rupfen,
1.
›etw. (Gewachsenes) ruckartig aus seiner Verankerung ziehen, zerren, herausreißen‹; im Einzelnen: ›etw. pflücken, eine Pflanze aus dem Boden ziehen‹; ›einem Vogel Federn ausreißen‹; ›jm. Haare auszupfen, ausreißen‹.Phraseme:
jn. rupfen, wo im har gebrist
.Belegblock:
Wer Federn hat den kan man rupffen.
Es fleugt ewr Hahr vber all / | Sie werden euch rupffen gar kahl.
Wer gelt nimpt, do keyns nit ist, | Und rupfft mich, do myr hor gebrist.
so der hertzoge von Stroßeburg keme, so wolt er kole und latiche in dem garten zuͦ Stroßeburg ropfen.
‒
Vgl. ferner s. v. .2.
›jn. / etw. plündern, ausnehmen, ausbeuten‹; meist ohne Objekt: ›stehlen, rauben‹; speziell von Jagdhunden: ›das Wild reißen‹; Ütr. zu 1.Syntagmen:
j. die buben r
.; j. dort / hier, von etw. r., die pfaffen
(Subj.) täglich r
.; der bär von den hunden gerupft werden
; subst.: das rupfen der huren
(gen. subjectivus); der schaden des rupfens
.Belegblock:
also nemen, ziehen, reißen, rauben, ropfen und stelen die pfaffen täglich.
Do ropfft einer hie, der ander dort, | Selten man fant ein sicher ort.
Da ist [...] kein end zuͦgeben / wie des buͦlers vnkeüscheyt wider lebendig wirt [...] vnd vnersaͤtlich ist / also der huͦren abreyssen / rupffen / vnd fürwitz ist on auffhoͤren.
Die hunde wurden angemupft, | der bere wart von in gerupft.
der margraff und der hertzog tetten vil schaden an ain ander an volck, doch nur rupfens.
3.
›jn. / etw. stoßen, an jm. (häufig: an js. Haaren) ziehen, zerren‹; auch: ›raufen, sich miteinander zanken‹.Phraseme:
stupf und rupf
.Bedeutungsverwandte:
1, ›an den Haaren ziehen; Haare ausraufen‹, 2
1, (V.) 4, 1
1, 1, 1, 14, , , ; vgl. 1; 2.Wortbildungen:
rüpfeln
rupfer
rüpflein
mit jm. des rüpfleins spielen
als sexuelle Metapher).Belegblock:
muß der unschuldige, arme Christus herhalten, jm in sein heyliges angesicht speyen, sich mit feusten schlagen, da und dort rupffen, stossen und hoͤhnen lassen.
So muͤßtest warlich nit verzagen, | Vnd an die Feind ein ruͤpflin wagen, | Auff das wir vns gar weidlich wehren.
Ein tags nun [...] wolt Amor, die seine vnderworffne offt stupfft vnd rupfft, sie nicht lenger in so grosser freud lassen.
Bawr spricht: | Herr [Pfaff], müscht euch nit in unser spiel! | Mein weyb thut ahn das auff euch ziln, | Sie möcht mit euch des rüpffleins spiln.
M(artinus) Lutrer [...] Alls er vil gefüntelet / suͦchlett / rüpflett / und zentzlett / um den bry gieng / vor ob gemelten jaren / jn synem us schriben und leren.
Do sach sei [Mätzli] ıͤr vil praunen mutzen: | Sölich zuchen, rupfen, smutzen | Huob sich auf den rauhen fleken
(hier in obszöner Verwendung). Rupffer / Zupffer / Der einen rupfft odr zupfft vnd plaget / vnd sich darnach geschwind vmbkeert / als habe ers nit gethon.
rupffen / bey deñ Haaren zausen.
die fröwen tragend in dem land bruͤch als wol als die man. [...] Sie scheltend nit an ander in dem land, noch ruppfett ains das ander nit.