rottieren,
1.
›sich jm. zugesellen‹; ›sich mit jm. zusammentun, eine Gruppe, Partei bilden‹ (von einzelnen Personen gesagt); ›sich (zu einem spezifischen Zweck) versammeln‹; auch: ›sich in Gruppen aufteilen‹ (von Personengruppen gesagt); häufig negativ konnotiert: ›sich in aufrührerischer, konspirativer Absicht zusammentun‹; Obd.; überwiegend Chroniken und Rechtstexte.
Belegblock:
es kostet mehr, die heilige schrifft recht lernen denn aus lernen, wie die Rottirer und Irrgeister inen selbs treumen, daruͤmb sie der schrifft bald satt haben.
Die uberigen [pawrn] haben sich rottirt und sein für Stetten und Schefftersheim gezogen.
rottieren / sich auff einen hauffen machen / sich verbinden. [...]. rottierer / Ketzer.
daß man sich nit solte in gesellschaft oder sonst rottieren, und wo 2, 3 oder 4, mer oder minder beieinander weren, nichts wider die kay. mt. [....] arguieren oder conversieren, reden oder handlen solte.
welcher sich in gefechten zu einem ihme zu helfen rottierte oder gesellte, er seye ein freund der parteyen oder nit, der soll an leib und gut gestrafft werden.
2.
›eine Gruppe von Personen ordnen, versammeln‹; ›eine Gruppe von Personen in kleinere Einheiten aufteilen‹; speziell: ›eine militärische Einheit formieren‹; Belegblock:
und sind daruff die sybenzehen zunft mit dem loß gerottiert und in drey tayl getaylt worden.
An morgen als es taget, | Hector rottiertʼ sein her.
Ebd.
272, 2
: Sy sagten, wie zue streite | sy all gʼrotieret wären.