reuten,
1.
›Grund und Boden durch dauerhaftes Entfernen von Wald- und Buschvegetation (Gehölz, Gestrüpp samt Wurzelwerk) urbar machen, roden, zur ackerbaulichen Benutzung vorbereiten‹; bildlich im Übergang zur Ütr.: ›etw. für etw. Neues vorbereiten, präparieren‹; offen zu 2.Gehäuft Rechts- und Wirtschaftstexte, auch Texte der Sinnwelt ,Religion / Didaxe‘.
Syntagmen:
j
. (z. B. der bauer / hirte
) r
. (absolut); den acker / grund, die wiese / wiesmad, das erdreich / land r
., den acker zu wiesmad r
.; am suntag, an den gewönlichen stätten, ane des herren willen, auf dem boden / grund r
.Wortbildungen:
˹reutacker
rodacker
rodland
reute
reutel
reutelstecken
reutelstek
reuthaue
rodhacke
rodhaue
reutlehen
reutrecht
reutstelle
reutung
reutwiese
rodgeld
rodjar
Belegblock:
Dys nochgeschreben gereth hot der hoffeman: 8 pfluge, 12 pflugseche, 14 pflugschar, [...], 8 reutel.
der sloser hat 3 spaten, 4 hacken, 1 rodehacke, 2 holczexe.
und sollen da gemant werden, zu roden, setzen und misten, wie das dan wingarts bruch ist.
laß dir hacken und raden din grabes hertze, | so mynnert sich dyner selen smertze.
Wo aber desselbigen kindere oder erben [...] dartetten, das ir elter eigentums geweßen und das widder zu reuten begerten, so sollen sie zu solchem
[einem Grundstück, das der Eigentümer verwildern ließ]
widderumb zugelaßen werden. vir schillinge uff Martini, daz es rodegelt und gefellit unserm gnedigen junchern, dy daz uff hebit.
Vort me van gotes genoden | Noe graben, hacken, roden | Daz ertrich begunde vaste.
das selbe falcz, das alzo an den hoüffen lyd, gewynnet so eyne dicke stargke hüt, das man es mit rodehoüwen gewynnen vnd vß hoüwen müß.
daz er sich uff selbisttorst underczogen habe ettlicher zcinße, dy rodelender anelangende, dy synes wybes lipgedinge sint.
so sal solch wiesefleck, ab das ander gerodt und gefegt weren, dem closter wider heimfallen.
gnedigste und gendige herrn, die gebrechen sich halden des Tragkerß eyner wysen rodecker, habe ich mechtiglichen nach lut myner verschribung uff e. f. g. gebeten.
das sie sollenn haben die rodejar, welche rodejar sallen angehende uff nest Michaelis nach dato dis briffs und ausgehende anno XXI jare.
Des rodens halbenn wes bishero gerodt ist, das soll gerodt pleiben.
Man reumet, rodet, hubelt und wässert die wiesen.
Ebd.
254, 7
: Man rohdet und reutet die wilden ecker.
Summa von reutwisen: neun metzen, der werden drey dem foͤrster.
Cuntz Pfister von dem obersten acker [...] den er gerewt hat, 1 sumerhun.
Mulner zwͦ Rayndorff hat sehs morgen rewtackers.
es wer vil pesser das man reüt, | [...] | auch haket oder grübe | Dann man den tancz erhübe.
dieselben wegen soͤllen [...] also geruͤst sein, nemlich yeder mit [...] zweyen eiseren schauffeln, zweyen holtzpeyheln, zweien reuth hauen, zweien steinpickeln.
Ich [ein bawer] rewt und baw täglich das land; | Ein grober kittel ist mein gwand.
Do Adam reutte / und Eva span / Wer was do eyn Edelman.
Rulla, Ein pfluͦgschorer / reütelstecken / ein eysen damit man den pfluͦg seüberet / schoret.
Wie wol ich hab gearbeit hoͤrt, | Mit hacken vnd auch rüten, | Saͤien Maͤien zuͤ allen zyten.
dagegen sollen sich die von Möriken hier des holtzes houws muͤssigen, also weder houwen schwenden noch rütten.
[dass]
die Friburger uff ir syten die ouwen rütind und unzalbarlich vil inschlachind. eß soll auch niemands auf unsers gotzhauß boden reuten noch stocken ohne erlaubt.
1 phluͤg mit eysen, 1 rauͤtten.
welcher auf der gemain reutstöl oder einfang ausreutet, seiner glegenhait trait darein zu säen.
nach rautrecht und gebrauch im dritten jar allzeit wider das eltiste raut außzulassen.
so ainer ain grund reit, [...], der sol des grundes genüeßen.
von wegen derselben wäld schwentung, einfeng, reutung, ausprenung und ander mehr beschwärden halben.
wer wismad hat vnd wolt die rautten, derselb sol das holcz prennen vnd nicht fuder fürn.
2.
›Buschwerk, Bäume mitsamt den Wurzeln von einem Stück Land entfernen‹; ›Unkraut aushacken, jäten‹; generalisierend: ›etw. wo herausreißen‹; ütr. auch: ›etw. (verwerfliche Haltungen wie den unglauben
, das laster
1) ausrotten, ausmerzen‹.Wortbildungen
reuteisen
2
reuter
rodbusch
Belegblock:
so wanne man die rodebusche op Hoinscheit, genanten die ghene, rodet hauet oder windet, alsdan sal ein iclicher gemensman [...].
Wenn ein seel sich zu den Warsagern und zeychendeutern wenden wirt [...] so wil ich [...] sie auß irem volck reutten.
wann ainer icht wil reuten, | [...] | so darff er nicht die tarn allein | abhawen, dy gewachsen sein, | nur dy wurczel zu grunde.
Ebd.
244, 6
: umb das er seinen garten | Wider auff pflanczet und auch baut, | auss haket, reutet und auch haut | pas disteln, nesseln und unkraut.
Rewteysen ietysen. odʼ hepp.
Ebd.
p iiijv
: Jeter. ieteysen. rewter. rewteysen.
Lustig ding ist es umb ein garten, | Wer sein mit fleis und wol kan warten | Mit seen, pflantzen, rewten und graben.
Do erkante er einen fúrborgenen vnglŏben der doch gar schedeliche moͤhte in der kristenheit gegruͦnet haben: den wolt er ruͤten.
das darinn ettwas alls laster und mißbrüch / sündig / und schantlich handlungen / die abgestellt / all unsuberkeytten darus gerüüt.