retorik,
rethorik,
rhetorik,
die
;
häufig in lat. Flexion;
über
lat.
ars rhetorica
›Redekunst‹
aus gleichbedeutendem
griech.
rhētoricē téchnē
(
Duden
7, 2014, 697
; vgl. ).
›Redekunst als Bildungsgut und als Teil des Triviums der Artes liberales‹; in literarischen Texten häufig personifiziert; metonymisch: ›Eloquenz, Redegewandtheit‹; gelegentlich abwertend: ›Wortgebläse, leeres Geschwätz‹; speziell: ›Lehre vom Verfassen von Briefen, Schriftstücken‹.
Zur Sache:
Lex. d. Mal.
7, 786
ff.
Bedeutungsverwandte:
,  4; vgl. , ,  2,  1.
Syntagmen:
die r. leren / lernen, Tullius die r. erfinden
;
die r
. (Subj.)
in weibsgestalt da sein, auf dem stul der künste sitzen
;
die medizin (nur) eine r. sein
;
der künste schlosse
(Subj.)
r. heissen
;
j. in der r. gelert sein
;
die r. Zwinglis
;
die kunst, das xte buch der r
.;
ein meister in der r
.;
die lateinische r
.
Wortbildungen
retor
›Person, die in der Redekunst geschult ist; Rhetoriklehrer‹ (dazu bdv.:  1),
retorisch
›in eloquenter Weise, der Redekunst gemäß‹ (dazu bdv.:  1).

Belegblock:

Luther, WA (
1528
):
So stymmet denn Zwin̂gels rethoricka mit dem geist ynn der Schlesie fein̂ vber ein̂s / das man solche wort mus aus den augen thun vnd als arme elende / wort verachten.
Da bey ist magna Rethorica. Pulchris verbis et magnis rem proponere.
Jahr, H. v. Mügeln
269
(
omd.
, Hs.
1463
):
Die virde kunst Rethorica | gink vor den werden keiser da.
Franck, Decl.
340, 13
(
Nürnb.
1531
):
dieweyl wir bey gelerten verstendigen oren vnser sach treyben / will ich ein wenig ein Rhetorischen außlauff vnnd spatzirgang thuͦn / vnd das aus rechter kunst.
Sachs (
Nürnb.
1548
):
In weibs-gestalt waren alda | Gramatica, retorica, | Loica und astronomia.
Sudhoff, Paracelsus (
1536
):
got hat im [arzt] den menschen underwürflich gemacht, im seine gepresten zu wenden, ist im hierauf nicht befolen, solichs auszurichten mit erdichten fantaseien, so aus seinem eignen kopf herfür fliegen, als wer die medizin nur ein rhetorica.
Chron. Augsb. (
schwäb.
,
1544
/
5
):
die weill dis buch mer mitt ainer dapferen, burgerlichen ainfalt dan mit hocher, Rettorischer artt vnnd mainung zu beschreiben fürgenomen.
Heydn. maister
40v, 2
(
Augsb.
1490
):
Euchalus / hat sich geben in zuchte Protagore / das er solt lernen die rethorica / vñ kostberlich reden.
Rot
348
(
Augsb.
1571
):
Rhetor, Der zier reden lehret. Lehrer oder vnterweyser / wie man recht vnnd zierlich Reden soll / Jtem ein Redner.
Henisch (
Augsb.
1616
):
gelerte leut in der Rhetorick / so Comedien vnd Tragedien geschriben / vnnd kunstliche Spil gehalten
(zum Lemma
barde
).
Buijssen, Dur. Rat.
4, 25
(
moobd.
,
1384
):
Ich wil auch mein teusch nicht reimen und wil ez doch besliezzen, so ich peste mag mit der chunste (slozzen), die da haizzent rethorica.
Wedler, W. Burley. Liber
41v
(
moobd.
,
v. 1452
):
Als vns sagt Ysydorus, es [Gorgias] ist der ersten ainer gewesenn, die rethorick vnd gesaczte wortt habent zu dem ersten erfunden.
Ebd.
130v
:
Diser [Plocius] hat [...] ze Rom gelert die latenisch retorick, das ist latenisch brieftichtenn.
Opitz. Poeterey
30, 10
;
zu Dohna u. a., Staupitz/Scheurl
135
;
Martin, H. v. Sachsenh. Jesus
99
;
Müller, Nördl. Stadtr. ;
Niewöhner, Teichner
428, 5
;
Baumann-Zwirner, Augsb. Volksb.
1991, 390
.
Vgl. ferner s. v. .