, nach seinem gefallen verhandeln, seine s. auf etw. setzen, jm. eine s. befelen / übergeben / vertrauen, j. got
(Dat.obj.)
seine s. befelen, der herre
(Subj.)
js. s. schicken, j. js. sachen scheuen, seine sachen ordnen / schaffen
;
js. s
. (Subj.)
besser werden, die s. anliegen,
[wie]
stehen / verlaufen,
[wohin]
kommen, jn. freuen, recht zugehen, ein gutes ende haben, jm. an die ere gehen, der christenheit schwer anliegen
;
j. einer s
. (Gen.obj.)
erlassen sein, der s. acht haben, sich der s. annemen / verstehen
;
der s
. (Dat.obj.)
nachdenken, recht tun, eine endschaft machen, einen namen geben
;
j. an seine s. denken, jm. bei einer s. nicht geheuer sein, jm. in einer s. trauen, jm. etw. in seine s. tragen, j. in einer s. geschikt sein, jn. in eine s. einfüren, in einer s. letzen, jm. in allen sachen gehorsam sein, j. in seinen sachen nachteil haben, der mensch lässig in seinen sachen sein, j. mit einer s. beladen sein, sich mit einer s. üben, mit allen sachen umgehen, j. von einer s. reden, etw
. (Subj.)
jm. von einer s. werden, etw
. (Subj.)
zu einer s. gut sein, j. urlaub zu einer s. nemen
;
die s. des herren, eine s. der tugend / zeit
;
eine s. von gewissen, alle sachen im feld / lager
;
die anliegende / böse / eheliche / gefärliche / geistliche / gewisse / gute / hohe / minnere / rechte / schwere / ungewönliche / wichtige s
.;
der lauf, die gelegenheit / gestalt / ungewönlichkeit der s
.
Wortbildungen:
sachwerber
›Beauftragter, Bevollmächtigter‹ (dazu bdv.: vgl. , ,
der
, , ).

Belegblock:

Peil, Rollenhagen. Froschm.
567, 1929
(
Magdeb.
1608
):
Alte Narren thun nichts zur sachen / | Die sich vergeblich sorgen machen / | Wo die Vogel denn blieben all / | Wenn der Himmel herunter fall.
Ebd.
634, 3989
:
Habt nu wol in acht ewer sach.
Quint, Eckharts Pred. (
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
Ein meister sprichet, daz der himel in sîner natûre ist als edel, daz er sich niht enmac neigen dar zuo, daz er sî ein sache der zît.
Sievers, Oxf. Benedictinerr. (
hess.
,
14. Jh.
):
waz aber minre sachen zu dune ist in deme clostere nutzeliche, des habbe ockert der altfrauwen rath.
die junffrauwen die orlaup nemen vß dem cloister zu yren frunden ader zu andern yren sachen, daz die [...].
Lichtenstein, Lindener. Rastb.
25
(o. O.
1558
):
Die fraw den nächsten hinauß zuͦ irem buͦlen gieng, mit dem ir zeyt vertribe [...]. Nun der guͦt gesell, als er sein sechlin gemacht, luͦget, wie er auß dem hawß käm.
M. Cunitia. Ur. Prop. (
Öls
1650
):
welche ihnen
[den Lesern]
die ungewoͤnligkeit solcher Sachen
[die Beschäftigung mit der Astrologie]
bey Weiblichen Geschlechts Personen / einen Zweifel erregen lassen.
Dinklage, Frk. Bauernweist.
115, 10
(
nobd.
,
1. H. 15. Jh.
):
ob ymant were, der sich der sache annemen wolt.
Neubauer, Kriegsb. Seldeneck
107, 2
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
Dorumb geburt woll einem jglichem obersten hauptman, alle sachenn jm feld vnd jn legern [...] selbst fursichtiglichenn zu besehenn, erfarnn vnd zu erlernenn.
Hoffmann, Würzb. Polizeisätze
159, 39
(
nobd.
,
1475
):
Der Ammen satz. [...]. Auch wo es not were, das sich der ammen eine der sache nicht verstunde.
Rupprich, Dürer (
nobd.
,
1521
):
Jch hab in allen meinen machen, zehrungen, verkaufen und andrer handlung nachthail gehabt jm Niederland, jn all mein sachen.
Voc. Teut.-Lat.
bb vv
(
Nürnb.
1482
):
Sachwerber eins grossen herñ. ambasiator.
Dietrich. Summaria
22v, 6
(
Nürnb.
1578
):
Das muß man also geschehen lassen / vnd Gott die sach befelhen.
v. Keller, Ayrer. Dramen (
Nürnb.
1610
/
8
):
So ist jedoch keiner Frauen | In dergleichen sachen zu trauen.
Der sachen ich nachdencken muß.
Lauchert, Merswin (
els.
,
1352
/
70
):
dv solt dich oͮch nvͥme vͤbende sin mit vssewendiger vͤbunge weder mit schlahende noch mit keinen andern sachen
(hier: ›Bußpraktiken‹).
Roloff, Brant. Tsp.
891
(
Straßb.
1554
):
Ir alten ir triben seltzam sachen | Was geschreiß thuͦnt ir in unserm hauß machen | So unser Herr nit ist vorhanden.
Ebd.
2263
:
Groß gtat und sachen hab ich volbracht.
Wickram
4, 43, 34
(
Straßb.
1556
):
unnd ob sie gleich wol einen missfallen darab hetten / mu̇sten sies dannocht ein gu̇te sach lassen sein.
Lauterbach, Orhein. Rev. (
nalem.
,
v. 1509
):
man sol in allen sachen fliechen vberflusikeit.
Fuchs, Murner. Geuchmat
599
(
Basel
1519
):
sy ist gschickt in dissen sachen.
V. Anshelm. Berner Chron. (
halem.
,
n. 1529
):
Dan Zuͤrich um kein sach in Franzesischen pund wolt gon.
Wyss, Luz. Ostersp.
3, 39, 41
(
Luzern
1616
):
[Maria spricht zu Jesus:]
Wie thuͦnd wir nun der sachen doch, | da wir mee wyns bekommend nach?
Ebd.
10831
(
1545
):
nun losend vff den herren myn! | der würt ietz diser handlung vnnd sachen | mit sinem bschluss ein entschafft machen.
Haas u. a., Erasmus/Jud. Klag
23v, 18
(
Zürich
1521
):
Er hat mich geletzt / in der sach / doch ist er mir sunst in andren dick nütz gsin.
Sappler, H. Kaufringer
4, 428
(
schwäb.
, Hs.
1464
):
er hett die sach still und leis | gehandelt.
Ebd.
19, 4
(Hs.
1472
):
wer nicht well haben hellisch pein, | der soll sich von der welt ziehen | und die mit allen sachen fliehen.
Barack, Zim. Chron. (
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
do war den andern jungfrawen nit geheur bei der sach.
Heydn. maister
29r, 12
(
Augsb.
1490
):
vnd dʼ selb vormals ee er sterben solt eĩ zeit erlanget heim zeziehen sein sach zuͦ ordnen.
Gilman, Agricola. Sprichw.
2, 13, 11
([
Augsb.
]
1548
):
und geschehe im doch recht / das er in solcher wichtigen hoher sach / nit rhats gebraucht / sonder seim tollen kopff gevolget habe.
Piirainen, Stadtr. Kremnitz
32
(
mslow. inseldt.
,
1537
):
Zum Vierden soll d(er) pergkmaister [...] ein trewlich auffmerken haben, wie man mit allen sach(en) vmbgehet.
Peil, a. a. O.
577, 2247
;
Oorschot, Spee/Schmidt. Caut. Crim. ;
v. Keller, a. a. O. ; ; ;
Lauchert, a. a. O. ; ;
Koller, Ref. Siegmunds ;
Bauer, Geiler. Pred.
469, 28
;
Anderson u. a., Flugschrr.
21, 6, 3
;
25, 2, 10
;
Hohmann, H. v. Langenstein. Quästio
203, 45
;
Vgl. ferner s. v.  2,  1, ,  7,  11,  1, .
9.
Ausdruck für ein zeitlich begrenztes Geschehen bzw. einen durch besondere, tendenziell negative Vorkommnisse geprägten Zeitabschnitt; im Einzelnen: ›(krisenhafte) Situation, Notlage‹ (dies auch einzelne Belege für
sache
,
die
, 1 einschließend); in Verbindung mit Personalpronomina auch: ›js. persönliche Lage, Befindlichkeit, Situation‹; ›Lebensumstände, Schicksal‹; speziell: ›aus der Perspektive des Sprechers abgeschlossener Geschehenszusammenhang‹; ›Begebenheit, Vorfall, Ereignis‹; in narrativer Gestaltung: ›Geschichte‹; auch im Sinne eines (historischen) Exempels oder Fallbeispiels; speziell: ›Wunder‹.
Phraseme:
ungewarnter / unversehener sache
›plötzlich, unversehens‹.
Bedeutungsverwandte:
 2,
1
 16,
1
 7,  2; vgl.  511.
Syntagmen:
j. die / eine s. erfaren / erzälen / hören / wissen / sagen / schreiben / sehen
;
die s
. (Subj.)
ergehen / geschehen / zugehen, sich anerheben / zutragen
;
j. etw. von der s. sagen
;
die ältere / hochwichtige / seltsame / ware s
.;
das gezeugnis der s
.

Belegblock:

Luther. Hl. Schrifft.
Hiob 29, 16
(
Wittenb.
1545
):
Gerechtigkeit war meyn Kleid / das ich anzog wie einen rock. [...]. Jch war ein Vater der armen / vnd welche sache ich nicht wuste / die erforschet ich.
Wyss, Limb. Chron. (
mfrk.
,
3. Dr. 14. Jh.
, Hs.
2. H. 16. Jh.
):
in diser selben zit da geschach eine sache zu Limpurg, der man [...] nummer gesehen oder gehort hatte.
Tiemann, E. v. Nassau-S. Kgn. Sibille
154, 20
(
rhfrk.
,
um 1435
):
Der babest fraget die konnigynne wie die sache ergangen weren / vnd sie saget yme alle sachen.
Oorschot, Spee/Schmidt. Caut. Crim. (
Frankf./M.
1649
):
in Warheit ist diß ein schwere gefaͤhrliche Sache / dañ wir seind nicht alle so heylig vnd vnstraͤfflich / daß vns nicht zuweilen der Geldt Kitzel ruͤhren [...] koͤnte.
Chron. Nürnb. (
nobd.
,
1488
):
wir mügen das nemen auß der eltern sach, wann die obern haben treulichen geregiert die undern.
Franck, Klagbr.
221, 18
(˹wohl
Nürnb.
˺
1529
):
auch der mangel / abgang vnnd thewrung aller ding ist so weit krochen / vnd die sach dahin kommen / daß wir [...] allzumal auff ein hauffen verderben / haben muͤssen.
Roloff, Brant. Tsp.
2035
(
Straßb.
1554
):
O wee wie ist die sach zuͦgangen | Nun muͤssent wir all sein gefangen.
Wickram
4, 12, 29
(
Straßb.
1556
):
kam dann also zuͤ herr Roberten kindern / sagt von der sach / als ob er die selb gesehen und erfaren het.
Ebd.
14, 10
:
Lieber nachbaur / ir überfarend mich gar ungewarneter sachen.
Müller, Alte Landsch. St. Gallen (
halem.
,
1562
/
4
):
da Got vor sye, wo brunsten, stürm und derglichen hochwichtig sachen sich zuͦtrüegen.
Wyss, Luz. Ostersp.
10252
(
Luzern
1545
):
ich hör, das er erstanden ist, | der sich nenet Jesus Crist. | das sind mir seltzam mär vnd sachen.
Sappler, H. Kaufringer
9, 58
(
schwäb.
, Hs.
1464
):
[die fraw] schwuor bei iren trewen do, | das den sachen wär also, | als si hett gesprochen vor.
Völker, Antichrist
143
(
wschwäb.
,
15. Jh.
):
Ach herre got, diß sachen alle habend sich laider gar ze vast an erhaben.
Grossmann, Unrest. Öst. Chron. (
oobd.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
Hye mues ich von wunders wegen ain ware sach schreyben.
Bauer, Haller. Hieronymus-Br.
81, 14
(
tir.
,
1464
):
ich wolt die selbigen sach auch hören von den andern czwain erchükhten mannen, das ich innen wurd von in allen trein die war vnd starch gezeükhnus der sach.
Dies., Imitatio Haller
44, 16
(
tir.
,
1466
):
[got] würt dein sach schikchen nach dem aller pësten.
Mieder, Lehmann. Flor.
860, 12
;
Tiemann, a. a. O.
136, 6
;
Wyss, Luz. Ostersp.
3, 83, 61
;
Vock, Urk. Hochst. Augsb.
196, 12
;
Grossmann, a. a. O. ;
Vgl. ferner s. v. (
das
4.
10.
Ausdruck, mittels dessen in unbestimmter Weise auf jede denkbare materielle oder sachlich-abstrakte Gegebenheit referiert werden kann: ›Sache, Ding‹; ›Phänomen‹; speziell: ›Substanz‹; auch stellvertretend für eine bestimmte, durch den Kontext näher spezifizierte, gegenständliche bzw. sinnlich wahrnehmbare, Bezugsgröße oder eine Gesamtheit von Bezugsgrößen; dies speziell für abstrakte Ganzheiten in zum Phrasem tendierenden Verbindungen mit attributiven, die semantische Spezifizierung übernehmenden Adjektiven: ›alles, für das etw. in derselben Art und Weise gilt‹ (vgl. Phras.).
Phraseme
(in Auswahl):
viele sachen
›vieles‹;
alle sachen
›alles‹;
die beweglichen sachen
›bewegliche Habe, Gut‹ (im Gegensatz zum Landbesitz);
die künftigen sachen
›die Zukunft‹;
die menschlichen sachen
›alles Menschliche‹;
die niederen / weltlichen / zeitlichen sachen
›der Bereich des Irdischen, Vergänglichen‹;
die notdürftigen sachen
›alles Notwendige‹;
die seligen sachen
›alles, was zur Seligkeit führt‹.
Bedeutungsverwandte:
 1910,  13; vgl. ,
1
 8,  1,  1.

Belegblock:

Helm, H. v. Hesler. Nicod. (
nrddt.
,
14. Jh.
):
[got] ein brunne und ein ursprinc | ist all der werlde sachen.
die san in gotes tougen | mit geistlichen ougen | die kunftigen sachen.
Quint, Eckharts Pred. (
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
Allez daz geteilet ist in nidern sachen, daz wirt vereinet, als diu sêle ûfklimmet in ein leben, dâ kein widersatzunge enist.
Ders., Eckharts Trakt. (
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
dô unser herre von allen sæligen sachen wolte reden, dô saste er die armuot des geistes ze einem houbete ir aller.
Wyss, Limb. Chron. (
mfrk.
,
3. Dr. 14. Jh.
, Hs.
2. H. 16. Jh.
):
unde helligten si mit den großen bossen
[›Geschütze‹; vgl.
büchse
3]
, mit bliden unde mit andern sachen.
Hajek, Guͦte spise
14
(
rhfrk.
/
nobd.
,
um 1350
):
der sol diz buͦch sehen an, | wie er groz gerihte [kochespisen] kuͤnne machen | von vil kleinen sachen.
J. W. von Cube. Hortus
73, 9
(
Mainz
1485
):
diße blomen synt zuͦ vil sachen guͦt.
Lemmer, Amman/Sachs. Ständeb.
9, 30
(
Frankf./M.
1568
):
die vngleichheit ist in Menschlichen Sachen / Haͤndeln / vnd anschlaͤgen.
v. Keller, Amadis (
Frankf.
1571
):
vnd warteten vnd verharrten allda, biß alle notwendige sachen zu jhrem streit zugerüst vnd bereit würden.
Jungbluth, J. v. Saaz. Ackermann
26, 27
(Hs. ˹
omd.
,
1465
˺):
Astrologia, mit laufe oberlendischer sachen
[›die Himmelssphäre betreffende Phänomene‹]
irdisch laufes auslegerin.
Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck
129, 25
(
thür.
,
1474
):
dy zcwey kindere [...], dye Clauß vater ettliche zcyt uffgeczogen unde (met) essen unde tringken unde andern notdorfftigen sachen vorsorget hat.
Skála, Egerer Urgichtenb.
218, 9
(
nwböhm.
,
1577
):
Von holles abgestolnen sachen
[›Diebesgut‹]
wiß er nichts.
Keil, Peter v. Ulm
262
(
nobd.
,
1453
/
4
):
wiltu ein puluer machen zu allen feuchten sachen
[›eitrige, suppende Hauterkrankungen‹; vgl.
ding
4]
vnd zu alten schaden [...].
zu Dohna u. a., Staupitz/Scheurl
243
(
Nürnb.
1517
):
Wann sie
[Phariäer]
heimlich sachen
[›verborgene Wahrheiten‹]
wöllen urteilen, stuelen sie sich neben got in der hoffart.
Reichmann, Dietrich. Schrr.
130, 24
(
Nürnb.
1548
):
Das ist an jhm selb ein schwerer handel / vn̄ on zweiffel der groͤste vnrath / der auff erden in weltlichen sachen kan den leuten zu handen kommen.
Lauterbach, Orhein. Rev. (
nalem.
,
v. 1509
):
Wan ein kunig nit tuͦt kungliche sachen
[›nicht dem fürstlichen Verhaltensideal entspricht‹]
vnd sich in vntugend mit boͤssem gewalt gegem volk bewiset, ist zuͦ stroffen witter.
Koller, Ref. Siegmunds (Hs. ˹
Basel
,
um 1440
˺):
die priester süllent allein der kirchen warnemen und gentzlichen der zytlich und weltlichen sachen abston.
Schmidt, Rud. v. Biberach
66, 1
(
whalem.
,
1345
/
60
):
Wir [...] svllen gemechlich vnser kv́nst vnd beschoͮd erheben vnd svllen vf klimmen zvͦ bekantnissi vngesichtiger dingen mit gesichtigen sachen.
Rauwolf. Raiß Titelblatt
10
([
Lauingen
]
1582
):
neben vermeldung vil anderer seltzamer vnd denckwürdiger sachen / die alle er auff solcher [raiß] erkundiget / gesehen vnd obseruiert hat.
Bastian, Runtingerb.
2, 62, 18
(
oobd.
,
1384
):
Item a(l)so han ich al sach mit meinem sun abgerait unczher aͤuf sand Anderez tag.
Bauer u. a., Kunstk. Rud.
1603
(
oobd.
,
1607
/
11
):
Ein silbern ding oder sachen, mir unbekandt, mit einer handheb wie zu einem spiegel.
Steer, K. v. Megenberg. Sel
131
(Hs. ˹
moobd.
,
1411
˺):
Die sel ist ein substancia oder ein selb wesentew sach, vnleipleich vnd verstentige.
Spechtler u. a., Frnhd. Rechtstexte
2, 87v, 24
(
moobd.
,
1526
):
Weibs pilder die nit Eemannen haben, [...] sollen in guettigen und ansechlichen sachen
[›mildtätigen Werken‹]
[...] vogt und Anweiser haben.
Helm, a. a. O. ;
Koller, Reichsreg. Albr. II.
133, 28
;
Schmidt, a. a. O.
68, 1
;
Vgl. ferner s. v. ,  1.