rodel,
der
;-s/-Ø
meist + Uml.;rotul,
das
,rotel,
die
;1.
›Schriftrolle, Schriftstück mit rechtsrelevantem Inhalt unterschiedlicher Art‹; im Einzelnen: ›Blatt, Heft, Notizbuch für (z. B. tägliche) kurze Aufzeichnungen‹; ›Verzeichnis, Liste, Register‹; ›Urkunde‹.Zur Sache:
Lex. d. Mal.
f.; 8, 1286ff.7, 1056
Syntagmen:
einen r. machen
; rödel
(Subj.) [wie] gros (sein), beweisung tun, kundschaften geben
; bücher
(Subj.) wie rödel zusammengewickelt sein
; j. etw. ab einem r. lesen, j. an den rodeln stehen, etw
. (z. B. die freiheit, die rechte
) an den rödeln haben, (etw.) aus dem r. austun, etw. in den r. schreiben / verzeichnen, järliche zinsen
(Subj.) sich mit rödeln erfinden
; der r. des hausrats, täglicher handlung / rechnung, des ausgebens / einkommens, der güter
(gen. qualitatis), die rödel des gotteshauses, der kaufleute
(gen. possessivus); der r. von ausgegebenem / empfangenem
; der inhalt, die sage des rodels
.Wortbildungen:
rodelschreiber
rodler
rotierung
Belegblock:
in das rotul, darin dann alle notarien, die jetztgemeltermassen urkundt haben, geschrieben werden sollen.
Ich sten auch an den rodeln | Do eygen lut sin angeschriben.
Rodel vnd vrbar thuͦnd bewysung. [...] Roͤdel / es syent dingkroͤdel / zinßroͤdel / vrbar / vñ andre alt schrifften [...] geben guͦt kuntschafften.
die gotzhusluͥt meinent, dz si den herren umb vnversigelt schriften, es sien buͤcher oder roͤdel, nuͥtzit pflichtig sin soͤllent.
Uff bitt der metzger ist inen gewillget, das widrin fleisch, so ein ußbund ist, zuͦ geben naͧch innhalt des rodels.
Rodel darinn man verzeichnet oder schreybet was sich taͤglich zuͦtragt oder verlaufft. [...]. Ein Rodel oder verzeichnung eines hauß radts / oder der guͤteren die man funden hat. [...]. Rodel vnd register darinn alle handlung eines dings beschriben ist. [...]. Rodelschreyber. Antigrapheus.
wo ich [Moloch] find unruͤwig knaben | Die wil ich inn den rodel schryben.
hat man des Jacob Carmeliten frauen auff ain karren gesetzt [...]. den haben 4 rodler zochen.
hat der spitalschreiber und ain rodler die spitaler alle zuͦainander beriefft und in aines rats namen inen verbotten, daß [...].
Rotl, Raͤdel / ein Register / so vmb etwas gewunden wirdt das vmblaufft / wie man inn den Kloͤstern hat.
Da zaigten sy dem kunig ain rotel vnd ain brief.
wie man aygentlich gancz und gar mit sunder und guter ordnung und rotierung erkunden und versichern mag.
Laufs, a. a. O.
240, 13
; Graf-Fuchs, a. a. O. ;
Jörg, Salat. Reformationschr.
267, 33
; Leisi, Thurg. UB
8, 174, 29
; Vorarlb. Wb.
2, 745
.‒
Vgl. ferner s. v. .