ritterschaft,
die
;
-Ø, -e/–
;
Lehnübertragung aus
lat.
militia
›Kriegsdienst; Feldzug; Miliz, Heer‹
(
Georges, Neub.
2, 3084
) bzw.
mlat.
militia
›Amt; Vasallenpflicht; Gesamtheit der bewaffneten Gefolgsleute; Ritterschaft‹
(
Niermeyer
2002, 2, 887
).
1.
›der Adel als eine durch (Kriegs)dienst und Herrschaft verbundene soziale Gemeinschaft‹; ›Gesamtheit der dem weltlichen Adel (als einer Wertegemeinschaft, als Träger des in 3 beschriebenen Konzepts) angehörenden Personen‹; in Chroniken auch für Angehörige sozial-ständisch privilegierter Gruppen in der antiken Gesellschaft (
nobiles
); metonymisch: ›die den Einzelnen auszeichnende Zugehörigkeit zu dieser Wertegemeinschaft‹;
zu 1.
Bedeutungsverwandte:
1
1; vgl. 1.
Gegensätze:
3.
Syntagmen:
die r. zu dem heiligen grab erholen, jm. die r. nemen
;
die r
. (Subj.)
jm. werden, jm. beiständig / hold sein, niederseigen / weinen, der schlange leben
;
j. der r. danken
;
von der r. hören
;
die alte / oberste / römische / weltliche r
.;
die zeichen der r
.;
x tausend aus der r
.

Belegblock:

Tiemann, E. v. Nassau-S. Kgn. Sibille
124, 17
(
rhfrk.
,
um 1435
):
Da begonden die ritterschaft alle weynen / vnd ouch die burger vnd burgerynne / vnd alle die da bij stünden.
Fastnachtsp. (
nobd.
,
v. 1494
):
Die paurschaft hoch steiget | Und ritterschaft nider seiget
(›verliert an Ansehen‹).
Chron. Strassb. (
els.
,
A. 15. Jh.
):
also Julianus erslagen wart [...], do wart ime [Valentinianus] die ritterschaft wider und dozuͦ das rych.
Roloff, Brant. Tsp.
2325
(
Straßb.
1554
):
Alles das zuͦ Tugent dienen mag | Hab ich gethon flyßlich all mein tag / | Darumb verdienet ein solchen solt | Das mir all Ritterschaft ist holt.
Moscherosch. Ges. Phil. v. Sittew. (
Straßb.
1650
):
damit er vnder die Altgeborne von Adel, vnder die Alte Ritterschafft, Ancienne Cheuallerie genant, nicht nur gerechnet, sondern auch denselbigen gar möchte vorgezogen werden.
Koller, Ref. Siegmunds (Hs. ˹
Basel
,
um 1440
˺):
Als ir nuͦ gehoͤrt hant von der ritterschafft, wie sy süllent bistendig sin richen und armen in noͤtten.
Lauterbach, Orhein. Rev. (
nalem.
,
v. 1509
):
Ein keisser ist von der obristen ritterschafft.
Maaler (
Zürich
1561
):
Die Ritterschafft / Der ritterlich staat oder stand deß adels.
Sappler, H. Kaufringer
32, 55
(
schwäb.
, Hs.
1464
):
wie größlich mich der kaiser ert | mit ritterschaft, do ich von im schied!
Barack, Zim. Chron. (
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
vermainten namlich die zwen ernempte herrn die ritterschaft nicht verdient zu haben.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat. (
oobd.
,
1349
/
50
):
diu werltleich ritterschaft, diu lebt auf dem land des werltleichen wesens und lebt der slangen, daz ist des schatzes und des zinses diser werltleicher gezierd.
Roth, E. v. Wildenberg (
moobd.
,
v. 1493
):
Nach vil [...] eroberung kam Octavianus gein Rom und absetzt 20 tausent aus der ritterschaft von irn ambten und wirden.
diese niderlegung der romischen ritterschaft [...] hab der keiser Octavianus so ubel aufgenomen.
Kottinger, Ruffs Adam ;
Barack, a. a. O. .
2.
›sozial-ständisch definierte Gruppe innerhalb des Adels, die den
fürsten
und
herren
hierarchisch untergeordnet bzw. diesen dienstverpflichtet ist‹ (vgl. ); davon im Einzelnen nur schwer abgrenzbar: ›sozial-ständisch definierte Gruppe innerhalb des niederen Adels‹;
zu 2.
Bedeutungsverwandte:
1
2, ˹, 3˺ (Pl.).

Belegblock:

Lohmeyer, K. v. Nostitz (
preuß.
,
1578
):
Daß ein ider ein ordentlich register halte, dorinnen er vorzeichnen lasse alle handtvesten derer von der ritterschafft, adel, burger ader paur.
Schmidt, Frankf. Zunfturk.
1, 67, 23
(
hess.
,
1463
):
obe fursten, herren, ritterschafft und andere erbere fremde lude in die stat quemen.
Jahr, H. v. Mügeln
2275
(
omd.
, Hs.
1463
):
die red und ouch der rede punt, | macht keisern, küngen, fürsten kunt, | den grafen, frien, ritterschaft, | und allem das nach eren staft.
Koller, Ref. Siegmunds (Hs.
um 1474
):
seint ermant alle fursten und herren, alle ritterschefft und yr werden reichstet gemeinglich.
Wopfner, Bauernkr. Tirol ;
3.
›auf ethischen Grundsätzen und Werten (zentral: Ehre, Treue) basierendes kulturelles Konzept adliger Selbstbeschreibung‹; gelegentlich personifiziert als
frau ritterschaft
›Dame Ritterschaft‹, in deren Dienst sich der dem Konzept verpflichtete Ritter begibt; metonymisch (totum pro parte) beziehbar auf einzelne Handlungen, die dem Konzept zugeordnet sind, z. B.: ›Bewährung im Kampf‹; ›Minne- bzw. Frauendienst‹ oder auf einzelne Werte, z. B.: ›Treue, Zuverlässigkeit‹; ›Kampfesmut, Tapferkeit, Kühnheit‹; ›Fairness‹; ›Höflichkeit, Gastfreundschaft‹; aus geistlicher Perspektive negativ konnotiert: ›weltlicher, eitler (potentiell sündhafter) Zeitvertreib‹;
vgl. 1; 3.
Überwiegend literarische und historiographische Texte.
Bedeutungsverwandte
(bzw. Orientierungsfeld):
1
1, 1, 2, ; vgl. 1; 2, 3; 5; 6; 7, 6; 7; 8.
Syntagmen:
die r. erwinden / liebhaben / pflegen / suchen / treiben, js. r. loben, dem leib ganze r. geben
;
j. der r
. (Gen.obj.)
pflegen / verpflegen
;
j. sich auf r. üben, mit r. den mut der leute verkeren, den preis behalten, nach r. werben, grosse dinge von r. tun, zu der r. freude / verlangen haben, sich zu der r. üben, etw
. (Subj.)
zu der r. gehören
;
die erwürdige / verwegenliche / werde r
.;
die eigenschaft, das herkommen der r
.

Belegblock:

Wyss, Limb. Chron. (
mfrk.
,
3. Dr. 14. Jh.
, Hs.
2. H. 16. Jh.
):
Eberhart [von Catzenelnbogen] [...] hatte große ding von ritterschaft getan.
Knape, Messerschmidt. Bris.
2, 33
(
Frankf./M.
1559
):
So hette er als denn sein groͤste freud vnnd verlangen / zu der Ritterschafft / vn̄ Ritterlich thaten / zu volbringen.
Hübner, Buch Daniel (
omd.
, Hs.
14.
/
A. 15. Jh.
):
Nach ritterschaft du werben | Wilt. des mustu verterben | An libe und an sele.
Strauch, Par. anime int.
89, 5
(
thür.
,
14. Jh.
):
wolde ein rittir caufmanschaft triben, daz were groiz schande, he sal rittirschaft triben.
Koppitz, Trojanerkr. (Hs. ˹
noschweiz.
,
15. Jh.
˺):
Ja kan ich doch durch werde wip | Vil wol ritterschafte pflegen.
Sappler, H. Kaufringer
5, 21
(
schwäb.
, Hs.
1464
):
nun was er [ain junger ritter] aller eren wert | und hett gern ritterschaft | gesuocht nach seines leibes kraft.
Barack, Zim. Chron. (
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
Als das beschach, erzelt er inen das herkomen und die aigenschaft der ritterschaft.
Brandstetter, Wigoleis
193, 18
(
Augsb.
1493
):
jr mügent dannocht ritterschaft suochen. vnd andere land beschawen.
Primisser, Suchenwirt (
oobd.
,
2. H. 14. Jh.
):
Vrawͮ ritterschaft, sich pluͤmt dein chrantz | Auf seines lobes hauͧbet, | Getzıͤrt und unberaubet.
Klein, Oswald
41, 18
(
oobd.
,
1416
):
In freim gelait so ward ich aber wegehafft | gen München bald, ich danck der edlen ritterschafft, | die mich da lüd zu güten frauen schön gezasst.
Niewöhner, Teichner
190, 16
(Hs. ˹
moobd.
,
1360
/
70
˺):
minn sanch, ritterschaft, | maniger zucht si weillen phlagen | durich der myn preiz bejagen.
Gierach, Märterb.
2293
(Hs. ˹
moobd.
,
A. 15. Jh.
˺):
mit ritterschaft, mit tanczenn, | mit der weybe swanczenn, | mit trinkchen, mit ezzen, mit güt | vercher wïr der lewte müt.
Ebd.
10897
:
maͤngen man er [sant Paulus] bekert | und hoch fraẅen er ach lert, | daz si ritterschaft verpflagen
[›aufgeben‹]
| und dienten Got by iren tagen.
Munz, Füetrer. Persibein
86, 7
(
moobd.
,
1478
/
84
):
durch ewr súesse mynn wil ich | morgen zúe velld ritterschafft nicht erwinden.
Wyss, a. a. O. ;
v. Keller, Amadis ;
Thiele, Minner. II,
7, 69
;
Munz, a. a. O.
38, 3
;
114, 7
;
124, 6
;
4.
›Kämpfen gegen Widerstände, Bewältigung widriger Umstände‹; überwiegend in religiösen Kontexten, häufig mit Bezug auf Hiob 7, 1: ›Leben als Kampf gegen die Widrigkeiten der irdischen Existenz‹; speziell: ›Ideal einer christlichen Werten (wie Demut, Enthaltsamkeit, Nächstenliebe) verpflichteten Lebensführung‹; auf die Frömmigkeitspraxis bezogen: ›Leben als Nachfolge Christi‹; bezogen auf das geistliche Amt: ›Verkündigung, Predigt als Kampf durch das Wort Gottes‹;
vgl. 4.
Texte der Sinnwelt ,Religion‘.
Bedeutungsverwandte:
4, , 1, I, 5; 6; 7, 2, 2; 5.
Syntagmen:
die r. preisen / üben, got
(Dat.obj.)
r. beweisen
;
die r
. (Subj.)
ein ende haben
;
das leben auf erden eine r. sein
;
j. der r. vergessen
;
die erliche / geistliche / gute / neue / verwegenliche r
.;
die ursache, die waffen der r
. (gen. subjectivus);
die liebe eine eigenschaft der r. sein
.
Wortbildungen:
ritterschaften
1 ›gegen Widerstände kämpfen‹.

Belegblock:

Luther, WA (
1525
):
er [Christus] will, das gelert predigen, die gerüst sein in der geschrifft, und dise ritterschaft uͤben, und sollen sich doch nit auff ire kunst und kluͦghait verlassen.
Ebd. (
1529
):
Omnes quot deo serviunt, heisse Ritter [...]. Ergo dicit scriptura angelos esse in stetem dinst und ritterschaft.
Also wil S. Paulus auch hiemit preisen unsere ritterschafft und die treffliche macht unsers Herrn Christi, das er durch das Wort so grossen sieg begehet.
Bell, G. Hager
71, 1, 10
(
nobd.
,
1594
):
Redet [Esaias] freindlicher weise | mit jerusalem offen bar, | Brediget ir mit fleise, | Das ire ritter schaffte | zu diser zeit ein ende hat.
Wagner, Erk. Ps.-J. v. Kastl
15, 34
(
nürnb.
,
1. H. 15. Jh.
):
Unser leben auf erden ist newr ein ritterschaft oder ein streittperkeit auf der erden.
Bihlmeyer, Seuse (
alem.
,
14. Jh.
):
Do vergass er aller verwegenlicher riterschaft
[dies zu 2]
und gelúbde, die er hate in sinem fúrsazz gehabt zuͦ got umb geischlich riterschaft.
Strauch, Schürebrand (
els.
,
E. 14. Jh.
):
daz ist eine sunderliche grosse verdienliche tugent und erliche ritterschaft vor alleme himelschen here, die uwer geminneter groͤsliche priset und lobet.
Kurrelmeyer, Dt. Bibel (
Straßb.
1466
):
das du ritterscheftest
[
Froschauer
1531 /
Eck
1537 /
Luther
1545, 1. Tim. 1, 18:
eine gute Ritterschafft übest
]
in guͦt ritterschaft.
DAs leben des menschen ist ein ritterschaft
[
Froschauer
1531 /
Luther
1545, Hiob 7, 1:
streit
]
auf der erde.
Ruh, Bonaventura
350, 24
(
orhein.
,
um 1480
):
noch der bezúgung des heilgen appostelen Pauli sol sich nieman, der got ritterschaft bewiset [...], mit zitlichem, yrdeschem gewerb verwúcklen.
Hohmann, H. v. Langenstein. Untersch.
103, 16
(
moobd.
,
1. H. 15. Jh.
):
Die liebe ist ain wurchung oder ain aigenschaft der ritterschaft.
Bauer, Haller. Hieronymus-Br.
13, 14
(
tir.
,
1464
):
Sun, ich pitt dich iczund, nicht wander nach dem fleisch [...], wend die waffen v̈nser ritterschaft die sint nicht fleischleich.
Ebd.
53, 10
:
Sein leben ist gewësen ain v̈rsach der heilikhait vnd des hailes vnd der ritterschaft der ganczen christenleichen chirchen.
Gille u. a., M. Beheim
449, 239
;
Warnock, Pred. Paulis
4, 26
;
Bauer, a. a. O.
16, 1
;
Hohmann, H. v. Langenstein. Quästio
195, 200
;
Bauer, Imitatio Haller
83, 1
.
5.
›Gesamtheit der Truppen eines Heerführers, Streitmacht‹; im Syntagma häufig mit Possessivpronomina; auch bildlich für die himmlischen Heerscharen; speziell: ›Gesamtheit der adligen Gefolgsleute, zur Heeresfolge verpflichteten Vasallen eines Herrschers‹;
vgl. 1; 5.
Vielfach erzählende Texte.
Phraseme:
himlische ritterschaft
›himmlische Streitmacht der Engel Gottes‹.
Bedeutungsverwandte:
, , ; vgl. (
das
) 1; 2.
Syntagmen:
j. die r. haben / schicken, seine r. mitfüren
;
die r
. (Subj.)
hart behaftet, mit dem könig sein, sprechen, zu streit wol können
;
mit der / seiner r. sieghaft sein, (im palast) sitzen, j. sich mit der / seiner r. aufmachen, die veste mit r. besetzen
;
die r. der engel
;
die beste / grosse / gute / heilige / hohe r
.;
der fürst, der beistand / teil der r
.;
die anzal von der r
.
Wortbildungen:
ritterschaften
2 ›Heeresfolge leisten‹ (im Beleg als Äquivalent zu lat.
militare
; dazu bdv.: II).

Belegblock:

Chron. Köln, Koelhoff
8r, 1
(
Köln
1499
):
So geboit got der here aller hymmelsche ritterschaff dat sy alle creature / vur ind zo / Adam brechte.
Beckers, Bauernpr.
60, 9
(
Köln
1515
/
8
):
Die fursten vnd ouch yr rytterschafft | En waren noch nie soe hart behafft.
Tiemann, E. v. Nassau-S. Kgn. Sibille
117, 15
(
rhfrk.
,
um 1435
):
Künigk Karle saß die zijt zu Parijs in syme pallas mit [...] viel ritterschafft / vnd hilt eynen vffenen hoff.
Bechstein, M. v. Beheim. Evang. Lk. (
osächs.
,
1343
):
Und snel ist geschên mit dem engile eine menige himelischer ritterscaft
[
Eck
1537 /
Luther
1545:
Herrscharen
].
v. Tscharner, Md. Marco Polo
71, 7
(
osächs.
,
2. H. 14. Jh.
):
In der provincien ist gute ritterschaft, di czu strite wol kunnen widir vil andir provincien der heydinschaft.
v. d. Broek, Suevus. Spieg.
166v, 14
(
Leipzig
1588
):
Der HERR wird heimsuchen die hohe Ritterschafft / so in der hoͤhe sind
(vgl. Jes. 24, 21).
Engel, Rats-Chron. Würzb.
60, 29
(
nobd.
, Hs.
M. 17. Jh.
):
Also [...] bleyb unser gnädiger herr allein in seinen stätten und dörfer undt wenig beystandt seiner ritterschaft.
Grundmann u. a., A. v. Roes
199, 11
(
alem.
,
15. Jh.
):
do schicktent sy [die Francken] ein teyl irer ritterschafft widder der sunnen uffgang úber den Ryn.
Williams u. a., Els. Leg. Aurea
820, 7
(
els.
,
1362
):
Also beschach daz der herzoge [...] mit sinre ritterschaft sas uf Hohenburg.
Chron. Strassb. (
els.
,
A. 15. Jh.
):
und [Paris] mahte sich uf mit grosser ritterschaft und fuͦr in das lant do die selbe schoͤne Helena inne was.
Kurrelmeyer, Dt. Bibel (
Straßb.
1466
):
Wer ritterschafte
[nd. Bibel um 1478:
driuet ritterschop
;
Froschauer
1531 /
Eck
1537 /
Luther
1545, 1. Kor. 9, 7:
reiset
]
immer seiner zerungen?
do er gesach die stat in der saul schlieffe vnd abner der sun ner der fúrst seiner ritterschaft
[
Eck
1537:
haubtmañ seins kriegs volck
;
Froschauer
1531 /
Dietenberger
1534 /
Luther
1545, 1. Sam. 26, 5:
Feldheubtman
].
Barack, Zim. Chron. (
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
der [herzog] hat [...] auch ain ansehenliche anzal von der ritterschaft mit gefiert.
Spechtler, Mönch v. Salzb.
23, 16
(
oobd.
,
3. Dr. 14. Jh.
):
darumb bit ich hewt gottes chraft | und auch all himlisch ritterschaft, | das ich mit selden werd behaft | und göttlich huld bejag.
Fichtner, Füetrer. Trojanerkr.
199, 6
(
moobd.
,
1473
/
8
):
Do wurden sʼ so empfangen: | Priamus mit vil ritterschaft | kom gen der claren künigin gegangen.
Tiemann, a. a. O.
117, 27
;
155, 29
;
Wyss, Limb. Chron. ;
Kehrein, Kath. Gesangb. ;
Wyss, Luz. Ostersp.
7325
;
3, 60, 2
;
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat. ;
Baptist-Hlawatsch, U. v. Pottenst.
928
.
6.
›kämpferisches Können, Talent, militärisches Geschick‹; eng anschließbar an 3.
Überwiegend erzählende Texte.
Bedeutungsverwandte:
, I, 2, (
das
); vgl.
1
2.

Belegblock:

Knape, Messerschmidt. Bris.
16, 5
(
Frankf./M.
1559
):
[Zwei Ritter]
lobten vn̄ rhuͤmetē beyd je einer des ander ritterschaft / vn̄ heldisch treffen / so zwischē jnen ergangen wz.
v. Keller, Amadis (
Frankf.
1571
):
Diser Dinaudaus war der besten Ritter einer, vnd hochgeachtet, nit allein seiner Tugendt, sonder auch der Ritterschaft vnd Kriegssachen halben.
Chron. Strassb. (
els.
,
A. 15. Jh.
):
Do er zwelfjerig wart, do lerte men in das zuͦ strite horte und zuͦ ritterschaft.
Bolte, Pauli. Schimpf u. Ernst (
Straßb.
1522
):
Mein Ritterschafft ist wenig, aber sie sei scharpff gegen euwern Rittern und suer als die Pfefferkoͤrnlin gegen den Magsomen, in denen kein Bitterkeit ist noch Schoͤrpffe.
Spiller, Füetrer. Bay. Chron. (
moobd.
,
1478
/
81
):
Als Vespasianus die stat Jerusalem besessen hett, waren drey ritter in seinem her, die mit manlicher tat sovil wunders stalten mit ir ritterschaft, das man sy schätzt für die pesten ritter der welt.
so üebt er [Karolus Marcellus] sich allzeit nur auf streit und ritterschaft.