rotzig,
rützig,
Adj.
›verschleimt; verschnupft‹; auch: ›mit Rotz verschmiert‹ (als Attribut von Kindern sowie abwertend von erwachsenen Personen); speziell auf Pferde bezogen: ›vom Rotz (Pferdekrankheit) befallen‹; ütr.: ›nicht viel wert, (durch Krankheit) untauglich‹;
vgl. .
Syntagmen:
das pferd / ros
(Subj.)
r. sein
;
j. das pferd r. erfinden
;
der rotzige husten, die rotzige magd / nase, das rotzige ros / volk, die rotzigen buben / personen
; subst.:
rotziges und räudiges durcheinandergehen
.
Wortbildungen:
rützigkeit
›Rotz (eine Hautkrankheit, die Vieh, besonders Pferde befällt; vgl.
Höfler, Dt. Krankheitsnamen-Buch.
1899, 523
)‹ (a. 1552; dazu bdv.: ).

Belegblock:

Denn alßo leret die rotzige, unflettige natur, mit yhrer hubschen vernunfft, die alletzeytt widder den geist unnd was des geysts ist [...].
Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck
318, 11
(
thür.
,
1474
):
hat eß sich begebin, daz Hanß von Swydenicz daz phert rutczig unde harslechtig irfunden hat.
Mayer, Folz. Meisterl. (
nobd.
,
v. 1496
):
Schlegreym, die cleb und uberhoff | Die plestu sam ein altes schoff, | Das den roczigen husten hot.
Sachs (
Nürnb.
1563
):
Doch versprecht ir mir in dem handel | Dem gaul für die verbotten wandel, | Daß er nit sey reudig noch rützig, | Auch nit haarschlecht, stetig noch stützig.
Ebd. (
1524
):
Ich hab noch kain lust zu ewerm hauffen, weyl also rutzigs und reüdigs durcheinander geet.
v. Keller, Ayrer. Dramen (
Nürnb.
1610
/
8
):
Die rotzig Magd wird alle mahl, | Wie sies begert, haben die wahl.
Schade, Sat. u. Pasqu. (
els.
1521
):
auch begabt man iez kinder in der wiegen und rotzig buͦben mit großen pfründen.
Moscherosch. Ges. Phil. v. Sittew. (
Straßb.
1650
):
jeder Mutter ist zu sinn, ihr Kind seye das schönste, wann es schon eine rotzige Nase hat.
Dict. Germ.-Gall.-Lat.
387
(
Genf
1636
):
rotzig / der viel vnflat auß der Nasen gibt.
Deinhardt, Ross Artzney
180
(
oobd.
,
1598
):
wann ain pferdt haubt khranckh vnnd rizig dar zu ist
(Überschrift).
Turmair (
moobd.
,
1529
):
so kumbt ain grosse anzall volks zusamen, rüzigs und reudigs, geniets und ungeniets, knecht und dirn, jungs und alts, und ist kem der halb tail geschickt zum kriege.
Schmitt, Fachprosa
71, 18
;
Sudhoff, Paracelsus ;
Löffler, Columella/Österreicher ;
Siegel u. a., Salzb. Taid. ;