reisach,
reisig,
das
;
-s/-Ø
;
zu
mhd.
rîsach, rîsech
›Reis; Rute, Zweig‹
();
im Frnhd. überwiegend als Kollektivum.
1.
›Anzahl dünner Zweige, Ruten; Reisig‹ (überwiegend als Baumaterial und Brennholz); zu (
das
) 2.
Gehäuft nobd. und oobd.
Phraseme:
etw
. (ein Grundstück)
zu reisig sagen
›ein Grundstück als frei für einen neuen Besitzer deklarieren‹.
Bedeutungsverwandte:
2,
1
; vgl. , , , (
das
) 2, , .
Syntagmen:
j. r. (von den bäumen) abschlagen / brennen / füren / hauen, für / zu etw. legen / nemen, oberhalb des feuers im haus haben
;
r
. (Subj.)
bauholz sein, in den schlägen liegen
;
den mist mit r. verdecken, korbladen von r. machen
;
das dürre r
.;
1 karch, x fuder / schok reisachs
;
die reisach
(Pl.)
von den tannen
.
Wortbildungen:
reisachborzen
›Reisigbündel‹ (dazu bdv.: vgl. 1, , 2),
reisigholz
(a. 1521).

Belegblock:

Luther, WA (
1532
):
kein holtz, da man sie kund ausschnitzen, sed tantum durr reissig.
Skála, Egerer Urgichtenb.
23, 2
(
nwböhm.
,
1562
):
das Brust tuch vnd Mesgewanth In Ofen gesetzt Reissig dafur gelegt, vnd daruon gangen.
Chron. Nürnb. (
nobd.
,
1407
):
Wer reisach hawet, daz niht pauholcz ist, der ist schuldig zu geben [...].
Schmitt, Fachprosa
55, 23
(
Bamb.
,
1511
):
daß er [mist] allenthalben sey wol verdeckt mit labich vnd reisich.
Lexer, Tucher. Baumeisterb. (
nürnb.
,
1464
/
75
):
ein fuder reisechs den tiern in stattgraben.
Chron. Augsb. (
schwäb.
, Hs.
16. Jh.
):
da warf man ain hohen graben auf, was bei 20 schuechen dick, was gemacht mit reisachportzen, gelegt neben ainander und dann grieß darauf geschütt.
Gereke, Seifrits Alex.
3254
(
oobd.
, Hs.
1466
):
er gepot den leutten alczuhandt | das sy reysech absluegen von den pawmen.
Bauer u. a., Kunstk. Rud.
432
(
oobd.
,
1607
/
11
):
geflochtene zarte korbladen von reisich gemacht.
Auer, Stadtr. München Anh. (
moobd.
,
v. 1347
):
Swer in der innern stat reisach prennet, der geit diu selben puosse.
Uhlirz, Qu. Wien (
moobd.
,
1353
):
darzue auch dieselben fumf viertail weingarten von urpaus wegen zu reisaͤch gesagt sint
(vgl.
reis
,
das
, 2).
Winter, Nöst. Weist. (
moobd.
,
1430
, Hs.
A. 16. Jh.
):
Die mulherren [...] habent gewalt das wasser ze vahen wo si nagst mügen [...] und sullen darzü nemen reisëch, wasen und sant zu der schütt.
Küther, UB Frauensee
380, 40
;
Sudhoff, Paracelsus ;
Brinkmann, Bad. Weist. ;
Voc. Teut.-Lat.
aa vijr
;
2.
›mit Buschwerk bestandenes Land‹.

Belegblock:

Rwb (a. 
1378
).