reissend,
part. Adj.
1.
›bissig, wild, angriffslustig, raubgierig, wütend‹ (von Tieren, überwiegend vom wolf
gesagt); auch ütr., dann z. B.: ›ungestüm, reißend‹ (von einem Wasser); zu (V.) 1.Belegblock:
der Teuffel schickt Reissende wolffe in Schaffskleidern.
Jren Rachen sperren sie auff wider mich / Wie ein brüllender vnd reissender
[
zuckendMentel
1466: ]
Lewe. das suͤsse quellwasser ward gar dicke und stinckicht / und die bittere qualitaͤt ward gar wuͤtende / reissende und tobende.
so
[wenn er sich wütend von Gott abwendet]
ist der mensche nút ein mensche, er ist alse ein zornig hunt oder ein reissender wolf. [Martin Luther]
namm erstlich zuͦ handen ein schafcleidung über sin ryssenden wolff / tratt har jn siner schwartzen augustiner kutten. Peil, Rollenhagen. Froschm.
21, 7
.2.
›starke stechende, krampfartige Schmerzen verursachend‹; subst.: ›stechender, krampfartiger Schmerz‹; zu (V.) 1.Phraseme:
reissender stein
›Harnstein, Blasenstein, der Schmerzen bereitet‹.Belegblock:
Für den reißenden stein vnd für die harn-winden.
Zu dem
[gesundheitlichen Problemen]
kame der reisent stain user der lenden und blater darzu. Wegreich chravt wasser Ist guet für das reyssund in dem pauch.
Ebd.
77, 3
.