1.
›etw. laut, gut vernehmlich, auch in einiger Entfernung hörbar äußern, ausrufen, ausschreien‹; häufig mit Objektsatz, in dem der Inhalt des Geäußerten direkt oder indirekt wiedergegeben wird; ›jm. etw. zurufen‹; auch: ›jn. wecken‹; ›einen Schrei, Ruf ausstoßen‹ (von Menschen und Tieren gesagt); dies häufig mit Anschluss einer direkten Rede; oft als Ausdruck negativer (z. B. auf Furcht, Erschrecken, Zorn oder Schmerz beruhender) Emotionen; auch: ›laut brüllen, schreien (und dadurch Aufmerksamkeit, Mitgefühl, öffentliches Ärgernis erregen)‹; metonymisch für den durch die Handlung realisierten direktiven Sprechakt: ›durch lautes Rufen um etw. bitten, zu etw. auffordern‹.
Phraseme:
rufende sünden
›zum Himmel schreiende Sünden‹ (vgl.
1);
friede rufen
›öffentlich zu friedlichem Verhalten auffordern‹;
einer über den anderen rufen
›alle durcheinander reden‹.
Syntagmen:
j. / etw
. (Subj., z. B.
der hirsch / klagvogel / tod, die stimme, die froschleute / frösche, die weisheit gottes
)
r
. (absolut);
j. etw
. (z. B.
den tag, die stunden, wunderliche worte
)
r
.,
j. jm. r
.;
j
. [wie] (z. B.
einhelliglich / frisch / laut / oft / senlich / überlaut, nicht umsonst, mit heller / lauter stimme, mit grossem / lautem schalle
)
r
.,
j. lauter stimme
(Gen.)
r
.,
j
. [wo, wohin, aus welcher Richtung] (z. B.
am tor, aus dem wasser, aus einem löwen, durch das her, in der gasse / tür, in die kamer, unter dem volk, zu jm
.)
r
.,
das blut
(Subj.)
zu got in die himlischen oren r
.,
j
. [aus welchem Grund] (z. B.
aus zornes grim, aus der eingebung gottes
)
r
.,
j
. [wann] (z. B.
aber, bald, alle tage, im sommer, zu dem anfang aller tagzeiten
)
r
.,
j. r
. [+ Objektsatz oder direkte Rede],
j. r
. [+ in direkter Rede folgender, häufig verdoppelter Ausruf] (z. B.
alassi / hala / mord / waffen, davant davant, glük zu glük zu, heilig heilig
); subst.:
j. das rufen hören
;
das rufen
(Subst.)
sich in der gasse erheben
;
die hünlein ane rufen in dem nest sein
;
das elende rufen
.