1
rost,
der
;
-es/-e, -Ø
, teils + Uml.;
zu
mhd.
rôst
›Rost, Scheiterhaufen‹
().
1.
›Glut‹; auch speziell: ›Scheiterhaufen‹; bildlich: ›Qual‹.
Überwiegend ˹älteres Frnhd.; Texte gebundener Form˺.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  1,
1
, (
die
12.
Gegensätze:
.
Syntagmen:
den r. heisser machen
;
minne
(Subj.)
der r. sein
;
j. / etw
. (Subj.)
auf dem r. braten / brennen / liegen, jn. auf den r. legen
;
der r. des jammers / todes / unmutes, der helle / liebe, des leides, der flammen
;
der feurige r
.

Belegblock:

Reissenberger, Väterb. (
md.
, Hs.
14. Jh.
):
Sus vuͦrte man sie vur den rost | Da sie die Gotes holden | Beide in werfen solden.
Karsten, Md. Paraphr. Hiob (
omd.
,
1338
):
Saga, wer gebar den vrost | Von dem hymele sunder rost?
Jahr, H. v. Mügeln
1557
(
omd.
, Hs.
1463
):
Susanna sal ein zeichen sin: | geurteilt zu des todes rost, | ir unschult von mir [Gerechtikeit] wart erlost.
Pyritz, Minneburg
2392
(
nobd.
, Hs.
um 1400
):
So brinn ich uff dez jamers rost.
Asmussen, Buch d. 7 Grade
2013
(
nobd.
, Hs.
A. 15. Jh.
):
minne ist do der ganze rost, | on allen jomer ewig trost, | [...] | ain immer leben on tot.
Thiele, Minner. II,
7, 312
(Hs. ˹
nalem.
/
sfrk.
,
1470
/
90
˺):
myn hercz uff leydes rost | langezit ist gebraten.
Jaksche, Gundacker (
oobd.
, Hs.
1. H. 14. Jh.
):
mit seinem tode er [herre] erlost | uns von der hellen roste.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat. (
oobd.
,
1349
/
50
):
[daz öl] macht der flammen rôst haizer.
Jahr, a. a. O.
2114
;
Lindqvist, K. v. Helmsd.
2696
;
2.
›gitterartiges Gestell meist aus Metall, auch aus Holz, Rohr u. Ä. mit unterschiedlicher Funktion‹; im Einzelnen: ›Metallrost (z. B. als Teil eines Ofens, Teil zum Braten, Werkzeug)‹; ›gitterartige Viehsperre‹; ›gitterartige Vorrichtung (z. B. für Sickergruben, Weinreben)‹; ›(glühender) Eisenrost, Kreuz (zur Vollstreckung der Todesstrafe, als Folterwerkzeug)‹.
Bedeutungsverwandte:
 1,  2,  1,  1; vgl. ,
2
 12,
2
.
Syntagmen:
den r. über die grube legen
;
(die) röste
(Subj.) [wo]
stehen
;
der rauch an dem r. hängen bleiben, j. etw. auf einem r. braten / rösten, auf einen r. legen, der keim in rösten ausschlagen
;
der r. des kreuzes
;
ein r. von hölzern
;
der eherne / eisene / gute / hölzerne r., x röste
;
Laurencius mit dem r., ein stük mit einem r
.
Wortbildungen:
rössel
wohl ›Feuerbock, Herdeisen‹.

Belegblock:

Sattler, Handelsrechn. Dt. Orden
10, 30
(
preuß.
,
1404
):
5 schiben drates, 2 roͤste und 1 yserynne stange.
Ziesemer, Gr. Ämterb.
97, 33
(
preuß.
,
1440
):
Im bruwhuwsze gelassen: [...] 1 eysern krucke, 1 rost, 4 schuffen.
Ebd.
356, 28
(
1488
):
inn der kuchenn: 5 bratenspiesz, [...], 3 fewrpfannenn, 2 rostte.
Koeniger, Sendgerichte (
mosfrk.
,
1641
):
ein stuck
[Mauer]
uff dem kirchhof mit einem guten rost dergestalt, dass kein viehe daruff noch daruber kommen [...] koenne.
Hajek, Guͦte spise
8
(
rhfrk.
/
nobd.
,
um 1350
):
so nim ez [ferkelin] denne vnd lege ez vf einen hülzinen rost vnd brate ez sanfte.
v. Tscharner, Md. Marco Polo
9, 11/12
(
osächs.
,
2. H. 14. Jh.
):
obir des ovyns munt [...] do ist eyn yserin rost. Der rouch der us dem ovyn get, der [...] blibit hengende in deme roste.
Ermisch u. a., Haush. Vorw.
23, 20
(
osächs.
,
1570
/
7
):
mus man vier oder fumf spannen hoch unten vom boden einen rost von starken hölzern [...] uber die ganze gruben legen.
Ebd.
135, 37
:
das wohl uber fumf, sex schritt vom stock erst ein keim aus der erden oder in rösten ausschlegt.
Kurrelmeyer, Dt. Bibel (
Straßb.
1466
):
ein erin roscht
[
Froschauer
1531:
eiñ gegaͤtterten roost
;
Dietenberger
1534:
getter oder rost
;
Eck
1537:
rosch
;
Luther
1545, 2. Mose 27, 4:
Gitter
]
in der weys eins netzes.
Rieder, St. Georg. Pred. (Hs. ˹
önalem.
,
1387
˺):
man liset von sant Laurencien daz er uff dem rôste lag also suͤsseklich alz er in rosen laͤge.
Klein, Oswald
113, 18
(
oobd.
,
1438
):
[got] uns erlost | mit seines hailgen todes kur, | den er in menschlicher figur | laid an des hailgen creutzes rost.
Zingerle, Inventare (
vorarlb.
/
tir.
,
1430
):
i rost [...] ii rössel [...] i eisneinn prater.
ders. Hl. Schrifft.
3. Mose 2, 7
;
Peil, Rollenhagen. Froschm.
162, 3645
;
Hauber, UB Heiligkr. ;
Rechn. Kronstadt
3, 479, 10
;
Gleinser, Anna v. Diesb. Arzneib.
1989, 234
.
3.
›ofenartige Vorrichtung zum Ausbrennen und Reinigen von Erzen‹; metonymisch auch: ›auszubrennende Erzmasse‹;
zu
1
 3.
Bergbaurechtliche Texte.
Bedeutungsverwandte:
 67, , , ; vgl.  2,  4.

Belegblock:

Wutke, Schles. Bergb., Cod. Sil. (
schles.
,
1516
):
wo ymands [...] aus diesen arbten offenschmeltczen rosten und zurichtung gar nichts genommen.
Ebd. (
1528
):
Die roster sollen einerlei mass wie in Polen grossen rost sezen, die erzt zum brennen rein lautern und uffsezen.
Ebd. (
1528
):
so wind kumen [...], soll er die rost anzunden und brennen.
Ebd. (
1537
):
dass man auf allen gruben huttwerken rösten und weschen [...] auf schlesischer gulden groschen und heller rechen lonen kaufen und verkaufen soll.
Ebd. (
1617
):
Siedehaus: [...] 5 alte rösteschlich darunter 1 guter die andern 4 röste ungefehr zu 2 laugen geben möchten.
Löscher, Erzgeb. Bergr.
217, 17
.
Vgl. ferner s. v.  11, ,
1
 3.