runs,
der
;die
;-es/-e
;-t
; Gehäuft wobd.; Rechts- und Wirtschaftstexte.
Syntagmen:
dem wasser seinen r. lassen
; der r. sich schwingen
; j. den bach aus dem r. weisen, durch den r. leiten, das wasser
(Subj.) ausser dem r. brechen, im r. rinnen
, [Name eines Fließgewässers] in dem r. bleiben, etw
. [Name eines Fließgewässers] in den r. bringen
; der freie / rechte r
.Belegblock:
geben fúr mich und min erben das reht, das si den selben bach sont fúren und laiten durch den runs und durch die wasser laiti [...], da er gegangen ist und geflossen.
Wa das wasser usser dem rechten runs brechi [...] und wol wider ingeleit moͤcht werden.
2.
›das Fließen, fließende Bewegung‹; als Metonymie: ›kleiner Fluss, Bach‹, ›Rinnsal‹; in religiösen Kontexten bildlich und ütr.; Erhöhte Belegdichte für das Wobd.; vielfach Texte der Sinnwelt ,Religion / Didaxe‘, teils gebundener Form.
Phraseme:
rüns und rik suchen
›Ausflüchte suchen‹; aus einem rünslein ein bach werden
.Syntagmen:
j. (den) r. empfangen / suchen
; etw
. (z. B. das garn, die angeln
) in den r. setzen, j. in die r. sprengen
›hineinreiten‹; e. S. von den runsen schade
(Subj.) beschehen, j. von dem götlichen r. trinken
; j. den runsen der lere nacheilen
; der r. des blutes / goldes
(hier: von prächtigen Gewändern) / sandes
›Treibsand‹ / taufes, der freise, der süssen lere, des christlichen blutes
; der r. von blut / wasser
; der fliessende / grosse r
.; die mülstat mit dem r
.Wortbildungen:
runsig
Belegblock:
der cristinegeloube | [...] | der dâ her gepflanzit | was sô swêrlich von begunst | mit vil manchir vreisin runst | cristinlîchis blûtis.
Do di sache also lac | Daz sich niman under want | [...] | Um des armen menschen brunst, | Der hin in des sandes runst | Was gedrungen jemerlich
(hier reimzwangbedingt mit Genitivmetapher).
,[...] mine sunde | Mit des toufes unde | Gewaschen werde hin von mir.‘ | [...] | ,Daz brenget dir des toufes runs.‘
ouch sam von den brunnen schiuzet [...] | ein rivier [...] runsic [...] unde fin.
Da het die sunne den tawe | Gesoten in der awe | Jn der blumen, kruter runsen, | Daz sie vor edelm smak dunsen.
Er nam die geisel her fúr, und vie an ze schlahent. [...] Do dú als vast troffen ward, do sprang daz bluͦt her us, daz im der runs des bluͦtes flos úber den fuͦss ab.
Wir haben kouft [...] ein müli vnd ein mülistatt mit aller zuogehört, [...] mit dem runs vnd mit weg vnd mit steg.
Die min Christi hat min hertz verwunt, | und ich wird niemer me gesund | e ich getrink von dem goͤtlichen runs.
Deshalb aber Zwinglj (wie die aͤl jn ungstuͤmem waͤtter) usschlüpf / rüns / und rick suͦcht den verstendigen allten zuͦ entgan.
Derohalben wellend wir, daß [...] die gemeinen fischer [...] nit [...] in den runß [...] einiche garn [...] noch setzangel setzen.
Das vß eym saͤchle / wurt eyn sach | Vnd vß eym rünsly / werd eyn bach.
Maag u. a., Habsb. Urbar
2, 1, 578
; Schmidt, Rud. v. Biberach
152, 23
; Klein, Oswald
13, 22
; Voc. Teut.-Lat.
bb iiijv
.3.
›Quelle‹ eines Wasserlaufs; ütr. auch von abstrakten Größen wie gnade
1; 2; 4 und gotheit
1 gesagt; Älteres und mittleres Frnhd.
Syntagmen:
j. den r. vermachen
; der r. durch den harten flins entspringen, sich in dem worte entgiessen
; etw
. (Subj.) sich von dem r. aus den felsen ergiessen
; der r. der gotheit / gnade / minne, des wassers
.Belegblock:
durch den herten flinse | Entsprang des wassers rinse.
Dionysius seit, daz in dem vater sie ein usfluss oder ein runs der gotheit, und der runs entgússet sich naturlich in dem usgruͦnendem worte.
so spricht sant Bernhart: ,si ist ain kaͤner und ain runs aller gnaden‘.
4.
›Kanal‹ als ein von Menschen angelegter künstlicher Wasserlauf; speziell auch: ›Abflussrinne‹.Syntagmen:
einen r. graben, aus dem haus an die gassen richten
; etw
. (Subj.) mit dem r. hinschiessen
; der gerade r
.; die grabung des runses
.Belegblock:
Es soll angefangen werden
ohne verzug, [...] mit grabung deß graden runses in der lenge und breite, wie vonnöthen syn wirt. Es söllen auch weder Geistlich Edl, noch vnedl, [...] aus Iren hewsern, Rynsal vnd runsen richten, heraus an die Gassen.