ruhe,
ruwe,
die
;
md. auch
ruge,
die
;
-Ø, -en/–
;
zu
mhd.
ruowe, ruo
›Ruhe‹
(); zur Herkunft der unterschiedlichen Hiatfüllungen vgl. .
1.
›Zustand der Inaktivität, resultierend aus dem Ablassen von einer Aktivität oder aus der zeitweiligen Unterbrechung derselben‹ (allgemein; von Personen und Sachen gesagt); im Einzelnen: ›Zeitspanne, die frei von Mühsal, Arbeit, Anstrengung, Leiden (speziell: von körperlichem Schmerz) ist‹; ›Unterbrechung einer anstrengenden Tätigkeit zum Zweck der Erholung; Ruhepause‹; ›Erholung, Regeneration‹;
vgl. 1; 2; 3; 4.
Phraseme:
ane ruhe
›ohne Unterlass‹;
zur ruhe kommen
›aufhören, enden‹; speziell mit Bezug auf ein gerichtliches Urteil: ›nach Abschluss der Verhandlung zur Geltung gelangen‹ (vgl. );
jn. / sich zur ruhe setzen
›jn. / sich in den Ruhestand versetzen‹.
Bedeutungsverwandte:
, , , 2, 1, (
die
) 1, , ; vgl. , (
die
) 2.
Gegensätze:
6, (
die
) 2.
Syntagmen:
j. r. finden / haben (wollen), die äußeren sinne
(Subj.)
im schlaf r. haben, j. js. r. stören, etw
. (Subj.)
jm. r. geben, j. jm. seine r. lassen, jm. lützel, ein wenig, nicht viel r. lassen, j. sich r. schaffen
;
die r
. (Subj.)
angenem sein, klein werden, keine ruhe im ameisenhaufen, in der helle sein, die r. lust zur arbeit machen
;
etw
. (Subj.)
js. r. sein
;
j. der r
. (Gen.obj.)
pflegen
;
j. seinen leib der r
. (Dat.obj.)
ergeben
;
j. sich an die r. lassen, sich ane r. selbst verzeren, der brunnen
(Subj.)
zur r. kommen
;
die r. nach krankheit, von der arbeit
;
die gute / heilige / kleine r
.;
ein mensch ane r
.
Wortbildungen:
ruhelich
1 ›untätig‹,
ruhetag
›siebter Tag der Woche, an dem Ruhe gehalten wird (vgl. 1. Mose 1, 2)‹ (dazu bdv.: ; vgl. ).

Belegblock:

Mieder, Lehmann. Flor.
518, 21
(
Lübeck
1639
):
Wie Salat einen Appetit zu essen macht / also macht die Ruhe lust zur Arbeit.
Luther. Hl. Schrifft.
2. Mose 16, 23
(
Wittenb.
1545
):
Das ists, das der HERR gesagt hat / Morgen ist der Sabbath der heyligen ruge des HERRN.
Ebd.
Jes. 14, 3
:
wenn dir der HERR ruge geben wird von deinem jamer vnd leid / vnd von dem harten Dienst darin du gewesen bist.
Peil, Rollenhagen. Froschm.
551, 1403
(
Magdeb.
1608
):
[Jch] Batt vmb gnad [...] | Aber sie liesen mir keine ruhe / | Traten mit Fuͤssen auff mich zu.
Quint, Eckharts Pred. (
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
ein ieglich würkendiu sache würket durch irs endes willen, daz si rast und ruowe in irm ende vinde.
Buch Weinsb. (
rib.
,
1578
):
Disser zeit bin ich im widwenstait [...], hat mir der celibat wolgefallen, [....], das ich darin mehe rauen, moissigkeit und zit hab, etwas deinligers zu speculeren [...], das im ehestait durch vil anfertigkeit und unrauen nit so bequeim het geschein mogen.
Ebd. (
um 1560
):
[von der Weinlese:]
Also wirt entlich alle arbeit zu gutter rast gewart. | Rawe ist dan uberich angeneim, wan die arbeit volbracht ist.
Wunderlich, Fierrabr.
6, 12
(
Simmern
1533
):
vnder des selben [baums] schatten entwapnet er sich / vnd da er seinen leib der ruh ergeben hett / rufft er mit lautter stimme: [...].
Karnein, Salm. u. Morolf
764, 4
(
srhfrk.
, Hs.
um 1470
):
da wart ein friede [...] gegeben. | da ließ sich an die ruwe | vil manig stritmuder degen.
v. Keller, Amadis (
Frankf.
1571
):
Hiezwischen keret der außländisch Ritter all sein vermügen an, ob er den Galaor zu platz legen möchte, welcher [...] dem andern nicht viel ruhe ließ.
Hoffmeister,
Kuffstein. Gef. A2v, 9
(
Leipzig
1625
):
im fall dieses mein schlechtes Buͤchlein [...] jhren [Frawenzimmer] zarten Hertzen ein wenig ruhe [...] werden geben koͤnnen.
Gille u. a., M. Beheim
96, 268
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
Zu irm essen sy stande | pei den tischen. das ist ir ru.
Mayer, Folz. Meisterl. (
nobd.
,
v. 1496
):
Im amaßhauffen ist kein ru, | Zabeln und krabeln ymer zu.
Gilman, Agricola. Sprichw.
1, 17, 31
(
Hagenau
1534
):
wenn der mensch gebawet / und vil schetze gesamlet hat / und wil nu rwe haben / so kompt der todt uber yhn.
Moscherosch. Ges. Phil. v. Sittew. (
Straßb.
1650
):
Ohne die Juden müßte die Welt ersticken im Geld; ohne Comissarios müßte das an Ruhe erworgen die Welt.
Lauterbach, Orhein. Rev. (
nalem.
,
v. 1509
):
der sibend suntag, der heist der rowtag.
UB Zug
1351, 9
(
halem.
,
1483
):
úwer gnad welle im umb soͤlich sin dienst, sobald die ze ruwen kome, [...] erlich ußrichten.
Schib, H. Stockar
112, 4
(
halem.
,
1520
/
9
):
also lagen wier da stil und schusend [...], und das dribend wier gegen ainanderen dag und nacht, da was kain rug.
Wyss, Luz. Ostersp.
207
(
Luzern
1583
):
Am sibenden tag [...] | Hatt Gott nach disem werck gepflägen | Der ruͦw.
Rot
337
(
Augsb.
1571
):
Paus, gantz pausa, Ein ruh / auffhoͤrung / stillhaltung in allerley dingen / sonderlich aber in der Musica oder gsang / ist es ein kuͤnstlich vnnd gewises auffhoͤren / welches mit einem strichlein / durch eine zwo / drey oder alle Lini anzeigt wirt.
Henisch (
Augsb.
1616
):
Groß befehl vnd kleine ruh / Wenig brot vnd nichts darzu.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat. (
oobd.
,
1349
/
50
):
der stain gibt trôst nâch leiden und ruo nâch kranchait.
Grossmann, Unrest. Öst. Chron. (
oobd.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
Nun was derselb hertzog Maximilian pey sollicher machtigkait und grossen herschafften nicht rueblich und phlag wenig gemachs.
Nyberg, Birgittenkl.
2, 285, 15
(
oobd.
1538
/
40
):
vatter Steffan Eeman ist erwelt an vatter Peters stat, der auch zu rue geseczt.
Franz u. a., Qu. hess. Ref.
2, 155, 2
;
Opitz. Poeterey
45, 15
;
Hübner, Buch Daniel ;
Martin, H. v. Sachsenh. Tempel
786
;
Bauer, Haller. Hieronymus-Br.
50, 22
;
dies., Imitatio Haller
100, 30
;
Maaler 338v/;
Vgl. ferner s. v. 1, 5, (Adv.) 2, .
2.
›Schlaf‹; metonymisch: ›Ruhestätte, Schlafstatt‹; speziell: ›Schlafgemach‹; als Spezialisierung von 1 auffassbar;
zu 4.
Phraseme:
die lange ruhe
›der Tod‹;
eine ruhe der schiffe
›Hafen‹;
die sonne zur ruhe gehen
›die Sonne untergehen‹.
Bedeutungsverwandte:
I, 1; vgl. 1.
Gegensätze:
(subst.).
Syntagmen:
j. / etw. (die) r. haben / suchen, der leib die ruhe üben, j. js. r. verstören, jm. die r. geben
;
die / js. r
. (Subj.)
auf einem harten stro, unter einem baum sein, kräfte / tugend wiederbringen
;
der mensch der r
. (Gen.obj.)
bedürfen, j. in seiner kamer der r. pflegen
;
j. an die / seine r. kommen, von jm. an seine r. gehen / scheiden, sich an die r. machen, an der r. sein, durch der r. willen in dem stul sitzen, in der / seiner r. liegen, jn. in seine r. füren, j. die nacht mit r. vertreiben, zur r. gehen, sich zur r. legen, got
(Subj.)
die nacht zur r. gemacht haben
;
die natürliche / sänftigliche r
.;
die stätte der r., ein bet gemütlicher r
.
Wortbildungen:
ruhebet
,
ruhedecke
,
ruhekämerlein
(dazu bdv.: 1; 4, ),
rühelein
›Schläfchen‹,
ruhesessel
.

Belegblock:

Joachim, Marienb. Tresslerb. (
preuß.
,
1409
):
16 scot vor eyne rudecke.
Luther, WA (
1527
):
was woͤllt jr mir denn fur ein haus bawen? spricht der Herr, oder welchs ist die stette meiner ruͤge [...]
?
Ders.
Hl. Schrifft. Hiob 3, 13 (Wittenb. 1545):
So lege ich doch nu vnd were stille / schlieffe vnd hette ruge
[
Mentel
1466 /
Eck
1537:
mit / in meim schlaff rue ich
]
mit den Koͤnigen vnd Ratherrn auff Erden.
Peil, Rollenhagen. Froschm.
532, 817
(
Magdeb.
1608
):
sie winseln nach der Amm / | Damit sein ruhe vnd schlaff verstoͤrten.
Kehrein, Kath. Gesangb. (
Köln
1583
):
O Schoͤpffer aller ding, regent | [...] | [...] die nacht | Zum schlaff vnd ruhe hast gemacht.
Dedekind/Scheidt. Grob.
149, 3
(
Worms
1551
):
Vil wachen schwecht die jugent sehr / | [...] | Die rhuͦ bringt krefft vnd tugent wider | Drumb steh spat auff / vnd geh fruͤ nider.
Voc. inc. teut.
r iiijr
(
Speyer
um 1483
/
4
):
portus. i. requies nauium [...] Ein port oder rue der schiff.
v. Keller, Amadis (
Frankf.
1571
):
nach eingenommenem Nachtessen, ließ sie die in jre ruh führen.
Jahr, H. v. Mügeln
1242
(
omd.
, Hs.
1463
):
uf ir [erd] nu | die tir gemeinlich suchen ru.
Bechstein, M. v. Beheim. Evang. Mt. (
osächs.
,
1343
):
wan du betes, sô gê in dîn ruͦwekemerlîn
[
Mentel
1466:
kamer
;
Froschauer
1531 /
Eck
1537 /
Luther
1545:
kemmerlin
]
und [...] bitte dînen vatir in der vorborgenheit.
Opitz. Poeterey
44, 23
(
Breslau
1624
):
Der Mensch stirbt zeitlich oder spat / | [...] | Vnd legt sich zue der langen rhue.
Gille u. a., M. Beheim
124b, 683
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
Die füchs oder die wilden tir | haben löcher, dar inn sy ir | ru hand.
Baumann, Bauernkr. Rotenb. (
nobd.
,
n. 1525
):
[welicher abschied] morgen donnerstags, ee die sonn zu ruw gieng, zugeschriben werden sollt.
Loose, Tuchers Haushaltb. (
nürnb.
,
1507
):
ein schwarczen rusessel mit leder uberczogen.
Bihlmeyer, Seuse (
alem.
,
14. Jh.
):
So er nah siner gewonheit nach der mettin [...] dur eins ruͤwelis willen in sinen stuͦl gesass [...] und denne giengen im och uf sinú ogen.
Williams u. a., Els. Leg. Aurea
148, 31
(
els.
,
1362
):
Do uberwant sant Basilie die krangheit [...] vnd stunt uf von sinem bette vnd ging in die kirche [...]. Do noch ging er wider an sine ruͦwe.
Ebd.
162, 4
:
vf eime herten strote vf blose erde gestrecket waz ire ruͦwe.
Wickram
4, 42, 7
(
Straßb.
1556
):
Demnach die fremden zuͦ haus gangen / und sich yeder an sein rhuͦ gelegt.
Menge, Laufenb. Reg.
4520
(Hs. ˹
nalem.
,
um 1470
˺):
So setze das yunge kindly | An eine küle vinster statt | Da es gar senfte sin rüwelin hatt.
Arndt, biechlin
D iijv
, 17 (
Freiburg
1523
):
Es bedarff auch dʼ mensch der rũw vnd des schlaffs.
Maaler (
Zürich
1561
):
Ruͦwbet / daran man ruͦwet.
Sappler, H. Kaufringer
5, 118
(
schwäb.
, Hs.
1464
):
ze veld sich danider schwaif | der herr und auch sein knecht darzuo. | under ainem boum was ir ruo.
Ebd.
32, 131
:
der wirt und sein diet | mich truogen, da ich mich schlafens niet. | sie gaben mir sänfklich ruo | biß an den andern morgen fruo.
Fichtner, Füetrer. Trojanerkr.
100, 5
(
moobd.
,
1473
/
8
):
Do mengklich was zue seiner rue gegangen, | do fuert’ man in hin zue der magt, | von der er ward [...] umbfangen.
Kehrein, a. a. O. ;
Thiele, Chron. Stolle ;
Opitz. a. a. O.
32, 2
;
Matthaei, Minner. I, ;
Moscherosch. Ges. Phil. v. Sittew. ; ;
Gilman, Agricola. Sprichw.
1, 547, 31
;
Schmidt, Rud. v. Biberach
3, 15
;
Sappler, a. a. O.
5, 588
;
15, 24
;
Maaler 338v/;
Vgl. ferner s. v.
1
5.
3.
›Zustand der (von Gott gewollten, von der Obrigkeit durchzusetzenden) sozialen Ordnung‹; speziell: ›Eintracht zwischen den Menschen, sozialer Friede innerhalb eines Gemeinwesens‹; metonymisch auch: ›Herstellung des Friedens, Versöhnung zwischen zwei Parteien‹;
vgl. 5.
Zur Sache:
LThK
4, 137
ff.
Bedeutungsverwandte
(bzw. Orientierungsfeld): , 4, (
die
), , (
das
) 1, 1, 1; 3; 4, 1; 4, 5, (
die
) 2, , .
Gegensätze:
2, 5,
1
2, 2; 3, .
Syntagmen:
die r. erhalten / haben / hegen / pflanzen / wünschen, got
(Subj.)
dem volk r. geben
;
die r
. (Subj.)
im land sein
;
j. der r
. (Gen.)
begierig sein
;
jn. bei r. bleiben lassen, j. in r. leben, jn. / etw
. (z. B.
das land / reich
)
in (seine rechte) r. bringen, j. mit r. leben / sein, j. etw. wieder die r. bringen / finden, j. zu r. kommen, jm. zur r. raten, sich mit jm. zur r. setzen
;
die r. auf der gasse, zu land und zu mer
;
die gemeine / gewünschte / gute / rechte r
.
Wortbildungen:
ruhelich
2 ›auf den sozialen Frieden ausgerichtet‹,
ruheselig
›in Frieden‹.

Belegblock:

Toeppen, Ständetage Preußen
2, 532, 40
(
preuß.
,
1442
):
so welden sie en [prelaten] raten [...], das sie sich umbe den pfundczol mit em [homeister] sulden eynen und zcu rugwe und eyntracht setczen.
Ebd.
3, 250, 37
(
1451
):
ewer getruwe manschaft euch demutiglichen bitten [...], das ir [...] ewir arme undirsoszen von landen und steten von desen beswerungen des herrn legaten wellen frien [...], of das ewr gnade und wir alle zu rewe und zu gemache komen.
Luther, WA (
1525
):
GOttes reych, dardurch er regniret uber alle glaubigen [...] zegleich als ein welltlich, zeytlich reich darinnen stehet, das die leut mit ruhe leben und fridlich sich miteinander noͤren muͤgen.
ynn einem stillen, ruͤglichen Regiment kan man rawm haben zu predigen und den glauben zu bekennen und treiben.
wil allein dis mal haben anzeiget, wie die Papisten keinen friede, keine warheit, keine ruge wollen haben, Sondern [...] einen Krieg odder Auffrur stifften.
Ders. Hl. Schrifft.
2. Chron. 30
(
Wittenb.
1545
):
Also war das Königreich Josaphat stille / vnd Gott gab jm ruge
[
Mentel
1466 / nd. Bibel um 1478 /
Eck
1537:
frid
]
vmbher.
Schade, Sat. u. Pasqu. (
Wittenb.
1537
):
wollen wir [...] euch [...] beistehen [...], damit unser reich von solchen [...] unrügigen buben erledigt, wider in seine rechte ruge bracht werde.
Opitz. Poeterey
19, 36
(
Breslau
1624
):
dieser harte krieg wird werden hingelegt / | Vnd die gewuͤndschte rhue zue Land vnd Meer gehegt.
Chron. Nürnb. (
nobd.
,
1453
):
das ich durch solich verstentnüß die land in ruͦwe und guten frid bringen wolt, damit ich der übeln sach des kriegs [...] ein widerlegung tun wolt.
Baumann, Bauernkr. Rotenb. (
nobd.
,
n. 1525
):
so helfen und raten uns ewer erber weishait billich zu ruw, frid und ainigkait.
Sachs (
Nürnb.
1566
):
Die [herrschaft] christlich gottselig ist dürsten | Nach eim löblichen regiment, | Darinn rhuselig alle stendt | [...] leben.
Behrend, Spangenb. Anbindbr. (
Straßb.
1611
):
Salomo [...] | Führt auch den Namen Friedenreich: | Weil Gott jhm und seim Volck wolt geben | Fried und Ruh.
Moscherosch. Ges. Phil. v. Sittew. (
Straßb.
1650
):
so bitte ich [...], so ichtwas wider gemeine Ruhe, Frieden vnd Wohlstand drinn [Buch] zu finden wäre, dasselbige [...] beschnitten vnd geändert werde.
Päpke, Marienl. Wernher (
halem.
,
v. 1382
):
Das volk wilt du uns nemen hin | Und úns allen fuͤgen pin? | Du last úns kain ruͦwe han.
Rennefahrt, Wirtsch. Bern
573, 29
(
halem.
,
1495
):
Wann ouch die meister [...], einen
[Gesellen]
heissen swigen, frid oder ruͦw haben, und er das übersicht [...], gipt zuͦ buͦß 5 ß.
Tobler, Schilling. Bern. Chron. (
whalem.
,
1484
):
zugent die zweihundert knecht us, und kament [...] gen Múlhusen [...]. Also wart aber ein tag gen Basel geleist, nachdem es dann vorhin angesechen was, ob man noch weg moͤcht finden, damit man die von Múlhusen hett moͤgen ze friden und rüwen bringen.
Spechtler u. a., Frnhd. Rechtstexte
1, 34, 15
(
moobd.
,
1524
):
Es sey mit aufsazung ordenlichs wesens, wie sich ain yeder [...] halten solle, [...] was zu behuet [...] vnnserer Stat gueter sicherhait, vnd Rue, auf den Gassen, vnd Strassen [...], abstellung der Rumor, vnd vncosstens, in zerung [...] dienstlich ist.
Moscouia
O 2v, 22
(
Wien
1557
):
damit in seinen tagen die gerechtigkhait erscheine [...]. Vnnd das in rhuͦe vnd stille on zwitracht [...] leben / das was etwas stiller gesprochen.
Grothausmann, Stadtb. Karpfen
32, 13
(
mslow. inseldt.
,
1534
):
damit meniglich bey dieśer Stadt [...] fried, ruhe vnnd gemach haben möge, Sol er śich [...] auf nachvolgend waiś vnnd Artickl verPürgen.
Toeppen, a. a. O.
2, 546, 15
;
Köbler, Stattr. Fryburg ;
Moscouia
C 2r, 44
;
Vgl. ferner s. v. 3, 2, 5, .
4.
›Seelenfrieden, Gewissensruhe‹; in religiösen, speziell mystisch geprägten Zusammenhängen für einen vom gläubigen Menschen ersehnten, im Einzelnen sehr unterschiedlich konzeptualisierten Seelenzustand, im Einzelnen z. B.: ›Gefühl der Geborgenheit in Gott‹; ›Gelassenheit durch das Bewusstsein einer inneren Übereinstimmung mit Gott‹; im Horizont der reformatorischen Theologie: ›Gewissheit der Rechtfertigung durch den Glauben‹;
vgl. 5.
Zur Sache:
LThK
8, 892
ff.
Texte der Sinnwelt ,Religion‘.
Phraseme:
zur ruhe sein
›beruhigt sein, sich keine Sorgen machen‹.
Bedeutungsverwandte:
1, , 1; vgl. , 2, (
die
) 3.
Gegensätze:
4; vgl. (
die
) 2, , (
das
) 4.
Syntagmen:
j. (die) r. begeren / begreifen / empfinden / haben
, [wo]
suchen, nicht finden, aus dem geheimen gespräch der sele schöpfen, etw
. (Subj., z. B.
die sele, das gemüt / herz
)
keine r. haben, got
(Subj.)
jm. r. verleihen
;
die r
. (Subj.)
in Christus sein
;
got
(Subj.)
js. r., die r. in der arbeit sein
;
j. der r
. (Gen.obj.)
begeren, sich der r. freuen
;
j., die sele in der ruhe bleiben / sein, die sele
(Subj.)
in die / ire / gottes r. eingehen / kommen / wiederkeren, j. got in der r. nemen
›für sich annehmen‹,
den freund gottes von der r. des geistes gottes verfüren, j. sein herz zur r. geben
;
die r. des geistes gottes
;
die r. im herzen, mit der sele
;
die inwendige / stäte r
.

Belegblock:

Luther, WA (
1521
):
Das ist aber viel grosser, das durch den glauben das gewissen zcu ruhe kum und frid gewinne.
Ir
[der Juden, die zu Christus kamen]
gemuͤtt het auch kein ruhe nit, bissolang sie dem armen hulffen.
Kompt her zuͦ mir alle, [...], so werdet jr ruͦge finden fur ewre seele.
Ebd. (
1528
):
ob sie wol aussen Friede haben, und thut jnen niemand nichts, zappelt doch inwendig jr hertz und hat keinen Friede noch ruge.
Ebd.
366, 32
:
solt es bey uns selbs oder auff unser wirdigkeit stehen, das wir ein gnug gebuͤsset und gnug guter werck gethan hetten, so hette unser hertz nimer kein ruhe und kuͤnde doch endlich nicht bestehen.
Ebd. (
1529
/
32
):
Des gleichen hat er
[der
heilige Geist
]
den Karlstat [...] hin und her jnn der welt geiecht und kein stat fuͤr seinen leib noch ruhe jnn seinem hertzen gelassen, wie ein rechten Cain, mit zittern und furcht gezeichnet und geplagt.
Ebd.
33, 430a
, 37 (
1530
/
2
):
So findets sichs, das der mensch keine ruhe haben kan in seinen guten wercken [...]. Das heist der durst
[nach einem guten Gewissen],
der wehret also lange, biss das Christus kompt und spricht: Wilstu gern zu frieden sein, ruhe und ein guth gewissen haben, so rathe ich dir, kom hehr zu mir und lass Moisen und deine werck fharen.
Ders. Hl. Schrifft.
Jes. 21, 4
(
Wittenb.
1545
):
Mein hertz zittert / grawen hat mich erschreckt / Jch habe in der lieben nacht keine ruge dafur.
Ebd.
Jer. 4, 19
:
Mein hertz pucht mir im leibe / vnd habe kein Ruge
[
Mentel
1466 /
Eck
1537:
Jch schweig nit
;
Wormser Proph.
1527 /
Froschauer
1530 /
Dietenberger
1534:
ich mag nümmen schweygen
]
/ Denn meine seele höret der Posaunen hall.
Leman, Kulm. Recht (
Thorn
1584
):
Wenne der mensche an syme totbette lyt. so ist daz alle syner salden eyn hort. daz em denne got ruwe vnd andacht vorlyet.
Quint, Eckharts Pred. (
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
daz si [sele] keine inwendige ruowe enhabe, er
[Gott]
enwerde ir wider.
Fellmann, Denck. Schrr.
2, 91, 21
(
Worms
1527
):
keyn geyst mag ihn [fründ Gottes] verfüren von der rhu des geysts Gottes.
Palmer, Tondolus (
Speyer
um 1483
):
Nun ker wider [...] du selige sel In din ruwe / wan got hat dir genad gethon.
wer die [Ee] wol haltet [...] der freuwet sich in dieser rugen yemer.
Bechstein, M. v. Beheim. Evang. Mt. (
osächs.
,
1343
):
Wan abir der unreine geist ûz gêt von dem menschin, sô wandirt her [...] und sûchit rûwe
[
Luther
1545:
ruge
].
Sermon Thauleri
6va, 4
(
Leipzig
1498
):
sal got sein wort sprechen in der sele so muß sie in fride vnd in ruwe sein.
Opitz. Poeterey
56, 2
(
Breslau
1624
):
wuͤndsche ich / das die die [...] jhren stand weit vber den unserigen erheben / die genuͤge vnd rhue / welche wir schoͤpffen auß dem geheimen gespreche [...] der [...] Seelen [...] empfinden solten.
zu Dohna u. a., Staupitz/Scheurl
106
(
Nürnb.
1517
):
der [...] die rue allein, die in Christo ist, begert, der hat ein grose anzeigung seiner selikeit erlangt.
Sachs (
Nürnb.
1565
):
Mein seel, sey widerumb zu rhu, | Weil dir der herr alls gutes thu.
Vetter, Pred. Taulers (
els.
,
1359
):
in allen dingen han ich ruͦwe gesuͦcht und bin bliben wonende in dem erbe mins herren.
Eichler, Ruusbr. steen
1229
(
els.
,
sp. 14. Jh.
):
do er sich ein mit got bevindet, do ist got selbe sin fride, sin gebruche vnd sin rẅe.
Sappler, H. Kaufringer
19, 35
(
schwäb.
, Hs.
1472
):
o ir liebhaber der welt, | ir suocht das leben in dem lant, | das des todes ist genant: | da findt ir werlich niendert ruo.
Bauer, Haller. Hieronymus-Br.
15, 1
(
tir.
,
1464
):
ich han gewandert in der pillgramschafft oder ëllent, nu ge ich in das vater lant. [...] nu pin ich pegreiffen die rüe, der ich pegërt hab.
Quint, a. a. O. ;
Palmer, a. a. O. ;
Eggers, Psalter
239, 24
;
Bechstein, a. a. O. Mt. ;
Langen, Myst. Leben
196, 14
;
Moscherosch. Ges. Phil. v. Sittew. ;
Vetter, a. a. O. ;
Vgl. ferner s. v. , 1, 2.
5.
›Freiheit, Abwesenheit von Störungen aller Art‹; daraus resultierend: ›Ungestörtheit, Unbehelligtsein (als Seinsqualität)‹; daraus resultierend: ›Sicherheit‹; speziell in religiösen Kontexten: ›Muße, kontemplativ verbrachte Zeit‹; auch: ›Zeit konzentrierten Nachdenkens oder Lernens‹;
vgl. 5.
Phraseme:
mit ruhe
›ohne Anfechtung‹ (vgl. );
jn. mit ruhe lassen
›jn. in Frieden lassen‹;
jn. zur ruhe bringen
›dafür sorgen, dass j. sesshaft wird‹.
Bedeutungsverwandte:
, (
die
) 1; vgl. (
die
) 3.
Gegensätze:
, 3; 4; 5.
Wortbildungen:
ruhelich
3 ›ungestört‹.

Belegblock:

Luther. Hl. Schrifft.
5. Mose 12, 10
(
Wittenb.
1545
):
Jr werdet aber vber den Jordan gehen / vnd im Lande wonen, das euch der HERR ewr Gott wird zum Erbe austeilen / vnd wird euch ruge geben
[
Mentel
1466 /
Eck
1537:
das ir ruͦet
]
von allen ewern Feinden vmb euch her / vnd werdet sicher wonen.
Ebd.
Jos. 1, 13
:
Der HERR ewr gott hat euch zu ruge bracht
[
Eck
1537:
hat euch ruͦw geben
]
/ vnd diß Land gegeben.
Karnein, Salm. u. Morolf
21, 2
(
srhfrk.
, Hs.
um 1470
):
er
[Salomon]
hatte sie [frauwe] mit ruwen | bitz an das vierde jar.
Gajek, Seidelius. Tych.
10, 26
(
Breslau
1613
):
Welchs jm das gros gewuͤnschte Gluͤck / | Verkehret inn einen Halßstrick / | [...] | Hoͤrt nur fleissig mit gutter ruh
(auch zu 6 stellbar).
Rupprich, Dürer (
nobd.
,
1506
):
Schreibt mir pald wider, wan jch hab dÿ weill kein rẅ.
Sappler, H. Kaufringer
2, 130
(
schwäb.
, Hs.
1464
):
ich [tiefel] und die ganzen schar | haben in gepracht darzuo, | wann wir im nit liessen ruo, | das er ain schönes weib hat | beslafen schon nach unserm rat.
Ebd.
3, 720
:
ieglicher behalt, das er hat, | [...] | und sweig auch still darzuo, | so beleibet er mit ruo.
Barack, Zim. Chron. (
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
Alda hat er darnach etliche jar in gueten rueben gelept und ward der alten weiben geschwätz daselbs vertragen.
Bauer, Geiler. Pred.
316, 10
(
Augsb.
1508
):
Disen esel reit der boͤß gaist / er laßet ym kain ruͦw.
Bastian u. a., Regensb. UB
266, 8
(
oobd.
,
1364
):
und schol auch dazselb gotzhaus der muͤl [...] ewichleichen mit ruͦn sitzzen ân alle irrung und hindernuͤzze.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat. (
oobd.
,
1349
/
50
):
flüg er [äul] des tages, sô schriren in all ander vogel an und liezen in kain ruow haben.
Drescher, Hartlieb. Caes. (
moobd.
,
1456
/
67
):
Christo [...] wil ich klagen über Wilhalmen von Helffenstain, der mich an der stat nicht mit rwͦ wil lassen.
Fichtner, Füetrer. Trojanerkr.
167, 4
(
moobd.
,
1473
/
8
):
Dar well wir keren zue, | drumb, das wir vor dem schalle | noch heynet paide mügen haben rue.
Spiller, Füetrer. Bay. Chron. (
moobd.
,
1478
/
81
):
nam er den hertzogen [...] aus der väncknüss, half in verholen [...] mit claidern; [...]. Sunst kam der hertzog mit gueter rue zu seinem her.
Als Pippinus ain klaine zeit ruelich regiert in Franckreich; do ersamlet ain haidnischer künig [...] ain gross her und zoch [...] auf Pippinum.
Oorschot, Spee/Schmidt. Caut. Crim. ;
Sappler, a. a. O.
16, 162
;
Dirr, Münchner Stadtr. ;
Moscouia
C 1v, 14
;
6.
›Gemach, Beschaulichkeit, Behaglichkeit‹ (spezifische Art der Lebensführung); tendenziell negativ konnotiert: ›Müßiggang‹;
vgl. 5.
Bedeutungsverwandte:
2, (
die
) 1, .
Wortbildungen:
ruhelich
4 ›angenehm‹.

Belegblock:

Luther, WA (
1522
/
3
):
Das heysset nu eyn rechtschaffen Christlich leben, das nymmer mehr ynn ruhe stehet [...]. Weyl bluͦtt und fleysch bleybt, die weyl bleybt auch die sund, Drumb muß es ymmer gestrytten seyn.
Ebd. (
1528
):
wer im obern oder Herrn stande ist, der sol sich auch nicht hie nider legen und trachten, wie er nur nach seinen luͤsten, in eitel freuden und ruge lebe.
Ebd. (
1530
):
Also haben sie mit dem Christofel ein Exempel [...], das wir also wissen sollen, das wir nicht werden ruge haben jnn diesem leben, wenn wir Christum tragen.
Oorschot, Spee/Schmidt. Caut. Crim. (
Frankf./M.
1649
):
all diejenige / welche daheimb in guter Ruhe sitzen [...], die wissen [...] nicht / was die Folter vermoͤge.
Palm, Veter Buoch (
schles.
, Hs.
E. 14.
/
A. 15. Jh.
):
Ein mvnch mac dirre werlde tot sin, der zwei dinc vluhet: libes rue vnd vppige ere.
Sachs (
Nürnb.
1540
):
Darnach hettens ein rühlich leben.
v. Keller, Ayrer. Dramen (
Nürnb.
1610
/
8
):
Ir seit geborn eins Fürsten Kindt, | Seit aufferzogen zart vnd lindt | In wolleben vnd sanffter ruh.
Koller, Ref. Siegmunds (Hs. ˹
Basel
,
um 1440
˺):
so nement si sich an der röw und müessiggangs und richtent das weltlich uß und lassent das gaystlich vallen.
Bauer, Geiler. Pred.
470, 4
(
Augsb.
1508
):
die saͤnftin der salben ist die ruͦw und saͤnfftin / aines gaystlichen lebens.
Gilman, Agricola. Sprichw.
2, 253, 34
([
Augsb.
]
1548
):
Nun frewe dich liebe Seele / du hast ainen grossen vorraht auff vil Jar / habe nun ruͦwe / Ißt / trinck / und hab ainen guͦtten muͦt.
7.
›Stille, die aus der Abwesenheit von Geräuschen, speziell aus dem Verstummen der menschlichen Stimme resultiert‹;
vgl. 1; 2; 3.
Phraseme:
etw. zur ruhe stellen
›etw. zum Schweigen bringen‹.
Bedeutungsverwandte:
(
die
) 1.
Gegensätze:
(
die
) 1.

Belegblock:

Quint, Eckharts Pred. (
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
In der stille und in der ruowe [...] dâ sprichet got in die sêle.
Meisen u. a., J. Eck
3, 23
(
Leipzig
1520
):
Aber ditz wil ich ytz tzumale nith hoch andern, wie ich auch ander sein yrrig verfurisch lere yetzund tzu rhuen stellen will
(auch zu 1 stellbar).
v. Ingen, Zesen. Ged.
397, 25
(
Breslau
1641
):
Was zuvor so lang verschwiegen | lag in stiller Ruh der Zeit / | Koͤmmt itzund empor gestiegen | und begehrt die Ewigkeit.
v. Keller, Ayrer. Dramen (
Nürnb.
1610
/
8
):
Die Gschicht daug leng halb nicht zusagn. | Wenn ir aber schweigt vnd habt ruh, | So künd jr dest baß sehen zu, | Wie man all ding fürbringen thu.
Wenn jhr vns allhie wolt zuschauen, | Ein schöne Tragedi zu agirn, | So wird sich euch gar wol gebürn, | Daß jhr habt ruh vnd sitzet still.
8.
›nach dem Tod erreichter Zustand des ewigen Lebens, des ewigen Friedens in Gott‹ (überwiegend von der Seele gesagt);
zu 8.
Gehäuft Texte der Sinnwelt ,Religion‘, speziell der Mystik.
Phraseme:
ewige ruhe
.
Bedeutungsverwandte:
,
2
6.
Gegensätze:
.

Belegblock:

Luther, WA (
1528
):
Die fromen und gerechten bringen Christum den verstorbnen zur ruge, welchen die gotlosen, da er lebet, umbtrieben und yhm keine ruge
[dies zu 5]
liessen.
Quint, Eckharts Trakt. (
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
Der sehste grât ist, sô der mensche ist entbildet [...] von gotes êwicheit [...]. Vürbaz noch hœher enist enkein grât, und dâ ist êwigiu ruowe und sælicheit.
Palmer, Tondolus (
Speyer
um 1483
):
so mussent sy [sel] diß pin liden darnach so werdent sie gefurt in die ewige ruge.
Dubizmay, kurß zu Teutze
5, 17
(
hess.
,
1463
):
den swur | ich
[Gott]
In meynem zorne das | sie nicht werden eyngehen | in meyn rühe.
Kurz, Waldis. Esopus (
Frankf.
1557
):
mein Weib so frumb vnd bider, | [...] | Gott geb jr heint die ewig rhew. | [...] | Geb, das jr Seel bey Gotte sey!
Fellmann, Denck. Schrr.
2, 24, 21
(
nürnb.
, Hs.
1525
):
Wo diser bund ist, do kommet der geyst Christi [...] und vollendet das werck Christi. Darnach ist der sabbath, die ewig rue in Gott, do schweygen alle zungen von zu reden.
Roloff, Brant. Tsp.
85
(
Straßb.
1554
):
welchem auch sein tugendt [...] gelont hat / das er also wider zuͦ den seinen kummen [...] von dißem jamerthal zuͦ der ewigen rhuͦ.
Spiller, Füetrer. Bay. Chron. (
moobd.
,
1478
/
81
):
wes leichnam in disem streit hie erstirbt der [...] erwirbt seiner sel die ewig unentlich frewdenreich rue, so das er mit Got wonet.
Gille u. a., M. Beheim
124b, 1058
;
Wagner, Erk. Ps.-J. v. Kastl
16, 78
;
Wyss, Luz. Ostersp.
3154
;
Bauer, Imitatio Haller
43, 5
.
9.
›Aufschub, Verzögerung‹; als Spezialisierung von 1 auffassbar;
vgl. 2; 3.
Phraseme:
etw. zur ruhe stellen
›die Regelung einer Rechtsangelegenheit aussetzen, vertagen‹ (vgl. ).
Bedeutungsverwandte:
2.

Belegblock:

Baumann, Bauernkr. Rotenb. (
nobd.
,
n. 1525
):
Doch die artickel, die gaistlichen guter betreffend, der wollten sie sich mit nichten beladen, sonder die zu ruw stellen biß uff ain kunftigen reichstag.
was [...] dem kaiserlichen edict zu gegen [...] gesetzt ist, das haben wir biß an ain kunftigen reichstag [...] hindangesatzt und zu ruw gestellet.
Köbler, Ref. Nürnberg
160, 25
(
Nürnb.
1484
):
so sol die sach Rechtlicher execucion vñ volziehung Jr rw vnd anstal haben zehẽ tag.