retich,
rettich,
der
;
-s/–
.
›Rettich, Hederich, wilder Senf; Raphanus sativus L.‹; verbreitet als Gemüse (essbare Wurzel) und Heilpflanze.
Zur Sache:
Marzell
3, 1285
ff.;
Lex. d. Mal.
7, 765
.
Bedeutungsverwandte:
vgl. , .
Syntagmen:
den r. bringen / füllen / hölen / nemen / pulvern / säen, in essig legen, mit salz und pfeffer essen
;
r
. (Subj.)
nicht gesund sein, unerlich gehalten werden, das we vertreiben, in den äckern / gärten wachsen, seinen ursprung aus rüben nemen
;
sich vor dem r. hüten
;
der früe / wilde r
.;
die wurzel des retichs
.
Wortbildungen:
retichkraut
,
retichöl
,
retichsaft
,
retichsamen
,
retichwasser
.

Belegblock:

Frantzen u. a., Kölner Schwankb. (
Köln
um 1490
):
Redikes wortelen sijn ghud ghegheten in berlaghen.
J. W. von Cube. Hortus
6, 10
(
Mainz
1485
):
Eppich samen gepulfert vnd inne genõmen mit retich wasser machet fast woͤl harmẽ vñ zurbricht den steyn in der blasen.
Sachs (
Nürnb.
1554
):
Geh hin, es ist doch nicht so spat, | Bring ein rettich oder salat!
Ott-Voigtländer, Rezeptar
206r, 8
(Hs. ˹
nalem.
,
um 1400
˺):
Fúr die fulenden truͤsen: / Nim raͤtich vnd salcz.
Sudhoff, Paracelsus (
1527
/
8
):
gewürz ist auch nit gesunt, rettich nit gesunt, rüben nit gesunt.
Ebd. (
1528
):
der retich hat sein ursprung genomen aus den ruben, und gerulae ist ein mißgewechs aus der transplantirten pastinaca.
Ebd. (
1536
):
auch die reßen als gewürz, imber, pfeffer, auch ander salzets als senf, rettich, knobloch, bollen.
des harns halb, so der selb sich stellen wurd, so gib gestoßne krepsstein zu trinken in retich saft.
Maaler (
Zürich
1561
):
Raͤttichoͤl / auß raͤttich gemacht.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat. (
oobd.
,
1349
/
50
):
Raphanus haizet rätich [...]. Democritus spricht, wer sein hend reib mit zeitigem rätichsâmen, der müg slangen angreifen und handeln ân schaden.
Deinhardt, Ross Artzney
189
(
oobd.
,
1598
):
Wann ainem roß etwaß in halß khumbt. Nimb brot vnd rettich vnndereinander zerschnitten.
Ebd.
248
:
nimb flech khraudt, rettich khraut, dreu stenngl.
Haage, Hesel. Arzneib.
8v, 3
(Hs. ˹
noobd.
/
md.
,
E. 15. Jh.
˺):
der
[Mensch mit Blasenleiden]
sol nemen venchis und epich und retig und pfirsich keren und peterling und veltmorchen und seud dy all untter einander in ain wasser.
Ebd.
9r, 8
:
Wider die flecken der augen [...] nim redich mit honig zetriben.
Schottenloher, Flugschrr.
50, 19
(
Landshut
1523
):
auch teglich das heilig wirdig Sacrament von jüngen und alten enpfangen zuͦ werden, auff das sollichs [...] zuͦ einer teglichen speys als Retich und ruͤben unerlich gehalten und gar verachtet werde.
Ermisch u. a., Haush. Vorw.
252, 18
;
255, 1
;
Menge, Laufenb. Reg.
179
;
Rauwolf. Raiß
524, 9
;
Weitz, Albich v. Prag
150, 12
;
Eis, Gesundheitsl.
145, 1
;