reitern,
reutern,
V.
1.
›etw. (in der Regel Getreide) durch ein Sieb schütteln, schlagen und dadurch das feinere Material vom gröberen scheiden‹; auch: ›etw. (z. B. Früchte, Korn) durch Sieben auslesen, reinigen‹; bildlich und ütr. mit Blick auf den Vorgang: ›etw. schütteln, zerstreuen‹; resultativ: ›etw. / jn. läutern, reinigen, sich (von e. S.) befreien‹; zu (
die
).
Gehäuft obd.
Bedeutungsverwandte:
, ,
2
, 3, , .
Wortbildungen:
reiterbecke
wohl ›Seiher‹ (dazu bdv.: vgl. ),
reitersieb
(a. 1588),
reuterung
›Auslese‹ (dazu bdv.: vgl. ).

Belegblock:

Foltz, UB Friedb. (
hess.
,
1389
):
Want wir nuͤ mit gruͤßin manigfeldigen schulden beladin sin, darumbe wir nydergeseßin han und uns geritert off unser schult.
Kurrelmeyer, Dt. Bibel (
Straßb.
1466
):
sich sathanas der iesche eúch das er eúch reitert
[nd. Bibel um 1478:
thowreue
;
Dietenberger
1534:
raͤdenn
;
Luther
1545, Lk. 22, 31:
sichten
]
als den waitzen.
Dasypodius (
Straßb.
1536
):
Rehden / Reuteren. Incernere, Cribrare.
Merk, Stadtr. Neuenb. (
nalem.
,
1616
):
wa aber jemands sein korn reuteren will, so solle solches ein jeder in seinem haus tuen.
Warnock, Pred. Paulis
22, 193
(
önalem.
,
1490
/
4
):
Nim war, der bös gaist begert dich ze ritren, als man tuͦt dem waysen.
Ebd.
195
:
Ir sechent wol, wenn man daz korn zerwirft oder ritret, so kan es nit by ainandren beliben.
Sudhoff, Paracelsus (
1530
):
es solt ein oberhand dermaßen sein, das sie wüßten die arzt zu reutern und durch das feur jagen.
Ebd. (
1529
/
32
):
nun sol es darin zukünftig geschehen und darin ein reuterung werden, so ist am ersten not, das der teil, der bleiben sol, die fürsichtikeit hab, so [...].
Gehring, Würt. Ländl. Rechtsqu.
3, 81, 21
(
schwäb.
,
1587
):
die muhlenen, darinnen gewonlich weißböcken mahlen, sollen mit [...] dreyerley guetter süeb zum grüeßscheiden und reüttern zu jeder mahlmühlen geordnet sein.
Bastian, Runtingerb.
2, 249, 4
(
oobd.
,
1392
):
man pracht mir von Nuͤrenberch ain reyderpechk und 2 gluͤepfane
(Anschaffungen für die Münzschmiede).
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid. (
m/soobd.
, zu
1391
):
Al urbarsleut sollen guet traid dienen und das korn so seu dienen sold sauber gereitert sein.
Rechn. Hermannst. (
siebenb.
,
1503
):
vor 25 rump korren czw rytteren hab ych gegeben den. 16.
2.
›etw. erörtern, untersuchen‹; ›nach eingehender Prüfung zu einem Ergebnis kommen‹; Ütr. von 1.
Bedeutungsverwandte:
2.

Belegblock:

Foltz, UB Friedb. (
hess.
,
1387
):
Auch wan dıͤ scheffene sich eynigen und rytern umbe daz urteil ende zu gebin, da sal der burggrefe [...].