rum,
der
;-es/–
;rüm,
rün
; 1.
›Herrlichkeit, Größe, Verehrungswürdigkeit Gottes‹; ›Lob, (jubelnde) Lobpreisung Gottes‹; dazu konvers: ›Gnade, Auszeichnung, Erlösung, die Gott (auch durch andere Menschen) Personen, Personengruppen (insbesondere den Heiligen, Maria, seinem auserwählten Volk) zukommen lässt‹.Texte der Sinnwelt ,Religion / Didaxe‘.
Syntagmen:
den r. aussagen / durchsingen / haben, got
(Dat.obj.) r. geben
; (der) r
. (Subj.) auf js. haupt, jm
. (z. B. got
, Dat.) sein, jm. von js. trost werden
; j. durch r. sprechen, zu js. r. etw. leiden / tun
; der r. gottes
(gen. objectivus); die würde des rumes
.Belegblock:
Das Haus aber das dem HERRN sol gebawet werden / sol gros sein / das sein Name vnd rhum erhaben werde in allen Landen.
Ebd.
Ps. 48, 11
: Gott / wie dein Name / so ist auch dein Rhum
[
lobMentel
1466 / Froschauer
1531 / Eck
1537: ]
/ bis an der Welt ende. Zu jungest wart ir doch ein rum | Von sime troste, den er ir bot.
do sprach gar lechelichen | durch rum die valsches vrie.
wen̄ die Christen erloͤset werden [...] da wirdt rhum vnd ewige frewd auff jhrem haubt sein / Rhum / das sie Gottes genade rhuͤmen.
dieweil das volcke den rhuͦm hatte / das es Gottes volcke hieß [...] So warn sy über alle massen stoltz.
„Ruͦm got dem vater“, daz bedewtt lob, wenn nach den werichen ist ze geben rum got oder preyz.
2.
›gesellschaftliche Wertschätzung, öffentliche Anerkennung, die jm. / e. S. entgegengebracht wird‹; dazu konvers: ›öffentliches gesellschaftliches (hohes) Ansehen, (gute) Reputation, die j. / etw. (erlangt) hat‹ (von Personen, vereinzelt auch von Vorgängen, der Wirkkraft sachlicher Bezugsgrößen); ›weltlicher Ruhm, Berühmtheit‹; metonymisch: ›Lob, lobende Äußerung‹; ›Macht, (seelische) Stärke, Standhaftigkeit‹; ›Erfolg, Auszeichnung‹; in Texten religiösen Inhalts häufig mit abwertenden Nuancierungen (mit Bezug auf Weltlichkeit, Falschheit, Nichtigkeit u. Ä.), dann offen zu 3.Bedeutungsverwandte
(bzw. Orientierungsfeld): 1
4, (das
) 7, 1
6, 3; 4, 3; 4, , hier ›Stärke, Mut‹, 1, 6, 2
7, 3, (das
) 4, 1, 1
1; 2, (der
) 4, 1, 1
1, 4, , , (der
) 3, 5, (der
) 3, , ; vgl. 1
3, 3, 1, 1, 5.Syntagmen:
den r. behalten / erlangen / fliehen / geren / haben / suchen / verdienen, mit sich davonbringen, jm. den r. geben, j. vor got keinen r. haben
; der r
. [wo] sein, vergehen, sich legen, jn. fro machen, jm. gebüren, js. r
. (Subj.) zur rechten gottes sitzen
; j. mit r. vertrauen gegeneinander tragen, das herzogtum zu r. haben, niemand
(Subj.) zu r. zu frummen / opfern gehen (sollen)
; der r. gegen dem gemeinen volk
; der ewige / grosse / rümliche / treffenliche / unsterbliche / üppige / weltliche r
.; völker mit hohem r
.Belegblock:
damit dein hertz den rhum und freidigkeit behalte [...], nicht aus Gottes gnade und seinem gehorsam in des Teufels dienst fallest.
Wisset jr nun, wo meine kraft ist, mein rum, trucz und sieg?
Sonst wird sich dein rhum und sicherheit bald legen und vergehen wie der rauch jnn der lufft.
Am sechsten, Ermanet er [Paulus] die bischoff, das sie [...] der vnnutzen furwitzigen fragen sich entschlahen, die nur zu weltlichem rhum vnd reychthum zu suchen auffgeworffen werden.
Weissestu nicht / das allezeit so gegangen ist / sint das Menschen auff erden gewesen sind. Das der rhum
[
lobMentel
1466 / Eck
1537: ;
lob vnd erFroschauer
1531: ]
der gottlosen stehet nicht lange, vnd die freude des heuchlers weret eyn augenblick? Ebd.
Röm. 4, 2
: Jst Abraham durch die Werck gerecht / so hat er wol rhum
[
wunnicklichMentel
1466: ; Var. 1475
ere1
: ; 1475
die glori2
–1518: ]
/ Aber nicht fur Gott. Ebd.
1. Kor. 5, 6
: EWer rhum
[
wunniclichMentel
1466: ; Var. 1475
glori2
–1518: ; aus lat.
gloriatio ›Selbstlob‹]
ist nicht fein. Wisset jr nicht das ein wenig Sawrteig den gantzen Teig versauret? [Die gifftwurtz Moly genant] Wie Milch / so war jhr weisse Blum / | Hett bey den Goͤttern grossen ruhm.
Dem vmbschweiffenden Voͤlcklein klein | Gebuͤhrt / Lob Ehr vnd Ruhm allein.
Da doch Herr Martinus Opitius [...] den Lorberkrantz mit seinem vnsterblichem ruhm billich verdienet hat.
Dardurch wir zu ewiger zeit | Beide gedechtnuß-wirdig werden | [...] | Durchleuchtig, rumreich und auffrecht, | Ganz für-breißlich.
die [durnaͤhtigen] vliehent lob und êre und allen uppigen ruͦm.
Pantimulus, der fürste werd, | Des hertze flissenklichen gertt | Rünliches rümes.
das [...] nieman zuͦ liep noch zuͦ ruͦm, denn allein durch siner vnd siner uordren vnd fruͥnden selen willen, wol sol [...] gan ze fruͥmmen vnd zuͦ opffer.
Der ruom die risen machet fro | Und schritten ieso hin aldo | Gen den twerglin an den streit.
ruhmwuͤrdig / werth das es geruͤhmet werde.
das alt burgerlich vertrauen, so sie hievor gegeneinander mit großem lob und ruem getragen, aufgehört, neid, haß und widerwillen an desselben stat gesetzt.
Der gerecht mensch [...], was guotes er thuot, dorjnn suoecht er weder ruoemb noch eyteln nutz, sonder allain sein hail.
Peil, a. a. O.
527, 650
; Lemmer, Amman/Sachs. Ständeb.
7, 7
; v. Ingen, Zesen. Ged.
388, 24
; Moscherosch. Ges. Phil. v. Sittew. ;
Wiessner, a. a. O.
7266
; 3.
›Selbstherrlichkeit, Überheblichkeit‹ (von Personen); im Einzelnen auch: ›Ruhmsucht, Gefallsucht, (falscher) Ehrgeiz‹; ›Arroganz, Anmaßung, Selbsttäuschung, Hybris‹; ›Angeberei, Prahlerei‹.Phraseme:
ane rum
›ohne Übertreibung, Anmaßung; wahrhaftig, wahrlich‹; mit rum
›prahlerisch, überheblich‹; von rumes wegen
›aus Überheblichkeit‹; jm. der rum gelegt sein
in etwa: ›jm. das Handwerk seiner Angeberei gelegt worden, verwehrt sein‹.Syntagmen:
(den) r. suchen, vor jm. haben, mit künstlichen stimmen klingen lassen, got
(Subj.) den r. ausrotten
; der r. an jm. zu drek werden, nicht lange stehen
; j. durch r. der warheit betrogen werden, etw. durch r. tun, sich in r. überheben, etw
. (Subj.) jm. zu seinem r. dienen, Christus
(Subj.) die gaben nicht zum r. geben
; der r. der gotlosen
; der eigene / grosse / hoffärtige / vergebene / weltliche r
.; der gedanke des rums
.Wortbildungen
rumgeitig
rumgierig
rumgierigkeit
rumlügner
rumreisig
rumreisigkeit
der
, 11), rümsal
rumsucher
rumsucht
rumsüchtig
rumsüchtiglich
rumwort
Belegblock:
Solche rhumgyrige geyster greyfft hie S. Paulus an.
Haben wir nicht lange gesagt, es wuͤrde so ein ende mit jm nemen? Jch meine, der rhum sey jm nu gelegt, den er wider jederman gefuͤret.
wie den Papisten bis her an mir so mancher rhum ist zu dreck worden.
wie die falschen, rhumsuchtige Merterer und Muͤnche thun.
Vnd ich wil wegnemen jre macht, dar auff sie [Babel] trotzet, vnd jren rhum
[
erhoͤhungMentel
1466: ; Var. 1475
frolockung2
–1518 / Eck
1537: ;
muͦtFroschauer
1530 / Dietenberger
1534: ]
in klage verwandeln. was yme [Martin Luder] dienet tzu seiner rume und geschrey, ist er so ersuchtig [...], das es von stund an mhues yn die werlt durch den druck.
das schreyb ich darumb an, nicht von rombs wegen, dann es streflichen ist sich zu rümen, allein das meine kinde daran ein spiegl haben.
Der rumlügner
[Überschrift]
. | [...] | Der [kerl] schray: | Ich hab verstigen mich | Mit grossem rhum hoffertigklich. wann ich [...] bey Gastungen gewesen / ich auch habe wissen etwas vorzubringen / (ohne Ruhm zu melden).
Ostentator, Ein ruͤmer seiner thaten / ein hoffertiger anzeyger / ruͦm suͦcher.
Man muͦss aber dem siger, insunders dem, so von art hochmuͤetig und ruͦmgidig, wie der Franzos ist, sinen muͦt und ruͦm mit vier fast kuͤnstlichen stimmen lassen klingen.
Jm selbs einen Ruͦm suͦchen mit schmaͤhẽ ander leüten kunst vnd wüssen. [...]. Mit Ruͦm / ruͦmsüchtigklich.
ruhmgierigkeit [...] Ehrgeitz.
schand und laster warden mit rom on alle scham begangen.
darzuͦ mich nit Ehrgeytz oder rhuͦmsucht / sonder vil mehr der sachen nutz vnnd lustbarkeit beweget.
seind ruͤm wort / so sich aines selb ruͤmet.
Iactation, [...]. Jtem Ruͤhmsal / berühmung.
Wider die freien Schwaben und Franken, so allwegen die rumreisigsten, besten krieger und reiter sein haben wöllen.
darnach da pelaib chain pöse pegierd in mir oder gedankh des neides vnd hoffart oder des weltleichen rüemes.
4.
›Behauptung‹; meist: ›Gerede, Gerücht, Einschätzung (gegenüber e. P. / e. S.)‹; auch: ›Qualität, Kennzeichen, (zweifelhafter) Ruf‹.Belegblock:
mus sie Gott trosten und verkuͤndigen, das solcher rhum und schweren keinen bestand haben werden.
der Muͤntzerisch geyst anfieng aus den Christen Juͤden zu machen durch falschen rhum und missverstand des alten Testaments.
sihe dich wol fur, vnd merck drauff, das du durch falschen schein vnd rhum der Warheit nicht betrogen.
Susurri(um) susinghe [...] afftirgekose [...] runung [...] heimlich rume uel susunge [...] zueraününg.
Diser rhum aber zeyget an eine forcht vor Gott / nicht Gottis freuntschafft.
Also / das es ain sonderlicher rhuͦm und wunderwerck ist / wann yemandt für wolthat danckbar ist.
hat doctor Eck mit sinem anhang vil ruͦms und sigs ussgespreit.