reiter,
1
reuter,
der
;
–/-Ø
;
letztere Form als Rundungsschreibung von
reiter
interpretierbar; Einfluss von
3
wahrscheinlich; vgl. generell dort sowie .
1.
›Person, die zu Pferd unterwegs ist; Reiter‹; zu (V., unr. abl.) 1.
Bedeutungsverwandte:
vgl. , 1.
Gegensätze:
, .
Wortbildungen:
˹
1
reiterei
1,
1
reuterei
1˺ ›Fortbewegung mittels eines Reittiers‹,
reiterin
.

Belegblock:

Sachs (
Nürnb.
1563
):
Den pfaffen der reutrey verdroß | Und thet gleich in im selbert brummen: | So wirt ich langsam gen Rom kummen.
Henisch (
Augsb.
1616
):
Der Krieg hilfft manchem auff die beine / das auß einem Reuter ein fußgenger wirt.
Greßlich / grewlich / scheußlich anzusehen [...]. Heßlich vnd greßlich Reuter auff dem fahlen pferde / nemlich der grimmige Todt
(vgl. Offb. 6, 8).
Turmair (
moobd.
,
1522
/
33
):
Pindarus, der lustigest kriechisch poët [...] haists
[
sie
=
frau Häcs
]
guet reiterin.
Peil, Rollenhagen. Froschm.
23, 25
;
Kehrein, Kath. Gesangb. .
2.
›im Auftrag der Obrigkeit zu Pferd reisender Amtmann, Bediensteter, Bote‹; zu (V., unr. abl.) 2.
Bedeutungsverwandte:
1
1.
Wortbildungen:
reitersitte
im Beleg: ›Erfahrungswissen des reitenden Boten‹,
reitertisch
.

Belegblock:

Luther, WA (
1528
):
schicket er [Koͤnig] etliche reutter und botten vorher, die da ansagen, der Fuͤrst odder Koͤnig werde komen.
Sachs (
Nürnb.
1563
):
[ain caplon] Rüst sich, reit eylend nein auff Rom, | Tag und auch nacht zu eylent ritt, | West nit der rechten reuter-sitt | Zu seim unglück.
Gehring, Würt. Ländl. Rechtsqu.
3, 786, 23
(
schwäb.
,
1607
):
Und hat der amman, so allen fronen und handdiensten beywohnet, sein essen morgends und abends am reutertisch.
3.
›berittener Krieger‹; zu (V., unr. abl.) 3.
Bedeutungsverwandte:
vgl. ,
3
1, 1, 2.
Wortbildungen:
˹
1
reiterei
2,
1
reuterei
2˺ ›Kriegshandwerk‹,
reiterkriegsleute
›berittene Soldaten‹ (a. 1606),
reiterregiment
›Truppenkontingent berittener Soldaten‹ (a. 1570),
reiterschütze
(dazu bdv.: ).

Belegblock:

Luther, WA (
1540
/
5
):
Als die Kinder Jsrael ausgezogen waren aus Egypten Und Pharao mit seinen Rossen, Wagen und Reutern jnen nachjaget, Da erhub sich der Engel Gottes [...].
Chron. Nürnb. Anm. 2 (
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
[Man suche]
einen solchen redlichen man, der vom adel nicht zu hoch auch der jare nicht zu jung oder alt, sunder mittelmessig und in der rewtterey ettwas geubt were.
Sudhoff, Paracelsus (
1529
/
32
):
seliger ist zu beschreiben melosinam, dan zu beschreiben reuterei und artellerei; seliger zu beschreiben die bergleut under der erden, dan zu beschreiben fechten und den frauen dienen.
Chron. Augsb. (
schwäb.
,
1456
):
aus dem tail [...] des cristenlichen heeres sol man lesen und ausklauben zum minsten sechs tausent wolgewapneter reiter.
Henisch (
Augsb.
1616
):
Archibusier / Reiterschutz / eques sagittarius [...]. Von archebuyse.
Turmair (
moobd.
,
1522
/
33
):
Ptolemæus [...] hat am parn an seim hof gehabt zwainzigtausend pferd und reiter.
v. Tscharner, Md. Marco Polo
5, 12
;
Voc. Teut.-Lat.
aa viijr
;