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rost,1.
›Glut‹; auch speziell: ›Scheiterhaufen‹; bildlich: ›Qual‹.Überwiegend ˹älteres Frnhd.; Texte gebundener Form˺.
Gegensätze:
.Syntagmen:
den r. heisser machen
; minne
(Subj.) der r. sein
; j. / etw
. (Subj.) auf dem r. braten / brennen / liegen, jn. auf den r. legen
; der r. des jammers / todes / unmutes, der helle / liebe, des leides, der flammen
; der feurige r
.Belegblock:
Sus vuͦrte man sie vur den rost | Da sie die Gotes holden | Beide in werfen solden.
Saga, wer gebar den vrost | Von dem hymele sunder rost?
Susanna sal ein zeichen sin: | geurteilt zu des todes rost, | ir unschult von mir [Gerechtikeit] wart erlost.
So brinn ich uff dez jamers rost.
minne ist do der ganze rost, | on allen jomer ewig trost, | [...] | ain immer leben on tot.
myn hercz uff leydes rost | langezit ist gebraten.
mit seinem tode er [herre] erlost | uns von der hellen roste.
2.
›gitterartiges Gestell meist aus Metall, auch aus Holz, Rohr u. Ä. mit unterschiedlicher Funktion‹; im Einzelnen: ›Metallrost (z. B. als Teil eines Ofens, Teil zum Braten, Werkzeug)‹; ›gitterartige Viehsperre‹; ›gitterartige Vorrichtung (z. B. für Sickergruben, Weinreben)‹; ›(glühender) Eisenrost, Kreuz (zur Vollstreckung der Todesstrafe, als Folterwerkzeug)‹.Syntagmen:
den r. über die grube legen
; (die) röste
(Subj.) [wo] stehen
; der rauch an dem r. hängen bleiben, j. etw. auf einem r. braten / rösten, auf einen r. legen, der keim in rösten ausschlagen
; der r. des kreuzes
; ein r. von hölzern
; der eherne / eisene / gute / hölzerne r., x röste
; Laurencius mit dem r., ein stük mit einem r
.Wortbildungen:
rössel
Belegblock:
5 schiben drates, 2 roͤste und 1 yserynne stange.
Im bruwhuwsze gelassen: [...] 1 eysern krucke, 1 rost, 4 schuffen.
inn der kuchenn: 5 bratenspiesz, [...], 3 fewrpfannenn, 2 rostte.
ein stuck
[Mauer]
uff dem kirchhof mit einem guten rost dergestalt, dass kein viehe daruff noch daruber kommen [...] koenne. so nim ez [ferkelin] denne vnd lege ez vf einen hülzinen rost vnd brate ez sanfte.
obir des ovyns munt [...] do ist eyn yserin rost. Der rouch der us dem ovyn get, der [...] blibit hengende in deme roste.
mus man vier oder fumf spannen hoch unten vom boden einen rost von starken hölzern [...] uber die ganze gruben legen.
Ebd.
135, 37
: das wohl uber fumf, sex schritt vom stock erst ein keim aus der erden oder in rösten ausschlegt.
ein erin roscht
[
eiñ gegaͤtterten roostFroschauer
1531: ;
getter oder rostDietenberger
1534: ;
roschEck
1537: ;
GitterLuther
1545, 2. Mose 27, 4: ]
in der weys eins netzes. man liset von sant Laurencien daz er uff dem rôste lag also suͤsseklich alz er in rosen laͤge.
[got] uns erlost | mit seines hailgen todes kur, | den er in menschlicher figur | laid an des hailgen creutzes rost.
3.
›ofenartige Vorrichtung zum Ausbrennen und Reinigen von Erzen‹; metonymisch auch: ›auszubrennende Erzmasse‹; Bergbaurechtliche Texte.
Belegblock:
wo ymands [...] aus diesen arbten offenschmeltczen rosten und zurichtung gar nichts genommen.
Die roster sollen einerlei mass wie in Polen grossen rost sezen, die erzt zum brennen rein lautern und uffsezen.
dass man auf allen gruben huttwerken rösten und weschen [...] auf schlesischer gulden groschen und heller rechen lonen kaufen und verkaufen soll.
Löscher, Erzgeb. Bergr.
217, 17
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