rose,
häufig verkürzt
ros,
die
,
vereinzelt
der
;
-Ø/-(e)n, -Ø
;
im Diminutiv
röslein
2,
rösli,
rosel
u. Ä.
1.
›sortenreiches, vielgestaltiges, strauchartiges, stacheliges (dorniges) Gewächs mit als schön und wohlriechend empfundenen, sich aus mehreren Blütenblättern zusammensetzenden Blüten von unterschiedlicher (häufig: von rosa oder roter) Farbe entsprechend der jeweiligen Sorte‹; insbesondere in Rezepturen und zu dekorativen Zwecken häufig auch: ›Rosenblüte, (einzelne) Blüte einer Rosenart‹; vielfach im Orientierungsfeld mit 1, (zu 2) und / oder
veiel
/
viole
; in Texten der Sinnwelten ,Religion / Didaxe‘ und ,Literatur‘ meist tropische und bildhafte Verwendungen, z. B. als Symbol für (vergängliche) Schönheit.
Zur Sache:
Marzell
3, 1393
ff.;
Lex. d. Mal.
7, 1031
f.
Dichtung; Texte religiösen und didaktischen Inhalts; medizinische Texte.
Phraseme:
rose von jericho
(s. );
jn. mit rosen schmücken
›jn. loben, preisen‹;
aus einer (schönen) rose gift saugen
›etw. (Gutes, Schönes) in sein Gegenteil verkehren‹.
Bedeutungsverwandte:
1, 2, 1, .
Gegensätze:
, , .
Syntagmen
(die) rosen (ab)brechen
(auch bildlich für Defloration)
/ abgewinnen / nemen / sehen, eine r. (ab der staude) brechen
;
etw. für eine r. achten / halten
;
die rosen
(Subj.)
zunichte, von dornen verdrükt werden, ausschiessen / verfallen, sich auftun / zertun
;
der gehorsam eine r. sein, die dornen
(Subj.)
rosen werden, etw
. (Subj.)
als die r. blühen / sein, js. farbe
(Subj.)
als eine r. brinnen, blüend sam eine r. stehen, rot wie eine r. (sein), j. wie eine r. sein
;
etw
. (Subj.)
den rosen gleich sein
;
j. etw. mit rosen bestreuen, jn. mitten unter den rosen sehen
;
die r. der geduldekeit
;
eine r. im kranz / mei / winter
(als Adynaton),
mit aufgekerten / roten blättern, zwischen dornen
;
die aufgegangene / gelbe / gemachte / grüne / leibfarbene / natürliche / rechte / schöne / wolgeschmekte / zarte r., die ausspriessenden / braunen / dürren / edlen / feinen / lustigen / roten / weissen rosen, ein vierdung, eine hand vol, x lot rosen
;
die farbe der rosen
;
etw
. [Geldbetrag]
für rosen, schne mit rosen (besprengt), ein rosenbaum mit rosen (geziert), das unkraut unter den rosen, das wasser von der r., der sirup, das öl von (den) rosen
.
Wortbildungen
(im Bw sowohl
rosen-
als auch seltener
ros-
):

˹
rosbaum
,
rosenbaum
˺,
˹
rosbusch
,
rosenbusch
˺ (dazu bdv.: 1),
röseln
(V.) 1 ›rot werden, sich rot färben‹; 2 als Euphemismus: ›,Röschen‘ (d. h. Stuhlgang) ausscheiden‹,
˹
rosen
,
rösen
˺ (Adj.) 1 ›aus Rosen bestehend‹; 2 ›rosa(farben), rosenrot‹ (dazu bdv.: ),
rösen
(V.) 1 ›jn. / etw. (mit Rosen) ausstatten, zieren‹; 2 ütr.: ›jn. / etw. loben, preisen‹; 3 als part. Adj.: ›gerötet (wie eine Rose)‹,
rosenast
›Rosenzweig‹,
rosenblume
›Rosenblüte‹,
rosendorn
,
rosengewächst
,
rosenhag
›Rosenstrauch‹,
rosenhecke
,
rosenholz
,
rosenknopf
›Rosenknospe‹,
rosenmond
›Rosenmonat (Mai oder Juni)‹,
rosenmund
,
rosenreis
,
rosenschapel
›aus Rosen geflochtener Kranz‹,
rosenschmak
›Rosenduft‹,
rosensirup
›eingekochter, gezuckerter Rosensaft‹,
rosenstaude
,
rosenstok
,
rosentauig
,
rosenwange
›rosenrote Wange‹ (im Beleg im Diminutiv),
rosenwein
,
rosenzucker
,
rosenzwei(g)
(dazu ggs.: ),
rosessig
,
roset
(Adj.; dazu bdv. bzw. Orientierungsfeld: 1, ; vgl. , V., 3),
rosig
.

Belegblock:

Joachim, Marienb. Tresslerb. (
preuß.
,
1408
):
1 fird. eyner frauwen vor rosen.
Enders, Eberlin ([
Wittenb.
]
1523
):
ein Christ ist vnder den vnglaubigen, wie ein roß zwyschen dornen.
Luther, WA (
1525
):
denn andere [...] durch die lere der demut nur eyttel hoffart fassen, wie eyne spynne aus der rosen eyttel gifft seuͤget.
Ebd. (
1527
):
es sind feine blumen gewest, die umb die zeit der erndte wol riechen, als bey uns die neylichen, lilien und rosen.
Ebd. (
1544
):
Mit solchen rosen will er [Gott] geschmucket sein.
Alberus, Barf. (
Wittenb.
1542
):
[Bruder Lewen] sahe Franciscum auff eim allerhoͤhesten Berge mitten vnter den aller gruͤnesten Bewmen / Liligen vnd Rosen.
Fischer, Brun v. Schoneb. (
md.
, Hs.
um 1400
):
[iz heizet] ein rosenboum nach den rosen.
Thiele, Minner. II,
25, 35
(Hs. ˹
md.
/
rhein.
,
1. V. 15. Jh.
˺):
wyp ist eyn steyn vuͦr ongemach, | wyp ist eyn bloyende rosen rys, | wyp ist mannes paradys.
Ebd.
29, 13
:
wonnencliche bliche | scouwen mit den ougen, | wider wengen touͦgen, | [...] | mit roden rosen muͦnden.
Scholz, Lanfrank. Chir. Parva
231v, 18
(
md.
/
oobd.
,
1446
/
8
):
nach dem lecz wasenn leg / darczu weyßen roßen czuger.
Wyss, Limb. Chron. (
mfrk.
,
3. Dr. 14. Jh.
, Hs.
2. H. 16. Jh.
):
in dem rosenmande worden di von Honfe [...] in eime felde nidergeworfen.
Buch Weinsb. (
rib.
,
2. H. 16. Jh.
):
Die farben siner kleider waren swartz, dannet ader raset.
Hajek, Guͦte spise
4
(
rhfrk.
/
nobd.
,
um 1350
):
Man sol huͤnre braten [...] vnd nim einen vierdunc rosen dor zvͦ.
J. W. von Cube. Hortus
120, 20
(
Mainz
1485
):
syede eynen dranck [...] mit syropel von rosen.
Belkin u. a., Rösslin. Kreutterb.
164, 10
(
Frankf.
1535
):
[Nitrum] Jst warm vnd trucken im andern grad / das beste ist auß Armenien / das liecht ist / brichig [...] weiß purpurfarbe oder rosin.
Hübner, Buch Daniel (
omd.
, Hs.
14.
/
A. 15. Jh.
):
Rotir dem ebore drilch, | Der da von alder rosilt.
Ja stet die sine glose | Bluende sam ein rose | In Apocalipsi blic.
Jungbluth, J. v. Saaz. Ackermann
10, 5
(Hs. ˹
omd.
,
1465
˺):
Merke, wie die lüstigen rosen [...] müßen zu nichte werden.
Thiele, Chron. Stolle (
thür.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
do was bereitet eyn tisch mit eynem wissen tuche, unnd dar uff fele schoner rossen blumen unnd grass.
Gille u. a., M. Beheim
333, 28
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
wil ich sunder rumen | der braunen röslein varw | Fur alle plumen garw.
Ebd.
345, 71
:
sie pot mir an der stunt | Iren roczigen munt | und pegund mich zu kussen.
Wendehorst, UB Marienkap. Würzb.
485, 34
(
nobd.
,
1527
):
In einem grossen behelter [...] in der sacristei: [...] Ein rosen von Jhericho.
Voc. Teut.-Lat.
bb iijr
(
Nürnb.
1482
):
Rosenpusch oder rosengewechst oder rosengart. rosetum.
Sachs (
Nürnb.
1534
):
[Also kam ich] An ein wolschmeckend rosen-hag.
Kehrein, Kath. Gesangb. (
Nürnb.
1631
):
in deinen Garten, | Wird steigen vnser Gott, | Wird brechen die Roͤselein, | Das ist die ware Menschheit, | Im keuschen Hertzen dein.
Der Christlich Ghorsam zu der frist, | Die fuͤnffte Rosn im Kraͤntzlein ist.
Ebd. (
München
1586
):
Die Rosenstoͤck die bluͤen stett, | Der Fruͤeling nimmermehr vergeht
(Beschreibung des Paradieses).
Bihlmeyer, Seuse (
alem.
,
14. Jh.
):
so dú [jungfrow] einen rosen ab der rosenstuden gebrichet, so [...].
der [ring umb sin hobt] ist umb und umb mit roten und wissen rosen vermischet under enander als ein roͤsin schapel.
uf dem rosbome erschein daz kundli JESUS mit einem roten rosenschapelin.
Liden kleidet die sele mit roͤslim kleide, mit purpurvar.
Wie mag daz schoͤn rosenzwi des himelschen paradises [...] geloͮben eime armen túrren tistel.
Hampe, Ged. v. Hausrat
4, 25, 10
(
Straßb.
um 1514
):
Das Stũlin dar vff es [kindel] dan Roͤßlen sol | Die selben roßen
[hier euphemistisch: ›Stuhlgang‹]
schmecken nit fast wol.
Barack, Teufels Netz (
Bodenseegeb.
,
1. H. 15. Jh.
):
Wan ir
[der
junkfrow
]
künsches raines pluot | Plüget recht als der rosz im maien tuot.
Rieder, St. Georg. Pred. (Hs. ˹
önalem.
,
1387
˺):
do sah er [Moýses] ainen rosboͤschen brinnen.
Warnock, Pred. Paulis
3, 221
(
önalem.
,
1490
/
4
):
Won da hat geplügt der wys lyly der kúschikait, der rot roß der gedultikait, der plaw vigol der demütikait.
Sudhoff, Paracelsus (
1536
):
die selben schleg mit oleo laterino salbest und [...] bindest mit dem rosessig.
Bartsch, Reinfrid (
halem.
, Hs.
14. Jh.
):
des wart sîn lop gerœset | mit manges ruomes kranze.
Päpke, Marienl. Wernher (
halem.
,
v. 1382
):
Sin
[Jesu]
húfeln
[›Wangen‹]
vinen rosen glich | Rot, wisser denne ain milch.
Bachmann, Haimonsk. (
halem.
,
1530
):
[die fier sŭn Amon] müessend inn iren henden rossenestly tragen, das man sy erkenn.
Wiessner, Wittenw. Ring
3457
(
ohalem.
,
1400
/
08
):
Rosenwängel, roter mund | Sind vil scheder dann gesund.
Maaler (
Zürich
1561
):
Der gruͤn Rosenknopff / ee sich die bletter haͤrfür thuͦnd. [...]. Der Rosenknopff so ein wenig auffgangen ist.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat. (
oobd.
,
1349
/
50
):
[der paum] hât pleter geleich aim rôsendorn.
man schol die rôsen prechen, wenn si sich zemâl habent auf getân.
Ebd. :
daz honig hât die kraft, daz ez rainigt von des honigs art und sterket von dem edeln rôsensmack.
mach rôsensyrop alsô.
Eis, Gesundheitsl.
126, 14
(
oobd.
,
1520
/
30
):
Von den weyn, die mit krewtter gemachet [...] Rosen weyn ist czymlich summer czeyt.
Bauer u. a., Kunstk. Rud.
988
(
oobd.
,
1607
/
11
):
Ein klein becherlin von rosenholz ablang gedreht.
Nyholm, Füetrer. Gralepen
742, 2b
(
moobd.
,
1473
/
8
):
ir rosen taw̆ig waͤnglein wurden plaich.
Panzer, Seifrid Füetrers
137, 7
(
moobd.
,
1478
/
84
):
Seyfrid vmbfalten ward manig mal, | dar zuͦe gekǔsst von süessem mund geröset.
Quint, Eckharts Pred. ;
Jostes, Eckhart
24, 18
;
Karnein, Salm. u. Morolf
18, 3
;
Keil, Peter v. Ulm
232
;
Knape, Messerschmidt. Bris.
43, 23
;
Keil, a. a. O.
450
;
Ermisch u. a., Haush. Vorw.
185, 32
;
Bihlmeyer, a. a. O. ;
Strauch, Schürebrand ;
Vetter, Pred. Taulers ;
Menge, Laufenb. Reg.
3241
;
Gilman, Agricola. Sprichw.
1, 437, 11
;
Moscherosch. Ges. Phil. v. Sittew. ;
Rohland, Schäden
505
;
Bremer, Voc. opt.
48207
;
Broszinski, Minner. Chir. Parva
70v, 28
;
Koppitz, Trojanerkr. ;
Morrall, Mandev. Reiseb.
47, 16
;
Bauer, Haller. Hieronymus-Br.
61, 5
;
Vorarlb. Wb.
2, 757
;
Matzel u. a., Spmal. dt. Wortschatz.
1989, 246
;
Lehmann, Rezeptb.
241
f.;
Gleinser, Anna v. Diesb. Arzneib.
1989, 232
f. (mit weiteren Wortbildungen).
2.
›Rose, Rosenblüte‹; als Tropus und Anrede für Christus, (häufiger) Maria und (selten) andere Heilige (auch Jesu Jünger); metonymisch anschließbar: ›einzelnes Gebet, Ave Maria (im Rosenkranzgebet)‹; im Plural: ›Leiden, Passion Christi‹; in der weltlichen Minne auch Tropus und Anrede für die Geliebte; als Spezialisierung anschließbar an 1.
Zur Sache:
Lex. d. Mal.
7, 1032
;
LThK
9, 44
.
Gehäuft Texte der Sinnwelt ,Religion / Didaxe‘.
Phraseme:
die fünf rosen
›die fünf Wunden Christi‹ (vgl. dazu
LThK
10, 1249
ff.);
rose ane dornen
(als Umschreibung Mariens).
Bedeutungsverwandte:
4, 3; 4, 1, (subst.); vgl. 2.
Wortbildungen:
rosenbrunnen
›eine der fünf Wunden Christi‹ (dazu bdv.: ),
rosental
hier metaphorisch ›Geschlechtsteil (der Geliebten)‹.

Belegblock:

Luther, WA (
1544
):
[die Papisten] den spruch Ecclesiasti. 22. Capitel auff die Junckfrawen Maria deutten und gleichen sie etlichen Baͤwmen unnd Rosen.
Österley, Kirchhof. Wendunmuth (
Frankf.
1602
):
die [schöne jungfraw] [...] immer ein rößlein nach dem andern auß des münches munde nam, [...] und machete also einen schönen krantz darauß.
Pyritz, Minneburg
3401
(
nobd.
, Hs.
um 1400
):
solten lob mit huffen geben | Der zarten us derwelten | Und auch der uz geschelten | Uz einer papel
[dies zu
1
pappel
›Malve‹]
rosen.
Bihlmeyer, Seuse (
alem.
,
14. Jh.
):
Do si [heiligú tohter] daz kindli [JESUS] fragte, waz die rosen bezeichetin, do sprach es: „die mengi dero rosen daz sind dú mengvaltigú liden, dú im got wil zuͦ senden [...]“.
Rieder, St. Georg. Pred. (Hs. ˹
önalem.
,
1387
˺):
wie túr du bist gekoffet mit sim tode und mit sim rosvarwem bluͦte, daz zuͦ den fúnf rosen uf brach.
Ebd. Var.:
daz ist dú behúgde der fúnf wunden
[Var. Hs. um 1300:
rosenbrunnen
]
únsers herren.
also warent die junger die bluͦmen | die brinnenden rosen, die zem erst in dem summer wuͦchsent.
Wiessner, Wittenw. Ring
1722
(
ohalem.
,
1400
/
08
):
Got grüess dich, blüender rose zart! | Chain junkfraw nie so sälich wart | In langen zeiten, sam du bist.
Enders, Eberlin (o. O.
1526
):
Christus mit seynem hauffen muͦß ein roß seinn vndern dorn der gotlosen.
Klein, Oswald
13, 27
(
oobd.
,
1416
):
Wer ist die ros an doren.
Ebd.
47, 15
(
1408
):
du waisst wol, wie | du mich und ich dich lie, | mein höchster hort, | [...] | wurd mir der kranz von rosental.
Kehrein, Kath. Gesangb. (
München
1586
):
Es floß ein Rose von Himmel herab, Lauter vnd auch klar, | Ein Kindlein ist er geboren.
Bauer, Haller. Hieronymus-Br.
125, 41
(
tir.
,
1464
):
Ich pitt dich, tu durchleüchtige rose des himlischen paradises, die da vmgeben und geziert ist mit mannigfeltigen chlaid der tugent
(im Gebet an den hl. Hieronymus).
Hübner, Buch Daniel ;
Gille u. a., M. Beheim
162, 343
;
Spechtler, Mönch v. Salzb.
2, 1
;
Kummer, Erlauer Sp. ;
3.
›Rose, Rosette‹ (z. B. als Verzierung, Dekorationsmotiv, Teil einer Verschnürung); auch: ›Rosenförmiges‹; im Einzelnen auch speziell: ›(rosenförmiger) Boden eines Gefäßes‹; ›rosenartig geschnittener Edelstein‹; ›rosenförmige Kalkmusterung bei Stachelhäutern (z. B. beim Seeigel)‹.
Bedeutungsverwandte:
1, (
der
) 2, 2; 5, (
der
) 1, ; vgl. 1.
Wortbildungen:
rosenkreuz
ein Schmuckstück,
rosenstein
.

Belegblock:

Chron. Magdeb. (
nrddt.
,
1505
, Hs.
E. 16.
 / 
A. 17. Jh.
):
[alle andere Junckfrawen] sollen auf allen kleyderen, an Rosenkreutzen, lowenkopffen heften dergleichen uber zwey marck silbers gewichte nicht haben.
Ziesemer, Gr. Ämterb.
183, 10
(
preuß.
,
1507
):
2 chorkappen die beste mit 6 silbern rosen ubergult.
Belkin u. a., Rösslin. Kreutterb.
66, 7
(
Frankf.
1535
):
[Ein Amethist] hat den groͤsseren lob / wann sein farb ist [...] als der rosenstein.
Rauwolf. Raiß
37, 14
([
Lauingen
]
1582
):
da seind schoͤne Tapetzereyen / kostliche Seydingewürck / darein Bluͦmen vnnd Rosen von mancherlay farben künstlich gewürcket.
Bauer u. a., Kunstk. Rud.
211
(
oobd.
,
1607
/
11
):
mehrigel [...] grosser als der nechst unden gesetzte mit seinen knöpf und rosen.
Ebd.
435
:
schälin, hat inmitten ein vergulten ring oder rosen.
Ebd.
517
:
schreibtischlin von ebinholtz [...] mit silbern roßlein und gulden drat geziert.
Ebd.
1569
:
trinckhschälein, der spiegel oder rosen inwendig blaw und grien geschmeltzt.
Ebd.
2547
:
1 turckes rosen und inmitten ein rubin versetzt.
McClean, Havich
4956
(
moobd.
, Hs.
15. Jh.
):
einen mantel hiessen sy im tragen, | der was mit veim golt peslagen, | dy rosel waren guldein.
Loose, Tuchers Haushaltb. ;
Bauer u. a., a. a. O.
356
;
Jones, French Borrowings
588
;
4.
›goldene Rose (Tugendrose), die der Papst am Sonntag Laetare (Rosensonntag) zu segnen und verdienten Personen zu verleihen pflegt‹; Spezialisierung zu 3.
Zur Sache:
LThK
4, 1041
.
Phraseme:
sontag von der rosen
›Sonntag Laetare, 4. Sonntag der Fastenzeit‹ (vgl. ).

Belegblock:

Buck, U. v. Richent. Chron. Conz. (
alem.
,
um 1430
):
hett unßer hailger vatter, baupst Johannes, meß uff dem fron altar in unser frowen münster und segnot da ain ital guldin rosen.
sandet unßer hailger vatter, der baupst, den rosen unßerm herren dem küng.
Leidinger, V. Arnpeck (
moobd.
,
v. 1495
):
am suntag von der rosen zu mittvasten nam herzog Jörg durch Ludbig von Habspurg ein das geschloss.
5.
›Glück, Annehmlichkeit‹; auch: ›Sorglosigkeit, Sicherheit‹; ›Erfolg; Wohlstand‹; mit Tendenz zur Phrasematisierung; als tropische Verwendung anschließbar an 1.
Phraseme:
auf rosen gehen
›es sich gut gehen lassen‹;
auf rosen sitzen
›sich in Sicherheit befinden‹;
in rosen leben
›hoch zufrieden sein‹;
unter den rosen wonen
›in feiner Gesellschaft sein‹;
sich auf rosen legen (lassen)
›sich weich betten (lassen)‹;
es
(unpersönlich)
rosen tragen lassen
›es sich gut gehen lassen‹;
die zeit bringt rosen
in etwa: ›Alles zu seiner Zeit!‹; auch: ›Die Annehmlichkeiten kommen mit der Zeit!‹.

Belegblock:

v. Ingen, Zesen. Ros.
99, 31
(
Hamb.
1646
):
Ertrage doch / o armsaͤliger / dieses elend [...] damit du auch einmahl die last mit lauteren rosen bekraͤnzet sehen moͤgest.
Luther, WA (
1532
):
ob sie gleich auch auswendig wol gelebt und fuͤrstlich jnn seiden und gold sich gekleidet und anzusehen gewest als die auff eitel rosen giengen.
Ebd. (
1531
):
Zeitt bringet Rosen und macht Hew [...]. Also hats Gott gemacht, das alle dieng in der welt soll seine zeit und Stunde haben.
Ebd. (
1532
):
muͤste ein fauler, schendlicher knecht sein, der seinen herrn sehe jm tieffen schlam stecken und er wolt [...] sich lassen auff rosen legen.
Ebd. (
1544
):
Das reyne fruͤchtlein
[hier ironisch bezogen auf den
Teuffel
: ›der saubere Bursche‹]
will unter den Rosen wonen, das ist: er will in der Kirchen sein, sitzen und regiern.
Ebd.
373, 36
:
[diser Reicher mane] lebt also hin im sause und lests rosen tragen.
Qu. Schweiz. Gesch. (
halem.
,
1470
):
Ich lebt denn in rosen, das sy hiemiet einer statt Bern den pryß und er muͦßtend geben.
Jörg, Salat. Reformationschr.
82, 9
(
halem.
,
1534
/
5
):
das er [Uͦrich von Hutten] sich selb schon für glert achtet / und meint es wurdend alls / was er beruͦrte / rosen.
Barack, Zim. Chron. (
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
dann gleich, wie sie [...] izo vermainten in rosen sitzen, do warden sie höchlich von kaiser Carln gestrafft.
Turmair (
moobd.
,
1522
/
33
):
[die alten Teutschen] mainten, der wein macht waich weibisch unarbaitsam leut [...]. Die zeit (spricht man gern) pringt rosen. Ietzo hat sich das pletl herumb kert: [...].
Tpma
9, 363
;
13, 371
f.;
6.
phras.:
unter der rosen
: ›vertraulich, unter dem Siegel der Verschwiegenheit‹.

Belegblock:

Sachs (
Nürnb.
1524
):
Wirdiger vater, sagt mirs beichtweyß hie under der rosen!
Lemmer, Brant. Narrensch.
7, 13
(
Basel
1494
):
das ers vnder der rosen hett | Vnd jn din eigen hertz geredt.
Fuchs, Murner. Geuchmat Kap.
5, 19, 11
;
Tpma
9, 362
f.;
7.
eine Krankheit, vermutlich mit rotem Ausschlag einhergehend; zu den verschiedenen Möglichkeiten einer Zuordnung vgl.
Höfler, Dt. Krankheitsnamen-Buch.
1899, 518
.

Belegblock:

Buch Weinsb. (
rib.
,
1559
):
min hausfrauwe hat das gelt alle abentz in ir behalt genomen, doch war sei zulest krank, kreich de rois.
Kehrein, Kath. Gesangb. (
Nürnb.
1631
):
als ein Jungfraw fein, | Die Ros hat im Angesicht sein, | Thet sie [S. Theresa] aufflegen jhre Haͤnd, | Geschwind all Kranckheit sich abwendt.