ros,
das
;
-ses/-se
,
, Letzteres gelegentlich mit Uml.;
in der Dichtung sowie in Rechtstexten aus dem 14. / 15. Jh. auch metathetisch ; im Diminutiv
rösle,
röslein
1;
zu
mhd.
ros, ors
›Ross‹
().
– Auf der Basis der Grundbedeutung ›Pferd‹ gliedert sich die Semantik nach Eigenschaftszuschreibungen, Aspekten von Besitz und Versorgung sowie nach Funktionen.
1.
›Pferd, zur Familie der Unpaarhufer gehörendes Tier‹; im Diminutiv auch: ›kleines Pferd; junges Pferd, Fohlen‹; vereinzelt: ›künstliche Pferdefigur‹ (z. B. bezogen auf das ,Trojanische Pferd‘); allgemein sowie durch Zuschreibung bestimmter Eigenschaften wie Stärke, Schnelligkeit, Unvernunft gekennzeichnet und als Vergleichsgröße dienend; Voraussetzung für seine Funktion als Reit- und Nutztier ist die Zähmung (z. B. mit Hilfe einer Peitsche, eines Zaumzeugs, durch Belohnung).
Phraseme:
das röslein laufen machen
›eine Angelegenheit durch Geschenke u. Ä. beschleunigen‹.
Bedeutungsverwandte:
 1, , ,  1,
2
, ; vgl. , , (
der/die
1,  2.
Syntagmen:
das r. abrichten / leiten / leren
;
das r
. (Subj.)
fast laufen, ein ochse sein (wollen)
;
j. wie ein r. sein / wiehern, der ochse ein r. sein (wollen)
;
dem r. eine geissel (zugehören), das bis
(Subj.)
dem r. in dem maul sein
;
jn. auf wilde rosse binden
(als eine Form grausamer Tötung);
das frutige / grosse / hurtige / junge / keuchende / neue / reisige / schnelle / staubige / ungebrauchte / wolgesezte / zarte r., die schwarzen / weissen / wilden rosse
;
der starz, die natur / stärke des rosses
;
js. maul als ein r. sich beschäumend
.
Wortbildungen:
1
ros|ader
›Venen am Fuß eines Pferdes‹ (a. 1563),
rosarbeit
›übermenschlich schwere Mühsal‹,
rosbauch
›Pferdebauch‹, ˹
rosbreme
,
rosmucke
(dazu bdv.: ,  1)˺ ›Pferdebremse‹,
rosfeifel
eine Pferdekrankheit,
rosfus
,
rosgeschrei
›Wiehern‹,
rosgestalt
,
roshar
1 hier ›einzelnes dickes Haar aus dem Schweif‹, ˹
rosherde
,
rosschar
˺ ›Pferdeherde‹,
roshode
›Hengsthoden‹ (auch phrasematisch als Teil einer Fluchformel),
roshuf
1 ›dicke Hornschicht am Zehenende des Pferdes‹,
roskäfer
,
roskopf
1 ›Kopf eines Pferdes‹, ˹
roskot
,
roszirk
˺ ›Pferdemist‹,
rösli
wohl ›Gefäß aus Messing oder Zinn in der Form eines Pferdes‹,
rosmäre
›Stute‹,
rosmarter
(in einer Fluchformel),
rosmutter
(dazu bdv.: ),
rosschwanz
,
rösseln
1 wohl ›ein Pferd führen‹, ˹
rossen
(Adj.),
rössen
(Adj.)˺ 1 ›vom Pferd‹ (z. B. Leder charakterisierend; dazu bdv.: vgl. , Adj.); 2 ütr.: ›stark (wie ein Pferd),
rossig
›brünstig‹ (a. 1492),
roswandel
›Makel eines Pferdes‹ (im Beleg auf eine Frau bezogen).

Belegblock:

Quint, Eckharts Pred. (
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
des rosses natûre wære, daz ez sich zemâle ûzgüzze mit aller sîner kraft mit springenne ûf der heide.
Kehrein, Kath. Gesangb. (
Köln
1582
):
Seid nicht wie roͤß vnd mauln im land, | Die gentzlich haben kein verstand, | Doch die gleich wilden thieren sein.
Dünnhaupt, Werder. Gottfr. v. Bullj.
20, 27
(
Frankf./M.
1626
):
in manchem Rossz viel tugent heimlich stecket / | Die durch viel uͤbung erst in jhm wird auffgewecket.
Fastnachtsp. (
nobd.
,
15. Jh.
):
Ir hern, versucht meinr kuchlin
[hier: ›Pferdeäpfel‹]
auch, | Der ich in einem rospauch | Heut frü fur dag hab abgepachen.
Gille u. a., M. Beheim
97, 82
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
all zeit so sollen gerten hie | sein auff der narren rüke | Geleich reht als daz pis dem gaul | ader dem rass ist in dem maul
[vgl.
Luther
1545, Spr. 26, 3:
Dem Ross ein geissel vnd dem Esel ein zaum [...]
].
Ebd.
99, 311
:
Etlich pand man auff wilde rass | und liess sy lauffen.
Ebd.
321, 19
:
Ir furstn und hern, wie wol | land ir euch laichn und toren | [...] | [...] mit dez rasses starcz.
Voc. Teut.-Lat.
bb ijv
(
Nürnb.
1482
):
Roß ein groß pferd odʼ hengst.
Sachs (
Nürnb.
1533
):
Der vier roßwandel hat sie [weib] drey, | Harschlecht, rützig, rewdig darbey.
Ebd. (
1531
):
Das wünschten sie [mägd] mir die roßfeyffel | Was ich nur für ein saw möcht sein.
Ebd. (
1556
):
Das dich roßmarter schendt und blendt!
Ebd. (
1553
):
Ich [Damon] sich ein scharpff zwischneident schwert | Ob meinem haubt hangen fürwar, | Gantz zitrendt an einem roßhar.
Ebd. (
1563
):
[Der wirt] sagt im auch her, | Wie sein hinckenden gaul, den grossen, | Der roßfeiffel het angestossen, | Daran er auch gestorben wer.
Ebd. (
1550
):
Daß dich roßhoden schend und blend!
Ebd. (
1559
):
Der bauer greifft an bauch und spricht: | [...] | Sol ich erst ein roßmutter wern? | O, wie sol ich mein fül gebern?
Ebd. (
1563
):
Ich aber hab ein nüeczlich weib, | Groß, starck, grob und rüessen von leib, | Die vertritt mir im hauß ein gaul.
Gilman, Agricola. Sprichw.
1, 15, 16
(
Hagenau
1534
):
er [Gott] hat nicht gefallen an der stercke des roßes noch an yemands beynen / sondern an denen / so yhn furchten.
Ebd.
499, 8
:
wenn man von grosser arbeyt sagt / die schier uber eyns menschen kreffte ist / so spricht man / es sey roß arbeyt.
Bolte, Pauli. Schimpf u. Ernst (
Straßb.
1522
):
Der ein malt ein Roßmerhen, und da sie ußgemacht was, da ließ er ein reisigen Hengst darzũfuͤren.
Dasypodius (
Straßb.
1536
):
Asilus, Ein roß muck / oder brem.
Centauri [...], voͤlcker in Thessalia / oben menschẽ / vndẽ ross gestalt.
Ein ross schar / ein hauffen pferd.
Hinnitus, Das ross geschrey.
Moscherosch. Ges. Phil. v. Sittew. (
Straßb.
1650
):
Sobald ersahe ich einen Mänschen eines scheützlichen schröcklichen Angesichts, [...], daß Maul als ein Roß sich beschäumend.
Ott-Voigtländer, Rezeptar
208v, 9
(Hs. ˹
nalem.
,
um 1400
˺):
Nim rosen mist vnd ain hant voll knobloches bletter vnd súde das vnd bad dar inne.
Sudhoff, Paracelsus (
1530
):
sehet an den roßkefer wavon er wechst, nit aus dem roßzirk sonder aus derselbigen constellation.
UB Zug
2031, 10
(
halem.
,
1514
):
19 klein zininn roͤslÿ, boͤß und guͦtt.
Bachmann, Morgant (
halem.
,
1530
):
er [kŭnig Hermin] wirt dine fŭrsten an sinen roßschwäntzen zŭchen und schantlichen töden lăssen.
Maaler (
Zürich
1561
):
Roͤsszle oder fule.
Rosz das im stapff gadt. [...]. Das Rossz leynt sich auff vnd schlecht mit den fuͤssen in lufft. [...]. Grosse Rosszbraͤm / im summer den rossen gar überlaͤgen.
Rosszhaͤrdt (die) Ein hauffen rossz. [...]. Rosszmuck / oder hundsmuck (die) Ein gattung deren braͤmen.
Dict. Germ.-Gall.-Lat.
386
(
Genf
1636
):
roshuff / m. [...] Vnguis equina.
Müller, Nördl. Stadtr. (
schwäb.
,
1445
/
7
):
Es sol auch kain alt büsser unden zu solen und zu bödinen nichtz ansetzen denn rüssins oder rinderins.
Chron. Augsb. (
schwäb.
, Hs.
16. Jh.
):
also nam ich mein pfärdlin bei dem zigel und gürt mein sporn ab und röslet an der steig [...] und zoch mein pfärdlin mit mir.
Ebd. (
1523
/
7
):
da hat ain stuͦtten ain kind bracht, [...], und hat gehabt 2 fies, 2 arm und ainen roskopf.
Ebd. Anm. 1 (zu
1561
):
[Caspar Herzog] hat auch die schlösser in der kirchen mit roßkat verschobt und die altär überstreuet.
Barack, Zim. Chron. (
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
Der knecht nimpt ain liecht [...]; so ersicht er, das die reuter rossfüess haben.
Ich gedenk, die gepüre von der werthaimischen gült und anders, [...], das hab das rösslin auch laufen machen.
Brandstetter, Wigoleis
217, 24
(
Augsb.
1493
):
ein vnmenschliche creatur [...] von dem haubte biß auf den gürtel geschafen als ein man. vnd vnderhalb als ein roß.
Fichtner, Füetrer. Trojanerkr. vor 
528, 1
(
moobd.
,
1473
/
8
):
Abenntew̃r wie dy Chriechen die zway ros in dy stat prachten und Troya erstörtenn
(Überschrift).
Spanier, Murner. Narrenb.
42, 1
;
Enders, Eberlin ;
Barack, a. a. O. ; ;
Schmitt, Ordo rerum
300, 2
;
Matzel u. a., Spmal. dt. Wortschatz.
1989, 247
.
2.
›Pferd als Wertgegenstand, Habe, (Ab)gabe, Handelsware‹; in den Wortbildungen auch auf Teile eines Pferdes (wie Milch, Fell, Haar u. dgl.) und deren Weiterverarbeitung bezogen.
Gewisse Beleghäufung für Rechts- und Wirtschaftstexte.
Phraseme:
ein ros um eine sakpfeife
›ein schlechter Tausch‹;
ros und röcke verspielen
›alles Hab und Gut verspielen‹.
Bedeutungsverwandte:
 1, (
der/die
1, ; vgl. , , , , .
Syntagmen:
ein r. erwerben / haben / kaufen, um die zerung hingeben, zu hergewäte geben, die rosse um schuld schätzen, in hohem geld anschlagen, von
[+ Ländername]
ausfüren, (jm.) ein r. abbetriegen / geben / rauben / stelen / verkaufen, x rosse abbrechen / schenken, zur busse lassen
;
ein r
. (Subj.)
angefängt sein / werden, jm. heimfallen, die rosse anlastrig
›mit Fehlern behaftet‹
sein
;
j. der rosse
(Gen. partitivus)
arm sein
;
jm. x mark um ein r. geben
;
das beste / gute / verschnittene r., die verstolenen rosse, x rosse
;
die anfängung der rosse
.
Wortbildungen:
˹
rosbeschauer
,
rosgeschauer
(a. 1579),
rosschauer
˺ ›Pferdegutachter‹,
rosdieb
,
rosdienst
,
rosfal
eine Abgabe, Buße, ˹
rosfel
›Pferdefell, Pferdehaut‹ (dazu Orientierungsfeld: , ),
roshar
2,
roshaut
˺ jeweils als Handelsware,
rosfleisch
,
rosfole
, ˹
rosgewerber
(a. 1613),
roshändler
,
roskam
(zur Etymologie des Gw aus mlat.
cambiare
s. ),
roskäse
,
roskäufel
,
rosunterkäufel
˺ ›Pferdehändler‹,
roslehen
,
rosmarkt
,
rosmilch
,
rospferd
,
ros|tagwan
›Arbeitstag mit einem Pferd‹ (a. 1403/04),
rosvieh
(a. 1612),
roszol
(a. 1550).

Belegblock:

Große, Schwabensp. (Hs. ˹
nd.
/
md.
,
um 1410
˺):
he mach iz pfenden, ob iz sogetan vie ist alse Ros vnd pferde oder zames vie.
Ziesemer, Gr. Ämterb.
35, 37
(
preuß.
,
1436
):
30 rospferde, 2 rosfolen, 31 monchhengste, 1 blint pferd, 2 folen die dis jar uffgewurget seyn.
Loesch, Kölner Zunfturk. (
rib.
,
1398
):
sowilch man van in rossen-, eilen- of hirzenvelle gulde [...], de sal dat sime ampte zerstunt kuntdoen.
Schmidt, Frankf. Zunfturk. (
hess.
,
1586
):
[daß hinfuro kein meister] aingem kauffman, fhurman, roßkam oder andern umb arbeit in die herbergen und heusern nachgehen.
Bindewald, Texte schles. Kanzl.
39, 22
(
schles.
,
1383
):
dorumb wir ym [...] alz vnsʼm [...] lieben getrewen [...] Ros dinstes vnd allirley andir dinste czu eyme rechtin erbe machin.
Sachs (
Nürnb.
1553
):
Besser wer, wir hettn den roßdieb ghangen.
Buck, U. v. Richent. Chron. Conz. (
alem.
,
um 1430
):
Do schankt er [der edel fürst Bertrandus] dem baupst die sechs roß.
Kurrelmeyer, Dt. Bibel (
Straßb.
1466
):
salomon dem wurden ausgefúrt rosse
[nd. Bibel um 1478 /
Luther
1545, 1. Kön. 10, 28:
pferde
]
von egipt.
Dasypodius (
Straßb.
1536
):
Hippace, Ein kaͤß von rossmilch.
Ebd. v:
Roskaͤß. Hippace.
Leisi, Thurg. UB
5, 105, 3
(
halem.
,
1344
):
süllen im ouch gelten vier und zweintzig march silbers umb ain ros.
Schnyder, Qu. Zürcher Wirtsch.
236, 45
(
halem.
,
1389
/
90
):
[dú wirtin] sprach: du hest mir ein ros boslich ab betrogen; do gib mir min ros wider ald aber daz gelt.
Schib, H. Stockar
148, 32
(
halem.
,
1520
/
9
):
Uff dem markt waren ros wolfal, und weratt der rosmarkt den ganzan (dag).
Müller, Lands. St. Gallen
76, 17
(
halem.
,
1543
):
das er roß, küe, kelber, win, korn [...] in hohem gelt angeschlagen, das sy nit wert.
Ders., Alte Landsch. St. Gallen (
halem.
,
1559
):
[das einer genant Cuͦnrat] gestorben und dem gotzhus ein rosfal gefallen, den sine erben umb sechs guldin gelöst.
Rennefahrt, Statut. Saanen (
halem.
,
1598
):
Es sollen ouch die roß, so elter dann ach jerig sind oder etwas anlastrig werind, umb schuld nit geschetzt werden.
Ders., Zivilr. Bern (
halem.
,
1613
):
Verbott, roß ins land zekouffen, [...]; mit angehenckter straff liederlichen verdorbnen roß- und vichs hendleren.
Lemmer, Brant. Narrensch.
6, 66
(
Basel
1494
):
Ettlich duͦnt sich in buͦben rott | [...] | Dise verspielen roß vnd roͤck.
Müller, Grafsch. Hohenb.
2, 167, 24
(
schwäb.
,
1441
/
2
):
4 guldin hand die stett dem Aigel geschenkt umb daz er den finden zway ross zu Stainhoffen abgebrochen haut.
Sappler, H. Kaufringer
3, 13
(
schwäb.
, Hs.
1464
):
zertritt er nur ain huon, | er muoß vier ros ze buosse lan.
Ebd.
8, 472
:
das ain ros gab er [gast] hin | umb die zerung sa zehant.
Müller, Welthandelsbr.
193, 27
(
schwäb.
,
1506
):
zalt ain sam leinwat oder tuch duc. 1 und feddern zalt 1 sam 33 ß, roßhar ein sam 25 ß.
Barack, Zim. Chron. (
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
bedunkt mich fürwar, es sein ain dausch oder abwichslung des Glauci und Diomedis gewest, haist uf guet Hochdeutsch ein ross umb ein sackpfeifen.
Gehring, Würt. Ländl. Rechtsqu.
3, 492, 5
(
schwäb.
,
1570
):
Es soll auch ain jeder, der ain oder mehr roß kauft [...], (sie) den roßschawer zuvor fürfüeren.
Ebd.
601, 31
(
1644
):
Es ist in der herrschaft nötig, daß in allen dörfern beaydigte roßbeschawer bestellt werden.
Ebd.
677, 20
(
1530
):
Welcher aber ein halben oder ganzen hoff oder ein roßlehen und kein roß hätte darauf [...], der soll [...].
Ebd.
774, 11
(
1621
):
es soll keiner kein ross [...], daß ritzig, reydig, würmig, kretig ist [...] mit wissen nit verkaufen.
Ebd.
784, 6
(
1622
):
es solle jede kue-, ochsen-, stüer- oder roßhaut, so alhie uff dem margt verkauft werdten, [...] zoll geben.
Klein, Oswald
18, 10
(
oobd.
,
1416
):
mein vatter zwar, wol vierzen jar, nie ross erwarb, | wann aines roupt.
Grossmann, Unrest. Öst. Chron. (
oobd.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
sy precht [...] der gross manngl [darzu]; sy muesten rossflaysch essen und 1 phunndt umb sechzehen phennig kawffen.
Bauer u. a., Kunstk. Rud.
463
(
oobd.
,
1607
/
11
):
die gestraifft indianisch roßhautt
(hier wohl: ›Zebrafell‹).
Dirr, Münchner Stadtr. (
moobd.
,
2. H. 14. Jh.
):
Welicher eschay
[›Flurhüter‹]
ist, der sol nicht mer rozz haben dann ain ross.
Spechtler u. a., Frnhd. Rechtstexte
1, 105, 16
(
moobd.
,
1524
):
läst sein Furstlich gnad auch die ordnung der Rossvnnderkheuffl [...] aufgericht.
Mollay, Ofner Stadtr.
96, 1
(
ung. inseldt.
,
1. H. 15. Jh.
):
Von derr Roskeüffel rechtenn
(Überschrift).
Ziesemer, Marienb. Konventsb.
291, 29
;
Franck, Klagbr.
223, 1
;
Müller, Grafsch. Hohenb.
2, 154, 11
;
Bastian u. a., Regensb. UB
13, 34
;
Stolz, Zollwesen
87, 24
;
Rwb ff.; f.; ff.; ff.; f. (mit weiteren Wortbildungen);
Vgl. ferner s. v.  5, , (Adj.) 2.
3.
›Pferd (als Versorgungs- und Kostenfaktor)‹; in den Belegen unter Aspekten der Haltung (z. B. Weiderecht, Beaufsichtigung, Pflege, Wegezoll u. dgl.) und Gefährdungen (z. B. durch Krankheiten, Verletzungen, Tod, auch als Schadensverursacher) behandelt.
Gehäuft Rechts- und Wirtschaftstexte.
Phraseme:
zwischen ros und wand
›in der Klemme‹ (s. f.).
Bedeutungsverwandte:
 1,
2
,  1, , , ; vgl. , ,  4, .
Syntagmen:
ein r. an der hand füren, palachen
›kastrieren‹
/ werfen lassen, die rosse alben / aufkeren / beschlagen, (einseitig) hüten, auf die alb treiben, in den stal füren, in gebanten häuen ergreifen, der wolf ein r. beissen
;
das r
. (Subj.)
abgehen, (wieder) zunemen, agenhufig / hauptmürdig sein, den augstal
(eine Augenkrankheit)
, einen geschwollenen hals haben, schaden tun, die rosse einander beisen / jagen, lam schlagen, beissiger dan wölfe sein, des hungers tod sterben
;
der rosse pflegen / warten
;
dem r. eier geben, etw. in die augen tun, den rossen heu kaufen, futters genug bieten
;
j. bei den rossen bleiben, mit den rossen
[wo]
einfaren, den acker abfressen, vom r. getreten werden
;
das abgenommene
›abgemagerte‹
/ bresthafte / hodige
›unkastrierte‹
/ magere / schlagende / unsaubere r., die blinden / gezämten / heimlichen / hübschen / verschnittenen / unverschrotenen rosse
.
Wortbildungen:
rosbarn
›Futterkrippe‹ (a. 1511),
rosbeschlaher
(dazu bdv.: ),
rosbube
1 ›Pferdeknecht‹ (dazu bdv.: ); 2 abwertend: ›Spitzbube‹,
rosfürung
›Pferdefutter als Abgabe‹ (a. 1404),
rosgebis
›Trense; Mundstück im Pferdezaum‹,
rosgeld
Abgaben unterschiedlicher Art (a. 1389), ˹
roshalte
,
rosweide
˺ ›Pferdeweide‹,
roshalten
(subst.) ›Pferdehaltung‹,
roshirte
(dazu bdv.: ),
roshütte
, ˹
roskammer
,
rosstand
˺ ›einzelner Verschlag (im Pferdestall)‹,
rosknecht
›Pferdeknecht, Stallknecht‹ (auch pejorativ; dazu bdv.: , ),
rosmaut
,
rosnagel
(dazu bdv.: ), ˹
rosschwemme
,
roswette
˺ ›Pferdeschwemme; flache Stelle, um Pferde über einen Fluss zu treiben; Badestelle für Pferde‹,
rössisch
hier ›der Pferdehaltung zugehörig‹ (in der Fügung
rössisch vieh
; dazu Orientierungsfeld: , ),
rosstal
,
rostränke
,
rostrieb
›Weiderecht für Pferde‹,
roswächter
(a. 1475/1568).

Belegblock:

Mieder, Lehmann. Flor.
128, 11
(
Lübeck
1639
):
Ein Boͤhmischer Edelman sagt zum Diener / ich pani / du pani / wer wil denn der Roß warten?
Joachim, Marienb. Tresslerb. (
preuß.
,
1399
):
8 scot [...] den kobilknechten und rosknechten und folenknechten und deme pherdearzte.
Ebd. (
1401
):
2 scot den roshirten.
Ebd. (
1403
):
4 scot den zymerluten, die den alden rosstal abebrochen, [...] und vor nuwe crippen und roufen und roskamer undirscheiden und zu brucken.
Leman, Kulm. Recht (
Thorn
1584
):
welchen schaden das ros denne tut. den sal her [man] gelden.
Hübner, Buch Daniel (
omd.
, Hs.
14.
/
A. 15. Jh.
):
Uwer munt gibt bose wort | Vil me dan ein rosknecht tut.
Gille u. a., M. Beheim
104, 251
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
Ross und leut sturben hungers tat.
Lexer, Tucher. Baumeisterb. (
nürnb.
,
1464
/
75
):
die andern zwu rören geen [...] umb den Wert hinumb und also ablengs zu der rosstrenck.
Loose, Tuchers Haushaltb. (
nürnb.
,
1513
):
adi 9 dito von 3 roßstentten in meinem stall.
Sachs (
Nürnb.
1564
):
Bey allen fürtzn der rockenstuben | Und aller schalckheit der roßbuben
(Teil einer Beschwörungsformel).
Chron. Strassb. (
els.
,
1362
):
ein roßenagel galt 6 d.
Dasypodius (
Straßb.
1536
):
ein scharpff Rossgebiss. Lupatum.
Merz, Urk. Lenzb.
99, 13
(
halem.
,
1557
):
beide Teile haben gefunden, [...] nuzlicher sin, verschnittne dan vnverschnittne roß ze haben.
Chron. Augsb. (
schwäb.
,
1362
):
in die rais vor Zwingenberg hetten wir die rathutten, der herren huͤttin, ain rozzhuͤttin und ain puͦbenhuͤttin.
Bremer, Voc. opt.
14009
(
schwäb.
,
1436
):
Sufferator [...] rosßbeschlacher hufschmid.
Sappler, H. Kaufringer
5, 120
(
schwäb.
, Hs.
1464
):
der herr sprach zuo dem knecht sein: | „beleib hie bei den rossen mein | und pflig der wol [...]“.
Löffler, Columella/Österreicher (
schwäb.
,
1491
):
sy [die hiertesch kunst] ist ŏch nit schlecht
[›einfach‹]
; dann anderst begert das roͤssesch, anderst das oͤchsesch, anderst das schaͤffesch vich.
Wintterlin, Würt. Ländl. Rechtsqu. (
schwäb.
,
1540
, Hs.
16. Jh.
):
welcher mit rossen oder sunst mit anderm fiehe, es seien hürten, roßbueben [...] in der herrschaft panholtz [...] bedreten oder angezaigt wurden, [...].
Ebd. (
um 1600
, Hs.
17. Jh.
):
Welcher ein oder mehr schwein in der roßwettin schwemmet, der soll 1 fl. straf verfallen sein.
Baumann, Bauernkr. Oberschw. (
schwäb.
,
v. 1542
):
Wan ayner ain schlachetz roß hat, bint er im ain schellen auf den arß, das man sich davor hiet.
Barack, Zim. Chron. (
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
beschlag mir die ross nit nach deinem angesicht, sonder nach Hannsen Gremlichs kopf und antzlüt!
Gehring, Würt. Ländl. Rechtsqu.
3, 396, 4
(
schwäb.
,
1578
):
welcher also ain roß werfen oder palachen lasset, solle daßelbig gleichfals lenger nit dann vier wochen [...] in die auchtwayd schlagen.
Ebd.
428, 15
(
1600
):
wa roß. vich oder dergleichen in gebanten hewen ergrüffen. ist peen von jedem haubt ain pfund heller [...] aufzuekommen.
Ebd.
806, 10
(
1610
):
von denen jenigen bueben, welche so wohl bey tag als nach die roß einseitig hüetten.
Ebd.
27
:
So vill aber die blinde roß und zugstüer anbelanget, [...] mögen dise zwar einseitig gehüetet [...] werden.
Schmitt, Ordo rerum 174, 12.
1
(
oobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
rosstal oder ain haws in dem man dy czämpten oder haymleyhen ros hallt.
Deinhardt, Ross Artzney
1
(
oobd.
,
1598
):
nimb schelkhraut, stoß den safft dauon, thues dem roß in die augen.
Steinberger u. a., Urk. Hochst. Eichst.
481, 27
(
noobd.
,
1359
):
von denen [Äckern] einer auf dem Slaifsteig, die anderen 2 bei der
rozzswemm
liegen.
Brunner
, Rechtsqu. Krems u. Stein 48, 20 (moobd., 1378):
die zwainzig pfunt pfenning, die wir von der wagenmauth und von der ross mauth daselbs jährlich haben.
Fuchs, Kart. Aggsbach (
moobd.
,
1395
):
auf einer wis, die do leÿt zwischen Simanvelder rosswayd und Mayspirpawmer haÿd.
Wedler, W. Burley. Liber
61v
(
moobd.
,
v. 1452
):
Er hat [...] puecher gemacht [...] von ritterschafft, vom gejaid vnd vonn rosshalten, wie man sich mit rossen halten sol.
Winter, Nöst. Weist. (
moobd.
,
E. 15. Jh.
):
die roshalt get unz an den stein, daran sol ein gatern hangen.
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid. (
m/soobd.
, Hs.
1443
):
dem Spechtn ainicher gerechtigkait und ruebiger possess anmassenden roßtribs auf das Ierninger moß nit geständig, so [...].
Bretholz, Liechtenst. Herrsch.
337, 9
(
smähr. inseldt.
,
1414
):
man rugt, wer grass viech durich treibt, von dem grossen 1 phening, [...], vnd ein ros, das ainer an der hannt fürt, das nicht ein satel hat, 1 den.
Keil, Peter v. Ulm
271a
;
Kläui, Schweiz. Urbare
2, 14, 1
;
Merz, a. a. O.
99, 3
;
10
;
Baumann, a. a. O. ;
Gehring, a. a. O.
50, 15
;
Voc. Teut.-Lat.
bb iijr
;
Vgl. ferner s. v.  5,
2
,  12, (V.) 2, ,
1
 3,  2.
4.
›Pferd (als Reittier), Reitpferd‹; speziell: ›Streitross, Schlachtross; Turnierpferd‹; mit unterschiedlichen Eigenschaftszuschreibungen vor allem als Mittel der schnellen Fortbewegung und als Statussymbol, auch bildlich.
Phraseme:
(wol) zu ros
›(gut) reitend‹; ˹
zu ros und / oder (zu) fus
;
zu rossen und / oder zu füssen
˺ ›auf einem Pferd reitend und / oder zu Fuß gehend‹ (formelhaft, besonders auf die Zusammenstellung eines Heeres bezogen);
das ros im hintern, unter dem schwanz zäumen
u. Ä. ›eine Sache falsch angehen, am falschen Ende beginnen‹;
das ros auf dem man sitzen
(als Bild für eine ,verkehrte Welt‘).
Bedeutungsverwandte:
, , ; vgl. , ,  1,  1, ,
1
, , ,  5, (
der/die
1.
Syntagmen:
ein r. reiten / satteln / totstossen
, [wie] (z. B.
verwapnet, ane ein sattel
)
reiten, zum streittag bereiten
;
j. die weiber als die rosse halten
;
das r
. (Subj.)
übel abgeritten, ein streittier sein, jn. in einer geschwinde
[wohin]
tragen, die rosse zum streittag bereitet werden, man und ros
(Subj.)
mit gold behenkt / geschmükt sein
;
die fürsten der welt
(Subj.)
rosse sein
;
j. ab dem r. fallen, auf das r. steigen, auf dem r. reiten, jm. auf das r. helfen, j. beide hinter den rossen sitzen, j. mit rossen (dar)reiten, von einem r. (ab)steigen / treten, zu r. fort reiten, sich zu r. setzen
;
rosse und reuter
;
das abwerfige / gefallene / harttrabige / magere / ungesattelte / ungestüme r., das kleine rösle, die dampfigen / frischen / wolgeruheten rosse
;
gekrönt auf einem r
.
Wortbildungen:
˹
rosbanner
,
rospanier
˺ ›Fahne einer Reiterabteilung‹, ˹
rosbereiter
(dazu bdv.:  2),
rosdumter
(Gw zu ;
2
; dazu bdv.:
2
 2),
roszämer
(dazu bdv.: )˺ ›Zureiter‹, ˹
rosdecke
,
rosgeschmük
(dazu bdv.: )˺ ›Pferdedecke, Satteldecke‹, ˹
rosgezeug
,
roszeug
˺ hier wohl jeweils ›für den Kampf, Krieg angefertigte Pferdeausrüstung‹,
roskopf
2 hier wohl ›Schutzharnisch für den Pferdekopf‹,
rosman
›Berittener‹ (dazu ggs.: ),
rösseln
2 ›(unnötig viel) daherreiten‹ (a. 1529),
rössin
›Stute (als Streitross)‹,
rosstecke
›Steckenpferd‹,
rosvolk
›Truppe Berittener, Kavallerie‹ (dazu ggs.: ),
rosweg
1 ›mit Pferden begehbarer Weg‹ (a. 1429); 2 ein Wegmaß (a. 1548),
roszucht
›Reitlehre‹ (dazu bdv.: ),
roszüchtiger
›Kunstreiter
,
roszügel
,
roszwingung
.

Belegblock:

Joachim, Marienb. Tresslerb. (
preuß.
,
1409
):
Cunrat Leczkaw sucepit 4 m. dem platener of eyn stelyn rosgezug.
Luther, WA (
1527
):
O we, es sind rosse und reuter da, was bedeut das? [...] Ist denn noch kein fride, sondern ymer krieg und unfride furhanden?
Ebd.
524, 14
:
Denn Ros ist ein streit tier.
Ebd.
600, 4
:
der kneblin rosstecken und rote schuhe yhm [Christus] viel bas gefallen denn alle yre kappen, platten, korhembd.
Das heisst der rechte meister Kluͤgle, der das ross im hindern zeumen kan und ruͤcklings reit seine ban.
Ebd. (
1544
):
Diser sihet den armen menschen [...], steygt bald vom Roß, geust jm oͤll und wein in sein wunden, verbindt jn.
Ziesemer, Gr. Ämterb.
314, 14
(
preuß.
,
16. Jh.
):
Harnischcamer: [...] 2 rosskopfe, auf 30 mahn harnisch.
v. d. Broek, Suevus. Spieg.
152v, 38
(
Leipzig
1588
):
Das aber der Todt [...] nicht zu Fusse gehet, sondern zu Rosse geschwinde fort Reitet vnd Rennet / bedeutet / Das Pestis als ein geschwinde Seuche [...] fort gehet.
Baumann, Bauernkr. Rotenb. (
nobd.
,
n. 1525
):
haben sich die pawrn, [...] zu roß und fuß erhebt.
Vetter, Pred. Taulers (
els.
,
E. 14. Jh.
):
sint ouch die fúrsten der welte, die soltent die allerbesten sin und sint leider rehte die rosse do die túfele uf ritent.
Strauch, Schürebrand (
els.
,
E. 14. Jh.
):
wanne der túfel ist ir banerherre und houbetman und fuͤret sú under siner rassebaner von einer sünden zuͦ der anderen.
Dasypodius (
Straßb.
1536
):
Pelethronius, Ein eygner nam des / der võ erstẽ die ross zwingung erfunden hat / die gebiss / zaͤum vnd sattel.
Satteldecke / rosgeschmück.
Desultor, roß züchtiger.
Welti, Stadtr. Bern (
halem.
, Hs.
n. 1437
):
ein rosman als sinen eren [harneͣsch] denn wol zuͦgehoͤrett [...], vnd ein fuͦßman ein pantzer.
Rennefahrt, Gebiet Bern (
halem.
,
1469
/
70
):
sol ouch als sin hußgesind zuͦ roß und fuͦß [...] zols fry uͥber die brugk [...] varen, ryten und wandlen.
Tobler, Schilling. Bern. Chron. (
whalem.
,
1484
):
Man hat ouch ein rospaner ufgeworfen [...]; dann die von Bern ein merklich rosvolk hattent.
Wiessner, Wittenw. Ring
9233
(
ohalem.
,
1400
/
08
):
Sein sper das schluog er unter do | Und so veintleich in die schar | Auf einer starchen rüssin dar.
Bächtold, N. Manuel. Barb.
156, 640
(
Zürich
1526
):
Wenn der finger den ars lert schissen, | Und die kinder den vätern verwissen, | Und das ross sitzt uf dem man, | So muͦss es alles letz zuͦgan!
Maaler (
Zürich
1561
):
Der Arßwolff / Ein abgeriben faͤl oder auff geribne haut im gesaͤß / als wenn einer ein mager rossz on ein sattel ritet.
Wol ze Rossz / Deß reytens wol bericht.
Rosszzaͤmmer / Die die pfaͤrd bereytend vnnd abrichtend / vnd sy gon leerend. Equiso. Rosszzucht vnd ordnung (die) Equaria.
Dict. Germ.-Gall.-Lat.
386
(
Genf
1636
):
roßdumter / Bereuter [...] Domitor equorum.
Morrall, Mandev. Reiseb.
5, 14
(
schwäb.
,
E. 14. Jh.
):
vor der kirchen [Sant Sophia] statt Justinianus des kaysers bilde von leder, und das ist úber gúlt und ist gekroͤnet uff ainem roß.
Chron. Augsb. Anm. 2 (
schwäb.
, Hs.
16. Jh.
):
mit wie fil roßvolks und fußvolks sy vermaynen ze dyenen.
Ebd. Anm. 4 (zu
1561
):
hab der Arnold ime, Eger, sein roßzügel abgeschnitten und zum anpinden der poten gebraucht.
Müller, Welthandelsbr.
173, 35
(
schwäb.
,
1506
):
ain sort samat zu Jenua [...]; da machn sy [...] roßdeckin darauß.
Heydn. maister
44r, 20
(
Augsb.
1490
):
Socrates sprach auch ich halt auch mein weÿber als die reÿter jr vngestuͦm roß / so sÿdz zaͤm machen ist es beleiplich bej andʼn pferden.
Henisch (
Augsb.
1616
):
Roßbereitter / abrichter / equiso, equorum magister.
Grossmann, Unrest. Öst. Chron. (
oobd.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
[Mathias] pracht mit im 16 tausennt man zu rosen und zu fuessen.
Bauer u. a., Kunstk. Rud.
856
(
oobd.
,
1607
/
11
):
1 türckischer roßzeug, zaum, fürbieg, schwantzriemen, alles von silber vergult, im zaum und fürbieg waren etlich schlechte stain versetzt.
Ebd.
2698
:
Thurnier und kampfbuch zu roß, item wie man die roß abrichten soll.
Fichtner, Füetrer. Trojanerkr.
402, 5
(
moobd.
,
1473
/
8
):
Sy stiessen paide ros tod an dem hurte.
Buck, U. v. Richent. Chron. Conz. ;
Williams u. a., Els. Leg. Aurea
292, 30
;
Kläui, Urk. Hermetschwil
81, 19
;
Sappler, H. Kaufringer
5, 261
;
Barack, Zim. Chron. ;
Brandstetter, Wigoleis
232, 25
;
Gilman, Agricola. Sprichw.
2, 163, 7
;
258, 28
;
Bauer u. a., a. a. O.
1688
;
Kummer, Erlauer Sp. ;
Fichtner, a. a. O.
46, 3
;
Wopfner, Bauernkr. Tirol ;
Vgl. ferner s. v. ,
1
 3,  1, ,  20,  1,  1.
5.
›Zugpferd, Wagenpferd‹; in bergbaurechtlichen Texten speziell auch: ›Göpelpferd‹.
Gehäuft wobd.
Phraseme:
mit ros und wagen
›mit / nach allen Kräften‹.
Bedeutungsverwandte:
; vgl. , (
das
1,  1, .
Wortbildungen:
rosbau
ein Feldmaß (a. 1635),
rosgrosche
hier ›Treidelgebühr‹,
roskummet
›Teil des Geschirrs eines Zugpferdes‹,
rosmäne
(Gw zu
2
) ›Frondienst mit einem Pferdegespann‹ (a. 1433), ˹
rosmäner
,
rostreiber
˺ ›Fuhrmann‹ (dazu bdv.: vgl.  1, ,  2, ,  13),
rosmüle
›von Pferden angetriebene Getreidemühle‹,
rosmüller
,
1
rossen
(V.; im Beleg subst.) ›mit Pferden treideln, ein Schiff auf einem Fluss (an Seilen) ziehen‹,
roswagen
›Pferdefuhrwagen‹,
roszug
›Pferdegespann‹ (a. 1601).

Belegblock:

Chron. Magdeb. (
nrddt.
, Hs.
1601
):
Panthell, der ein Roßmüller gewest, [...] und [...] fast die gantze Gemeine [...] haben sich fast unlustigk wieder M. g. H. [...] lassen hören.
Ziesemer, Marienb. Ämterb.
159, 33
(
preuß.
,
1448
):
das kamergerethe: [...] gancz geczuwg zcu czuwen rosz.
Lemmer, Amman/Sachs. Ständeb.
81, 9
(
Frankf./M.
1568
):
Auch Saͤttel fuͤr Bauwrn vnd Fuhrleut / | Gut Roß Kum̃aht ich auch anbeut.
Wutke, Schles. Bergb., Cod. Sil. (
schles.
,
1404
):
das her das wasser künstlichen ane rosse und pferde aus denselben bercwerke czihen [...] wolle.
Ebd. (
1564
):
als dass sie [gewercken] 300 ross zum kunsten halten musten.
v. Keller, Ayrer. Dramen (
Nürnb.
,
1610
/
8
):
nembt darzu Diener vnd Knecht! | Mit Kutschn vnd Rossen euch versecht.
Kehrein, Kath. Gesangb. (
Nürnb.
1631
):
Jesus ist selbst der Ackermann, | Spannt weder Roß noch Wagen an, | Er thut sich selbst einspannen.
Dasypodius (
Straßb.
1536
):
Agitor. Ein treyber / hetzer / anreytzer / roß oder pferd menner / fuͦrman.
Fuͦrman / ross treiber.
Kläui, Urk. Hermetschwil
199, 25
(
halem.
,
1628
):
Jeder Besitzer hat mit roß und wagen, wann die von uns ervordert werdent, zwen eertagwen unverweigerlichen ze thuͦn.
Maaler (
Zürich
1561
):
Die Rossz zesamen geschirren / eynspañen. [...]. Mit Rossz vnd wagen / das ist / mit allem fleyß vnd vermoͤgen / mit hilff vnnd radt.
Chron. Augsb. (
schwäb.
,
v. 1536
):
ain rat hat darvor 18 roßmillen hie in der stat lauffen machen.
Starzer, Qu. Wien (
moobd.
,
1644
):
[stegrecht von schiff und züllen] von ainer zülln mit thürgericht [...] mehr den gebräuchigen roßgroschen.
Siegel u. a., Salzb. Taid. (
smoobd.
,
1426
, Hs.
15. Jh.
):
Es ist auch recht, das man das rossen verpieten sol von Lauffen gen dem Hellein.
Stolz, Zollwesen
68, 6
(
tir.
,
1406
):
ain rosswagen mit vier rossen, der da roten wein furt.
Piirainen, Stadtr. Kremnitz
6
(
mslow. inseldt.
,
1492
):
Ist es ader Ein Gapplschacht: [...] soll man mit den Ross(e)nn czwen ader dreÿ Seck voll herausshertreÿb(e)nn.
Oorschot, Spee. Trvtz-N.
55, 19
;
Baumann, Bauernkr. Oberschw. ;
Hauber, UB Heiligkr. ;
Vgl. ferner s. v. ,  4.
6.
›Packpferd, Pferd als Lasttier‹.
Obd.
Bedeutungsverwandte:
vgl. ,
2
.
Wortbildungen:
˹
rosläde
,
roslege
,
rossaum
˺ ›Pferdelast‹,
rosmaul
›Lasttier, Maultier‹ (dazu bdv.: vgl. , ).

Belegblock:

Buck, U. v. Richent. Chron. Conz. (
alem.
,
um 1430
):
der cardinal Pangracius hett ain roßmul, das starb an der statt von elti.
Schnyder, Qu. Zürcher Wirtsch.
21, 44
(
halem.
,
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
Swer das imi Zúrich samnet, der sol von der rosse ledi das imi nemen.
Graf-Fuchs, Ämter Interl./Unterseen (
halem.
,
1492
):
von einem soum, das ein roß tragen mag, genambt ein roß lege, es sye wullen, laͤder [...] vier haller.
Chron. Augsb. (
schwäb.
, zu
1562
):
Jörg Suiter, venedischer bot [...] hat ain ledig roß an der hand, darauf ain schweres fellis oder bulgen, gefiert, darinnen, wie man sagt, vil gelt.
seind dise 2 räuber mit dem geladnen roß darvon geritten.
Gilman, Agricola. Sprichw.
2, 231, 5
([
Augsb.
]
1548
):
Man mag ain groß Roß überladen | Das es fallet und nimpt schaden.
Zingerle, Inventare (
tir.
,
1484
):
ob aber guͦt auff rosssëmen von Venedig gefurt wurde, geyt von dem sëm ii f.
Vgl. ferner s. v.
2
 1.
7.
›Rennpferd‹.
Bedeutungsverwandte:
.

Belegblock:

Luther, WA (
1538
):
Stadium ist, so weit ein ros leufft, wenn man inn die wette, wird ein deudsch meil sein.
Chron. Augsb. (
schwäb.
,
v. 1536
):
Des kings, kingin Maria, fürsten, edel und burgern behendt lauffende roß haben um 9 klainet gerindt.
Ebd. (zu
1559
):
seind 7 roß gesiglet und zuͤ rennen angestelt worden.
Ebd. (
um 1560
):
Wenn man die roß anläßt, muß er das gräblein wider schnuerkrat machen [...] daran stellt man die rennroß.
8.
eine Basler Münze.

Belegblock:

Rwb (a. 
1594
).